Hallo hab da mal ne Frage und zwar wollte ich wissen ob stadtbewohner im Mittelalter(in Deutschland) in den Krieg ziehen mussten???
Ich denke nicht da der Stadtherr von ihnen profitierte (Steuern erhalten hat) und er sie somit nicht in den Krieg schicken würde weil somit es sein könnte dass viele sterben und somit seine Geldquellen nicht mehr gäbe…
Ich weiß nicht ob meine Überlegung stimmt ihr könntet mir ja auf die Sprünge helfen und die frage beantworten!
Vielen Dank im voraus
Ryo
Hallo,
es gab im Mittelalter gar keine Wehrpflicht.
Von der Sache her waren ursprünglich nur die Ritter (kommt von Reiter) dienstverpflichtet - das waar zur zeit der Ritterheere. Da kämpfte man ja nicht zu Fuß.
Praktisch sah das so aus, daß im Kriegsfalle die einzelnen Bischhöfe, Herzöge, Grafen usw. dem König eine bestimmte Anzahlr komplett ausgebildeter Ritter zu stellen hatten.
Mit dem Entstehen der feuerwaffen allerdings wurden die Ritter unmodern, weil sie zu leicht vom Pferd zu schießen waren. Da kamen dann die Landsknechte auf - also Söldner. Das waren eine Art Berufssoldaten, die sich an jeden verkauften, der sie haben wollte. Von der Sache her blieb das bis zum Ende des 30jährigen Krieges dann so, also bis in die Neuzeit hinein.
In den Städten entstand eine Art Bürgerwehr, die aber vorrangig der vereidigung diente. Da waren dann mehr oder alle Bürger dienstpflichtig. Oft sah das so aus, daß eine bestimmte Zunft im Fall eines fremden Angriffes einen bestimmten teil der Stadtmauer zu verteidigen hatte. Ob dabai aber der brave Schneidermeister selber auf die Mauer kletterte, seinen Gesellen schickte oder jemanden gan anderes bezahlte dafür - das war meist ihm selber überlassen, Hauptsache, er stellte einen Mann ab (oder vie viele er gerade abstellen mußte). Un natürlich mieteten in Kriegen größere Städte auch Söldner an - das war ja nur ne Frage des Geldes inm der Stadtkasse und die war durchaus nicht immer so leer wie heutzutage.
Gernot Geyer
Servus!
es gab im Mittelalter gar keine Wehrpflicht.
Von der Sache her waren ursprünglich nur die Ritter (kommt von
Reiter) dienstverpflichtet
Naja, nur zu einem Ritter gehörte auch immer ein Gefolge, die Knechte. Die waren quasi die Fußtruppen des ritterzeitlichen Mittelalters - und die trugen auch damals schon die Hauptlast des Krieges. Die zogen also herum und verwüsteten die Dörfer und Ländereien des Gegners - darin bestanden die mittelalterlichen Kriege nämlich in der Hauptsache. Die Landsknechte kamen erst später, als die Neuzeit schon auf dem Kalender stand.
VG
Christian
Hallo,
gedacht habe ich an das Fußvolk auch.
Aber das waren auf jeden Fall Untertanen der Ritter, in der Regel Knechte und Knappen, die eh mit auf der Burg wohnten. Also keine Stadtbürger.
Gernot
Servus!
gedacht habe ich an das Fußvolk auch.
Aber das waren auf jeden Fall Untertanen der Ritter, in der
Regel Knechte und Knappen, die eh mit auf der Burg wohnten.
Also keine Stadtbürger.
Da hast du recht, Stadtbewohner waren das nicht. Aber auch keine Burgbewohner! Das waren Dörfler. Auf der durchschnittlichen Burg wohnten ein paar Dutzend Menschen - Alte, Frauen und Kinder mit eingerechnet. Die Masse der Menschen lebte auf dem Dorf.
VG
Christian
gedacht habe ich an das Fußvolk auch.
Auf der
durchschnittlichen Burg wohnten ein paar Dutzend Menschen -
Alte, Frauen und Kinder mit eingerechnet. Die Masse der
Menschen lebte auf dem Dorf.
Die Masse aber waren Leibeigene, und die hatten keine Kriegsdienste zu leisten.
Hallo hab da mal ne Frage und zwar wollte ich wissen ob
stadtbewohner im Mittelalter(in Deutschland) in den Krieg
ziehen mussten???
Ich denke nicht da der Stadtherr von ihnen profitierte
(Steuern erhalten hat)
Zuerst einmal würde mich interessieren, wer mit dem „Stadtherr“ gemeint ist.
Viele Städte waren ja selbständig, diese scheiden also aus. Deren Bewohner waren ja nur von Kriegen betroffen, in die ihre Stadt selbst verwickelt war, und in dem Fall mußten sie diese natürlich auch selbst verteidigen.
Bei nicht selbständigen Städten weiß ich nicht, wie es gehandhabt würde, aber in jedem Fall war ein Fürst auch auf die Wirtschaftsleistung der Dorfbewohner und nicht nur der Stadtbewohner angewiesen, hierbei wäre eine Unterscheidung also nicht notwendig.
Hallo,
da bin ich nicht sicher.
Ich meine, Fußvolk hin, Fußvolk her - als Krieger waren die biederen Bauern doch mehr von höchst zweifelhaftem Wert. Zudem war ja der Ritter auch nicht interessiert daran, die LÖeistungsfähigkeit seiner Höfe zu schwächen, indem er dort Arbeitskräfte abzog.
Es wird sich also mehr um das landlose Volk gehandelt haben, Knechte und so was.
Gernot Geyer
hallo
Zuerst einmal würde mich interessieren, wer mit dem
„Stadtherr“ gemeint ist.
Viele Städte waren ja selbständig, diese scheiden also aus.
ist das nicht sogar der springende punkt? dass die städte mit dem stadtrecht autonomie und eigene gerichtsbarkeit erhielten? also alle städte selbstständig waren und es gar keinen einzelnen „stadtherrn“ sondern allenfalls viele „Stadtherren“ gab?
die städte hätten also mehr oder weniger frei entscheiden können welchem fürsten sie im kriegsfall unterstützung versprechen und in welchem maße.
gruß von kati
Deren Bewohner waren ja nur von Kriegen betroffen, in die ihre
Stadt selbst verwickelt war, und in dem Fall mußten sie diese
natürlich auch selbst verteidigen.
Bei nicht selbständigen Städten weiß ich nicht, wie es
gehandhabt würde, aber in jedem Fall war ein Fürst auch auf
die Wirtschaftsleistung der Dorfbewohner und nicht nur der
Stadtbewohner angewiesen, hierbei wäre eine Unterscheidung
also nicht notwendig.
Servus!
Zuerst einmal würde mich interessieren, wer mit dem
„Stadtherr“ gemeint ist.
Viele Städte waren ja selbständig, diese scheiden also aus.
ist das nicht sogar der springende punkt? dass die städte mit
dem stadtrecht autonomie und eigene gerichtsbarkeit erhielten?
also alle städte selbstständig waren und es gar keinen
einzelnen „stadtherrn“ sondern allenfalls viele „Stadtherren“
gab?
die städte hätten also mehr oder weniger frei entscheiden
können welchem fürsten sie im kriegsfall unterstützung
versprechen und in welchem maße.
Das betrifft nur die paar Reichsstädte. Alle anderen - hunderte - Städte hatten einen „Stadtherren“, mit dem sie mehr oder weniger gut auskamen.
VG
Christian
Grundsätzlich ist die allgemeine Wehrpflicht erst mit der „levée en masse“ in den Verteidigungskriegen der Französischen Revolution eingeführt worden. Vorher gab es
- den sog. Heerbann: der Fürst berief die Ritter zum Krieg, die nahmen sicherlich ihre Leute mit, aber das waren in der Regel keine Stadtbewohner
- Söldnertruppen (ab ca. 15. Jahrhundert bis in den dreißigjährigen Krieg).
- stehende Heere (begann mit dem Absolutismus; dazu wurde teils geworben, teils zwangsrekrutiert).
Wenn Städte Kriege zu führen hatten, haben sie in Einzelfällen auch die Bürger bewaffnet; in der Regel war dies aber dem Patriziat politisch zu riskant, den Armen Waffen zu geben. Die allgemeine Rolle der Städte in den Kriegen der Feudalzeit bestand mehr darin, Kontributionen (Kriegssteuern) abzudrücken, mit denen die Fürsten dann ihre Söldnerheere finanzierten.
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