Hi!
Ich denke, das der Ertrag der Automobilkonzerne in dem Bereich
höher ist, da die Masse der verkauften Autos es unterm Strich
ausmacht.
An einem Golf verdient VW ca. 3% Rendite, Porsche hat beim
911er 13%, beim Maybach werden es wohl 10-12% sein.
Und wieviel mal musst Du 10-12% erzielen um die
Millionenfachen 3% zu erreichen?
Diese Frage ist nicht interessant. Es ist nicht das Ziel des Produktes Maybach, so oft wie ein Golf verkauft zu werden.
Und ohne die Brot- und Butter Autos wäre ein Maybach überhaupt
nicht mehr bezahlbar, da er aus der Großserie mitfinanziert
wird.
Für Autos wie den BMW 850 mag das zutreffen. Ich schätze, dass
der Maybach eine gute Rendite erwirtschaften wird und auch
weitere schwer messbare Effekte wie die Erhöhung der
Strahlkraft der Marke mit sich bringen wird.
Das sehe ich anders. Auch der Maybach konnte nur entstehen
weil Manpower-Ressourcen aus der Großserie entliehen wurde.
Falsch, die Leute im Maybach-Projekt sind größtenteils neu.
Das Werk sowieso.
Würde eine unabhängige Firma den Maybach produzieren, wäre er
doppelt so teuer.
Diese Annahme kann nicht belegt werden, da zu viele Eckdaten wichtig sind, die wir hier mangels Detailwissen nicht kennen. Nur so viel: VW lässt den Golf Cabrio bei Karmann in Osnabrück fertigen. Viel teurer als ein geschlossener Golf ist er nicht…
Ich denke mal, wir haben auch so schon genug Umwelt- und
Verkehrsprobleme, da wirkt sich ein Maybach nicht gerade
förderlich aus.
Bei über 80% Exportanteil wird dieses Argument uninteressant.
Ausserdem trägt ein Maybach im Vergleich zu einem Golf massiv
zur Verkehrssicherheit bei, da er in den allermeisten Fällen
von trainierten Chauffeuren bewegt werden wird.
AS DEN Export betrifft gebe ich Dir recht. Aber da der Maybach
nur geringe Stückzahlen erreichen wird, wird er die
Verkehrssicherheit weder verbessern noch verschlechtern. Aber
ein dermassen Spritsaufendes Ungetüm, das muss m.E. nicht
sein.
Da der Maybach nur geringe Stückzahlen erreichen wird, ist der Spritmehrverbrauch im Vergleich zu einem Mercedes S/BMW 7er/Audi A8 vernachlässigbar. Vermutlich wird mit einem durchschnittlichen Maybach sogar weniger Benzin verarbeitet wie mit einem durchschnittlichen Passat W8, denn die Fahrweise mit Chauffeur ist sehr viel spritsparender, als die Vollgasorgien des Normalo-Vertrieblers…
Umweltprobleme machen nicht an der Grenze halt, da
greift auch Dein Export-Argument nicht. Der Maybach dient nur
als Statussysmbol. Als Spassauto kann er kaum durchgehen, und
wenn, dann gäbe es das schon in Form von Rolls-Royce.
Ein Maybach mit vier Kats, Abgasrückführung und v.a. einer Lebensdauer von locker 20 Jahren ist umweltpolitisch vermutlich „sauberer“ als ein Ford Mondeo Servicewagen.
Bitte, wer einen haben will und nichts
besseres mit seinem Geld anzufangen weiss…
Eben. Besser als das Geld nach Monte Carlo zu schleppen. So
bleibt es im hiersigen Wirtschaftskreislauf, zumindest solange
DC hier noch wenigstens etwas USt bezahlt…
Du willst mir doch nicht allen ernstes weissmachen, der
Maybach mit seinen geringen Produktionszahlen rettet D als
Wirtschaftsstandort. Da gäbe es aber noch andere Mittel…
Das habe ich auch nicht behauptet. Er schadet Deutschland keinesfalls. Er schafft ein paar Arbeitsplätze. Und womit sind die Deutschen den groß geworden?
Mit Pioniergeist und allerfeinster Technik. Das kann man nun wieder aus deutscher Produktion kaufen. Der Effekt wird nicht ausbleiuben, s. „Strahlkraft“.
Mir würden genügend bessere Sachen einfallen. Und das hat
nichts mit Neid zu tun. Denn die wenigsten Käufer eines
solchen Autos sind Autonarren (denn dann würden sie selbst
fahren). Die meisten kaufen sowas als Statussymbol.
Na und? Frage ich Dich, welche Marke DVD-Player Du weswegen
kaufst?
Mit Sicherheit aus Funktionsbedingten und Qualitativen
Gründen. Einen Funktionsvorteil sehe ich beim Maybach nicht.
Der liegt auf der Hand: das Fahrwerk.
Wie gesagt, dafür gibts ja nichteinmal eine AHK 
Natürlich gibt es die. Für dieses Auto gibt es alles. Genau wie für jedes andere Auto. Kennst Du die schweizer Firma „Sbarro“? Die bauen alles. Auch eine AHK für den Maybach.
Ich kenne genug Leute, die „richtig“ viel Geld verdienen. Die
fahren MB 190 oder Golf.
Das ist asozial, denn sie sollten, zumindest nach dem
sozialistischen Modell der neuen Mitte, ihr Geld wieder dem
Wirtschaftskreislauf zuführen und es nicht bunkern.
Wer sagt denn, das sie es bunkern? Die Leute, die ich kenne,
brauchen kein Luxushaus und kein Luxusauto als Statussysmbol.
Die haben noch ein kleines Häuschen im Grünen, verreisen öfter
als Du und Ich und haben ihr Haus nach ihrem eigenen Geschmack
eingerichtet, was durchaus viel Geld kosten kann.
Und wo ist nun der Unterschied zwischen einem Rolf-Benz-Sofa und einem Maybach?
Die leisten
sich hier und da was besonderes, aber nicht um es zu zeigen,
sondern um sich selbst den einen oder anderen Wunsch zu
erfüllen.
Das freut mch für Deine Bekannten. Nur hat es mit der Diskussion um die Rendite des Maybach nicht mehr viel zu tun, oder?
Der eine liebt Understatement, der andere zeigt eben gerne, was er hat.
Ich persönlich fahre auch nicht Maybach, noch nicht einmal Daimler. Ich bevorzuge einen mausgrauen BMW Kombi mit Dieselmotor, denn da passen Bierbänke rein und man kann mit 180 bei 7 Litern Verbrauch fahren.
Ich habe aber auch keine extravagante Wohnungseinrichtung. Dafür liebe ich Motorräder.
Und?
Die stecken das Geld eben lieber in eine gute Ausbildung ihrer
Kinder (so wie ich, und das kann auch ganz schön teuer sein),
Ich weiss, ich war bis vor wenigen Jahren Kind in der Ausbildung.
Denkst Du, Maybach-Käufer lassen ihre Kinder nicht ordentlich ausbilden?
gehen öfter auswärts Essen.
Auch das machen manche Maybach-Fahrer sicherlich ganz gerne.
Das alles beschert mir schöne
Erinnerungen. Die habe ich auch noch, wenn ein Maybach auf dem
Schrott landet (vorrausgesetzt, ich werde so alt).
Das ist es eben. Manche Leute lieben die Konstanten. Und einen solchen Wagen kann man 25 Jahre fahren.
Es gibt Leute, die haben Geld und
sprechen nicht darüber
…und geben es halt auch nicht aus.
Falsch. Nur geben sie es oft bewusst so aus, das es nicht
jeder sieht.
Auch einen Maybach kann ich bewusst kaufen, oder nicht?
Wozu auch?
Etwas eitel ist jeder Mensch. Vielleicht trägst Du Boss-Anzüge?
Wer ein intaktes Ego hat, braucht es
niemandem zu zeigen das er viel Geld hat.
Für das Thema Auto mag das ab und zu gelten. Aber ich denke, kein Mensch ist völlig frei davon, Statussymbole zu zeigen. Das kann von der Baldessarini-Krawatte bis hin zur Villa am Gardasee alles sein.
Wer hat die Zeit,
die Vorzüge eines Maybach auszukosten? Genau die Leute, die
nicht über das Geld verfügen. Die meisten Leute die ich kenne,
haben keine Zeit dafür. Die müssen arbeiten um das viele Geld
zu verdienen. Viel arbeiten (Mafiosi und Millionenerben mal
ausgenommen).
Die meisten Leute, die im geschäftsleben viel Geld verdienen, fahren viel. Im Maybach kann man auf der Fahrt bequem arbeiten, im Golf nicht.
Das ist dieselbe Diskussion wie Businnes- und Holzklasse zu fliegen. Ich fliege immer Holzklasse, denn ich will Vorbild sein und bin 1,80. Wäre ich 1,95, würde ich wohl BC fliegen.
Was ist nötig und was nicht? Kaufe ich nur das nötigste, macht die Sache keinen Spass mehr. Spass für den einen ist der Maybach als kleines Highlight im beruflichen 16-Stunden-Alltag. Für den anderen ist Spass eben das Auswärtsessen.
Beides bedient wiederum Wirtschaftszweige und schafft Arbeitsplätze.
und es gibt Leute, die haben ein paar
Kröten und müssen es jedem zeigen.
Sicher gibt es die. Und?
Wirtschaftliche Argumente
für so ein Auto sind an den Haaren herbeigezogen.
Belege mit das.
Siehe oben. Wieviel Maybachs musst Du verkaufen um an die
Erträge eines Millionenfach verkauften Golf zu kommen?
Das ist völlig uninteressant, s.o.
Das
erreichst Du nicht. Der Maybach ist für den Käufer und auch
für DC ein reines Imageprodukt.
…das Geld verdient. Also alles bestens.
Der Maybach soll DC den Platz
im Spitzensegment des Marktes sichern. Diesen Zweck wird er
ohne Frage auch erfüllen. Aber ziehe mal von den evtl. 10-12%
die Entwicklungskosten ab, da bleibt nicht viel.
Die sind in der Renditerechnung enthalten.
Aber DC zahlt
dieses Zubrot gern, wenn sich langfristig das hohe Markenimage
hält. Ist ein teures Werbefahrzeug. Selbst wenn durch den
Maybach mehr Fahrzeuge von DC verkauft würden durch die von
Dir genannte Strahlwirkung, warum muss DC dann trotzdem Leute
entlassen? Einen Maybach auf die Strassen zu bringen, weil DC
ihre Kunden zurückerobern will, die sie mit schlechtem Service
vergrault haben, halte ich aus Betriebswirtschaftlicher Sicht
für fragwürdig.
Das ist anderes Thema.
Selbst ein Bekannter von mir, der über das nötige Kleingeld
verfügt, meinte das so ein Auto Unsinn sei.
Dieses Auto ist dann kein Unsinn mehr, wenn DC damit Geld
verdient. Und das haben sie ja auch vor…
Demnach ist alles, womit man Geld verdient sinnvoll? Hmm.
Das habe ich nicht gesagt.
Er bleibt lieber
bei seiner Sammlung von klassischen Mercedes (vom 300SL bis
zum 600er ist alles dabei).
Und wo bitte ist nun der Unterschied zwischen einem Maybach
und einem Mercedes 600? Ist es nicht asozial und angeberisch,
eine Autosammliung zu unterhalten? Wofür macht er das? Kann
man beweisen, dass er aus Spass am Auto macht, der
Maybach-Käufer aber generell ein Angeber ohne technische
Affinität ist?
Ein Maybach Käufer fährt wahrscheinlich nicht selbst. Das wäre
schonmal Punkt 1. Seine Mercedes fährt er nicht zur Schau
durch die Gegend. Kaum einer weiss, das er diese Sammlung hat.
Er hat eben schon Spass am Auto. Stöbert auf Oldtimermärkten
nach gesuchten Originalteilen und kennt jede Schraube an
seinen Autos.
Bei einem Maybach Eigner wird das wohl kaum der Fall sein.
Ein 600er wäre nicht in seiner Sammlung, wenn man damals so gedacht hätte wie Du heute. Merkst Du was?
Grüße,
Mathias