Guten Abend zusammen,
es geht um meinen Vater. Ein patenter Mann von 62 Jahren, Frührentner, alleinstehend seit elf Jahren. Hat nicht viele Freunde, engagiert sich aber ehrenamtlich und ist allgemein völlig klar - meistert sein Leben, perfekt im Umgang mit Behörden etc., kommt mit allen Menschen sehr gut klar und wirkt ganz generell zehn, fünfzehn Jahre jünger.
Aber.
Seit Jahren brodelt in ihm ein - anfangs noch leichter - Verfolgungswahn. Seit damals sind es seine Nachbarn, meist die von nebenan, manchmal aber selbst die „seltsamen Leute in der Querstraße“. Man will ihm nichts böses, macht sich aber immer über ihn lustig: wenn er über die Straße geht, wenn er in seiner Wohnung ist, im Supermarkt. Die Leute tuscheln.
Dann wurde es stärker: die Nachbarn, da war er sich sicher, dringen regelmäßig in seine Wohnung ein. Haben seinen Kühlschrank ausgestellt, Glühbirnen durch schwächere Watt-Zahlen ersetzt, seinen Radiowecker verstellt.
Überhaupt: das Radio ist ein großer Faktor. Da hört er sie dann tuscheln, und sie verstellen seine Sender - von außen, denn die Wohnung ist mittlerweile gut gesichert. Irgendjemand „wählt“ sich „über Kurzwelle“ in sein Radio ein und treibt Unfug. Deswegen klebt er seine Steckdosen mit Metallklebeband ab.
Und nachdem er uns das dann erzählt, ist er wieder ein völlig normaler Mann, der mit seinen Enkelkindern Wii spielt, im Internet mit Aktien handelt und für die Familie kocht.
Wie reagiert man auf so etwas? Muss man jemanden verständigen? Soll man als Angehöriger dagegen anarbeiten?
Wir wären für jede Antwort dankbar!
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