Stabilitäts-Maße

Hallo zusammen!
Ich habe eine Statistik-Frage und hoffe, dass ich hier richtig bin:
Kann mir jemand etwas zu den folgenden Stabilitäts-Maße sagen (Definition o.ä., sonst gerne auch Literatur-Tipps):

  • Odd-even
  • Spearman Buer (oder so ähnlich)
  • Flanagan
  • Rulon
  • Cronbach
  • Guttmann

Wäre super nett, wenn mir jemand weiterhelfen kann!!!

Vielen Dank und liebe Grüße, Anna.

Hallo Experten,

ist es möglich, dass Depressionen rein endogener Natur sind? Können Depressionen „angeboren“ sein, oder lediglich die Neigung zu Depressionen?
Brauchen Depressionen, auch bei entsprechender Veranlagung, nicht immer einen „exogenen“ Auslöser; sprich, ein negatives Erlebnis irgendeiner Art?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!

Viele Grüße
Andreas

Hallo Andreas,

ist es möglich, dass Depressionen rein endogener Natur sind?
Können Depressionen „angeboren“ sein, oder lediglich die
Neigung zu Depressionen?

die Neigung kann angeboren sein.

Brauchen Depressionen, auch bei entsprechender Veranlagung,
nicht immer einen „exogenen“ Auslöser; sprich, ein negatives
Erlebnis irgendeiner Art?

nicht immer. Bei entsprechend veranlagten Personen findet man für die ersten depressiven Episoden oft einen relativ starken Auslöser (z.B. kritisches Lebensereignis). Durch diese Episoden wird die Auslöseschwelle für spätere neue Episoden so weit gesenkt, daß immer schwächere Auslöser ausreichen oder gar keine Auslöser mehr notwendig sind.

Grüße,

Oliver Walter

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Hallo Andreas

ist es möglich, dass Depressionen rein endogener Natur sind?
Können Depressionen „angeboren“ sein, oder lediglich die
Neigung zu Depressionen?
Brauchen Depressionen, auch bei entsprechender Veranlagung,
nicht immer einen „exogenen“ Auslöser; sprich, ein negatives
Erlebnis irgendeiner Art?

Mit Deiner Frage (im Grunde laufen alle drei Fragen ja auf ein und dieselbe hinaus) berührst Du einen uralten Schulenstreit zwischen den
verschiedenen Psychiatern und Psychotherapeuten.
Da sich vermutlich in den nächsten Minuten andere Experten, wie z.B. Oliver Walter, zu Wort melden dürften, will ich hier garnicht erst lange und einseitig den Standpunkt der psychoanalytischen Schule vertreten, die natürlich die Grundlage in einer depressiven Persönlichkeitsbildung sieht, welche in der oralen Phase, also dem 1.Lebensjahr zustande kommt.
Die klassische Psychiatrie unterscheidet (immer noch) 3 Arten von Depression:
1.Die reaktive Depression (etwas Schlimmes ist passiert, z.B. der Partner oder die Eltern tödlich verunglückt oder allen Besitz verloren usw. - Reaktion darauf)
2.Die neurotische Depression (auf der oben beschriebenen Grundlage einer depressiven Persönlichkeitsstruktur findet durch ein Ereignis ausgelöst eine Depression statt)
3.Die endogene Depression (keine Sau weiß warum dieser Mensch depressiv wird und es auch über längere Zeit bleibt. Manche nehmen biochemische Veränderungen im Gehirn als Ursache an ).

Gruß,
Branden

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Hallo Anna,

Ich habe eine Statistik-Frage und hoffe, dass ich hier richtig bin.

es ist sogar eine psychometrische Frage und daher ist sie für das Psycho-Board prinzipiell noch geeigneter, als wenn es nur eine Statistik-Frage wäre.

  • Odd-even:

Es handelt sich nicht um ein Maß, sondern um eine Methode, die Halbtestreliabilität (split-half reliability) zu bestimmen. Dabei wird der Test so in zwei Hälften geteilt, daß sich die Items mit den geraden Nummern in der einen, die Items mit den ungeraden Nummern in der anderen Hälfte befinden. Anschließend berechnet man die Korrelation zwischen den Summenscores beider Hälften.

  • Spearman Buer (oder so ähnlich)

Wenn man die Korrelation zwischen den Hälften berechnet hat, so ist diese kleiner als die Reliabilität, da es sich bei den Hälften um Tests handelt, die nur halb so lang sind wie der Gesamttest. Um die Reliabilitätsschätzung auf eine der Gesamttestlänge entsprechende Höhe zu bringen, kann die Spearman-Brown-Formel angewendet werden. Voraussetzung für die Anwendung der Spearman-Brown-Formel ist, daß die Testteile gleich lang und die Varianzen der Summenscores in beiden Hälften homogen sind.

  • Flanagan

leistet das Gleiche wie die Spearman-Brown-Formel, setzt aber nicht voraus, daß die Varianzen homogen sind.

  • Rulon

Auch diese Formel dient zur Bestimmung der Halbtestreliabilität. Sie geht aber anders als die Formeln von Flanagan und Spearman-Brown nicht von Korrelationen aus, sondern von der Varianz der Differenzen der Summenscores aus beiden Hälften. Diese Varianz wird als Schätzer für die Fehlervarianz verwendet.

  • Cronbach

Cronbachs Koeffizient Alpha ist ein Schätzer für die Reliabilität, den man auch dann verwenden kann, wenn der Test in mehr als zwei Teile geteilt wird.

  • Guttmann

Diese Formel ist ein Spezialfall von Cronbachs Alpha für den Fall zweier Testteile.

Weitere Informationen (u.a. die mathematischen Formeln) findest Du in dem Standardwerk „Testaufbau und Testanalyse“ von Lienert & Raatz.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver!

Tausend Dank, Du hast mir echt total geholfen!!!
Also sind das quasi gar keine gängigen Stabilitätsmaße?

Lieben Dank nochmal, Anna.

Hallo Anna,

Tausend Dank, Du hast mir echt total geholfen!!!

gern geschehen. :smile:

Also sind das quasi gar keine gängigen Stabilitätsmaße?

Deine Frage läßt mich zweifeln, ob ich mich in meiner ersten Antwort verständlich machen konnte.

Daher noch einmal:

Odd-even ist eine Methode, einen Test in zwei Hälften zu teilen. Es ist kein Maß.

Die Formeln von Spearman-Brown, Flanagan und Rulon dienen dazu, die Korrelation zwischen den Summenscores der Testhälften auf eine Höhe zu bringen, die eine angemessene Schätzung der Halbtestreliabilität erlaubt. Man kann sie als Korrekturformeln für die Korrelation auffassen oder auch als Maße für die Halbtestreliabilität. Ich erkläre es meinen Studierenden gewöhnlich im ersteren Sinn. Von diesen Formeln ist die Spearman-Brown-Formel die wohl am häufigsten verwendete.

Wenn Du liest „Reliabilität (Spearman-Brown)=0.89“, dann bedeutet es in diesem hier gemeinten Sinn

  1. die Reliabilität wurde nach der Halbtestmethode geschätzt (daher: Halbtestreliabilität),
  2. dazu wurde die Korrelation zwischen den Testhälften berechnet,
  3. diese Korrelation wurde in die Spearman-Brown-Formel eingesetzt,
  4. das Ergebnis ist gleich 0.89.

Cronbachs Alpha und die Guttman-Formel stellen Maße für die Reliabilität dar. Cronbachs Alpha wird sehr häufig verwendet. Hinsichtlich der Guttman-Formel erinnere ich mich nicht, ihr schon einmal in der Praxis begegnet zu sein.

Beste Grüße,

Oliver

Hi Oliver!

Okay, jetzt hab ich’s verstanden… :wink:
Danke nochmal!!!

Als kann man mir keine Frage stellen, in der es um Stabilität bzgl. odd-eve, Spearman-Brown, Flanagan, Rulon… geht???

Sorry, dass ich so begriffsstutzig bin… :smile:

LG, Anna.