Spritzen mit Hyaluronsäure oder OP

Hallo,

hat jemand Erfahrung mit Hyaluron - Spritzen ins Knie ?
Der Arzt sprach von einem eventuellen Erfolg als Alternative würde eine OP in Frage kommen.
Ich wäre für kurze Erfahrungsberichte sehr dankbar.

Hi,
ich kann aus Eigener Erfahrung sagen, dass man Gelenkprobleme (so im Lauf der Zeit: Knie, Knöchel, Hüfte) mit Medikamenten und Physiotherapie und geeigneten Übungen in den Griff bekommt, wenn man früh genug die Sache angeht und konsequent durchführt.
so bin ich bis jetzt gut 6 Jahrzehnte dem Chirurgenmesser entkommen

Gruss

M@x

Hi Teufel2007,

ich habe vor etwa zwei Jahren eine solche Knorpelbehandlung mit Hyaloronsäurespritzen gemacht.
Es waren fünf Spritzen, die im Wochenabstand ins Knie gespritzt werden. Als Kassenpatient musst du in der Regel nicht nur die Spritzen an sich, sondern auch die Behandlung selbst bezahlen. Insgesamt bin ich wohl für die fünf Termine und die Spritzen auf ca. 350 - 400 Euro gekommen. Das Ganze ist manchmal schmerzhaft, manchmal nicht, je nachdem wie gut der Arzt trifft. Der Schmerz ist hauptsächlich als sehr unangenehmer Druck zu beschreiben. Du kannst gleich danach wieder ganz normal auftreten.

Bei mir hat das leider nichts gebracht, ich hatte aber auch schon einen massiven (Grad IV) retropatellaren Knorpelschaden und mediale Arthrose. Eine Wirksamkeit ist nicht bestätigt
Ich wollte es dennoch gern ausprobieren vor einer OP. Im Nachhinein hätte ich mich wahrscheinlich sonst gefragt, ob ich die OP nicht hätte damit vermeiden können.
Sehr wichtig ist bei den Spritzen, dass die unter besonders hohen hygienischen Bedingungen gegeben werden. Die Nadel geht tief ins Kniegelenk und die Gefahr einer Infektion ist damit (bei unsauberer Arbeit) recht hoch. Dies sollte also nur in einer Praxis gemacht werden, der du auch vertraust.

Bei mir wurde dann im Anschluss eine Mikrofrakturierung gemacht. Dabei wird die Knochenfläche des Gelenks perforiert. Aus diesen Löchern tritt Blutkoagel aus, welches Stammzellen enthält und die Entstehung von Faserknorpel anregen soll. Das Ganze ist relativ unangenehm, vor allem da man 6-8 Wochen das betreffende Bein überhaupt nicht belasten darf und die Nachbehandlung sich ganz schön zieht.
Bei mir hat es an sich auch Besserung gebracht. Bei einer erneuten Arthroskopie vor ein paar Wochen (die nicht in erster Linie wegen des Knorpelschadens nötig war) stellte sich heraus, dass der Faserknorpel sich gut entwickelt hat und wohl auch noch eine gewisse Zeit hält.

Die Spritzen haben mir also an sich nichts gebracht, allerdings wollte ich es nicht unversucht lassen und würde auch heute wieder so vorgehen.
Wie gesagt, am Ende hätte ich mich sonst immer gefragt, ob ich die OP nicht hätte vermeiden können.

Viele Grüße
TanjaAnja