soweit ich weiß, ist bisher noch kein Staat der Welt wirklich bankrott gegangen. Einige standen (stehen) kurz davor, aber irgendwie wurde immer umgeschuldet und das endgültige Ende verhindert, obwohl diese Länder faktisch zahlungsunfähig sind. Das könnte sich die Staatengemeinschaft wohl auch nicht leisten, da sonst eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird.
Ich befürchte, der Privatanleger schaut dabei in die Röhre, aber trotzdem: Hat jemand Erfahrungen mit Staatsanleihen von Hochzinsländern?
Ich kenne genug Länder, wo Staatsanleihen nicht, bzw. im Rahmen eines Umschuldungsprogramms nur teilweise zurückgezahlt wurden.
Dann gibt es noch Länder, wonach einem Regierungsumsturz die neue Regierung die alten Schulden nicht anerkannt hat und auch nicht zurückgezahlt hat.
In manchen dieser Länder wird durch Umschuldungen die Rückzahkung regelrecht verschleppt.
Wo denn da?
Wo und wann ist denn das konkret passiert, wo tatsächlich der Anleger keine Zinszahlung bzw. keine Rückzahlung mehr bekommen hatte. Solche Fälle wären mal interessant. Woher rechtfertigt man denn ein Rating B oder C, wenns konkret noch nie passiert ist, de facto das angekündigte Risiko überhaupt nicht existiert (so habe ich das aber bisher gedacht)
ich kann mich daran erinnern, dass vor einigen Jahren eine Anleihe der Ukraine nicht zurück gezahlt, sondern in eine neue Anleihe mit etlichen Jahren Restlaufzeit getauscht wurde. Das Zusatzproblem dabei war, dass die neue Anleihe als Finanzinovation seitens des Finanzamtes angesehen wurde und daher erhebliche steuerliche Konsequenzen nach sich zog.
Ich weiß leider nicht mehr genau was damals passierte, weiß aber das wir 1-2 Kunden mit dieser Anleihe hatten, die alles andere als begeistert waren.
Speziell der Tausch in neue Anleihen mit längerer Laufzeit oder die Aussetzung der Zinszahlungen ist bei klammen Schuldnern nicht ungewöhnlich.
grüße
ulf
Genau genommen kann ein Staat nicht Bankrott gehen, sondern höchstens zahlungsunfähig. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Kein Staat der Welt kann es sich leisten, nicht zurückzuzahlen. Selbst Rußland hat seine alten Zarenanleihen getilgt. Man mußte nur etwas über 70 Jahre darauf warten. Für Altmeister Kostolany war es allerdings der größte prozentuale Gewinn seines Lebens, also höher als mit irgendeiner Aktie.
Hochzinsanleihen als Beimischung geht in Ordnung. Das Risiko ist da, als Ausgleich bekommt man den Zins. Und damit sollte man sich dann auch zufriedengeben.
Bisher sind meines Wissens Anleihen aus der Ukraine (ein 16%er), der umgetauscht wurde in einen 7%er mit 7 Jahren Laufzeit, und Anleihen aus Equador nicht ordnungsgemäß bedient worden.
Privatanleger aus Deutschland sind bisher nur bei der Ukraine reingefallen, aber offen gesagt, wer die vorher gekauft hat, ist meines Erachtens selber schuld. Das war mehr als absehbar.
Wenn man sich an Länder hält, in denen man selber auch Urlaub machen würde, dann kann man sich die Anleihen auch ins Depot kaufen. Ich denke, das ist eine ganz gute Faustregel. Muß letztlich aber jeder selbst entscheiden. Gibt ja auch Leute, die Urlaub in Kolumbien machen. :o)
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