Hallo,
Ich gebe zu, daß "auf"steigen schlecht formuliert war. Also
das Glas steht in der Schwerelosigkeit auf dem Tisch
es könnte genausogut unter’m Tisch hängen, das macht keinen Unterschied; es gibt kein Oben und Unten.
(festgeklebt). Dann fülle ich aus einer neuen
Mineralwasserflasche etwas in das Glas.
Prost. 
In Schwerelosigkeit ist es gar nicht einfach möglich, eine Flasche auszugießen - warum sollte die Flüssigkeit auch herauskommen? Auf der Erde fällt das Wasser heraus, weil es schwerer als Luft ist - in Schwerelosigkeit natürlich nicht, wie dieses Wort schon sagt.
Es gibt zwei Möglichkeiten, es trotzdem ein wenig zu erreichen:
Flasche ruckartig wegziehen oder Hals voran, eine Bewegung ruckartig stoppen - beides nutzt die Massenträgheit aus. Viel wird trotzdem nicht herauskommen, weil sich jeweils am Flaschenboden ein Unterdruck aufbauen würde, der das Entweichen großer Mengen vermutlich verhinderte.
Oder man verwendet eine tubenartige Flasche, die man ausdrücken kann; dieses ist die tatsächlich praktizierte Methode, allerdings nicht, um Getränke in Gläser zu füllen sondern direkt in den Mund.
Nun habe ich ja meinen Druckunterschied. Was machen dann die
Luftblasen?
Wo ist da ein Druckunterschied?
Die einzige Kraft, die auf die Gasbläschen wirken kann, ist diejenige, daß das Wasser seine Oberflächenenergie minimieren, sprich die geringstmögliche Oberfläche annehmen.möchte. Aber diese Prozesse sind sehr langsam, wenn die Bläschen hinreichend auseinander sind - wenn sie nicht gar von der Brownschen Molekularbewegung in der Größenordnung übertroffen werden, so daß die Bläschen quasi durch Zufall zu größeren zusammenwachsen oder an die Oberfläche kommen.
Wir halten also fest:
es passiert ziemlich sicher nichts, außer, daß beim Versuch, Wasser in das Glas zu bekommen, ein paar mit Gasbläschen angereicherte Kugeln Wasser durch die Raumstation / das Raumschiff schweben werden. Sinnvoll sind sie nur mit einem Strohhalm saugend wieder einzusammeln.
Gruß,
Ingo