Hallo,
da ich schon seit vielen Jahren immer wieder Probleme mit meinen Zähnen habe und momentan etwas Ratlos bin, hoffe ich hier im Forum auf gute Ratschläge. Vorweg bitte ich den langen Text zu entschuldigen, aber es ging für mein Gefühl nicht viel kürzer:
Ich habe schon viele Wurzelbehandlungen gehabt (bin 34) und kann in meinem Mund inzwischen schon ein paar Kronen und Brücken vorweisen. Meine Zahnwurzeln neigen laut Aussage früherer Zahnärzte allgemein zu Entzündungen (für mein Gefühl insbesondere direkt nach erfolgten Wurzelbehandlungen). Die bereits seit längerem Wurzelbehandelten Zähne meldeten sich teilweise auch bei eingermaßen starker Belastung durch Kauen (z.B. bei relativ zähen Steaks). Ein Antibiotikum war dann aber zum Glück nur selten notwendig: einfach ein paar Tage auf der Seite nicht kauen bzw. Brei essen und die Zähne beruhigten sich in der Regel wieder. Ein Antibiotikum musste ich dagegen häufig einnehmen, wenn ich gerade wieder eine Wurzelbehandlung über mich ergehen lassen musste und der Zahnarzt in den betroffenen Regionen intensiv gearbeitet hat. Geschätzte 50 % der Wurzelbehandlungen bescherten mir hinterher eine Wurzel-Entzündung. Ich habe leider auch schlimme Altlasten wie z.B. eine „via falsa“ im Unterkiefer.
Aktuell habe ich gerade wieder eine Zahnwurzelentzündung gehabt: Eine Brücke im hinteren Oberkiefer hatte sich einseitig gelöst und ein Zahnarzt hat erfolglos versucht, sie durch Drücken und Ziehen mit den Fingern zu lösen und mich unbehandelt wieder weggeschickt. Merkwürdigerweise bekam ich ziemlich genau eine Woche später für Wurzelentzündungen typische und äußerst heftige Schmerzen. Daraufhin bin ich zu einem anderen Zahnarzt gegangen und habe von diesem für eine Woche ein Antibiotikum verschrieben bekommen, welches zumindest teilweise geholfen hat: Die Wurzelschmerzen waren danach weg und die Brücke wurde erfolgreich heruntergeklopft und anschließend provisorisch wieder eingesetzt. Allerdings habe ich den vom Zahnarzt während der Behandlung ausgeübten mechanischen Druck auf einen der Brückenpfeiler leicht schmerzhaft gespürt. So richtig in Ordnung ist die betroffene Region demnach also trotz Antibiotikum nicht.
Ganz egal ob sich die betroffenen Zähne jetzt erstmal beruhigen, ist kurzfristig oder langfristig offensichtlich irgendeine Art der Behandlung notwendig (nicht nur bei diesem Zahn), damit ich nicht bis zum Rest meines Lebens multiple Entzündungsherde in meinem Körper beherberge und nur noch Schonkost essen kann. Ich möchte mich bei meiner Vorgeschichte bzw. meinen speziellen Problemen vorher jedoch so gut wie möglich informieren. Meinen aktuellen Zahnarzt empfinde ich als sehr freundlich und einfühlsam, er deutete jedoch gleich eine Wurzelspitzen-Resektion an, da die Beschwerden mit Antibiotika seiner Ansicht nach bzw. bei meiner Vorgeschichte und meinen aktuellen Symptomen (Druckschmerzen nach einer Woche Einnahmedauer noch vorhanden) langfristig nicht in den Griff zu bekommen seien. Von einer Revision der Wurzelfüllung hielt er nichts, da er die Wurzelfüllung anhand eines kleinen Röntgenbildes für sehr gut befand.
Das Problem bei mir ist nur, dass ich ja nun einige wurzelbehandelte Zähne habe (ich hatte die Entzündungen wie gesagt früher auch an ganz anderen Zahnwurzeln) und demnach wohl an vielen Zähnen eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden müsste, damit ich wirklich Ruhe habe.
Leider existieren viele verschiedene fachliche Meinungen im Internet, z.B. Mikro-Endodontie sei das einzig wahre Verfahren (lief auch schon im Fernsehen bei Stern-TV, teure private Behandlung, locker bis zu 1500 Euro pro Zahn, dafür bekomme ich ja fast schon ein Implantat!). Die „normale“ Wurzelbehandlung, so wie sie wohl an mir häufiger vorgenommen wurde, wird da fast schon als fahrlässig hingestellt, da es angeblich viele kleine Verästelungen in den Wurzeln gäbe und diese mit der normalen Methode häufig nicht keimfrei zu bekommen seien. Dabei wird dann auch immer auf High-Tech-Spezial-Ausrüstung wie ein Mikroskop hingewiesen, allerdings frage ich mich, wie der Mikro-Endodontologe mit seinem Mikroskop in meine teilweise stark gekrümmten Wurzel-Kanäle hineinschauen will? Um die Ecke sehen kann er mit so einem Mikroskop doch wohl nicht, oder?
Dann gibt es noch die Meinung, dass altmodische klassische Verfahren in Verbindung mit erfahrenen Ärzten viel erfolgversprechender seien als modernste Technik. Hier wird z.B. Chlorphenol-Kampfer-Menthol (sogenannte „Timbuktu-Methode“) und danach Endomethasone empfohlen und als Argument wird die inakzeptable Keimvernichtende Wirkung von Calcium-Hydroxid und ähnlichen modernen Mitteln genannt. Bei CH gibt es angeblich nach einer Woche in rund 30 % der Fälle noch lebende Bakterien. CHKM wird wohl wegen seiner toxischen Nachteile nicht mehr genommen, allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die vielen Antibiotika, die ich wegen möglicherweise(!) ineffizienter Wurzel-Behandlungen im Laufe der Jahre konsumiert habe, nicht viel toxischer gewesen sind…ich habe aber leider keine „harten Daten“ über die tatsächliche keimvernichtende Wirkung von CHKM gefunden, so wie bei CH. Wo finde ich seriöse Informationen über eine messbare Keimvernichtende Wirkung von CHKM? Oder ist das wirklich Teufelszeug, welches man unter gar keinen Umständen verwenden darf?
Und gibt es wirklich keine andere Möglichkeit, meine Entzündungsherde an der Zahnwurzel zu eliminieren, als die WSR? Den Zahn zu ziehen klammere ich jetzt mal aus, das geht sicherlich immer und wäre für mich eventuell im Zusammenhand mit Implantaten eine Alternative. Da müsste ich dann aber schleunigst anfangen zu sparen…Mir geht es eher darum, dass mein Zahnarzt sagt, man käme nur mit einer OP an die Entzündung heran, obwohl eben dieser Zahnarzt mir wahlweise nur meinen Zahn oder aber meinen gesamten Oberkiefer betäuben kann. Er scheint demnach Einfluss darauf nehmen zu können, an welcher Stelle sich das Betäubungsmittel im Nervengewebe verteilt, und da erschließt es sich mir nicht, warum es nicht z.B. Antibiotika-Spritzen gibt, die täglich als Depot in die Zahnwurzel gespritzt werden und so weniger Nebenwirkungen verursachen als ein Breitband-Antibiotikum, welches im ganzen Körper Schaden anrichtet? Von daher frage ich mich ernsthaft, ob es wirklich unmöglich ist, ein entzündungshemmendes oder keimvernichtendes Mittel an den richtigen Stellen zu injizieren? Ist es eine Kostenfrage, oder gibt es tatsächlich keine andere Möglichkeit als einen operativen Eingriff?
Die Nebenwirkungen vom Antibiotikum sind bei mir jedes mal ziemlich heftig und ich habe schon eine richtige Abneigung gegen diese Tabletten, auch wenn sie kurzfristig helfen. Da ich aber bei Betäubungen im Unterkiefer äußerst sensibel reagiere (irgendwie wird der Hals und die Zunge extrem taub und ich habe das Gefühl zu ersticken) und das Adrenalin in dem Betäubungsmittel mir dann Kreislaufmäßig den Rest gibt, habe ich echt Angst vor so einem Eingriff, denn die spritzen nicht gerade wenig Betäubungsmittel bei einer Wurzelspitzenresektion und mir reicht schon die normale Dosis, wenn der normale Zahnarzt an den Zähnen im Unterkiefer arbeitet. Falls es Mittel oder Wege gibt, die nicht von der Kasse bezahlt werden, würde ich die trotzdem gerne hören. Meine Gesundheit ist mit selbstverständlich etwas Wert.
Vielen Dank schon mal fürs Lesen, ist ja doch ein beachtlicher Text geworden.
Gruß,
DMX2008