Hallo.
Mir ist Folgendes klar:
‚ß‘ (benannt als ‚Eszett‘) ist nur ein Kleinbuchstabe, eine Großsschreibung gibt es nicht.
Hat man eine Schrift, die nur aus Majuskeln besteht, wird ein ‚ß‘ mit ‚SS‘ ersetzt, z.B. „DER GROSSE MANN“.
So weit so gut.
Nun finde ich aber hin und wieder Texte, vor allem ältere Texte oder im Ausland ins Deutsche übersetzte Texte, wo das ‚ß‘ durch ‚sz‘ bzw. ‚SZ‘ ersetzt wird. Letzteres ist erklärlich, wenn im Ausland gelehrt wird, der Buchstabe heiße ‚Eszett‘ also quasi ‚s-z‘.
Gibt es eine (amtliche) Regelung, dass ein ‚ß‘ nur durch Doppel-‚S‘ ersetzt werden darf, und nicht durch ‚SZ‘, oder ist theoretisch beides möglich, nur dass die eine Variante mittlerweile unüblich ist?
P.S.:
Die Frage gilt natürlich nicht für unsere Schweizer Freunde.
☼ Markuss ☼
Gibt es eine (amtliche) Regelung, dass ein ‚ß‘ nur durch
Doppel-‚S‘ ersetzt werden darf, und nicht durch ‚SZ‘, oder ist
theoretisch beides möglich, nur dass die eine Variante
mittlerweile unüblich ist?
Hallo, Markus,
mit einer amtlichen Regelung kann ich Dir nicht dienen. Aber mit einer kleinen Erklärung, wie es zu diesem merkwürdigen Buchstaben & szlig ; gekommen ist.
Da das „scharfe S“ als sz recht häufig in der deutschen Sprache vorkommt, vereinfachten sich die Setzer die Sache dadurch, dass sie diese beiden Buchstaben - also das „lange s“ mit dem z(mit Unterlänge geschrieben) zu einer Ligatur zusammenzogen. Das ergab dann diesen Buchstaben, der dem griechischen Beta so ähnlich sieht.
Erstaunlich ist, dass die ebenfalls meist als Ligatur gesetzte Buchstabenfolge „fl“ es nie geschafft hat einen eigenständigen Buchstaben zu formen. Eigentlich hätte auch das „ch“ wegen seines häufigen Vorkommens als Ligaturkandidat durchaus Chancen gehabt, aber wahrscheinlich waren diese beiden Buchstaben breit genug, um einzeln aus dem Setzkasten geklaubt werden zu können, anders als die schmalen Buchstaben (langes)s, t, f oder l.
Grüße
Eckard
Da das „scharfe S“ als sz recht häufig in der deutschen
Sprache vorkommt, vereinfachten sich die Setzer die Sache
dadurch, dass sie diese beiden Buchstaben - also das „lange s“
mit dem z(mit Unterlänge geschrieben) zu einer Ligatur
zusammenzogen. Das ergab dann diesen Buchstaben, der dem
griechischen Beta so ähnlich sieht.
Folgende These ist weiter verbreitet: Das lange s wurde mit dem dem runden s (also der Buchstabe, der dem lateinischen s sehr ähnelt) verbunden. Im schriftlichen sah die Verbindung dann wie eine Verbindung aus langem s und z aus, weshalb dieser Name entstand. Daher ist die Ersatzschreibweise als Doppel-S näherliegend. Jedoch kann das Doppel-S zu Mehrdeutigkeiten führen (Maße, Masse).
Bis denne
Schnoof
Moin,
Doppel-S näherliegend. Jedoch kann das Doppel-S zu
Mehrdeutigkeiten führen (Maße, Masse).
Und das dürften wohl auch die Fälle sein, in denen statt „SS“ zu „SZ“ gegriffen wird…
Gruß
Kubi
Doppel-S näherliegend. Jedoch kann das Doppel-S zu
Mehrdeutigkeiten führen (Maße, Masse).
Und das dürften wohl auch die Fälle sein, in denen statt „SS“
zu „SZ“ gegriffen wird…
In Österreich scheint der Ersatz durch SZ verbreiteter zu sein, jedenfalls habe ich es da schon öfters auf Firmenschildern gelesen.
Hallo Markuss,
Mir ist Folgendes klar:
‚ß‘ (benannt als ‚Eszett‘) ist nur ein Kleinbuchstabe, eine
Großsschreibung gibt es nicht.
Hat man eine Schrift, die nur aus Majuskeln besteht, wird ein
‚ß‘ mit ‚SS‘ ersetzt, z.B. „DER GROSSE MANN“.
So weit so gut.
Nun finde ich aber hin und wieder Texte, vor allem ältere
Texte oder im Ausland ins Deutsche übersetzte Texte, wo das
‚ß‘ durch ‚sz‘ bzw. ‚SZ‘ ersetzt wird. Letzteres ist
erklärlich, wenn im Ausland gelehrt wird, der Buchstabe heiße
‚Eszett‘ also quasi ‚s-z‘.
Gibt es eine (amtliche) Regelung, dass ein ‚ß‘ nur durch
Doppel-‚S‘ ersetzt werden darf, und nicht durch ‚SZ‘, oder ist
theoretisch beides möglich, nur dass die eine Variante
mittlerweile unüblich ist?
In meinem alten Duden, Jahrgang 1967, aus der Ex-DDR, steht dazu folgendes:
„Nur wenn in einer runden Schrift ß fehlt, darf ss verwendet werden […] falls Mißverständnisse möglich sind, durch sz.“ Als Beispiele werden angeführt: „in massen = viel“; aber: „in maszen = mäßig“.
Interessant ist, dass auch bedauernd bemerkt wird: „Das Schriftzeichen ß fehlt leider noch als Großbuchstabe.“ Aber erstaunlicherweise etwas später: „Bemühungen, es zu schaffen, sind im Gange.“ Mit anderen Worten, man hatte den Plan, ein grosses ß zu schaffen! Ist das jetzt eine DDR-Spezialität gewesen oder gab es im westlichen Teil Deutschlands ähnliche Pläne?
Viele Grüsse
Klaus Bernstein
Hallo Klaus,
das große „ß“ wird wohl wirklich bald offiziell eingeführt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Versal-Eszett
Im April 2007 wurde schließlich beschlossen, das Versal-Eszett innerhalb der kommenden Monate in den internationalen Schriftzeichenkatalog der Internationalen Standardisierungsorganisation ISO aufzunehmen.
Gruß
Torsten
Hallo Torsten,
vielen Dank, das hätte ich ja nicht gedacht…
das große „ß“ wird wohl wirklich bald offiziell eingeführt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Versal-Eszett
Im April 2007 wurde schließlich beschlossen, das
Versal-Eszett innerhalb der kommenden Monate in den
internationalen Schriftzeichenkatalog der Internationalen
Standardisierungsorganisation ISO aufzunehmen.
Na ja, wers braucht …
Viele Grüsse,
Klaus Bernstein
vereinfachten sich die Setzer die Sache
dadurch, dass sie diese beiden Buchstaben - also das „lange s“
mit dem z(mit Unterlänge geschrieben) zu einer Ligatur
zusammenzogen. Das ergab dann diesen Buchstaben, der dem
griechischen Beta so ähnlich sieht.
Hallo Eckard!
Dafür würde mich die Quelle interessieren.
Denn das „sz“ ist doch genausogut zurückzuführen auf die Sütterlinschrift: ein langes s und ein z drangehängt.
Oder hat die Sütterlinschrift - oder ihr Vorläufer - das sz von den Druckern übernommen?
Gruß!
Hannes
0der hat die Sütterlinschrift - oder ihr Vorläufer - das sz
von den Druckern übernommen?
Hallo, Hannes,
Der olle Sütterlin hat seine Schrift (eigentlich waren es zwei) 1911 im Auftrag des Preußischen Kulturministeriums entwickelt. 1915 wurde sie in Preußen eingeführt und in den 20er Jahren im gesamten Reich üblich. 1941 durch Führererlass verboten.
Sie stellt eine vereinfachte Form der damals bereits seit mehr als hundert Jahren üblichen Kurrentschrift dar.( http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kurrentschrift )
Wie Du aus dem Schriftbeispiel in dem obigen Wiki-Link sehen kannst, gab es bereits in der Kurrentschrift ein sz.
Ob nun wirklich die Drucker die Faulpelze waren, die die beiden Buchstaben zusammenführten und damit die Handschrift beeinflußten oder ob andersherum die handschriftliche Ligatur die Setzer anregte, dürfte wohl ein Henne/Ei-Problem sein.
Gruß
Eckard