Hallo,
mein Sohn (25) kugelt sich bei mäßiger Belastung die Arme aus (mäßig heißt für einen jungen Mann mit eigentlich guter Muskulatur z. B. Schwere Kisten heben, sich an eine Stange hängen etc.). Ein Orthopäde sagte ihm mal, eine OP wäre nicht so erfolgversprechend und wenn er sich den Arm immer wieder selbst einrenken kann, mache das nichts. Nur wenn er alt würde und die Muskulatur schwächer, könne es bei jedem Türaufmachen passieren. Tolle Aussichten. Angeblich sollen nicht genügend ausgebildete Gelenkpfannen schuld daran sein.
Gibt es noch andere Methoden?
Gruß und danke Aurikel
hallo!!
gibt es irgendwas das in deiner familie noch in ordnung ist???
)))))
zunächst wird die stabilität in einem gelenk von drei faktoren bestimmt:
- passiven strukturen, d.h. form des gelenks, bändern und kapsel
- aktiven (kontraktilen) strukturen: muskeln
- neuralen str., d.h. wird die muskulatur und das gelenk richtig/ausreichend innerviert („mit strom versorgt“)
an der schulter ist die kapsel „der chef“-ohne die geht nix.
bei habituellen luxationen beidseits wird`s also knifflig. denn: muskulatur kann kein gelenk stabilisien wenn die anderen sachen nicht passen!!! die anspannungszeit ist viel zu lang. die schulter luxiert bevor die muskulatur anspannen kann.
wenn sie dann anspannt zieht sie den kopf ruckartig zurück-der knallt gegen die pfanne-das gibt dann eine delle im knorpel.
möglichkeiten:
- kapselraffung-die kapsel wird punktuell erhitzt-dadurch gestrafft
- versuchen die kapsel zu „trainieren“, d.h. reize zu setzen damit die kapsel-die ja ständigem auf-und abbau unterliegt-„enger“ und stabiler wird
- erlernen von strategien eine luxation zu vermeiden, d.h. die muskeln anspannen wenn man etwas macht wo die schulter luxieren könnte
gibt natürlich sicher noch einige sachen-aber die drei sind „mein bereich“.
ansonsten wieder in die mohnstrasse!!
))
tschüss
matthias
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gibt es irgendwas das in deiner familie noch in ordnung ist???
)))))
Naja, kann sein, dass das wirklich eine etwas unglückliche Kreuzung war . . .
)
aber ich selbst bin normalerweise durch Sport und Wasserbett schon seit Jahren wieder pumperlgesund!
ansonsten wieder in die mohnstrasse!!
))
genau das wollte ich hören!!! Danke!
Gruß Aurikel
Nochmal hallo!
Habe deine Info an meinen Sohn weiter gemailt. Er musste mich korrigieren,meinte das passiere:
„wenn ich Bewegungen gemacht habe, die eher spontan sind (also wenn ich was beschreibe und dazu zu sehr mit den Armen fuchtle), bei Überschlägen, wenn ich mich abrollen muss, beim Baseballspielen (wenn man da mit dem Schläger rumschlägt)“.
Scheint mir aber die gleichen Gründe und Behandlungen zu ergeben, oder?
Gruß Aurikel
hallo!!
ja-genau in situationen in denen er keine „vorbereitende“ muskelspannung aufbauen kann/nicht aufbaut.
das kann man versuchen zu trainieren.
die erklärung im anderen posting bleibt dadurch gültig.
tschüss
matthias
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Hi,
bei extremen Bewegungsausmaßen kann es sein das der Oberarmkopf über die (sowieso) kleine Gelenkpfanne der Schulter rutscht. Das deutet, wie schon in den anderen Postings beschrieben, auf eine zu weite Gelenkkapsel hin.
Von den orthopädischen und chirurgischen Gesellschaften wird die Raffung der Kapsel auf jeden Fall empfohlen. Ausserdem sollten die zur Luxation führenden Bewegungen (Baseball) vermieden werden.
Das Problem ist die entstehende Arthrose im Schultergelenk, die durch die habituellen Luxationen ausgelöst und jedes Mal weiter vorangetrieben wird. In einigen Jahren wird die normale Bewegung schmerzhaft und das Schultergelenk wird sehr viel weniger beweglich. Es ist also nötig, dem jetzt bereits vorzubeugen.
Gute Besserung
Dr. J. Sauer