Moin, ihr Lieben, es gibt logisch und recht
abenteuerlich klingendee Theorien über
historische Städtenamen:
Paris :
Milet von König Midas oder Minos (?)
Wer weiß, worauf die Namen Ilias/Ilion"
in der amtlichen „Wissenschaft“ angeblich
gründen sollen? Altgriechsch „ilüß“ (meine
Transkr.) ist der Schlamm, „mil“ das
turkmenische Wort dafür.
Ich träume zunächst einmal von einer
Art brainstorming zu den Namen, hat
jemand Vorkenntnisse und v.a. auch
Lust, mitzu"träumend" mitzugraben?
Es muß aber NICHT gerade mit BÄRLIN
anfangen… Vielleicht mit KARTHAGO?
Habt bitte Verständnis, daß ich die
Frage hier und nicht im Brett für
die"Fremd"sprachen stelle; mit ziemlich
verzagten lieben Grüßen, der Manni.
Hallo,
laut Fernau kommt Karthago von Karthada und heißt auf phönisisch nichts anderes als „Neustadt“ oder „neue Stadt“. Das hat erst mal gar nichts mit dem Volksnamen zu tun, die Römer nannten die Karthager „poeni“ - also Phönizier. Sie selber nannten sich Sidonier nach der Stadt Sidon.
Daß dann irgendwelche Historiker drauf kamen, die Karthager schlicht weg nach ihrer Hauptstadt Kathoge zu bennen, also genau genommen, ihnen dien Allerweltsnamen „Neustädter“ zu verpassen, ist nur ein beweis dafür dafür, was herauskommt, wenn man ohne Kenntnis des eigentlichen Wortsinnes handelt.
Daß die Geschichte mit Romus und Remulus nur ne fromme Sage ist, weiß eigentlich jeder, auch daß das angebliche Fatum der Gründung Roms rein willkürlich in späteren Zeiten festgelegt wurde. Nur wird man wohl damit leben müssen, daß manche Dinge wohl immer im Dunkeln bleiben werden und damit, daß es für viele Orte durchaus auch mehre mögliche Ableitungen der Ortsnamen geben kann. Und sicher wurden manche Namen durch spätere Völker so sehr verstümmelt, daß heute wirklich kein Mensch mehr mit hinreichender Wahrscheinlichkeit auf den eigentlichen Ursprung schließen kann.
Gernot Geyer
Hallo Manni,
die meisten Ortsnamen lassen sich auf Herkunftsbezeichnungen zurückführen…wobei man aber beachten muss,das früher viele Dinge anders hießen als heute…Wer käme schon darauf,das
-Hannover
ursprünlich einmal „…die Leute vom Hohen Ufer…“ (Fluß Leine)
bezeichnete???..
Außerdem bestehen gerade viele der heutigen Großstädte wie
-London
-Paris
-Rom
-Berlin
ja nicht aus „nur“ einer Stadt.Vielmehr sind in ihnen im Laufe der
Jahrhunderte ja zahlreiche ehemals selbstständige Städte aufgegangen.
Nehmen wir zum B. Paris…
Begonnen hat es mit einer Ortschaft namens „Lutuhezi“ ( was soviel wie Wohnung (am) Wasser bedeutet) auf der Île de la Cité in der Seine.
Die Römer erobern dann diese Insel und „Lutetia“
Damit treten dann auch die Bürokraten auf die Bühne…*grinz*…um 53 v.Chr. wird „Lutentia Parisorum“ im römischen Reich als Ortsname verwandt.
Ab 360 n.Chr. wird es nur noch „Parisia“ genannt und mit Zerfall des
römischen Reiches wird dann Paris daraus.
‚Hannover‘ - Kurt Schwitters
Die Hannoveraner sind die Bewohner einer Stadt, einer Großstadt. Hundekrankheiten bekommt der Hannoveraner nie. Hannovers Rathaus gehört den Hannoveranern, und das ist doch wohl eine berechtigte Forderung. Der Unterschied zwischen Hannover und Anna Blume ist der, daß man Anna von hinten und von vorn lesen kann, Hannover dagegen am besten nur von vorne. Liest man aber Hannover von hinten, so ergibt sich die Zusammenstellung dreier Worte: „re von nah“. Das Wort „re“ kann man verschieden übersetzen: „rückwärts“ oder „zurück“. Ich schlage die Übersetzung „rückwärts“ vor. Dann ergibt sich also als Übersetzung des Wortes Hannover von hinten: „Rückwärts von nah“. Und das stimmt insofern, als dann die Übersetzung des Wortes Hannover von vorn lauten würde: „Vorwärts nach weit“. Das heißt also: Hannover strebt vorwärts, und zwar ins Unermeßliche. Anne Blume hingegen ist von hinten wie von vorne: A-N-N-A.
(Hunde bitte an die Leine zu führen.)
Servus!
Möchte hier nur nochmal meinen Senf zum Thema „Rom“ dazu geben (die übrigen Städtenamen wurden ja schon mit Beiträgen bedacht):
Remus und Romulus sind natürlich nachträglich erdachte Ethymologien, um den Namen Rom zu erklären, dessen ursprüngliche Bedeutung man nicht mehr kannte. Dann war man in der Antike sehr schnell mit mythischen Städtegründern bei der Hand.
Rom leitet sich aber ab vom etruskischen „Ruma“, was einfach „Grenzfestung“ bedeutet (vermutlich, Kaiser Claudius war wahrscheinlich einer der letzten, die noch Etruskisch konnten).
Daß Rom eine etruskische Gründung ist, steht so weit fest. Die LAge Roms am südlichen Ende des ursprünglichen Herrschaftsgebiets der Etrusker, noch dazu an einem der wichtigsten Flußübergänge einer alten Salzstrasse nach Süden (Kampanien) legt ebenfalls nahe, daß die Bedeutung als Grenzfestung gegeben war.
VG
Christian
Hallo,
ja - aber waren es denn die Etrusker?
So weit wie ich weiß, wurde Rom von einem anderen Volksstamm gegründet - irgendwelche Latiner, die vom Meer her kamen und sich dort ansiedelten. Die wurden zwar dann von den Etruskern erobert irgendwann - aber ich gkaube nicht,m daß die Gründung des ortes auf die Etrusker zurückgeht.
Dafür spricht letztlich auch, daß die ltainische Sprache ja genau nicht die etruskische Sprache ist - auch keine Weiterentwicklung davon. Es muß da also ein anderes Volk am Werk gewesen sein, über das sie Etrusker nur zeitweise eine Art herrschaft ausgeübt haben.
Gernot Geyer
Hallo, google mal nach Onomastik, da wirst du vielleicht fündig…
schöne Grüße Susanne
Servus!
ja - aber waren es denn die Etrusker?
So weit wie ich weiß, wurde Rom von einem anderen Volksstamm
gegründet - irgendwelche Latiner, die vom Meer her kamen und
sich dort ansiedelten.
Stimmt natürlich. Das mit dem Meer stammt zwar aus der Aeneis
, aber ausweislich der archäologischen Befunde waren da ursprünglich mehrere voretruskische Kleinsiedlungen auf Palatin, Kapitol und Esquilin.
Dann allerdings kamen wohl die Etrusker, machten aus den Siedlungen EINE Stadt und nannten die Ruma.
Was folgte, ist bekannt: Herrschaft etruskischer Könige aus verschiedenen Städten des etruskischen Städtebundes, darunter auch einige Abenteurer und „Condottieri“, dann Aufstand der einheimischen (etruskischen/etruskisierten) Oberschicht und anschließend Adelsrepublik.
VG
Christian
Hallo mitnand!
ja - aber waren es denn die Etrusker?
So weit wie ich weiß, wurde Rom von einem anderen Volksstamm
gegründet - irgendwelche Latiner, die vom Meer her kamen und
sich dort ansiedelten.Stimmt natürlich. Das mit dem Meer stammt zwar aus der Aeneis
),
Noch ein Senf dazu:
Das gilt für die Troja-Flüchtlinge um Aeneas.
Aber im antiken Kommentar des Servius zur Aeneis liest man, dass die Etrusker vom Meer her kamen. (Ob die These, dass die Einwanderung der Etrusker zur See mit dem Auftreten der Seevölker in der ägyptischen Geschichte zusammenhängt, - ob also diese These noch vertreten wird, weiß ich nicht.)
Eine sehr informative Zusammenstellung und auswertende Diskussion der neueren Literatur zum Thema der Gründung Roms findet man im Katalog der Milleniumsausstellung in Rom:
ROMA. Romolo, Remo e la fondazione della città. Milano (Electa) 2000.
Gruß!
H.
Hallo,
in dem Link steckt eine Sammlung lateinischer Ortsnamen.
http://www.columbia.edu/acis/ets/Graesse/contents.html
Viel Spaß damit!
gargas