Staatliche Eingriffe indie soziale Marktwirtschaft

Ich suche nach Beispielen staatlicher Eingriffe in die soziale Marktwirtschaft.
Ich muß 10 Beispiele aufführen und diese dann den (Instrumenten des Staates) Sozialpolitik, Struckturpolitik, Globalsteuerung und Ordnungspolitik zuordnen.

Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Frohes neues Jahr.

Christian

Hallo Christian,

da wären z.B. Förderung der Ruhrpott-Kohle oder der Fall Holzmann.

Weiterhin die notwendige Prüfung auf Monopolisten-Gefahr bei Fusion von 2 großen Konzernen.

Grüsse und ein frohes neues Jahr

Sven

Ich suche nach Beispielen staatlicher Eingriffe in die soziale
Marktwirtschaft.
Ich muß 10 Beispiele aufführen und diese dann den
(Instrumenten des Staates) Sozialpolitik, Struckturpolitik,
Globalsteuerung und Ordnungspolitik zuordnen.

Hey, das macht Spaß! Hast Du noch mehr solcher Fragen? :smile:

Hier die Antworten (natürlich stets u.a.):

Sozialpolitik:

  • System der Sozialversicherung (Arbeitslosen, Rente, Krankenkasse etc.),
  • Arbeitsschutzordnungen,
  • Bildungspolitik.

Strukturpolitik:

  • Anpassungs- und Erhaltungssubventionierung (z.B. Bergbausubventionierung),
  • wettbewerbliche Ausnahmeregelungen (z.B. Meisterordnungen: ohne Meisterbrief darf man keine Lehrlinge ausbilden),
  • Infrastrukturpolitik (z.B. Flughafenausbau Frankfurt am Main).

Globalsteuerung:

  • Nachfragebelebung durch Erhöhung der Staatsausgaben mittels Verschuldung,
  • Stärkung der Investitionsnachfrage durch Senkung der Kreditzinsen (bzw. vorher durch Senkung der Zinsen der Notenbank: Lombard, Diskont etc.).

Ordnungspolitik:

  • Monopol- und Kartellbehörde,
  • ansonsten siehe Antworten zur Freien/Sozialen Marktwirtschaft (unabhängige Notenbank, Vereinigungsfreiheit etc.).

Hi,

die „soziale“ Marktwirtschaft ist bereits ein Eingriff in die Marktwirtschaft, denn die ist nicht sozial, sondern rein durch die Märkte orientiert.

Ein hübsches Beispiel, das noch nicht genannt wurde, sind die staatlichen Eingriffe in den Wohnungsmarkt.

Das Ziel ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Aus diesem Grund gibt es z.B. Mietpreisobergrenzen. Folge: Vermieter haben keinen Anlaß, in diesen Gegenden Wohnungen zu bauen, weil ja kein marktgerechter Preis verlangt werden kann. Also weniger Wohnraum, daher folgt wiederum, daß die Preise für verfügbare und preisungebundene Wohnungen steigen. Reaktion des Staates: Zahlung von Wohngeld. D.h. Wohngeldberechtigte können sich die Miete leisten bzw. können sich eine größere Wohnung leisten. Für alle anderen wird´s teurer oder enger. Neue Strategie: Errichtung von Sozialwohnungen. Problem: Die Leute, die mit der Zeit die Einkommensgrenze überschreiten, werden nicht rausgeworfen, sondern zahlen Zuschläge. Folge: Sozialwohnungen sind für wirklich Bedürftige blockiert.

Ein Beispiel dafür, daß staatliche Eingriffe in den Markt, außer in ganz wenigen Fällen, einfach sch… sind, um es mal unwissenschaftlich auszudrücken.

Gruß
Christian

Ein Beispiel dafür, daß staatliche Eingriffe in den Markt,
außer in ganz wenigen Fällen, einfach sch… sind, um es mal
unwissenschaftlich auszudrücken.

Widerspruch!
Das von Dir gewählte Beispiel wäre nur dann ein Beispiel dafür, daß staatliche Eingriffe in den Markt scheisse sind, wenn diese Eingriffe zu schlechteren sozialen Aspekten führen, als wenn es zu keinen Eingriffen gekommen wäre.

Keine Eingriffe hiesse aber: Wohnraum für Leute mit wenig Geld rentiert sich nicht und wird gar nicht gebaut. Somit sind die sozialen Aspekte ohne Markteingriffe als negativer als mit Markteingriffen zu beurteilen, wodurch Dein selbst gewähltes Beispiel zu dem von Dir angestrebten Ergebnis führt.

Dass es sozial sinnvollere Eingriffe gibt, ist richtig. Heißt aber eben nicht, dass keine Eingriffe sozial sinnvoller wäre.

Widerspruch!

Naja, ist eine Frage des Standpunktes. Geht man davon aus, daß sich der Wohnungsmarkt selbst regulieren würde oder geht man davon eben nicht aus. Bze. ob man davon ausgeht, daß die Situation durch die Vielzahl der Eingriffe wirklich besser ist, als er es wäre, gäbe es die Eingriffe nicht. Ich denke, daß ist ein bißchen wie bei Medikamenten. Nimmt man sie, fragt man sich, ob es nicht ohne ginge, nimmt man sie, fragt man sich, wie es mit ihnen wäre. Meine Meinung bzgl. der Regulierung des Wohnungsmarktes dürfte jedoch klar zutage getreten sein.

In jedem Fall wäre der staatliche Eingriff besser, wenn es nur Wohngeld geben würde und zwar für alle, je nach Bedürftigkeit oder z.B. die Miete bei der Steuererklärung abzugsfähig wäre, d.h. ausschließlich direkte Unterstützung der zu Beschützenden.

Naja, ist eine Frage des Standpunktes. Geht man davon aus, daß
sich der Wohnungsmarkt selbst regulieren würde oder geht man
davon eben nicht aus. Bze. ob man davon ausgeht, daß die
Situation durch die Vielzahl der Eingriffe wirklich besser
ist, als er es wäre, gäbe es die Eingriffe nicht. Ich denke,
daß ist ein bißchen wie bei Medikamenten. Nimmt man sie, fragt
man sich, ob es nicht ohne ginge, nimmt man sie, fragt man
sich, wie es mit ihnen wäre. Meine Meinung bzgl. der
Regulierung des Wohnungsmarktes dürfte jedoch klar zutage
getreten sein.

Jo, meine Meinung ist auch klar geworden. Für Leute, die vielleicht nur 100 Euro für die Miete aufbringen können, wird der Wohnungsmarkt kaum Wohnungen anbieten. Rentiert sich nicht.

In jedem Fall wäre der staatliche Eingriff besser, wenn es
nur Wohngeld geben würde und zwar für alle, je nach
Bedürftigkeit oder z.B. die Miete bei der Steuererklärung
abzugsfähig wäre, d.h. ausschließlich direkte Unterstützung
der zu Beschützenden.

Das ist richtig. Könnte aber teurer sein als das bisherige System. Vielleicht auch billiger. Weiß ich schlicht nicht.

Für Leute, die
vielleicht nur 100 Euro für die Miete aufbringen können, wird
der Wohnungsmarkt kaum Wohnungen anbieten. Rentiert sich
nicht.

Bist Du da sicher? Wenn man zukünftig auch 15 qm-Wohnungen ohne Fenster vermieten dürfte, würde es vielleicht Angebote geben. Auch die Bauvorschriften usw. sind ja ein Hemmnis für den Wohnungsbau. Bei 1 qm Fensterfläche je 10 qm Grundfläche (ob es so genau stimmt, weiß ich jetzt auch nicht) bei gleichzeitig vorgeschriebenen maximalen Wärmeverlust usw. kann man als Häuslebauer schon die Lust verlieren.

Das Argument, Menschen vor unwürdigen Wohnungen zu schützen, ist ja gut und schön, aber es mag sein, daß es Menschen gibt, die lieber ein unwürdiges als gar keine Dach über dem Kopf haben. Auch die Hygienevorschriften für Lebensmittel in der Öffentlichkeit werden von einigen Menschen, die auf der Straße leben, nicht buchstrabengetreu eingehalten.

Für Leute, die
vielleicht nur 100 Euro für die Miete aufbringen können, wird
der Wohnungsmarkt kaum Wohnungen anbieten. Rentiert sich
nicht.

Bist Du da sicher? Wenn man zukünftig auch 15 qm-Wohnungen
ohne Fenster vermieten dürfte, würde es vielleicht Angebote
geben. Auch die Bauvorschriften usw. sind ja ein Hemmnis für
den Wohnungsbau. Bei 1 qm Fensterfläche je 10 qm Grundfläche
(ob es so genau stimmt, weiß ich jetzt auch nicht) bei
gleichzeitig vorgeschriebenen maximalen Wärmeverlust usw. kann
man als Häuslebauer schon die Lust verlieren.

Das Argument, Menschen vor unwürdigen Wohnungen zu schützen,
ist ja gut und schön, aber es mag sein, daß es Menschen gibt,
die lieber ein unwürdiges als gar keine Dach über dem Kopf
haben.

Es mag aber auch Menschen geben, die lieber ein würdiges als ein ünwürdiges Dach über dem Kopf haben (würdiges jetzt nicht gleich Villa sondern gleich menschenwürdiges).

Da dies ohne staatliche Eingriffe nicht funktioniert, müssen staatliche Eingriffe sein. Das Problem ist halt „nur“, es müssen die richtigen staatlichen Eingriffe sein.