SSRI-Mangel durch Autoimmunerkrankung?

Hallo,

es ist tragisch und fantastisch zugleich, ein Glück im Unglück, was sich bei meiner Bekannten ereignet hat.

Langandauernder Stress führte bei Ihr zu Schlafstörungen. Obwohl die seelischen Probleme irgendwann gelöst waren, stellte sich der normale Schlaf nicht mehr ein.

Krankenvorgeschichte: Pollenallergie, Asthma, Nervenentzündung (Myelitis) Durch Stress augelöste Erkrankungen.

Sie erlitt nach einer Erkältung Muskelkrämpfe, konnte wenn überhaupt schwer einschlafen (aufgrund von heftigen Myoklonien mit Stromschlag/Blitzgefühl). Die Symptome verschwanden durch die Gabe von Serotonin (einem SSRI Wiederaufnahme-Hemmer), denn nach dem versuchten Ausschleichen kamen die Symptome wieder zurück.

Ich muss noch erwähnen, dass die Bekannte in ihrer Jugend schnell Angst hatte, general ein sehr schlechtes Gedächtnis hatte und bei Aufgaben stark hyperfokussierte oder mit den Gedanken ständig abschweifte.

Sie hatte niedrigen Blutdruck, war träge und fühlte sich bei Bewegung meistens erst besser. Schaukelte als Kind sehr viel, um sich wohl besser zu fühlen.

Bei Stress bekam sie oft Zittern in einer Hand.

Die Mutter ist ebenso angstbesessen und überdramatisierend.

Mit der Gabe von einem SSRI gingen die Muskelkrämpfe weg, sowie die Schlafstörungen und auch die Ängstlichkeit. Allgemein fühlte sie sich besser und hatte immer gute Laune.

Es scheint für mich klar zu sein, dass das Mädchen schon immer einen angeborenen Serotoninmangel hatte wegen der Ängstlichkeit und Antriebslosigkeit.

Ungeklärt ist aber für mich, warum die Produktion von Serotonin auf einmal nicht mehr wie vorher läuft und sich der alte Schlafrhythmus nicht mehr einstellt seit dem Zusammenbruch. Könnte auch hier eine Autoimmunerkrankung vorliegen, wodurch die Produktion des Botenstoffes geschädigt wurde???

Liebe Grüße

BABSI

Serotonin ist an viele Stoffwechselprozesse im Körper gekoppelt.
Die Annahme einer Autoimmunerkrankung ist unsinnig, gegen wenn sollte sich der eigene Körper in dem Fall richten? Gegen den Meynert’schen Kern oder andere Strukturen?

Gegenfrage: wie erklärst du dir dann, dass die Muskelkrämpfe seit dem Zusammenbruch nicht mehr verschwinden, obwohl sich die Frau seelisch gut fühlt (d.h. sobald das Medikament abgesetzt wird) ?

Irgendetwas muss im Körper ja vor sich gegangen sein, dass nun weniger Serotonin produziert wird.

BABSI

Parkinson Vergleich : Dopamin
Ich weise auf den folgenden Artikel zu Parkinson hin, eine neuro-degernative Erkrankung, ausgelöst durch einen Mangel des Neurotransmitters Dopamin.

Die Ursache von Parkinson ist noch nicht geklärt, eine autoimmun-Erkrankung könnte aber sehr wahrscheinlich in Frage kommen:

http://www.ehow.com/facts_5723817_parkinson_s-autoim…

Warum sollte es mit Serotonin anders sein?

Sowas wird als pharmakologischer Rebound bezeichnet.
Mit einer längerfristigen Therapie bzw. Langzeittherapie können die Symptome wieder reduziert werden.
Wie lange hat sie die Therapie mit den SSRI angewendet?
Übrigens; SSRI sind kein Serotonin, sondern ein Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer.
Durch das Medikament kommt es zu einer Anreicherung des Serotonins zwischen den Nerven. Allerdings ist in der Forschung noch unklar, ob das vermehrte (nicht neurtralisierte) Serotonin direkt die Effekte auslöst oder es andere Prozesse (zelluläre Kaskaden, die das Überleben der Nervenzellen promoten) sind.
Serotoninerge Bahnen sind wie bereits beschrieben an vielen physiologischen Prozessen (Hunger, Schlaf, Sexualität,…) mitbeteiligt.

Nunja, bei der Parkinson’schen Krankheit sinds trotz-alledem andere Umstände als bei der Major Depression.
Zudem kann PD mehrere Ursachen haben:

  • Rotenonintoxikation
  • MPTP/MPP-Intoxikation
    Aber das sind wohl die Ausnahmen, die aber dennoch in der Neuro-Forschung bei Labortieren gängig sind. Die Ursache für die größte Patientengruppe mit PD ist, da haben Sie Recht, bisher noch nicht geklärt. Man weiß aber so ziemlich genau die Lokalisation der Symptomauslösenden Strukturen im Gehirn, was man (relativ) gut mit Medikamenten behandeln kann.