Staatsverschuldung 'Junge zahlen die Zeche' ?

Alle reden über die Schulden, die in Deutschland massiv erhöht werden.

Sicher ein Problem, dann wenn es so weitergeht und amerikanische Verhältnisse annehmen sollte.

Aber wenn es heisst „Zukunftsbelastung“ dann sage ich:
Nö - wir kriegen längerfristig hohe Inflation, das bedeutet real „Entschuldung“.

Aber kritikwürdiger erscheint mir die „landauslandab“ zu hörende Klage,
insbeondere der vermeintlich zurückzahlende „Jungen Generation“,
die alles zurückzuzahlen hätte.

18 000 Euro Schulden pro Bundesbürger.

Dafür stehen aber erhebliche Vermögenswerte - nicht nur privat - gegenüber:

Infrastruktur !
Krankenhäuser, Schulen, Strassen

u n d s o w e i t e r ! !

Der andere Punkt ist:

"Wir Jugendlichen werden ja ebenfalls mit 18 000 Euro belastet.
Stichwort Zukunft: „W i r müssen die Schulden zurückzahlen“.

Dazu folgendes:

a) gilt das selbe wie erwähnt, Infrastruktur…

b) Würde unsere jjunge Generation schon früher heiraten und Kinder kriegen…
dann würde sich die Schuldenlast von 18 000 pro Bürger dramatisch reduzieren.

c) Die Jugend sollte bedenken, was sie an Vorleistungen erhält!

Denn die o.g. Punkte - Stichwort: „Gesellschaftliches Vermögen“ - standen den „Alten“
n i c h t in dem Maße zur Verfügung.

Im Gegenteil. Sie mussten mit 40 - 50 Stunden wöchentlich ihr Vermögen (auch Renten)
und die Infrastruktur erst aufbauen!

Man stelle die junge Generation mal vor die Wahl:

Die 18 000 werden reduziert auf 9000 …
Gegenleistung: Zurück in die 50 oder 60 ger Jahre.
Mit DDR und Mauer…

Mit erheblich höherer Arbeitszeit,

weniger Infrastruktur, inkl. weniger (für die junge Generation so wichtige)
TV Programme, Videospiele oder Internet… u.v.a. mehr!

Also fragt mal Eure Kinder

Gruss
MultiVista 2009

Hallo,

Infrastruktur !
Krankenhäuser, Schulen, Strassen

u n d s o w e i t e r ! !

…die noch bezahlt werden müssen. Das ist ja das Problem, jetzt wird investiert, aber bezahlt wird später.

Würde unsere jjunge Generation schon früher heiraten und
Kinder kriegen…
dann würde sich die Schuldenlast von 18 000 pro Bürger
dramatisch reduzieren.

Ja klar, pro Bürger, aber doch nicht insgesamt. Wenn es jetzt viel mehr Kinder gibt, auf welche Kindis, Schulen, Unis gehen die dann? Du siehst, erstmal wieder neue Investitionen, welche die Nachfolgegenerationen bezahlen werden.

Denn die o.g. Punkte - Stichwort: „Gesellschaftliches
Vermögen“ - standen den „Alten“
n i c h t in dem Maße zur Verfügung.

Die „Alten“ haben auf Pump gelebt, daraus entstand unter anderem auch die Verschuldung, welche wir heute haben.

Im Gegenteil. Sie mussten mit 40 - 50 Stunden wöchentlich ihr
Vermögen (auch Renten)
und die Infrastruktur erst aufbauen!

Aber nicht bezahlen, das machen wir heute. Was glaubst Du denn, woher die Verschuldung kommt? Alles erst in den neunzigern entstanden?

Außerdem denke ich, dass heute auch noch viele 40-50 Stunden arbeiten, bei uns ist das die Regel. Und wegen der Rente: Die „Alten“ bekommen wenigstens noch Rente…

Gruß
Didi

Also fragt mal Eure Kinder

Ich bin der Ansicht, man sollte erst einmal mich fragen und ich bin dagegen, daß man nicht vorhandenes Geld für bestenfalls sinn- und zwecklose Konjunkturprogramme raushaut, die im schlimmsten Fall Schaden anrichten, indem sie die nächste Wirtschaftskrise vorbereiten.

Außerdem hätte ich noch anzumerken, daß sich die Situation seit den 80ern nicht geändert hat: Jeder Finanzminister verspricht einen ausgeglichenen Haushalt für das erste Jahr nach der nächsten Wahl und ist zu diesem Zeitpunkt entweder nicht mehr im Amt oder hat sehr gute Gründe, warum man das Geld dann doch wieder mit vollen Händen ausgeben mußte. Jedes Jahr gehen allein im Bundeshaushalt knapp 50 Mrd. für Zinsen drauf, was einem Drittel des Lohn- und Einkommensteueraufkommens entspricht.

Gruß
Christian

Aber wenn es heisst „Zukunftsbelastung“ dann sage ich:
Nö - wir kriegen längerfristig hohe Inflation, das bedeutet
real „Entschuldung“.

Das glaube ich nicht. Die Inflation wird durch die EZB gebremst werden und zu einer höheren Arbeitslosigkeit führen.

Aber kritikwürdiger erscheint mir die „landauslandab“ zu
hörende Klage,
insbeondere der vermeintlich zurückzahlende „Jungen
Generation“,
die alles zurückzuzahlen hätte.

Dem stimme ich zu.
Verschuldung ist ein zweischneidiges Schwert. Es belastet den Öffentlichen Haushalt mit der Tilgung und womöglich kommt es dann zu Einsparungen bei sozial Schwachen.
Verschuldung ist aber auch Folge DER Fiskalpolitik, die wir von dem Staat erwarten, nämlich antizyklisch zu handeln. Also in Krisenzeiten die Ausgaben zu erhöhen und in Booms diese zu reduzieren. Vermutlich wird auch dieser Konjunkturabschwung besonders zu Lasten sozial Schwacher gehen und prekär Beschäftigte in diese Gruppe hinein drängen. Anstatt sozialer Wärme und Zusammenhalt wird soziale Kälte und Kampf um zu wenige Arbeitsplätze generiert.

Ich stimme Dir zu, dass die Investitionen des Staates über deren Laufzeit bezahlt werden müssen. Ob dies jedoch durch Verschuldung oder Abschreiben geschehen sollte, kann man diskutieren. Für die Öffentlichen Haushalte scheint bisher nur die Verschuldung in Frage gekommen zu sein.

Davon abgesehen macht Verschuldung den Bürger nicht an sich arm, sondern nur Teile der Bevölkerung. Einige Bürger haben das Geld, dem Staat Geld zu leihen. Diese verdienen durch Kreditvergabe an der Staatsverschuldung. Einige erhalten oder behalten ihren Job. Auch diese verdienen daran. Einige erhalten keinen Job, erhalten weniger Sozialleistungen, erhalten keine Konjunkturfördermittel (Kindergeld, Abwrackprämie).

Die Kredite haben eine Laufzeit von einem bis zu 9 Jahren. Dass der Staat durch die Verschuldung seine Einnahmen über den Zinssatz erhöhen kann, ist wohl utopisch. Dann bleibt die Bezahlung nur über erhöhte Steuereinnahmen oder verminderte Ausgaben. Beides trifft vermutlich nur Teile der Bevölkerung. Und wenn man von einer „Heimat“ und einem sozialen Zusammenhalt und Sozialleistungen und Umlage spricht, dann sollten wir überlegen, wer den Gürtel etwas enger schnallen kann und ob wir wirklich sozialen Zusammenhalt in Krisenzeiten wollen.

http://www.uni-konstanz.de/fiwi/struktur/lehre/Finan…
Grüße, Ingo

Staatsverschuldung ‚Junge zahlen die Zeche‘ ??
Nur damit klar wird, was ich meine:
Jeder Betrieb hat Schulden

und eine Bilanz

mit AKTIVA…

Und diese sind, was die der BRD betrifft hoch.
Also sind die „Verbindlichkeiten“ relativ normal…

MultiVista

P.S.

"Dass Schulden, zumal solche des Staates, als Sünde gelten, dürfte zum einen der sprachlichen Übereinstimmung mit dem Begriff der (religiösen) Schuld geschuldet sein. Zum anderen resultiert die Einschätzung aus einem Missverständnis über die Funktionsweise der Geldwirtschaft. Ohne Kredit stünden nicht nur alle Räder still, sie wären gar nicht erst produziert worden. Wie schnell es eng werden kann, zeigen die Klagen von Unternehmen über die aktuelle Kreditklemme. Und selbst der sparsame Bürger ist auf Darlehen angewiesen, will er Wohneigentum oder ein Auto kaufen.

Der Staat spielt in diesem Geschehen eine besondere Rolle.

Denn das Geld, das als Kredit aufnimmt und wieder ausgibt, fließt den Unternehmen und privaten Haushalten zu, stärkt also deren Kaufkraft.

Dies befördert die Investitionen sowie die Produktion von Waren und Dienstleistungen. Das ist unabdingbar, wenn, wie jetzt, die private effektive Nachfrage immer weiter hinter den Produktionsmöglichkeiten zurückbleibt und Kapazitäten aus Menschen und Maschinen die Stilllegung droht.

Diese Effekte und die direkten öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Forschung bremsen aber nicht nur den aktuellen Abschwung.

Sie nutzen auch Kindern und Enkeln, weil sie die Leistungskraft der Wirtschaft erhalten und die Basis für künftigen Wohlstand legen. Eine wahre Sünde wäre es, die Schulen noch mehr vergammeln zu lassen.

Im Übrigen stehen öffentlichen Verbindlichkeiten immer entsprechende Forderungen gegenüber.

Diese Bundeswertpapiere werden auch vererbt.

Mario Müller

http://www.fr-online.de/fr/in_und_ausland/politik/me…