Spule behält ihren Magnetismus auch ohne Strom?

Hallo,

ich habe eine unerklärliche Entdeckung gemacht. Könnt ihr mir bitte sagen wieso sich die folgende Spule so verhält, wie ich es gleich beschreiben werde?

http://img210.imageshack.us/my.php?image=img5503jr7.jpg

die Spule wird an 230V Wechselspannung angeschlossen und zieht einen Nennstrom laut Leistungsschildangabe von 0,47A. Bei meiner Messung zog sich allerdings so ca. 0,1A. Kann das schon die folgende Ursache haben?

Wenn die Spannung an der Spule abfällt, bleibt der Eisenstößel unten in der Mitte sehr oft in der Spule Hängen/Kleben. Das ruft eine Fehlfunktion in der Maschine hervor.

An einer mechanischen Schwergängigkeit kann es nicht liegen, da ich diese überprüft habe und sogar etwas Kriechöl hineingesprüht habe. Desweiteren habe ich die Berührungsflächen der Eisenstücke mit einer Feile leicht bearbeitet, um eventuelle Rückstände zu entfernen und die Fläche vielleicht aufzurauen, was das kleben verhindert. Kein Erfolg.

Theoretisch kann ich nun aber die Isolierung der Eisenbleche beschädigt haben, was zu erhöhten Verlusten im Eisenkern führt.

Warum läßt die Spule das Eisenteil nicht los? Restmagnetismus? Was kann man dagegen tun?

Grüße, Matthias.

Warum läßt die Spule das Eisenteil nicht los? Restmagnetismus?

Ja. In der Fachsprache „Remanenz“ genannt. Das ist eine Material-Eigenschaft der verwendeten Eisensorten.
Die notwendige Abzugskraft sollte im Datenblatt angegeben sein, wird aber oft vom Anwender nicht beachtet.

Was kann man dagegen tun?

Mechanisch:
Dafür sorgen, dass sich die beiden Eisenteile nicht zu nah kommen, sich also nicht berühren. Z. B. dünne nicht-magnetisierbare Plättchen (Papier, Kunststoff-Folie, Cu-Blech) aufkleben. Oft genügen wenige hundertstel Millimeter.

Elektrisch:
Strom nicht abrupt ausschalten, sondern mit einer abklingenden Schwingung (z. B. Kondensator parallel zu Spule schalten).

Da ich die Ansteuerschaltung nicht kenne, rate ich eher zur mechanischen Variante.

Bernhard

Moin,

die Spule wird an 230V Wechselspannung angeschlossen und zieht
einen Nennstrom laut Leistungsschildangabe von 0,47A. Bei
meiner Messung zog sich allerdings so ca. 0,1A. Kann das schon
die folgende Ursache haben?

Die Umstellung auf 230V bekommt dem Eisenkern auf Dauer nicht,
dadurch höhere Remanenz.
Nominalspannung der Spule ist 220V bei 0.047A für 100% ED.
~ 10W bei 220V
~ 23W bei 230V

Warum läßt die Spule das Eisenteil nicht los? Restmagnetismus?
Was kann man dagegen tun?

Hat der Magnent, keine Feder, der den Kern wieder in Ausgangsstellung bringt?

Die mechanische Trennung könnte helfen.
Wenn möglich, Eisenteile auseinander nehmen und beide Teile an den Berührungstellen mit Plastikspray(z.B. Plastik 70 Kontakt-Chemie) einsprühen.
Beschreibung siehe:
KONTAKT CHEMIE Plastik70 bleibt auch nach langer Zeit hochtransparent und flexibel und verfärbt sich nicht.
http://www.rolf-richter.de/html/kontakt_chemie.html

Sonst bleibt nur:
Den Magneten, gegen angepaßten mit 230V-Betriebsspannung, austauschen.

Kondensator parallel zu Spule schalten, wird da nicht mehr helfen, denke ich.

mfg
W.