Staatlicher Betrug: die Rentenversicherung

Hallo, Ralf

Klar. Kann aber kriminell genutzt werden.

alles was Menschen machen, kann kriminell verwendet werden. Schau Dir doch so manche „Abzweigung“ von Rentengelder (auch Steuergeldern) für andere Zwecke an: würde das ein Unternehmer machen, würde er sofort gesiebte Luft atmen!
Wie wurde denn mit unseren Rentengeldern verfahren? Ich bezeichne das als kriminell.

Und warum sind
Immobilien „mündelsicher“? Ist ja eben doch wie bei Schneider.
Auch da waren die Immobilien ja noch da, hatten auch noch
einen Wert. Nur einen viel geringeren als vorher spekuliert
worden war. Und das kann dann auch mit den Rentengeldern
passieren, wenn private Organisationen damit spekulieren.

Staatliche sind hier nicht besser, nein, sogar schlechter. Denn ein Beamter braucht keine Angst zu haben, wegen leichtsinniger Handlung im Gefängnis zu landen. Nicht mal seine Karriere ist gefährdet. Da gibt es genügend Beispiele dafür.

Man kauft ein Grundstück für 1 Mrd, um Häuser für
Erholungssuchende zu bauen, so der Wert auf 5 Mrd steigen
müßte. Dann wird entschieden, dass direkt daneben ein
Flughafen gebaut wird und die Anlage ist nur noch 500 Mill.
wert. Natürlich ist die Immobilie noch da, die ist meinetwegen
mündelsicher. Aber der Wert einer Immobilie ist doch nicht
mündelsicher.

Auf diesem mündelsicherem Prinzip beruht das Geschäft der Hypothekenbanken. Die dürfen keine ungesicherten Kredite herausgeben (das machen Geschäftsbanken). Dies Kredite werden mit Immobilien mündelsicher abgesichert. Mündelsicher zählt auch eine Kapitalanlage, deren Sicherheit ein Bundesland übernimmt. Doch ob so eine politsche Absicherung besser ist???

Denn ein erkläcklicher Teil wird nicht für
Deine Rente, sondern für rentenfremde Leistungen verwendet.

Diese Kritik ist auch berechtigt, teile ich auch. Aber im
allgemeinen zahle ich meinen Rentenbeitrag sehr gerne, weil da
auch ein solidarischer Aspekt dabei ist, der in Deiner
„Lösung“ völlig entfällt.

Nein, der solidareffekt ist voll vorhanden. Denn die Privaten sind genauso eine Solidargemeinschaft, wie alle anderen. Ob es sich um LV handelt, oder Krankenversicherung oder Sachversicherung. Ohne den Solidargedanken läuft gar nichts. Oder würdest Du eine hausratversicherung haben wollen, die im Jahr 5.000,- DM für eine normale 70 m2 Wohnung bezahlen?
Grüße
Raimund

hallo, Ralf,

Meinetwegen. Aber wie kommst Du auf 20%? Einfach mal eine Zahl
in den Raum gestellt?

Nein, das model wurde schon mal von den Privaten berechnet. Leider weiß ich die genauen Summen nicht mehr. Aber in etwa der Höhe war es.

Die Belastung wäre ja eher höher. Denn all die Beamten und
Selbstständigen, die nur 20 Jahre eingezahlt haben, würde
Rente bekommen als hätten sie 40 Jahre eingezahlt. Wäre also
eine höhere Belastung für die Rentenkasse, was Du vorschlägst.
Der Rentenbeitrag müßte also steigen.

Nein, denn für die Bezahlung dieser Renten soll ja die MwSt. verwendet werden. Und nur für diese als Übergang. Denn es wäre ja unfair, wenn jemand einbezahlt hat und dann nichts mehr dafür erhält. Ein Selbständiger, der bisher nichts gemacht hat und jetzt gezwungen wird bis zum Rentenbeginn anzusparen, bekommt natürlich nur diese bis dahin angesparte Rente. Warum soll ihm etwas geschenkt werden, wofür er nichts geleistet hat?

Damit wäre genügend Geld
vorhanden.

Behauptest Du das oder hat das mal jemand ausgerechnet?

Wenn ich die Zahl der Beamten zusammenrechne und dazu die
Selbständigen, dann kommt ein nettes Sümmchen zustande.

Wie gesagt, Dein Vorschlag würde erst einmal zu einer Erhöhung
des Rentenbeitrages führen. Wer 40 Jahre selbständig war und
2002 in Rente geht, zahlt noch ein Jahr Rentenbeitrag und hat
dann eine Rente erworben, als hätte er für 40 Jahre Beiträge
gezahlt. Schöne Lösung (vor allem für die jetzt über
40-jährigen Selbständigen).

Nein, da hast Du mich falsch verstanden. Der Selbständige, der 40 Jahre nichts gemacht hat, erwartet ja auch keine Rente. Es wäre auch den jenigen gegenüber unfair, der ihr gesamtes Leben einen Teil Ihres Einkommens zurückgelegt haben.
Dieser MwSt-Erhöhung soll nur für diejenigen sein, die z.Zt. Rente erhalten, bzw. schon einiges eingezahlt haben. Die haben ja keine Chance mehr, was anzusparen!

Die kleine Erhöhung der MwSt tut niemanden weh und hilft, dass
die Umstellung auf die Kapitalrente ohne große Schmerzen
überstanden wird.

Tut niemanden weh???
Jemanden mit einem Jahreseinkommen von 1.000.000 DM vielleicht
nicht. Entweder spart er weniger (denn sparen tut er ja wohl)
oder er kauft im Ausland(wird ja wohl mal ins Ausland fahren).
Einer mit einem Jahreseinkommen von 20.000 DM wird nichts
sparen und gibt schon heute alles in den Konsum und kann
nichts im Ausland kaufen, da er wohl seltener ins Ausland
kommt.
Es gibt KEINE Steuer, die die sozial schwachen stärker
belastet als eben gerade die Mehrwertsteuer.

Das glaube ich wiederum nicht. Denn dieser sozial schwache zahlt auch weniger Rentenbeiträge. Wennjemand sattt 400 DM nur noch 340,- DM bezahlt, ist das im momnat 60,- DM mehr im Geldbeutel. Das heißt bei 2% MwSt. dass er für 3.000,- DM einkaufen kann, ohne einen Verlust zu erleiden.

Was brauchst Du immer andere zum denken? Rechne Dir doch
einmal aus, was bei einer Erhöhung von 2 % für Unsummen
herauskommen!

Bin zwar promovierter Ökonom, aber dazu leider nicht in der
Lage. Man muß ja berücksichtigen, dass dadurch die Inflation
ansteigt, dass die Gewerkschaften höhere Löhne einfordern
werden, was zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit und damit mehr
Arbeitslosenzahlungen des Staates kommen kann, dass
Auslandskäufe zunehmen werden, die Schwarzarbeit steigen wird
etc. usw.

Das halte ich für eine falsch Schlußfolgerung. Denn durch mehr in der Tasche (besonders dann als Rentner) wird auch mehr ausgegeben. Mehr ausgeben heißt mehr Umsatz. mehr Umsatz sollte eigentlich auch heißen: Arbeitsplatzsicherung.

Das kann ich nicht mal eben so ausrechnen.

Wie hast Du gerechnet? Heutige Mwst-Einnahmen / 16 * 18?

Ich habe mit 18% gerechnet.

Dass die Politiker so eine schön eingefahrene Geldeinahme
ungern wieder abschaffen, ist mir klar! Das ist aber machbar,
wenn es dementsprechend gesetzlich verankert ist. Hatten wir
schon mal!

Wann? Politiker können Gesetze spielend ändern. Vor allem wenn
die 30 Jahre alt sind. Bis dahin ist das Steuersystem eh x-mal
verändert worden.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Politiker, gleich welcher Partei sind schon immer darauf ausgewesen, das Volk bis zum geht nicht mehr auszubeuten.
Grüße
Raimund

wenn das stimmt, was Du hier schreibst (ich zweifele nicht
daran), dann hat mir die Allianz leben damals bei der
3wöchigen Grundausbildung was falsches erzählt.

Welches Unternehmen gibt schon gerne zu, daß nicht alles Gold ist, was in der eigenen Branche glänzt?

Trotzdem ist der Generationenvertrag tot. Er kann nur
funktionieren, wenn genügend Einzahler zur Verfügung
stehen(wesentlich mehr als Empfänger). Diese regel ist
unterbrochen durch immer weniger Arbeitende und immer mehr
Arbeitslose.

Das ist ein anderes Thema.

Ich fand die Ausgangsthese dieses Threads bedenklich:
Wenn man seine Beiträge zzgl. der Arbeitgeberanteile in eine kapitaldeckende Rentenversicherung einzahlt, dann ist das Problem der Rentenversicherung ganz einfach gelöst, weil jeder bei Renteneintritt mehr oder minder Millionär ist und prima von den Zinsen leben kann. So einfach geht das nämlich nicht - deshalb auch mein Zitat zu den mikro- und makroökonomischen Problemen. Denn wenn es so einfach ginge wie geschildert, warum zerbrechen sich Wirtschaftswissenschaftler und Volkswirte noch den Kopf darüber? Dann bräuchten wir doch nur die kapitaldeckende Rentenversicherung einführen und alle wären glücklich. Tut aber niemand. Weil es eben andere riesige Probleme gibt - die in diesem Kreis hier aber mangels wirtschaftwissenschaftlicher Ausbildung nicht diskutiert werden (jedenfalls habe ich keine Beiträge zur Refinanzierungsmöglichkeit der kapitalgedeckten Rentenversicherung gesehen; mir fehlen z.B. Stellungnahmen von ‚Dicker‘ zu den geschilderten mikro- und makroökonomischen Problemen, etwa Auswirkungen auf die Zinsstrukturen, wenn -zig Billionen in den privaten Rentenversicherungen landen).

H.

Hi!

es gibt eine Lösung, doch die wird keine Regierung anpacken!
Die gesamte Rente wird von der Privatversicherung übernommen
(also auch die Sofortrenten). Senkung der Beiträge um ca. 20%.
Versicherungspflicht für jeden Bundesbürger (also auch die
Selbständigen und Beamten). Damit wäre genügend Geld
vorhanden. Das ist jetzt aber nur die Hälfte der des
Umstellungsproblems. Wie kommen jetzt diejenigen an ihre
Rente, die schon Renter sind, bzw. kurz davor stehen?
eigentlich ganz einfach: für (festgelegt) 30 Jahre wird die
Mehrwertsteuer um 1,5 - 2 % angehoben und dieser damit
erhobene Betrag zu 100% für deren Rente verwendet. Auch das
könnten die Privatversicherungen übernehmen.
Ergebnis: die Renten sind auf unbestimmte Zeit gesichert, die
bestehenden Renten werden verbessert, der Beitrag ist
niedriger.

Also, irgendwo stimmt da was nicht.

Gehen wir mal von einem 50jährigen aus, der 30 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Jetzt wird dein vorgeschlagenes System eingeführt. Die Rentenbeiträge sinken von (Hausnummer!) 20% auf 18% - deine Senkung um 20%. Der Arbeitnehmer hat also effektiv 1%punkt mehr Geld in der Tasche, den anderen Prozentpunkt streicht der Arbeitgeber ein. Gehe ich von 900 DM Rentenversicherungsbeitrag im Monat aus, ist das für den AN eine Ersparnis von 4,50 DM je Monat. Bei einem Warenkonsum von 2.250 DM sind diese 4,50 DM durch die Erhöhung der MWSt um 2%punkte wieder weg. Linke Tasche - rechte Tasche.

Eine höhere MWSt gilt bekanntlich als Konsum- und Konjunkturkiller. Ob das Nullsummenspiel wirklich aufgeht, muß bezweifelt werden, denn weniger Umsatz bedeutet für die Unternehmen Restrukturierungs- und Sparmaßnahmen, wie etwa Rationalisierungen, Entlassungen, niedrigere Lohnabschlüsse. Das führt zu sinkender Binnennachfrage (ein Effekt, den wir in D zur Zeit bestens verfolgen können: die „maßvollen“ Lohnabschlüsse der letzten Jahre haben nicht zu deutlich mehr Arbeitsplätzen geführt und damit mehr Konsum, sondern zu einer deutlich nachlassenden Binnennachfrage - siehe dazu die Aussagen des Deutschen Einzelhandels. Außerdem werden Leute nicht entlassen, weil sie zu teuer sind, sondern weil man sie nicht mehr braucht).

Irgendwann wird unser 50jähriger 60 und will in Rente. Damit endet seine Einzahlungspflicht in die Rentenkasse. Jedoch endet damit leider nicht seine Zahlung der höheren MWSt und damit die Finanzierung seiner eigenen Rente. Soll heißen: der Rentner zahlt weiterhin Beiträge für seine eigene Rente, und zwar bis er 80 ist (deine 30 Jahre Laufzeit der erhöhten MWSt). Auch hier also: linke Tasche - rechte Tasche. Bestimmte Politiker würden das vermutlich als „Rentenlüge“ bezeichnen. Und das BVG bzw. der BGH würden mit Prozessen gegen diese „Rentenreform“ überhäuft.

Soweit meine Gedanken zu deiner Idee.

H.

hallo, Heinrich,
das Thema praxisgerecht zu servieren ist eine Doktorarbeit… oder sogar noch mehr.
dazu ist dieses Forum wohl nicht geeignet.
Wie ich schon erwähnte, hat die Privatwirtschaft etwas ähnliches schon berechnet. es erschien in der Zeischrift (ich glaube so heißt sie) Assecuranz. Bin mir aber nicht sicher. Das ist schon wieder einige Jahre her.

Nein, das model wurde schon mal von den Privaten berechnet.

Und die Zahl nimmst Du ernst???
Bei der Frage, wie hoch die Kosteneinsparung wäre, wenn die Rentenversicherung von den Privaten statt vom Staat durchgeführt würde, wird eine Zahl von den Privaten berechnet…

Hm, besonders unabhängig ist das nicht gerade.

Die Belastung wäre ja eher höher. Denn all die Beamten und
Selbstständigen, die nur 20 Jahre eingezahlt haben, würde
Rente bekommen als hätten sie 40 Jahre eingezahlt. Wäre also
eine höhere Belastung für die Rentenkasse, was Du vorschlägst.
Der Rentenbeitrag müßte also steigen.

Nein, denn für die Bezahlung dieser Renten soll ja die MwSt.
verwendet werden. Und nur für diese als Übergang.

Was ist denn eine Erhöhung der MwSt (für einen „Übergang“ von 30 Jahren) anderes als eine Belastung für den Bürger?

Dieser MwSt-Erhöhung soll nur für diejenigen sein, die z.Zt.
Rente erhalten, bzw. schon einiges eingezahlt haben. Die haben
ja keine Chance mehr, was anzusparen!

Also der heute 40-jährige Selbständige erhält in 20 Jahren eine Rente als hätte er 40 Jahre eingezahlt (20 Jahre aus der MwSt-Erhöhung). Oder verstehe ich Dich immer noch falsch?

Das glaube ich wiederum nicht. Denn dieser sozial schwache
zahlt auch weniger Rentenbeiträge.

Ich sprach von sozial Schwachen. Ein Arbeitsloser oder Sozialhilfeempfänger zahlt nicht weniger Rentenbeiträge sondern dann nur mehr Mehrwertsteuer.

Das halte ich für eine falsch Schlußfolgerung. Denn durch mehr
in der Tasche (besonders dann als Rentner) wird auch mehr
ausgegeben.

Steigt die Mehrwertsteuer haben die Bürger nicht gerade mehr in der Tasche, oder? Darum ging es ja hier: wie hoch sind die Mehreinnahmen des Staats bei Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Wie hast Du gerechnet? Heutige Mwst-Einnahmen / 16 * 18?

Ich habe mit 18% gerechnet.

Milchmädchenrechnung. Nicht ernstzunehmen.

Dass die Politiker so eine schön eingefahrene Geldeinahme
ungern wieder abschaffen, ist mir klar! Das ist aber machbar,
wenn es dementsprechend gesetzlich verankert ist. Hatten wir
schon mal!

Wann? Politiker können Gesetze spielend ändern. Vor allem wenn
die 30 Jahre alt sind. Bis dahin ist das Steuersystem eh x-mal
verändert worden.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Politiker, gleich welcher
Partei sind schon immer darauf ausgewesen, das Volk bis zum
geht nicht mehr auszubeuten.

Eben. Also keine MwSt-Erhöhung für eine (30-jährige) "Übergang"szeit sondern für immer.

Hallo Dicker!

Hab’ mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich war (!) eigentlich auch so ziemlich deiner meinung, und bin es eigentlich größtenteils immer noch, aber dann hab ich nachgedacht…

was ist wenn du eben NICHT bis 65 arbeiten kannst, sondern nach 2 jahren oder so im beruf einen arbeitsunfall hast, berufsunfähig wirst und nicht mehr arbeiten kannst? dann bist du auf diese rente angewiesen, und deine bank würde die was erzählen wenn du 3500DM im Monat wolltest ;o)

Bin noch nicht alt genug um alle Zusammenhänge zu begreifen, aberr ich arbeite daran *gg*

Ciao, und schönen Sonntach,

Dennis =O)

Hallo Raimund,

als ehemaliger Mitarbeiter verschiedener Lebensversicherer (…
nicht im Verkauf, aber ich habe Verkäufer in bestimmten Produkten
geschult) kann ich dir fast sicher sagen, daß dir die Allianz
zwar nicht unbedingt etwas falsches, aber zumindest etwas - für
ihre Vertriebszwecke durch Auslassungen - subjektive Sicht der
Dinge erzählt hat (… musste ich bei meinem eigenen Schulungen
wider besseres Wissen zum Teil auch machen).

Trotzdem ist der Generationenvertrag tot. Er kann nur
funktionieren, wenn genügend Einzahler zur Verfügung
stehen(wesentlich mehr als Empfänger). Diese regel ist
unterbrochen durch immer weniger Arbeitende und immer mehr
Arbeitslose.

Das hat wenig mit den Arbeitslosen zu tun. Die Alterststruktur
der gesellschaft hat sich seit Einführung dieses Systems massiv
geändert. Das Verhältnis von Einzahlern zu Empfängern wird für
die Empfänger immer ungünstiger.

Dass die Privaten aus der Vergangenheit gelernt haben, ist
unzweifelhaft. Und dass sie besser kalkuieren können,
ebenfalls.

Nicht besser - anders!

Die Privaten haben übrigens ein Planungsmodel für diesen Fall
schon berechnet. Ergebnis ist hervorragend.

Auf was beziehst du dich hier konkret? Würde mich interessieren
… … bin zwar nicht mehr direkt in der Branche, kann aber
entsprechende Kalkulationen noch immer gut nachvollziehen (… na
ja, hab’s ja auch lange genug selbts gemacht …)

Michael

Hallo Heinrich!

es gibt eine Lösung, doch die wird keine Regierung anpacken!
Die gesamte Rente wird von der Privatversicherung übernommen
(also auch die Sofortrenten). Senkung der Beiträge um ca. 20%.
Versicherungspflicht für jeden Bundesbürger (also auch die
Selbständigen und Beamten). Damit wäre genügend Geld
vorhanden. Das ist jetzt aber nur die Hälfte der des
Umstellungsproblems. Wie kommen jetzt diejenigen an ihre
Rente, die schon Renter sind, bzw. kurz davor stehen?
eigentlich ganz einfach: für (festgelegt) 30 Jahre wird die
Mehrwertsteuer um 1,5 - 2 % angehoben und dieser damit
erhobene Betrag zu 100% für deren Rente verwendet. Auch das
könnten die Privatversicherungen übernehmen.
Ergebnis: die Renten sind auf unbestimmte Zeit gesichert, die
bestehenden Renten werden verbessert, der Beitrag ist
niedriger.

Also, irgendwo stimmt da was nicht.

Gehen wir mal von einem 50jährigen aus, der 30 Jahre in die
Rentenversicherung eingezahlt hat. Jetzt wird dein
vorgeschlagenes System eingeführt. Die Rentenbeiträge sinken
von (Hausnummer!) 20% auf 18% - deine Senkung um 20%. Der
Arbeitnehmer hat also effektiv 1%punkt mehr Geld in der
Tasche, den anderen Prozentpunkt streicht der Arbeitgeber ein.
Gehe ich von 900 DM Rentenversicherungsbeitrag im Monat aus,
ist das für den AN eine Ersparnis von 4,50 DM je Monat. Bei
einem Warenkonsum von 2.250 DM sind diese 4,50 DM durch die
Erhöhung der MWSt um 2%punkte wieder weg. Linke Tasche -
rechte Tasche.

Ich denke es geht hier ja auch nicht um eine effektive Erhöhung der Renten bzw. eine kurzfristige Senkung der Beiträge, sondern um die Sicherung des Systems Rente in einer anderen Form.

Eine höhere MWSt gilt bekanntlich als Konsum- und
Konjunkturkiller. Ob das Nullsummenspiel wirklich aufgeht, muß
bezweifelt werden, denn weniger Umsatz bedeutet für die
Unternehmen Restrukturierungs- und Sparmaßnahmen, wie etwa
Rationalisierungen, Entlassungen, niedrigere Lohnabschlüsse.
Das führt zu sinkender Binnennachfrage (ein Effekt, den wir in
D zur Zeit bestens verfolgen können: die „maßvollen“
Lohnabschlüsse der letzten Jahre haben nicht zu deutlich mehr
Arbeitsplätzen geführt und damit mehr Konsum, sondern zu einer
deutlich nachlassenden Binnennachfrage - siehe dazu die
Aussagen des Deutschen Einzelhandels. Außerdem werden Leute
nicht entlassen, weil sie zu teuer sind, sondern weil man sie
nicht mehr braucht).

Andererseits hat damals die Erhöhung der MwSt von 15 auf 16% keine Verschlechterung der Nachfrager gebracht, oder?

Irgendwann wird unser 50jähriger 60 und will in Rente. Damit
endet seine Einzahlungspflicht in die Rentenkasse. Jedoch
endet damit leider nicht seine Zahlung der höheren MWSt und
damit die Finanzierung seiner eigenen Rente. Soll heißen: der
Rentner zahlt weiterhin Beiträge für seine eigene Rente, und
zwar bis er 80 ist (deine 30 Jahre Laufzeit der erhöhten
MWSt). Auch hier also: linke Tasche - rechte Tasche.

Das sehe ich anders.
Vielmehr würde sich der Rentner an der Problematik der Renten beteiligen.
Momentan leben unsere Rentner uns Pensionäre völlig abgekoppelt von der Rentenmisere bei höchsten Bezügen auf Kosten der jungen Leute, die eine derartige Situation sicherlich nicht mehr genießen werden.

Daher bin ich der Ansicht, sollten auch die heutigen Rentner und Pensionäre ihren Teil dazu beitragen, daß auch für zukünftige Generationen eine Chance auf Alterssicherung bestehen bleibt.
Schließlich hat jeder Vertrag, so auch der Generationenvertragh, zwei Seiten.

Grüße,

Mathias

Bestimmte
Politiker würden das vermutlich als „Rentenlüge“ bezeichnen.
Und das BVG bzw. der BGH würden mit Prozessen gegen diese
„Rentenreform“ überhäuft.

Soweit meine Gedanken zu deiner Idee.

H.

Hi!

das bedeutet also im Umkehrschluss, daß ich, um an
'meine’staatliche Rente zu kommen, mein Haus verkaufen muß?
Macht irgendwie keinen Sinn, oder?

Nein, ist aber nicht abwegig, denn dieser Weg wird, s.u., nicht nur hier ernsthaft diskutiert.

Warum nicht? Diese sog. Immobilienrente, also der Verkauf auf
Leibrentenbasis an eine Bank oder Versicherung, gibt es heute
schon. In Zukunft wirst du dein Häuschen halt an den Staat
verkaufen müssen. Und der lässt dich dafür drin wohnen.
Großmütig, nicht?

Das Problem hier ist, daß dann ein beträchtlicher Teil an Besitz das Familienvermögen verläßt und in das Vermögen einer Versicherungsgesellschaft übergeht (die sind es, nicht der Staat, die diese Art Rente momentan anbieten). Das heißt also, es findet eine weitere Konzentration der Vermögenswerte auf einige wenige statt und der Besitz der breiten Masse nimmt ab.
Genau das wollen die Sozis ja nicht.
Und ich in diesem Fall auch nicht, denn Privatbesitz und der Wille zu privaten Investitionen ist eine maßgebliche Säule unserer Volkswirtschaft.

Wenn man doch heute schon weiß, was in Zukunft nicht klappt
(Rentenauszahlung nach jetzigem System), warum, um alles in
der Welt, wird nicht bereits jetzt damit begonnen, bestehende
Renten drastisch zu kürzen?

Das weiß nur der Wind…

Renten kürzen?! Bravo, das ist doch genau das, was die
Politiker wollen (aber nicht zu sagen wagen). Einheitsrente,
ich hör’ dir trapsen!

Natürlich. Wenn Raimunds System nicht angedacht wird, ist dies hier nur der andere mögliche logische Schluß.

Sobald man über Kürzungen der aktuellen Renten spricht wird ständig angemerkt, daß das ja Betrug an den Rentnern wäre, denn schließlich hätten sie ja auch in die RV einbezahlt.
Nun stellt sich aber die Frage, ob es nicht ein viel schlimmerer Betrug an den heute jungen Einzahlern ist, sie bezahlen zu lassen mit der Gewißheit, deutlich weniger Rente zu bekommen als die von ihnen eingezahlte Summe rechtfertigen würde.
Daher denke ich, sollte man hier die Last aufteilen und nicht die ganze Misere auf die Generation der heute 30-jährigen abwälzen.
Ich kann es nur immer wieder wiederholen: ein Vetrag hat 2 Seiten, so auch der Generationenvertrag. In einer Krisensituation müssen eben alle Seiten ihren Teil zu einer Lösung beitragen.
Und keine Angst: niemand will der Omi mit 700 DM Rente ihre Existenzgrundlage entziehen.
Hier geht es um die zahlreichen Luxusrentner, die völlig abgekoppelt von der ganzen Misere ihr „wohlverdientes“ lockeres Leben führen während junge Leute sich noch nicht mal mehr Kinder leisten, um ihre eigene Altersvorsorge zu treffen.

Ich weiß, das polarisiert. Aber ist es nicht verständlich, daß man sich als junger Mensch noch mehr betrogen vorkommt als jemand mit DM 3.000 Rente, der sich darüber beschwert, daß seine Rentenerhöhung letztes Jahr zu niedrig war?

Grüße,

Mathias

Hi, Heinrich!

Nach dem nun beendeten Weekend möchte ich mich also auch wieder zu Wort melden. Zumal Du in einem anderen Posting angedeutet hast, Dir würde meine Stellungnahme noch fehlen. Ich möchte sie Dir natürlich nicht vorenthalten.

Ich werde jetzt nicht im Detail auf Dein Zitat zu Mikro- und Makroökonomischen Erfahrungen usw. eingehen.

Nur soviel: Ich weiß natürlich, das es von diversen Randbedingungen abhängt, wie sich Kapital verzinst. Insofern sind mir auch die Einflüsse der Kostenfaktoren gerade der Privaten Versicherungswirtschaft bekannt.

Daher folgender Vorschlag:

Die zweckgebundene Erhöhung der Mwst. halte ich für einen sehr guten Ansatz. Aus diesem Topf ließen sich die bisher erworbenen Rentenansprüche derjenigen decken, die jetzt Rente beziehen und zusätzlich ließen sich daraus auch die Ansprüche derer befriedigen, die in absehbarer Zeit in Rente gehen. Die Höhe der Ansprüche des einzelnen ergeben sich wie bisher aus der erworbenen Rentenanwartschaft.

Abhängig von der noch zu erwartenden Lebensarbeitszeit des einzelnen ließe sich der Rentenbeitrag prozentual auf eine kapitalgedeckte Rente umstellen. Bei jemanden mit noch ausstehenden 40 Arbeitsjahren könnten problemlos 100% umgestellt werden, bei jemandem mit ausstehenden 20 Jahren dann halt 50% usw. Die bisher erworbenen Ansprüche sollten zu diesem Zeitpunkt eingefroren werden. So geht nichts verloren.

Unabhängig von äußeren Einflüssen auf den Kapitalmarkt bin ich der Überzeugung, das derjenige, der sein Geld sinnvoll anlegt, niemals leer ausgeht. Auf den Sparkonten der Deutschen schlummern derzeit ja wohl auch einige Billionen DM, die werden ja auch nicht weniger. Die personengebundene Anlage der Rentenbeiträge sollte m.E. von den derzeitigen LVA´s und der BfA übernommen werden und damit ständig unter staatlicher Kontrolle bleiben. In diesem Moment wären die Befürchtung eines Versicherungskonkurses oder Spekulationsverluste haltlos. Bei einem sehr konservativen Anlageportfolio ohne hochspekulative Anteile sollte es auch bei schlechtesten äußeren Einflüssen möglich sein, eine Mindestverzinsung von 4% zu erreichen. Mit dem eingesammelten Vermögen kann bei sinnvoller Investition unter anderem auch in den Ausbau der Mittelständischen Wirtschaft Geld in Form von Krediten mit verhältnismäßig niedriger Verzinsung fließen. Davon würde die Wirtschaft profitieren, daraus folgt dann m.E. ein nicht zu verachtendes Wachstum auf dieser Seite, mit anderen Worten die Schaffung produktiven Kapitals. Auch eine Beteiligung der Bevölkerung auf diese Weise an der Wirtschaft scheint mir eine interessante Option.

Am Konsumverhalten der Bevölkerung würde sich durch eine derartige Umstellung kaum etwas ändern. Im Gegenteil, mit einer Absenkung der erforderlichen Anteile zur Rentenfinanzierung steigt in der Summe die Kaufkraft der Bevölkerung, was zu einem nicht unerheblichen Rückfluss an Finanzen in die Wirtschaft führen dürfte. Damit wird wiederum für Wachstum gesorgt. Daraus resultieren dann neue Arbeitsplätze, die wiederum für neues Kapital zur Investition sorgen dürften.

Die vermeintlich „einfache“ Lösung der kapitaldeckenden
Rentenversicherung ist also gar nicht so einfach

Das es einfach ist, habe ich nicht behauptet. Ich finde einfach nur, das es sich lohnt, darüber nachzudenken. Mit dem derzeitigen Umlagesystem läuft es in absehbarer Zeit darauf hinaus, das es nur noch eine Rente auf Sozialhilfeniveau geben wird. Und darauf bin ich nicht unbedingt scharf. Auch wenn ich es kaum abwenden kann.

So long.

Der Dicke MD.

Hi
die Problematik ist nicht was Du einbezahlst und Du dann rausbekommst, sondern der Generationenvertrag.
Und der sagt, dass das was Du heute bezahlst, an die älteren Menschen HEUTE geht und nicht für Dich angelegt wird.
D.h. im Prinzip, ich zahle für meine Eltern, die in Rente sind.
Wenn ich das, was ich und mein AG bezahlen, 1600 DM, meinen Eltern geben könnte wären die froh.
Nur läuft der Hase so nicht. Wir haben auch eine soziale Verantwortung für die sozial Schwächeren. Heute kommen auf jeden Rentner 3 Bezahler. Leider wird das nicht so bleiben. Bei der Geburtenrate und Medizin werden es in unserer Zeit (ich bin 34) eins zu eins sein.
Vergiss nicht, nicht nur Deine Rente geht in die Rente, sondern auch noch die Ökosteuer zum Teil.
Es war schon 1954 klar, dass das Rentensystem Ende des letzten Jahrhunderts zusammenbricht. Anstelle es einzureissen und neu zu machen, wird immer wieder Patchwork getrieben. Ein teil dabon ist die Privatrente.
Ich gehe davon aus, keinen Pfennig Rente vom Staat zu bekommen, wenn ich in Rente gehe.

Hallo Dennis!

Hab’ mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich war (!)
eigentlich auch so ziemlich deiner meinung, und bin es
eigentlich größtenteils immer noch, aber dann hab ich
nachgedacht…

Ich bin immer noch meiner Meinung :smile:

was ist wenn du eben NICHT bis 65 arbeiten kannst, sondern
nach 2 jahren oder so im beruf einen arbeitsunfall hast,
berufsunfähig wirst und nicht mehr arbeiten kannst?

Was ist denn heute in diesem Fall? In diesem Fall bekomme ich vom Staat aus der Rentenkasse (wenn ich überhaupt was bekomme) eine Minimalsumme, die mich in die Sozialhilfe stürzt. Eine generelle Berufsunfähigkeitsrente gibt es doch jetzt schon nicht mehr. Bereits jetzt bin ich gezwungen, hier zusätzlich privat vorzusorgen.

dann bist
du auf diese rente angewiesen, und deine bank würde die was
erzählen wenn du 3500DM im Monat wolltest ;o)

Sicherlich würde mir dann keine Bank etwas rübereichen. Ist ja normal. Daher bin ich gezwungen, zusätzlich in Form eine BU-Versicherung vorzusorgen. Also kein Unterschied zu heute. Aus der BU-Versicherung werden bereits heute die Beiträge für eine eventuell damit verbundene Kapital-Rentenversicherung im Falle eines Falles übernommen.

Mit anderen Worten: Wenn ich entsprechend privat vorgesorgt habe, dann werde ich auch im Falle eines Falles nicht in die Armut gestürzt. Daran hat allerdings der Staat und die Staatliche Rentenkasse keinen Anteil. Wenn es nach denen geht, werde ich trotz massiver Einzahlungen meinerseits leer oder fast leer ausgehen. Das nenne ich eben Betrug.

Bin noch nicht alt genug um alle Zusammenhänge zu begreifen,
aberr ich arbeite daran *gg*

Das hat m.E. nix mit Alter zu tun. Man ist heutzutage ja quasi gezwungen, sich frühzeitig damit zu beschäftigen, da man sonst im Extremfall mit dem Ar… an der Wand steht. Von der Rentenkasse bekommst Du gerade als junger Mensch außer einem Grinsen gar nichts.

So long.

Der Dicke MD.

Anmerkung
Hallo Mathias,

Hier geht es um die zahlreichen Luxusrentner, die völlig
abgekoppelt von der ganzen Misere ihr „wohlverdientes“
lockeres Leben führen während junge Leute sich noch nicht mal
mehr Kinder leisten, um ihre eigene Altersvorsorge zu treffen.
Ich weiß, das polarisiert. Aber ist es nicht verständlich, daß
man sich als junger Mensch noch mehr betrogen vorkommt als
jemand mit DM 3.000 Rente, der sich darüber beschwert, daß
seine Rentenerhöhung letztes Jahr zu niedrig war?

ich will hier nur mal eben eine Kleinigkeit loswerden: Die wenigsten Rentner mit hoher Luxusrente, verprassen diese sinnlos. In den Fällen, die ich kenne, werden nicht unerhebliche Teile der Rente direkt an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Neben dieser freiwilligen „Spenden“ an die jüngeren Generationen, gibt es natürlich noch die unfreiwillige Spende im Erbfall. Wer hier also nach niedrigeren Renten schreit, schreit sich im Prinzip selber an.

Gruß
Christian

Hi Christian!

Hier geht es um die zahlreichen Luxusrentner, die völlig
abgekoppelt von der ganzen Misere ihr „wohlverdientes“
lockeres Leben führen während junge Leute sich noch nicht mal
mehr Kinder leisten, um ihre eigene Altersvorsorge zu treffen.
Ich weiß, das polarisiert. Aber ist es nicht verständlich, daß
man sich als junger Mensch noch mehr betrogen vorkommt als
jemand mit DM 3.000 Rente, der sich darüber beschwert, daß
seine Rentenerhöhung letztes Jahr zu niedrig war?

ich will hier nur mal eben eine Kleinigkeit loswerden: Die
wenigsten Rentner mit hoher Luxusrente, verprassen diese
sinnlos. In den Fällen, die ich kenne, werden nicht
unerhebliche Teile der Rente direkt an die nachfolgenden
Generationen weitergegeben. Neben dieser freiwilligen
„Spenden“ an die jüngeren Generationen, gibt es natürlich noch
die unfreiwillige Spende im Erbfall. Wer hier also nach
niedrigeren Renten schreit, schreit sich im Prinzip selber an.

Ich tue das sicherlich nicht, denn meine finanziellen Zuwendungen von der alten Generation waren eher gering.

Des weiteren ist das absolut kein Argument. Die Rente wird zunächst bezahlt, und zwar von den Jüngeren.
Es wird fast ohne Kürzungen voll drauflosbezahlt, ohne evtl. daran zu denken, die Lasten bereits jetzt schon aufzuteilen.

Und das stört mich eben sehr.

Grüße,

Mathias