ständig Überstunden durch neue Planungssoftware

Liebe/-r Experte/-in,
ich wende mich heute an Sie mit einer etwas komplizierten Frage.
Laut meinem Arbeitsvertrag habe ich eine Arbeitswoche von 38,5 Stunden von Montag bis Freitag. Ich bin im Außendienst (Gutachten erstellen) tätig. Vor ca. 2 Jahren wurde bei uns eine REFA Studie durchgeführt, welche besagte, dass die durchschnittliche Zeit für ein Gutachten (inkl. Anfahrt, Hausbesuch, Vor- und Nachbereitung) 95 Minuten beträgt. Bei einer Arbeitszeit von 7,7 Stunden täglich waren so im Schnitt 5 Gutachten zu schaffen.
Nun gibt es seit ca. 8 Monaten eine neue Planungssoftware bei uns, welche wie folgt eingestellt ist: Gutachtenzeit durchschnittlich 70 Minuten (wobei Hausbesuch 40 Minuten, Nacharbeit 30 Minuten beträgt). Die Software berechnet die zu fahrenden km und die dafür benötigte Zeit (z.Bsp. 10 km durch die Stadt, ca. 20 Minuten; 600 m - werden mit 0 km also auch 0 Minuten Zeit berechnet). Das Programm ist so eingestellt, dass zur täglichen Arbeitszeit immer 45 Minuten Überplanung eingerechnet werden, das bedeutet, bei einer (eigentlichen) Arbeitszeit von 8 Stunden werden in der Regel 6, meist 7 Gutachten geplant bei einer Gesamtkm Zahl zwischen 20 - 50. Nicht nur, dass unsere wirklich benötigte Gutachtenzeit runtergesetzt wurde (wir sind ja deswegen jetzt nicht schneller, bloß weil ein Programm unsere Touren plant) sondern es werden jeden Tag 45 Minuten zusätzliche Arbeitszeit einfach so eingeplant. Wir sind alle mittlerweile bei horrenden Überstunden, dürfen diese aber auch nur abfeiern, wenn wir einen wirklich guten Grund haben (das wurde uns heute mitgeteilt). Zusätzlich zu diesen Überstunden unter der Woche, sollen/müssen wir auch noch Samstags Gutachten fahren (die genaue Anzahl steht aber noch nicht fest). Diese Samstags-Mehrarbeit gab es nun schon jedes Jahr über mehrere Monate, sie wird zwar vergütet, aber was unterm Strich bleibt, ist nicht wirklich viel. Ich muß noch dazu sagen, dass wir mit unseren privaten Autos fahren (bekommen die 30 cent km Pauschale). Ist das alles einfach so rechtens??? Haben uns schon mehrfach an den Betriebsrat gewandt, aber die stehen nur da und zucken mit den Schultern.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Ich hoffe, meine Ausführungen waren nicht zu verwirrend. Falls doch, erkläre ich es gern noch genauer.
Vielen Dank schonmal und einen schönen Abend.
Mit freundlichen Grüßen
Katrin

Hallo,

ja das ist ja gar nichts Gutes!

Aber es auch hier ist es so, dass man vor lauter Wald die Bäume nicht sieht :wink:
Grundlage für deine Beschäftigung ist grundsätzlich dein Arbeitsvertrag. Wenn deine GL etwas anderes will, muss sie dies entsprechend vereinbahren. Dazu gehört u.a. auch die Überstundenregelung. Er hat sich darauf einzustellen, dass auch länger als 38,5 Std. gearbeitet werden muss. D.h. er muss einstellen.
Mit Prvatautos durch die Gegend hecheln - ist das im Arbeitsvertrag vereinbahrt???
Wenn ein REFA Trottel kommt und sagt etwas, denn muss das nicht stimmen. Wessen Wein ich trinke, dessen Lied ich singe …
Das kann nicht GRundlage für eine Veränderung sein. Außerdem muss das auch im Arbeitsvertrag berücksichtigt sein.
Und nun … habt ihr einen Betriebs/Personalrat??? Wählt euch einen, die Zeiten werden härter werden, ganz bestimmt :wink:) Das sind nur die Vorzeichen. Wendet euch an eure zuständige Gewerkschaft und redet erst mal… die beißen nicht :wink:
Viel Glück!!