Ständig Kopfschmerzen nach Sport

Hallo zusammen!

Vielleicht weiß ja jemand Rat:

Vor ca. 3 Wochen war ich im Fitness-Studio und habe an der
Brustpresse wie gewöhnlich meine Übungen gemacht. Plötzlich ließ
meine Muskelkraft „auf halber Strecke“ nach und ich mußte wieder
absetzen. Dabei habe ich offensichtlich vergessen zu atmen. Mein Kopf
wurde knallrot und ich bekam Kopfschmerzen.

Diese Kopfschmerzen habe ich nun immer, wenn mein Puls etwas höher
als normal ansteigt (z.B. beim Treppensteigen). Sie sind pochend
entsprechend des Pulses und eher im Hinterkopf zu lokalisieren.
Selbst wenn der Puls wieder abflacht, bleiben die Schmerzen noch
einige Stunden. Gängige Schmerzmittel wie ASS oder PCM helfen nur
geringfügig.
Ich war deswegen heute bei einem Allgemeinarzt, der jedoch auch nicht
mehr machen konnte, als mich an einen Neurologen zu überweisen. Bei
diesem habe ich nun am 7.3. einen Termin zum EEG. Das ist natürlich
sehr spät, zumal ich schon in zwei Wochen wichtige Prüfungen
schreibe.

Das Problem ist, daß ich nicht so recht weiß, was ich von meinen
Kopfschmerzen zu halten habe.

Vielleicht hat ja jemand eine Ahnung, worum es sich handeln könnte?
Kennt jemand evtl. die beschriebenen Symptome?

Danke schonmal

Jan Möller

Hallo,
wie lange trainierst Du schon ?
Die einfachste Erklärung wäre falsche Atmung
bei der Übung.

Gruss
Enno

Hallo Jan,

die Ursachen von Kopfschmerzen sind vielseitig.

Bei Sportarten, die einen hohen Flüssigkeitsverlust nach sich ziehen, der nicht angemessen ausgeglichen wird, ist dies z.B. auch der Fall.
Ich wunderte mich in den Jahren, als ich regelmäßig 90 Min. Aerobic machte, dass ich am nächsten Morgen oft ätzende Kopfschmerzen hatte - damals kam ich der Ursache erst langsam auf den Grund.

Eine weitere Ursache ist auch die körperliche Überanstrengung.

Bei ungewohnter extremer Anstrengung können recht hohe Blutdruckspitzen entstehen, obwohl der Blutdruck in Ruhe unauffällig ist. Ich gehe doch davon aus, dass dein Blutdruck ohnehin beim Allgemeinarzt gemessen wurde?

Hinsichtlich der sportlichen Belastung ist immer auch ein Belastungs-EKG von Wert, wobei neben dem auf dem Monitor kontinuierlich sichtbaren und in 2-Minutenabständen schriftlich festgehaltenen EKG, ebenfalls die Blutdruckwerte im Laufe der fortschreitenden Belastung und in der Erholungsphase protokolliert werden.

Nur im Falle von Erbrechen, Schwindel, Bewusstlosigkeit, Hirnnervenausfälle, Doppelbildersehen müsste man ernstere Diagnosen in Erwägung ziehen, aber dies sind absolute Ausnahmen. Bei Beschreibung von Hinterkopfschmerzen, denkt der Arzt an die Möglichkeit von Gefäßaussackungen, die u.a. eben solche Kopfschmerzen verursachen können.
Das EEG ist eher differentialdiagnostisch von Bedeutung, also zur Ausschlussdiagnose, also keine Angst.

Wer vor wichtigen Prüfungen steht, leidet durchschnittlich oft an Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Kopfbereich. Wenn man nun in diese Verspannung hinein wiederum Krafttraining macht, kann es sehr leicht zu kopfschmerzauslösenden Momenten, ebenfalls im Hinterkopfbereich, kommen!!
Durch die jetzt neu hinzukommenden Sorgen, die zeitliche Belastung und die anstehende Prüfung, das Sitzen und Lernen, wird die Verspannung noch verstärkt, ebenso der Kopfschmerz, dem nun auch mit ASS nicht beizukommen ist.

Hier wäre in erster Linie Entspannung von heilsamer Bedeutung, von innen und von außen - durch den Physiotherapeuten und durch eigenes konzentriertes „Loslassen“, leichte Schultergürtelgymnastik mit Musik die man mag, ausreichend Schlaf und nicht zu vergessen: wichtige entspannende Momente, wie Treffen mit Freunden, herzhaft Lachenkönnen, Essen gehen - einfach mal entspannen!

Zugegebenermaßen hätte ich auch ein Problem mit der langen Wartezeit aufs EEG, das macht ganz schön nervös. Dein Hausarzt soll dir (2) weitere Möglichkeiten zur Überweisung nennen, es gibt nicht nur diesen einen Neurologen. In dringenden Fällen setzt sich der Hausarzt auch persönlich telefonisch für einen schnelleren Termin ein!
Mach ihm klar, wie wichtig schnelles Handeln im Hinblick auf Diagnose und Therapie jetzt für dich sind, sei freundlich aber keinesfalls zögerlich - ! und bring die mögliche Hinterkopfschmerzursache durch starken Stress + Anspannung zur Sprache!

Ich hoffe, dir einige Anhaltspunkte vermittelt zu haben und wünsche dir für Kopf und Prüfungen alles Gute!

Renate

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Moin!

wie lange trainierst Du schon ?

Drei Monate etwa.

Die einfachste Erklärung wäre falsche Atmung
bei der Übung.

Das schrieb ich ja bereits in meinem Beitrag.
Meine Frage war ja, was das zur Folge haben kann…

Danke

Jan

Hallo Renate!

Vielen Dank für Deinen langen Beitrag. Ich habe mich sehr gefreut!

Ich habe es heute nicht mehr ausgehalten und bin in die Notaufnahme marschiert. Dort hat man dann tatsächlich eine völlige Verspannung im Hals-Nacken-Bereich feststellen können.

Allerdings konnte man mir dort nicht erklären, WIE durch eine solche Verspannung pulssynchrone Kopfschmerzen auftreten.
Daß ein Schmerz vom Nacken ausstrahlen kann ist mir ja klar, aber inwiefern spielt dabei der Puls eine Rolle? Immerhin habe ich im Ruhezustand keine Kopfschmerzen…

Danke nochmals

Jan

Hallo Jan,

es ist nicht ungewöhnlich, dass man schmerzende Stellen (auch Wunden), besonders da, wo die Durchblutung sehr gut ist, wie z.B. im Kopfbereich, als Pulsierend erlebt. Die überempfindlich schmerzende Stelle im Bereich einer Arterie wird durch ihr Pulsieren mechanisch leicht beeinflusst. Im Ruhezustand ist der Druck in der Arterie geringer.

Aber ich denke mal, dass du dir jetzt weniger Sorgen/Kopfschmerzen zu machen brauchst, denn Sorgen verstärken die Verspannung, dies verstärkt die Kopfschmerzen, ein Teufelskreis.

Mach nun nur das, was die Entspannung fördern hilft (siehe mein Posting oben), ich weiß, vor Prüfungen ist das leichter gesagt…

Toi, toi, toi, alles Gute

Renate

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