Servus,
ich möchte eine Netzwerk-Appliance NSA1046 (vier Marvell 88E8053 Gb-Controller) zukünftig als Bridge einsetzen. Ich habe keine Lust, die komplette zukünftige Infrastruktur im Labor aufzubauen. Also konfiguriere ich zwei Netzwerkports so, dass sie sich in verschiedenen VLANs befinden und hänge das Gerät mit beiden Ports an einen Switch. Auf dem Switch (kein PoE!) sind allerdings beide Ports in jeweils allen VLANs getagged.
Ich konfiguriere ein paar Stunden herum. Als die Zeit fürs Mittagessen gekommen ist, fahre ich die Appliance herunter. Die Lichtlein an den Netzwerkinterfaces gehen aus, genauso die korrespondierende Lichtlein am Switch. Ruhe, Frieden wie Weihnachten. Wären da nicht die Lüfter,die trotz Herunterfahrens weiterhin einen Heidenlärm veranstalten. Also mache ich die Appliance stromlos. Schalter aus und Stecker gezogen.
Und da geht der Spuk los: Kaum ist die Appliance stromlos, beginnen die korrespondierenden Lichtlein am Switch (und nur am Switch) wieder zu leuchten. Gleichzeitig meldet der Switch viele Millionen Broadcasts, die binnen weniger Sekunden das gesamte Netzwerk überfluten und herunterreißen.
Was passiert ist, ist klar - es ist ein doppelter Pfad entstanden, an dem jede Broadcast-Nachricht unendlich oft reflektiert wird. Sowas kann ich mit einem Switch und einem beliebigen Device mit mind. zwei Netzwerkports beliebig provozieren. Mit jedem beliebigen eingeschalteten Device.
Was mir nicht klar ist - wie kann ein ausgeschaltetes, stromloses Gerät so etwas verursachen? Ursachen der dritten Art möchte ich mal ausschließen, sonst hätte ich bei den Parawissenschaftlern gefragt. Eigentlich kann ich mir nur einen Fehler in der Verdrahtung vorstellen - andererseits funktionieren die Ports ansonsten einwandfrei. Und wo kommt der - nach meinem unmaßgeblichen Dafürhalten notwendige - Betriebsstrom her, wenn das Gerät physisch vom Stromnetz getrennt ist und der Switch kein PoE beherrscht?
Gruß
Hy,
ja nun. Es ist anscheinend laut meiner kristallkugel so ein Nexcom Gerät.
Ich würde da mal vorschlagen, das wenn sonst keinerlei Änderungen am Switch feststellbar sind und das Problem eindeutig vom Nexcom kommt man sich mal an die Jungs wenden sollte.
Oder beim ausschalten/Stromlos machen ist intern ein Fehler entstanden, der zu irgendeiner Art Bridging der Ports geführt hat. Da ich nicht weiss was es für ein Switch ist (HP Switche reagieren z.B. manchmal etwas eigen auf solche Aktionen, wenn man denen das nicht vorher abgewöhnt hat) würde ich wirklich raten sich an den Hersteller zu wenden.
gruß
h.
Da ich nicht weiss was es für ein Switch ist
Oh, hatte ich das nicht erwähnt? Ja, es sind
(HP Switche
reagieren z.B. manchmal etwas eigen auf solche Aktionen, wenn
man denen das nicht vorher abgewöhnt hat)
genauer 2824, verschiedene Geräte/Releasestände. Da ich dieses Szenario mit beliebigen anderen Devices an diesen Switches nicht reproduzieren konnte, ist es wohl eher kein spezifisches HP-Problem. Aber deine Vermutung ist schon mal ein Ansatz. Sind dir ähnliche Situationen reproduzierbar untergekommen?
würde ich wirklich
raten sich an den Hersteller zu wenden.
Tscha, an welchen? Ich tippe ja auf Nexcom, aber mein Taiwanisch ist so schlecht, dass ich mich lieber mit dem HP-Support herumschlüge. Polnisch iss auch nicht so dolle, aber für ‚Guten Morgen‘, ‚Vielen Dank‘ und ‚Sie mich auch…‘ reicht’s gerade.
Aber es geht mir nicht so sehr darum, wer schuld ist, oder wie man das Problem aus der Welt schafft. In einer Produktivumgebung dürfte es so eh nicht auftreten, im konkreten Fall habe ich selbst haarscharf am Rande des Zurechnungsfähigen agiert. Mich interessiert vielmehr der physikalische Hintergrund - wie kann man je acht Leiter an zwei Netzwerkports so miteinander verbinden, dass ein ungewollter Spanning Tree entsteht? Geht das, indem man die Ports einfach ‚kurzschließt‘ (gute Idee, kann ich morgen mal probieren), oder benötigt man eine ausgefeilte Technik wie die Nexcom Appliances dafür?
Gruß
Hy,
würde ich wirklich
raten sich an den Hersteller zu wenden.
Tscha, an welchen? Ich tippe ja auf Nexcom, aber mein
Taiwanisch ist so schlecht, dass ich mich lieber mit dem
HP-Support herumschlüge. Polnisch iss auch nicht so dolle,
Also ich tippe auch auf die Nexcom Appliance, aber das muss halt nachvollziehbar sein.
Aber es geht mir nicht so sehr darum, wer schuld ist, oder wie
man das Problem aus der Welt schafft.
Ich hatte auch nicht an Schuldzuweisung gedacht, aber es ist nun mal der logische Schluss sich da an den hersteller zu wenden. Vorrausgesetzt man hat vorher die Geräte Ordnungsgemäss verwendet und es ist nachvollziehbar kann der hersteller das auch nachvollziehen.
Zurechnungsfähigen agiert. Mich interessiert vielmehr der
physikalische Hintergrund - wie kann man je acht Leiter an
zwei Netzwerkports so miteinander verbinden, dass ein
ungewollter Spanning Tree entsteht?
Nun, wenn wie gesagt die Schaltkreise sich beim ausschalten des Nexcom verwurschteln sodas eine Brücke entsteht und der Switch darauf eben reagiert kann da alles passieren. Da ich das Szenario wie warscheinlich viele andere auch hier nicht so nachstellen kann müsstest Du das leider selbst aus und rumprobieren 
Gruß
h.
1 „Gefällt mir“
Hallo,
Mich interessiert vielmehr der
physikalische Hintergrund - wie kann man je acht Leiter an
zwei Netzwerkports so miteinander verbinden, dass ein
ungewollter Spanning Tree entsteht?
Ich würde das einfach als „undefinierten Zustand“ des stromlosen Gerätes abtun, welches eine Rest-Strom"versorgung" von dem, was per Ethernet ankommt erhält und irgendwie noch herumzuckt (und sich eben nicht ganz tot verhält).
Aber ich habe da auch keine wirkliche Ahnung.
Sebastian