Spritsparen mit Tempomat?

Hallo Leute,
kann mir vielleicht jemand sagen ob man bei längeren Autobahnfahrten mit einem Tempomat Sprit sparen kann oder ob es besser ist manuell die Geschwindigkeit den Bedingungen anzpassen und zu versuchen das beste herauszuholen? Die vielen Sensoren und die Elektronik für die Steuerung benötigen ja auch dauerhaft Strom und erhöhen somit den Verbrauch.

Hallo Mario,

den Tempomaten habe ich bei endlos langen Fahrten in den USA sehr schätzen gelernt. Man muss dann nicht bei den dort vorgeschriebenen Geschwindigkeitsrestriktionen von 55 bis 65 mph seine Bein- und Fußgelenke übermäßig in der gleichen Stellung verharren lassen. Die Autobahnfahrerei ist aber hierzulande bekanntermaßen wesentlich als unruhiger, nervöser oder hektischer zu bezeichnen. Dennoch fahre ich, wenn es irgendwie möglich ist, mit dem Tempomaten. Es ist ein viel entspannteres und gelasseneres Fahren, was sich auf die Psyche des Fahrers sehr positiv auswirkt. Außerdem erzieht man sich dazu, vorausschauender zu fahren.
Der von dir vermutete erhöhte Verbrauch elektrischer Energie der Stellglieder dürfte so gering sein, dass sie zu vernachlässigen sind. Bei meinem derzeitigen Wagen aus dem Volvo-Konzern wird die Geschwindigkeit mit großer Präzision elektronisch geregelt. In Amerika hatte ich Wagen, die das Gaspedal regulierten. Man spürte das daran, dass das Pedal „weggezogen“ wurde. Diese Art der Regelung dürfte etwas mehr Strom verbrauchen. Aber ich schätze, dass jede Sitzheizung im Vergleich zum elektronischen Tempomaten ein Stromfresser ist.
Zum Gebrauch: Da der Tempomat ab 30 kmh funktioniert, kann er in den entsprechenden Tempo regulierten Zonen eingesetzt werden. Man merkt es an der stark abnehmenden Anzahl der „Speeding tickets“ und wundert sich, weshalb so viele mit erhöhter Geschwindigkeit durch die engsten Baustellen brummen müssen und nicht nur eigenen Kopf und Kragen dabei riskieren. Und jetzt sind wir also bei dem Sicherheitsvorteil angelangt.
Allerdings ist der Tempomat gewöhnungsbedürftig. Ich kenne viele, die sich nicht daran gewöhnen können, dass eine Maschine sie automatisch fährt und sie die Maschine überwachen müssen. Konzentration auch unter Tempomatfahrt ist unerlässlich, denn der Wagen fährt bergauf und bergab stur die gleiche Geschwindigkeit, bis der Tank leer ist oder ein anderes Ereignis den Wagen abrupt zum Stehen bringt. Wer sich daran nicht gewöhnen kann oder will, sollte davon Abstand nehmen.
Natürlich verbraucht ein Wagen, der seine Geschwindigkeit gleichmäßig hält, weniger als ein Wagen, dessen Fahrer einen nervösen Bleifuss hat und oft deswegen bremsen muss, weil er sonst auf den Vordermann auffährt. Das ist Energievergeudung, oder der Sprit ist für ihn zu billig.
Beispiel: Heute Morgen bin ich aus dem Ruhrgebiet nach Venlo (Holland) und zurück gefahren. Ca. 90% der Fahrt fuhr der Wagen unter Tempomat. Dort wo Geschindigkeitsbeschränkungen waren, hielt ich die ein, und dort wo keine waren, cruiste ich ganz relaxed dahin. Bei meinem Tempomaten kann ich auch die Geschwindigkeit vermindern und vergrößern mittels Tastendruck.

Ich bin ein absoluter Fan des Tempomaten als ein ganz wesentliches Sicherheitsmerkmal beim Autofahren und teste dies beim Autokauf.

Viel Spass
Bernd

Hallo Bernd,
ich kann Dir nur 100prozentig zustimmen.
gerade auch auf den langen Fahrten nach Spanien, Schweiz oder Südfrankreich ist der Tempomat unerläßlich für mich, will ich keinen Krampf im Bein bekommen - habe leider kaputte Hauptvenen.
Sogar in der Stadt ist das Ding manchmal gut zu gebrauchen. Herrlich auch die Möglichkeit, eine Maximalgeschwindigkeit einzustellen, womit man dann auch bei Betätigen des Gaspedals in keine Radar"falle" tappen kann.
Es beruhigt, schont die Nerven und verbraucht mit Sicherheit weniger Sprit als das nervöse Gasgeben.
Ich werde mir nie wieder einen Wagen ohne holen.
MFG
Hagen

Hallo Mario,

habe die bisherigen Antworten auch gelesen, aber so wirklich hat Dir noch keiner Deine eigentliche Frage beantwortet. (sorry, ich meine das nicht böse !)

Dass der Tempomat eine sehr bequeme und komforttabele Einrichtung ist, wird wohl kaum jemand bestreiten wollen. Und der Mehrverbrauch durch kleine elktrische Verbraucher ist auch zu vernachlässigen bzw. durch uns „Normalverbraucher“ nicht messbar. Anders sieht das aus bei der Klimaanlage oder ständigem Fahren mit Abblendlicht, hier entsteht ein deutlich messbarer Mehrverbrauch. Zudem sinkt die Leistung des Fz, etwa vergleichbar, als wären 1-2 Personen mehr im Auto.

Das hat aber mit dem Tempomat an sich nichts zu tun; ich persönlich bin der Meinung, dass man ohne Tempomat noch etwas sparsamer fahren kann, wenn man weiss, wie es geht. Es sei denn, man fährt tatsächlich km-weit auf absolut ebenen Strassen, aber wo gibts die schon.

Dies liegt m.E. darin begründet: der Tempomat versucht auf Biegen und Brechen -egal bei welcher Drehzahl- die eingestellte Geschwindigkeit zu halten. Der Mensch dagegen lässt den Gasfuss stehen und verliert vielleicht ein paar km/h, aber was solls.
Bin mir nicht sicher, ob ich mich nun verständlich genug ausgedrückt habe, es sind aber meine Erfahrungen…

Gruss Jochen

Hallo zusammen,

Dies liegt m.E. darin begründet: der Tempomat versucht auf
Biegen und Brechen -egal bei welcher Drehzahl- die
eingestellte Geschwindigkeit zu halten. Der Mensch dagegen
lässt den Gasfuss stehen und verliert vielleicht ein paar
km/h, aber was solls.

Stimmt, das ist vermutlich der größte Nachteil vom Tempomat. Auf hügeliger Autobahn, wenn man z.B. vor einem Berg in eine Senke fährt, nimmt der Tempomat keinen Schwung und versucht dann zur Not mit Vollgas, die eingestellte Geschwindigkeit zu halten. Das könnte man per Gasfuß verbrauchsgünstiger regeln.
Ist halt die Frage, welche Strecken man fährt. Wer (fast) nur in Norddeutschland fährt, dem dürfte das völlig egal sein.

Im Normalbetrieb spart die Technik sicherlich mehr Kraftstoff ein, als sie für die zusätzliche Stromerzeugung kostet. Und - auch hier kann ich dem bereits geschriebenen nur beipflichten - Komfort und Sicherheit werden erhöht, z.B. weil man nicht ewig auf den Tacho sehen muss und das Tempo nachregulieren muss.

Beste Grüße
Guido

Hallo Mario,

MIR ist es gelungen einiges an Sprit einzusparen.
Als ich meinen BDGR (Biologisch dynamischer Geschwindigkeitsregler, auch bekannt als meine Frau) mal wieder dabei hatte mit 180km/h meinem Regler viel zu schnell unterwegs, habe ich den Tempomat auf 130km/h eingestellt.

Beim Auffahren auf LKWs oder langsamere PKWs frühzeitig mit Tempomat (je nach Situation, wenn es notwendig war) hoch oder runter geregelt, ansonsten einfach nur laufen lassen, habe ich fast 2l/100km weniger verbraucht (von 8 auf 6l/100km).
Das ganze bei einer Durchscnittsgeschwindigkeit von 127km/h, aber für mich deutlich weniger Fahrspass und extrem ermüdend (ich habe das Gefühl, mich deutlich mehr Konzentrieren zu müssen).

Wenn ich freiwillig ohne Tempomat in dem Geschwindigkeitsbereich unterwegs bin, verbrauche ich ca. 6,5l. Einen kleinen Verbrauchsvorteil kann ICH also schon feststellen.

Das Einsparpotential ist natürlich stark abhängig vom sonstigen eigenen Fahrstil.

Ausserdem schalte ich den Tempomat bei dichtem Verkehr ab, da auf deutschen Autobahnen sehr viel Gas/Bremse vorherrscht und ich da ständig nachregeln muß. Der Tempomatbetrieb ist für mich spät abends oder Sonntags sinnvoll.

Gruß

Karsten

ich habe ganz mal vor langer ausprobiert.
selbe strecke einmal mit, einmal ohne tempomat (mehrmals wiederholt). laut bordcomputer ergab sich keine verbrauchsdifferenz.

es kommt natürlich immer darauf an wie nervös der eigene gasfuss ist.
ist alles sehr subjektiv, sodass beim einzelnen schon ein verbrauchsvorteil mit tempomat entstehen kann.

Gegenmeinung
Hallo,

also ich habe beruflich das Vergnügen einen Pkw mit Tempomat zu fahren. Okay, hin un wieder probiere ich sie aus und spiele etwas damit rum („Handgas“).
Aber ich muss sagen, dass ich lieber manuell fahre. Der Grund ist ein ganz einfacher. Das was ihr als entspannend einstuft ist für mich verkrampfte Qual. Fahre ich manuell, dann bewege ich den rechten Fuß ein wenig hin und her und der Fuß ist dort, wo er hingehört - bei den Pedalen.
Fahre ich mit Tempomat, weiß ich nicht so recht wo ich meinen rechten Fuß plazieren soll. Gemütlich „ablegen“ ist nicht, kann ja sein, dass ich jeden Moment bremsen muss. Und den Fuß permanent über der Bremse halten - das ist ermüdend und anstrengend.

Also ein Tempomat als „Begrenzer“ macht ohne Zweifel Sinn. Aber sonst - nein danke.