Hallo,
es kommt drauf an, was Du erreichen willst. Ich war immer von einer klitzekleinen Familie ausgegangen und wollte einfach nur alle noch erreichbaren Daten zusammentragen, bevor die Elterngeneration ablebt und viele Dinge dann nur noch erheblich mühsamer zusammenzutragen wären und hatte keinen ernsthaften Forscherwillen/große Ansprüche.
Also habe ich mir das Programm PAF kostenlos aus dem Internet geladen und installiert und einfach mal alle Leute eingetragen, von denen ich so wusste. Dann gab es da noch die Stammbücher meiner Großeltern, und als ich die ersten Ergebnisse dieser Sammlung meinen Eltern zeigte, sprudelten sie plötzlich mit weiteren Namen und Daten los (was sie die letzten 20 Jahre nie gemacht hatten, obwohl ich zigfach darum gebeten hatte, dies zusammen zu tragen). Dann wusste ich, dass es an zwei Stellen in der Verwandschaft Hobby-Forscher gibt, und habe mir auch deren Daten schicken lassen (sind allerdings nur Seitenlinien).
Dann ging die Suche im Internet und auf Telefon-CDs los. Da wir es glücklicherweise mit wenig verbreiteten Namen zu tun haben, war die Ausbeute zwar eher gering, dafür aber um so besser. Sprich, wenn ich jemand mit dem richtigen Namen am richtigen Ort gefunden hatte, dann war es auch üblicherweise Verwandschaft (wie sich später herausstellte).
Gefundene Leute habe ich - soweit verfügbar - per Mail kontaktiert und in vielen Fällen Anknüpfungspunkte gefunden. Dem hässlichen kleinen Östereicher mit dem komischen Bart sei Dank, gibt es in vielen Familien auch noch Arierpässe, die ich dann in einigen Fällen in Kopie zugeschickt bekam. Die sind eine wahre Fundgrube, weil in der Situation die Leute damals gezwungen waren, Ahnenforschung zu betreiben und so viele Daten zusammen getragen haben.
Teilweise habe ich auch die Standesämter in den entsprechenden Städten (unsere Familie hat eine ewige Wanderschaft hinter sich) angeschrieben und oft genug kostenlos Kopien aus allten Registern bekommen, wenn ich gezielt nach einzelnen Leuten und Familien gefragt habe.
Zudem habe ich natürlich jede Menge spezieller Foren im Internet genutzt, und besonders toll war es, dass ich hierüber sogar auf ein Ortsfamilienbuch aufmerksam wurde, was für den Hauptzweig meiner Familie das momentane Ende der Recherche im Bereich der heutigen Bundesrepublik darstellt. Außerdem geriet ich hierüber wieder an eine andere Forscherin, deren Stammbaum sich in einigen Seitenlinien mit meinem deckt.
Nach sechs Wochen und ohne einmal das Haus hierfür verlassen zu müssen, hatte ich selbst rund 258 Einträge beisammen und die Familie meines Vaters bis 1700 und die meiner Mutter bis etwa in die selbe Zeit zurückverfolgt. Die Familie meines Vaters kommt davor aus dem heutigen Luxemburg, wo ich bislang online nicht fündig geworden bin. Aber zumindest hat sich hierüber eine logische Erklärung unseres Nachnamens ergeben (lux. Lemmer = Klinge, Lemmerschmied = Klingenschmied, die frühesten Vorfahren waren Schmiede und ließen sich mit dem Beginn des Hüttenwesens dann vermutlich von Luxemburg kommend im heutigen Saarland nieder).
Ansonsten ergaben sich natürlich jede Menge Ansatzpunkte für weitere Forschungen, und einige nette Kontakte zu lebender, entfernter Verwandschaft, von der niemand mehr wusste. Der sich mit meinem Stammbaum teilweise überlappende Stammbaum der anderen Forscherin hat übrigens über 1000 Einträge.
Auch ohne streng wissenschaftlichen Ansatz hat mir die Sache jedenfalls viel Spaß gemacht und ich hätte nie geglaubt, dass man so schnell zu so weitreichenden Ergebnissen kommen würde. Momentan liegt alles in einem dicken Ordner bzw. auf der Festplatte und wenn ich mal wieder Zeit, Lust und Laune habe, werde ich mal weitermachen. Ansatzpunkte habe ich jedenfalls genug, zumal einige Arierpässe aus der Familie meiner Frau aufgetaucht sind, die ich noch gar nicht ausgewertet habe. Momentan bin ich aber einfach froh, schon mal soviel Familiengeschichte gesammelt zu haben (wobei der größte Schatz der Text einiger Notarurkunden von ~1700 über meinen Urahnen ist).
Gruß vom Wiz
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