Hallo zusammen,
wir stellen uns folgende Situation vor: Innerorts (Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60) eine zweispurige Straße, beide Spuren mit einer gestrichelten Mittellinie getrennt. So geht die Straße über geschätzte 2-3 km. Ausgeschildert ist das berüchtigte „Alle Richtungen“ für beide Fahrspuren. Markierungen oder ähnliches ist auf keiner der Spur zu finden. So, am Ende dieser Straße passieren mehrere Dinge:
- ist da ne Ampel mit einer recht kurzen Grünphase für Geradeausfahrer (=die allermeisten)
- wächst eine zusätzliche Linksabbiegerspur hinzu
- biegt die rechte Spur „unvermittelt“ ab
ad 1) das führt natürlich in Stoßzeiten zu großen Rückstaus und langen Schlagen
ad 2) nur der Vollständigkeit halber erwähnt
ad 3) unvermittelt heißt in dem Fall, daß etwa 300 m vor der Ampel ein Schild „Posemuckel - rechts“ und „Hinterkleinbachstadt - geradeaus“ steht. Gleichzeitig ist auf die rechte Spur ein Pfeil nach rechts gemalt. Das heißt, für fast alle, die da fahren ist die mittlere Spur spätestens jetzt die Spur der Wahl.
So - und nun spielen sich kurz vor der Ampel immer wahre Dramen ab. Manche Autos stellen sich ganz brav hinten bei der langen Schlange auf der linken Spur an, während andere mehr oder weniger zügig auf der rechten Spur an der ganzen Schlange vorbei fahren und dann mehr oder weniger früh und dreist Einlaß in die Schlange begehren.
Nun geht’s mir weniger um die moralische Sache sondern mehr um die rechtliche. Einerseits - es zu Anfang eindeutig ausgeschildert, daß beide Spuren geradeaus führen, der Hinweis, daß die rechte Spur abbiegt erfolgt erst kurz vor der Ampel. Außerdem ist die Linie nicht durchgezogen. Andererseits fällt die Sache „fröhlich rechts an der Schlange vorbeidüsen“ doch unter Kapiel „rechts überholen“ was ja gar nicht gerne gesehen ist. Denn die klassische Stausituation haben wir hier nicht, da sich etwa 70% der Autos brav hinten anstellen und nur 30% vorbei düsen. Damit ist beim besten Willen rechts keine „Kolonne von mehr als 5 Fahrzeugen“ oder ähnliches zu erkennen.
Ich meine, die Vernunft würde mir ja sagen, daß auf beiden Spuren bis kurz vor die Ampel gefahren wird und dann im Reißverschluß einsortiert. Aber dieser Meinung scheint an dieser konkreten Kreuzung außer mir niemand zu sein
Eher im Gegentum - je weiter vorne in der Schlange das Auto reinfahren will umso stärker kommt der Erzieher in den „Hintenanstellern“ durch.
Also - wie mach ich das an dieser Stelle richtig? Darf ich rechts vorbeidüsen? Oder brav hinten anstellen?
*wink*
Petzi
PS: Eine Bitte: es wäre großartig, wenn meine Frage nicht zu einer Grundsatzdiskussion über „Drängler, Schleicher, Schulmeister, Notorische rechts/linskfahrer, Mautpreller und andere Verbrecher“ würde 