Hallo Ihr beneidenswerten, fertig geprüften Juristen!
Bitte gibt mal ein paar Tipps, wie Ihr eure Staatsprüfung geschafft habt. Welche Lernmethoden habt ihr angewendet? Im Brett „Ausbildung und Schule“ kriegt man ja eine Menge an Lerntipps, aber oft leider nicht anzuwenden für Jura…
wäre es nicht sinnvoller die ehem. studenten der eigenen fakultät zu fragen? die vorbereitung aufs examen sollte man sehr individuell betreiben und wenn man nach dem 7./8. semester noch nicht weiss, wie man am besten für sich lernt (buch, skript, aufgaben, klausuren lesen, klausuren schreiben, frontalunterricht oder zu hause …), der sollte „in sich gehen“… das kann kein tip erreichen.
Bitte gibt mal ein paar Tipps, wie Ihr eure Staatsprüfung
geschafft habt.
Ich kenne einige, die es per privatem Repitorium (Wahl des rep. typabhängig), andere haben es per Uni- Rep. geschafft.
Alle haben die Probeklausuren geschrieben.
Leute, die meinen, dass man in 2 (und länger) mehr lernt als in einem Jahr, haben eher schlechtere Ergebnisse als menschen, die nach 8 Semestern den Freischuss nutzten.
lernen ist wirklich eine sehr individuelle Sache, aber sicherlich ist es hilfreich sich viele Modelle anzusehen: ich habe (fast) alles in Eigenregie gemacht - hab mir vom Hemmer-Rep-Kurs über ebay die 1-Jahres-Unterlagen kommen lassen und sodann die Fälle (zumindest fast die Hälfte ) durchgearbeitet. Alles was ich nicht kannte habe ich auf einzelne Karteikarten verbannt. Ansonsten hab ich die Standardbücher gewälzt und ebenso alles brav auf Karten notiert. Meine Karten sahen so aus, dass vorne eine Frage stand und hinten dann die Antwort -so konnte ich die angefallenen fast 1000 Karten überall mit mir rumschleppen und dauernd wiederholen…außerdem gibt es von Alpmann den Fern-Klausuren-Kurs, bei dem ich mir die Klausurpraxis erlernt hab - kann ich nur empfehlen…die Examensklausuren sind in der Regel nicht einmal so schwer, wie die von Alpmann…Ansonsten gehört sicherlich auch ein wenig Mut zur Lücke dazu und ne riesen Portion Durchhaltevermögen und Disziplin…
trotzdem: vergiss neben der Lernerei nicht, auch mal rauszugehen und abzuschalten…länger als 1 1/2 Jahre würde ich übrigens nicht lernen - bringt erfahrungsgemäß auch nicht wirklich mehr…
Ich selbst habe (weil „man´s“ halt macht…) ein Jahr Rep gemacht (hemmer), das war in 1996. War zwar nicht schlecht (v.a. was die Materialien angeht), im Nachhinein aber überflüssig. Nach dem Rep habe ich mir noch mal ein halbes Jahr Zeit genommen, alles vertiefend durchzuarbeiten und bin dann in´s Examen gegangen. In dieser Zeit habe ich am Fachbereich eine Veranstaltung durchgeführt zum Thema „Examen ohne Rep“, u.a. mit den Autoren des kurz darauf erschienen Buches, das Du hier
findest. Auf dem Podium war noch ein Prof., ein gerade Examinierter und ein Mensch von hemmer. War eine interessante Veranstaltung und seit Ewigkeiten die bestbesuchte der Fachschaft - ist halt echt ein Thema. Hätte ich mich früher mit dem Thema befaßt, hätte ich mir den Rep gespart: Kauf Dir lieber das obige Buch, such Dir eines der darin beschriebenen Konzepte aus, passe es auf Dich an, such Dir eine Lerngruppe und los geht´s. Ich habe das zweite Examen dann ohne Rep gemacht - es war wesentlich entspannter, spaßiger - und viel besser als das erste…
zu unterscheiden wäre natürlich zwischen 1. und 2. Examen, da der Stoff und Hintergrund beider Examina doch sehr unterschiedlich ist und sich daher auch unterschiedliche Herangehensweisen anbieten.
Wichtigster Tip für das 1. Examen wäre meiner Meinung nach ein zügiges Herangehen an das Examen. Also nicht lange fackeln, sondern Augen zu und durch! Wenn man fünf bis sechs brave Semester hinter sich hat, reicht dies aus, um sich mehr oder weniger von der Uni zu verabschieden und dann noch mal alles sauber durchzuarbeiten. Ich für mein Teil habe dieses in Form eines einjährigen AS-Kurses und einer parallelen privaten AG betrieben und bin damit gut gefahren. Wir haben uns so für die Prüfungen gemeldet, dass wir ziemlich zügig nach dem Ende des Rep. dran waren, und so hatten wir die Sachen noch frisch im Kopf. Klausurenkurse habe ich aus Zeitmangel (hatte nebenbei noch eine Selbständigkeit) nie gemacht, wären aber sicher gut gewesen. Bei der privaten AG war es sicher von Vorteil, dass sich das Kernteam bereits in der ersten Studienwoche gefunden hatte und die ganze Zeit über schon aufeinander eingestellt war (auch wenn wir mit konzentrierter Arbeit erst mit dem Rep. begonnen haben). Die AG-Sitzungen waren dann aber auch „richtige“ Arbeit, und wir haben beinahe werktäglich zwei bis drei Stunden gebüffelt, wobei wir uns allerdings keine zu strengen Regeln auferlegt hatten.
Beim 2. Examen hatte es leider unsere urspüngliche AG auseinander gerissen und daher habe ich mich dann alleine vorbereitet. Aufgrund Zeitmangels reichte es leider auch nicht für ein Rep. oder einen Klausurenkurs. Geklappt hat es trotzdem. Allerdings nicht so gut wie beim ersten Mal, und es hat insbesondere auch weniger Spaß gemacht.
Gruß vom Wiz
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