ich habe eine Frage zu einem der drei heute zur Abstimmung kommenden Anträge im Bundestag.
Was soll der Antrag, dass Stammzellenimport zulässig seien soll, die Herstellung aus „deutschen Embryonen“ aber verboten werden soll ?
Für mich sieht das nach Nationalismus, oder zumindest nach doppelter Moral aus.
Embryonen töten ja, aber blos keine deutschen.
Oder habe ich das Thema diese Antrags falsch verstanden.
ich habe eine Frage zu einem der drei heute zur Abstimmung
kommenden Anträge im Bundestag.
Was soll der Antrag, dass Stammzellenimport zulässig seien
soll, die Herstellung aus „deutschen Embryonen“ aber verboten
werden soll ?
Für mich sieht das nach Nationalismus, oder zumindest nach
doppelter Moral aus.
Embryonen töten ja, aber blos keine deutschen.
Oder habe ich das Thema diese Antrags falsch verstanden.
Ich versuche mal als Befürworter dieses Antrag zu antworten (obwohl ich hier sicherlich kein Experte bin). In einigen Ländern (Israel, USA) gibt es schon diese embryonalen Stammzellen, in Deutschland bislang noch nicht.
Wenn man diese einmal hat, kann man, wie bei Hefeteig, immer wieder neue aus ihnen gewinnen (die Hälfte einfrieren, die andere Hälfte verkaufen). Man braucht hierfür keine neuen Embryonen zu töten.
Für deutsche embryonalen Stammzellen müßte man (erst einmal) Embryonen töten, da es sie bislang noch nicht gibt.
klingt logisch, hätte ich auch selbst drauf kommen können.
Also doch nur ein bisschen doppelte Moral.
In der Kantine esse ich heute Schnitzel. Das Schwein war ja schon tot…
klingt logisch, hätte ich auch selbst drauf kommen können.
Also doch nur ein bisschen doppelte Moral.
In der Kantine esse ich heute Schnitzel. Das Schwein war ja
schon tot…
Ja und nein. Andrea Fischer hat gerade im Bundestag gesagt, dass sie sich schon vor Jahren überzeugt hat lassen (also wohl in ihrer Zeit als Ministerin, wo sie ja wirklich Experten anhören konnte), dass ein Importverbot vor dem BVG eh keinen Bestand haben würde. Nur eine strikte Einschränkung.
Wenn das stimmt (ich weiß es nicht, ihr wurde aber auch nicht widersprochen), dann kann man das wohl auch nur ehrlich nennen. Ein konsequentes Nein ist dann auch doppelmoralisch, wenn man weiß, dass man dann den Schwarzen Peter der Importerlaubnis nur dem BVG zuschiebt.
Was soll der Antrag, dass Stammzellenimport zulässig seien
soll, die Herstellung aus „deutschen Embryonen“ aber verboten
werden soll ?
Vielleicht ist die Gewinnung des Materials für den Gesetzgeber noch kryptischer als dessen Verarbeitung. Womit ich nicht sagen will, dass sich nur aus Keimzellen ein ganzer Mensch klonen lässt. Haddu mal ein Haar für mich?
Ein konsequentes Nein ist dann auch doppelmoralisch,
wenn man weiß, dass man dann den Schwarzen Peter der
Importerlaubnis nur dem BVG zuschiebt.
nein, nicht ganz, denn bei einer moralischen Entscheidung liegt die Verantwortung beim Einzelnen. Die Entscheidung, Embryonen einführen zu lassen, ist meines Erachtens eher vergleichbar mit einer Entscheidung, die Kinderpornographie zulassen würde nach dem Motto: „Es gibt sie halt, was soll man machen!“
Doppelmoral liegt bei der Embryonenentscheidung nur bei denen vor, die sich des moralischen Argumentes nur bedienen, um einen ökonomischen Vorteil zu rechtfertigen. Das ist verwerflich. Den anderen, die wissen, dass sie nichts tun können auf lange Sicht (und das auch sagen!), ist der Vorwurf einer Doppelmoral eigentlich nicht zu machen. Die haben es allerdings auch schwerer, mit ihrer Entscheidung zu leben.
Leider macht da Deutschland einen riesigen Fehler. Ist ähnlich, wie bei der Gentechnik. „Wenn wir es nicht tun, tun es andere und wir müssen von denen dann einkaufen.“ Jetzt wachen die endlich mal auf, aber eben zu spät. Irgendwann gibt es auch Stammzellen in D. Die Ds werden aber immer hinten dran hängen und die rote Laterne halten, wie üblich eben.
Hehlen ist genauso schlimm wie stehlen.
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Ich versuche mal als Befürworter dieses Antrag zu antworten
(obwohl ich hier sicherlich kein Experte bin). In einigen
Ländern (Israel, USA) gibt es schon diese embryonalen
Stammzellen, in Deutschland bislang noch nicht.
Wenn man diese einmal hat, kann man, wie bei Hefeteig, immer
wieder neue aus ihnen gewinnen (die Hälfte einfrieren, die
andere Hälfte verkaufen). Man braucht hierfür keine neuen
Embryonen zu töten.
Für deutsche embryonalen Stammzellen müßte man (erst einmal)
Embryonen töten, da es sie bislang noch nicht gibt.
Die gibt es jede Menge, eingefroren und tiefgekühlt, irgendwann wirft man die weg, oder entsorgt sie, klingt vielleicht besser.
Warum also nicht versuchen, damit Schwerkranken zu helfen?
Da denke ich vielleicht egoistisch, aber mich oder Dich könnte es ja auch mal erwischen, wenn dann die Diagnose kommt, unheilbar, was dann?
Man sollte jede Chance nützen.
Gruß
Rainer
Leider macht da Deutschland einen riesigen Fehler. Ist
ähnlich, wie bei der Gentechnik. „Wenn wir es nicht tun, tun
es andere und wir müssen von denen dann einkaufen.“ Jetzt
wachen die endlich mal auf, aber eben zu spät. Irgendwann gibt
es auch Stammzellen in D. Die Ds werden aber immer hinten dran
hängen und die rote Laterne halten, wie üblich eben.
Nein, in der Gentechnik hängen wir nicht hinterher. Und zu dem Import von Stammzellen kann man stehen wie man will, aber wirtschaftlich ist das kein Problem.