Staatsexamen Jura

Hallo,

ich überlege mir Jura zu studieren, bringe auch Interesse für das Thema mit, jedoch hab ich Angst, dass der psychische Druck beim Staatsexamen zu heftig wird und man darunter zerbricht (Ich hatte schon eine Zeit lang Depressionen) Ist es denn machbar das Staatsexamen ohne größere Probleme zu bewältigen wenn man kontinuierlich mitlernt?

Gruß

Nathalie

wenn man kontinuierlich mitlernt?

Ja. Und das kontinulierliche Lernen möchte ich dir auch dringend anraten. Lass es dir von jemandem gesagt sein, der gerade im Staatsexamen steckt und alles noch auf den letzten Drücker hat aufholen müssen. Das ist wirklich kein Spaß!

Levay

Auch hallo.

Ist es denn
machbar das Staatsexamen ohne größere Probleme zu :bewältigen
wenn man kontinuierlich mitlernt?

Das alleine wird wohl nur ein Teil der Miete sein. Sich selbst an Falllösungen bestimmter Rechtsgebiete zu probieren kann hier einen weiteren Teil darstellen. Die Rechtsbretter bieten hier durchaus ein Übungsfeld :wink:
Sowie das Studium juristischer Quellen: http://www.jurablogs.com, http://www.anwalt.de

Aber vielleicht könnte man vorher auch über eine Ausbildung in diesem Bereich nachdenken.

HTH
mfg M.L.

Hallo,

also die Antwort hierauf lautet von meiner Seite: Ja und Nein :smile:

  1. Ja, es ist machbar.

Ich persönlich hatte mit den Staatsexamnina als „Ereignis“ insofern wenig Probleme, als dass ich mich ab dem 5. Semester über 2 Jahre kontinuierlich auf das Examen vorbereitet habe. Mittels Repetitorium, mitlernen und vor allem vieeeeeel Klausurenschreiben.

Das war jeden Tag ne Menge zu tun, aber auch nicht zu viel und überfordert einenh insg. nicht. Natürlich wird es unmittelbar vor dem Examen mehr, das ist aber eher rein zeitlich, wenn man alles gut organisiert hat, weil einiges halt auch auswendig gelernt sein will.

  1. Nein, es ist nicht so einfach machbar.

Du schreibst, Du bist pyichischem Druck nicht gewachsen. Ich fürchte, das könnte hier ein Problem werden. Denn gerade in Jura hängt vom Examen letztlich alles ab. Und da haben einige wirlich arge Probleme mit dem Druck. Ich weiß jetzt nicht, wo Du studieren möchtest. Einige Unis habe die Studienordnungen inzwischen so geändert, dass man schon im Studium beginnt, Examensleistungen zu erbringen, so dass sich der Druck verteilt und das ganze psychisch einfach zu handhaben ist (praktisch aber viel früheres Lernen erfordert). In anderen Unis hängt nach wie vor alles an den jeweils 1 bis 2 Wochen Prüfung. Und das ist für viele ein großes psychisches Problem.

Gruß
Dea

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Hallo Nathalie,

ich würde dir eher abraten, Jura zu studieren. Klar gibts die Leute, die das Examen locker wegstecken, aber du scheinst ja nicht gerade zu den „mich haut nichts um, ich bin der Größte“-Typen zu gehören. Es kommt zwar auch drauf an, wie Dea ja schon gesagt hat, in welchem Bundesland (Bayern mit Abstand am schwersten) und an welcher Uni du studierst.

Mein Jura-Studium war echt Hardcore. Ich habe 1. und 2. Examen in Bayern gemacht und zu meiner zeit war es auch noch so, dass du im Prinzip jahrelang fröhlich vor dich hinstudieren konntest, um dann irgendwann festzustellen, dass du für Jura absolut nicht geeignet bist. Eine Freundin von mir (die mit Verlaub gesagt wirklich nicht dumm oder faul war) hat mit Jura insgesamt 8 Jahre verplempert ohne irgendwas in der Tasche zu haben, außer dass sie danach für 4 Jahre in therapeutischer Behandlung war, weil sie durch die dauernden Entmutigungen der Meinung war, sie wäre der letzte Versager.

In meinem Examensraum zum ersten Examen ist eine Kommilitonin kollabiert und musste vom Notarzt mitgenommen werden. Einige haben zum Examen Betablocker oder Psychopharmaka genommen.

Mit Lernen alleine kann man bei Jura leider nicht alles schaffen, es gibt Leute, die habens einfach nicht drauf, sie lernen und lernen und krampfen nur immer mehr. Das Problem ist halt auch: du kannst nicht einzelne Prüfungen ablegen, die dann irgendwann zu einem Gesamtergebnis addiert werden, und wenn du eine verhaust dann machst du sie halt nochmal; sondern es zählt alleine das Staatsexamen.

Auch mit dem Tätigkeitsfeld eines Juristen solltest du dich genauer befassen. Käme eine Tätigkeit als Anwalt (was ja die meisten machen)für dich in Frage? Das bedeutet gerade am Anfang extrem lange Arbeitszeiten, eigentlich nur Streitigkeiten den ganzen Tag und viele Mißerfolge, die du nicht persönlich nehmen darfst. Das ist also eigentlich eher nix für Zartbesaitete…

Viele grüße
Birgit

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