Ständige Beitragsanpassungen bei PKV? PKV-Wechsel

Guten Tag!

Ich bin selbstständiger Designer, 34, und seit etwa 5 Jahren privat
versichert. Mit Hilfe eines Maklers habe ich mich damals für die
„inter“ entschieden. Ich bin mit 29 eingestiegen und für den damalig
mir als sehr günstig erscheinenden monatl. Beitrag von ca. 210 Euro
habe ich, glaube ich ziemlich viel Leistung im Tarif CL/PVN bekommen:
Chefarzt/Einbett, 75% Zahnersatz, Selbstbeteiligung nur 180 Euro,
Hausarztprinzip (hab kein Problem damit).

Was mich allerdings beunruhigt ist, dass der Beitrag praktisch
konstant jährich um etwa 10% nach oben „angepasst“ wird, ab 1.04.09
wurde es nun schon auf ca. 320 Euro erhöht. Einige bekannte, die ich
gefragt habe, die ebenfalls privat versichert sind, meinten, bei
denen wird nicht so häufig erhöht.

Wegen dieser ständigen Erhöhung komme ich mir durch einen relativ
niedrigen Beitrag nur angelockt und auf gut deutsch verarscht vor. So
wie ich verstanden habe, wird der PKV-Wechsel durch die
Gesetzesänderungen ab 2009 auch praktisch möglich. Ich wäre sehr
dankbar, wenn Sie mir diese Fragen beantworten bzw. Tipps dazu geben
könnten:

  • Ist es für eine PKV normal so häufig und in dem Maße die Beiträge
    anzupassen? Gibt es für die Beurteilung bzw. Vergleich verschiedener
    Versicherungsangebote eine Möglichkeit die
    Beitrags(anpassungs)entswickung bei der Versicherung in der
    Vergangenheit zu vergleichen? Gibt es Versicherungen, die besonders
    für die Beitragsstabilität bekannt sind bzw. dafür irgendwelche
    Garantien geben?

  • Würde ich jetzt zu einem anderen Versicherer wechseln, kann ich mit
    einem günstigeren Beitrag durch die Mitnahme des Ansparbetrages
    rechnen? Mit welchen NACHTEILEN sollte ich beim Wechsel rechnen bzw.
    worauf sollte man achten (z. B. wird es wieder eine Sperrfrist für
    die Zahnbehandlung/-Ersatz oder anderen behandlungen geben? Was ist
    mit dem Gesundheitscheck?) Was sollte man sonst beim Wechsel
    beachten?

Natürlich bin ich auch offen für konkrete Versicherungsempfehlungen bzw. Angebote, kann dazu auch weitere Fragen individuell beantworten.

Vielen Dank vorab für Ihre Aufmerksamkeit und Gruß aus Hamburg,

Kirill

vor. So
wie ich verstanden habe, wird der PKV-Wechsel durch die
Gesetzesänderungen ab 2009 auch praktisch möglich.

Da hast Du etwas falsch verstanden. Das Neue in der erste Jahreshälfte ist die Möglichkeit einen Teil der Altersrückstellungen mitzunehmen. Mit nuer 5 Versicherungsjahren dürfte da noch gar nicht soviel angesammelt sein.

  • Ist es für eine PKV normal so häufig und in dem Maße die
    Beiträge anzupassen?

Es kommt vor, nicht nur bei der Inter.

Vergangenheit zu vergleichen? Gibt es Versicherungen, die
besonders für die Beitragsstabilität bekannt sind bzw.

Das hätte Dir Dein Makler beantworten müssen.

dafür irgendwelche Garantien geben?

Natürlich nicht, denn die Beitragserhöhungen richten sich nach den Aufwendungen und keine Gesellschaft kann Dir garantieren, dass ihre Versicherten nicht zum Arzt gehen.

  • Würde ich jetzt zu einem anderen Versicherer wechseln, kann
    ich mit einem günstigeren Beitrag durch die Mitnahme des
    Ansparbetrages rechnen?

Sollte sich in Deinem Fall kaum auswirken.

Mit welchen NACHTEILEN sollte ich beim Wechsel rechnen bzw.

Du mußt 18 Monate in den Basistarif, wenn Du die Altersrückstellungen mitnehmen willst. Der ist a) teuer und b) hat sehr schlechte Leistungen.

Natürlich bin ich auch offen für konkrete
Versicherungsempfehlungen bzw. Angebote, kann dazu auch
weitere Fragen individuell beantworten.

Die würde ich hier umgehend löschen, weil wir Werbung hier im Forum nicht haben wollen. Konkrete Empfehlungen sollen direkt per eMail geschickt werden.

Gruß

Nordlicht

Nordlicht, danke für die schnelle Rückmeldung!
Was die Angebote angeht - das meinte ich, natürlich, als Schreiben an mich, nicht hier im Forum!
Leider waren die meisten Antworten sehr oferflächlich. Offensichtlich will ich wissen, wie die INTER was die durchschnittlichen Beitragserhöhungen angeht, im Gesamtvergleich da steht. Dem Makler traue ich bei der Frage nicht mehr - zweifele an seiner Objektivität, darum bin ich überhaupt hier!
„Mit nuer 5 Versicherungsjahren dürfte da noch gar nicht soviel angesammelt sein.“ - „nicht so viel“ ist, nicht so genau! Selbst bei 10 Euro im Monat sammeln sich 120 jährlich! Oder wären das wirklich Cent-Beträge?
Kurz, konnte ich aus den Antworten entnehmen, dass ich mich mit allem abfinden soll, und der Wechsel sich nicht lohnen würde. WOzu ist dann die ganze Gesetzesnovelle?? Anders gefragt: In welchem Fall lohnt sich der Wechsel?

Hallo Kirill,

das Grundproblem ALLER Krankenversicherungen ist, dass die Kosten im Gesundheitswesen p.a. um 5-10% steigen. D.h. eine sauber kalkulierte (das betrifft nur PKV, GKV ist gar nicht kalkuliert), breit aufgestellte Krankenkasse müsste entsprechend mitziehen. Aber jetzt kommen die Stellschrauben, um solche Steigerungen zu verhindern, z.B.:

  • wenige alte, kranke Versicherte
  • ein finanzielles Polster (Rücklagen), aus deren Zinsgewinnen ich heute schon die Beitragssteigerungen dämpfen kann
  • Selbstbeiteiligung der Versicherten
  • Einschränkung der Leistungen (so macht es die GKV)

Für den fairen Vergleich zur GKV musst Du Dir natürlich die absoluten Zahlen der gesetzlich Versicherten anschauen; jeden Gehaltserhöhung beschert der GKV eine Einnahmenerhöhung. Das fällt bei Dir nicht an.

Viele Grüße,
Andreas

Kurz, konnte ich aus den Antworten entnehmen, dass ich mich
mit allem abfinden soll, und der Wechsel sich nicht lohnen würde.

Das hats Du mich komplett falsch verstanden. Du solltest prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt, allerdings bringen Dir die Altersrückstellungen keinen wirklichen Beitragsvorteil. Um bei Deinem beispiel zu bleiben, was bringen 120 € im Topf für eine Vertragslaufzeit von 20 oder mehr Jahren ?

WOzu ist dann die ganze Gesetzesnovelle?? Anders

Um die zunehmende Zahl von Nicht-Versicherten zu reduzieren. Ob das wirklich gelingt, wagen wir Praktiker zu bezweifeln.

gefragt: In welchem Fall lohnt sich der Wechsel?

Nach 15 oder mehr Jahren bei eiern PKV. Aber Vorsicht. Mitnahme der Altersrückstellungen bedeutet 18 Monate Basistarif und der ist sehr teuer und kein Arzt will Dich damit behandeln.