Ständig Störung bei Digital-TV Grund?

Hallo,

wir haben seit knapp einem Jahr digitales Fernsehen über Unity Media. Nun ist es schon häufiger passiert, dass das extreme Bild- und Tonstörungen aufgetreten sind (bis hin zum schwarzen Bildschirm). Wir haben dann jedesmal einen Techniker gerufen. Der meinte es liegt an unserem Kabel (das, was von der Kabel-TV Buchse in den Receiver geht) - es wäre zu alt. Wir haben daraufhin ein neues gekauft. Dann ging auch alles wieder und nach ein paar Monaten gingen die gleichen Probleme los. Es kam wieder ein Techniker, der sagte wieder es läge am Kabel (??), behob das Problem dennoch, es ging wieder 2 Monate und jetzt geht wieder nichts mehr.
Kann denn tatsächlich das Kabel das Problem sein? Kann ich mir halt nicht vorstellen, wenn es zwischendurch ja einwandfrei läuft.
Was könnte es noch für Ursachen geben?

Danke schonmal!

Habe mit Unity Media leider ähnliche Erfahrungen gemacht. Gerne ist man dort geneigt, eigene Probleme zu vertuschen und dem Kunden weiszumachen, dass der Fehler auf seiner Seite läge.

Insgesamt gilt aber, dass das Signal für Digitalempfang etwas anspruchsvoller ist als das, was vor dreißig Jahren mal bei der Hausverkabelung zu berücksichtigen war. Oft ist deshalb schon das Signal, welches aus der Dose kommt, nicht mehr ganz „frisch“.

Neu oder alt spielt zwar bei Antennendosen oder (Haus)verstärkern eine große Rolle, nicht jedoch bei Kabeln. Da gibt es nur den Unterschied gut oder schlecht. (Leider nicht immer am Preis erkennbar. Und in vielen XY-Märkten gibt’s leider nur Schrottkabel, die aber oft wesentlich teurer sind als gute Ware beim ECHTEN Fachhandel. Nicht die Vergoldung der Stecker oder die aufwendige Packung sind entscheidend!)
Also die Frage nach der Abschirmung und der Dämpfung. Spielt aber mehr dort eine Rolle, wo lange Kabelstrecken auftreten.

Wichtig ist auch, den Digitalempfänger möglichst zuerst anzuschließen und nicht erst das Signal durch andere Geräte durchzuschleifen oder in T-Stücken aufzuteilen. Auch ist es ungeschickt, wenn das Antennenkabel parallel zum vielen anderen signalführenden Kabeln verlegt ist.

Bei Unity Media habe ich öfters das Problem, dass einzelne Frequenzen (respektive Transponder) besondern schlecht sind. Beispielsweise ist mein ARTE HD überhaupt nicht ansehbar, während andere Kanäle völlig störungsfrei sind. Das kann auch durch Störungen im entsprechenden Funkband durch DECT oder terrestrische Sender entstehen.

Ciao, Allesquatsch

Vielen Dank erstmal für die schnelle und umfassende Antwort.

Habe mit Unity Media leider ähnliche Erfahrungen gemacht.
Gerne ist man dort geneigt, eigene Probleme zu vertuschen und
dem Kunden weiszumachen, dass der Fehler auf seiner Seite
läge.

Den Eindruck habe ich auch.

Insgesamt gilt aber, dass das Signal für Digitalempfang etwas
anspruchsvoller ist als das, was vor dreißig Jahren mal bei
der Hausverkabelung zu berücksichtigen war. Oft ist deshalb
schon das Signal, welches aus der Dose kommt, nicht mehr ganz
„frisch“.

Stimmt, es wurde glaube ich auch mal von einem Techniker erwähnt, dass hier im Haus ziemlich schlechte Kabel liegen.

Neu oder alt spielt zwar bei Antennendosen oder
(Haus)verstärkern eine große Rolle, nicht jedoch bei Kabeln.
Da gibt es nur den Unterschied gut oder schlecht. (Leider
nicht immer am Preis erkennbar. Und in vielen XY-Märkten
gibt’s leider nur Schrottkabel, die aber oft wesentlich teurer
sind als gute Ware beim ECHTEN Fachhandel. Nicht die
Vergoldung der Stecker oder die aufwendige Packung sind
entscheidend!)
Also die Frage nach der Abschirmung und der Dämpfung. Spielt
aber mehr dort eine Rolle, wo lange Kabelstrecken auftreten.

Ok, die Qualität des Kabels ist also mit entscheiden. Wir haben unseres über Ebay gekauft :wink: . Worauf muss ich denn bei einem „guten“ Kabel achten? Was bedeutet „Abschirmung und Dämpfung“? Lange Kabelstrecke ist bei uns der Fall.

Wichtig ist auch, den Digitalempfänger möglichst zuerst
anzuschließen und nicht erst das Signal durch andere Geräte
durchzuschleifen oder in T-Stücken aufzuteilen. Auch ist es
ungeschickt, wenn das Antennenkabel parallel zum vielen
anderen signalführenden Kabeln verlegt ist.

Das mit den T-Stücken und so haben wir auch gesagt bekommen und entsprechend entfernt, trotzdem gibts jetzt wieder Probleme…

Stimmt, es wurde glaube ich auch mal von einem Techniker
erwähnt, dass hier im Haus ziemlich schlechte Kabel liegen.

Das ist nicht unwahrscheinlich. Als man die Kabel legte, dienten sie dazu das Signal von der Dachantenne in die Wohnungen zu bringen. Und dabei war es unerheblich, dass auch das Antennenkabel schon eine Art von Antenne war, denn das Signal war ja immer das vom lokalen Sender.

Als dann die Breitbandverkabelung kam, hat man einfach vom Keller ein Kabel auf den Dachboden gelegt und dort anstelle der Dachantenne angeklemmt. Mit dem Nebeneffekt, dass das Signal erst einmal quer durch’s Haus geschickt wurde.

Ok, die Qualität des Kabels ist also mit entscheiden. Wir
haben unseres über Ebay gekauft :wink: . Worauf muss ich denn bei
einem „guten“ Kabel achten? Was bedeutet „Abschirmung und
Dämpfung“? Lange Kabelstrecke ist bei uns der Fall.

Die Abschirmung sorgt dafür, dass jetzt kein Signal von außen dazukommt. Denn inzwischen gibt’s viele funkende und funkstörende Geräte in jedem Haushalt. Vom Schnurlostelefon bis zur Microwelle.

Die Dämpfung ist der Widerstand innerhalb des Kabels, bestimmt also den Verlust je Stecke. 100 oder 120 dB sind das, was man heute verlegen sollte.

Gemessen an dem, wie die Verkabelung in Mietshäusern gemacht wurde, kann es also sein, dass die zwei Meter zwischen Wanddose und Receiver überhaupt nicht mehr relevant sind. Leider bedeutet es auch, dass Du in vielen Fällen nichts mehr retten kannst. Oder aber der Techniker misst an der Dose so schlechte Werte, dass man den Vermieter anhauen kann. Bei einer Mietwohnung hatte ich mal die gerade erst zehn Jahre alten Dosen wechseln lassen, da beim Bau Uraltschrott verwendet und sogar noch falsch angeschlossen wurde (kein Endabschluss).

Hast Du (wie ich) die Geräte auf der „falschen“ Seite des Zimmers oder die Dose im falschen Raum und gleichzeitig jede Menge Schickschnack (DECT, GSM, WLAN, Computer), der stört, sollte man nicht am Kabel sparen. Außerdem: Je höher die Frequenz, desto größer der Verlust. Also SAT braucht besser als Kabel(digital), besser als Analogfernsehen/UKW.

Antennenkabel ist immer ein Koaxialkabel. Besseres hat aber mehrere Isolierungen und damit in der Regel einen größeren Durchmesser.
Schädlich für Hochfrequenztechnik sind alle Steckverbindungen. Also auch wenn’s geht, keine Kabel hintereinander verbinden, sondern ein Kabel der richtigen Länge.
Und weil man die normalen Antennenstecker (auch IEC oder Belling Lee genannt) nicht lötet sondern steckt und schraubt, habe ich das immer selbst gemacht: Eine Rolle richtig gutes Kabel, zwei Stecker, zwei Kupplungen (Beim richtigen Händler gekauft kostet die 25 Meter Rolle Qualität rund 10 EUR, die Stecker um 'nen Euro). Im Internet gibt’s genügend Anleitungen, wie man die Enden isoliert und die Stecker sorgfältig aufsteckt.

Im Laden sind die fertigkofigurierten Kabel dagegen oft Riesenschrott (Hatte schon Neukabel, die nicht mal elektrisch leitend waren und 40 dB Verlust brachten.) und trotzdem nicht billiger als mein selbstgemachtes.

Das mit den T-Stücken und so haben wir auch gesagt bekommen
und entsprechend entfernt, trotzdem gibts jetzt wieder
Probleme…

Auch die Kabelbetreiber selbst sorgen dafür, dass die Qualität schlechter wird: Auf ihrer Seite verbessern sie die technische Infrastruktur und nutzen dann höhere Frequenzen und höhere Quantisierungen, um mehr Programme auf Kabel zu kriegen. Gleichzeitig sind sie nicht mehr üppig mit den Reserven und riskieren, dass die Kunden Probleme bekommen.

Am Ende gibt es dann Hausverkabelungen und Endgeräte, die dann nicht mehr mitkommen. Die nächste Runde (DVB-C2) ist schon angekündigt und ich erwarte, dass dann in unserem Wohnblock aus den Fünfzigern die Qualität noch schlechter wird.

Spätestens dann werde ich mir eine versteckte Schüssel auf dem Balkon anbringen lassen, auch wenn das Kabel schon in der Miete drinsteckt.

Zumindest ich habe durch die Neuverkabelung wieder hinbekommen, dass ich Digitalradio und Digitalfernsehen nach der Umschaltung auf QAM256 wieder störungsfrei habe. Auch wenn es öfters mal Ausfälle seitens UM und immer noch Probleme mit ARTE HD gibt.

Ciao, Allesquatsch