[OT] Rant: Word ist doof
Beim Titel habe ich zuerst ueber ein s/ist/macht/ nachgedacht…
Hi,
ich muss mal wieder rumlaestern, weil ich das Wuergen kriege, wenn ich hier so manches lese: „150dpi reicht fuer’s Drucken“; Screenshots von Programmen in den Druck; Leute, die vom Layouten keine Ahnung haben layouten fuer Leute, die vom Layouten auch keine Ahnung haben.
Beim scannen kannst Du doch die Auflösung selbst bestimmen.
Wie denn? Bisher habe ich immer nur das Papier draufgelegt und
auf den Knopf gedrückt. 
Ich versteh nicht so ganz: Du druckst Screenshots von diesem Capella aus und legst sie wieder auf den Scanner?
Ich weiß nicht, wie der Verlag das macht.
Ein Verlag, der direkt mit Word arbeitet, ist mir schonmal per
se unsympatisch 
Mir auch. Ich wuerde mich zumindest weigern, einem Verlag ein Word-Dokument zu schicken. Nur, wenn er explizit nach diesem verlangt. Das waere dann aber auch das letzte Mal, dass ich bei diesem Verlag freiwillig etwas veroeffentliche.
Jetzt mal Klartext: ich gestehe ein, vom Layouten absolut keinen Plan zu haben. Ich bin mir dieser meiner Schwaeche aber durchaus bewusst. Du bist Dir das anscheinend nicht (wie viele Word-Anwender). Weil Word halt suggeriert, dass es doch kinderleicht ist, Druckerzeugnisse zu layouten. Das ist es aber eben nicht und Word ist auch in keinster Weise eine Unterstuetzung dabei, eher ein Hindernis.
Wenn wir uns jetzt also unserer eigenen Unfaehigkeit bewusst werden, dann lassen wir fuer professionelle Drucke auch Profis ran. (Das muss uns ja nicht davon abhalten, im stillen Kaemmerlein weiter zu ueben, bis wir es denn irgendwann koennen.) Im vorliegenden Fall wuerde ich den Text also als plain text beim Verlag einreichen und mit Markierungen versehen, was eine Ueberschrift ist, wo ein Bild hinkommt usw. So haben das Autoren vor 20 Jahren bei handschriftlichen Dokumenten gemacht, warum soll es ploetzlich so schlecht sein.
Jaja, ich kenne die verbreitete Abneigung gegen Word, aber es
gibt eben gewisse Zwänge, denen man sich nicht entziehen kann.
Wieso? Dein Text wird irgendwann von einem Drucksetzer gesetzt. Der Mensch hat sein ganzes Leben lang Texte fuer die Zeitschrift gesetzt, weiss, wie deren CI aussieht, der klamuesert Dein Word-Dokument sowieso wieder komplett auseinander, zerlegt alle (bunten) Bilder in CMYK, weil sein Satzsystem mit den Formaten sowieso nicht klar kommt. Oder glaubst Du ernsthaft, dass jeder Artikel in der Zeitschrift mit der Schriftart gesetzt wird, die der Einreicher nun mal gerade fuer sein Word-Dokument auserwaehlt hat? Wo doch Comic Sans MS so toll aussieht…
Der Verlag ist übrigens keine Klitsche, sondern ein
internationaler.
Gerade dann waere es um so verwunderlich, wenn er so unprofessionell arbeiten wuerde.
Der ist fast 70 und
interessiert sich fuer das Layout Deines Dokuments ueberhaupt nicht. Dazu hat er seine Leute.
Bisher war die Vorgabe 14 Zoll für den Haupttext, 12 Zoll für
die Anmerkungen (bei DIN A4). Das Problem ist jetzt für mich,
die Größe der Abbildungen zu entscheiden, festzulegen und
einzuarbeiten.
Meine unbedeutende Meinung: ich mache Bilder immer 90% der Textbreite breit und proportional dazu hoch. Ja, ich weiss, das Word AFAICS keine Breitenangaben relativ zur Textbreite oder irgendwelchen anderen Maszen des Dokuments verarbeiten kann. Selbst HTML ist diesbezueglich besser fuer die Dokumentenerstellung fuer unterschiedliche Ausgabemedien geeignet. Ich sehe es absolut nicht ein, wieso ich mich bei solchen trivialen Dingen den Faehigkeiten eines Programms unterwerfen soll.
Ich habe pro Abbildung im Moment fünf Zeilen plus je eine
Abstandszeile vom Text oben und unten eingeplant.
Damit wird der Drucksetzer nichts anfangen koennen. Schreib in einen Kommentar zu Deinem Text, dass Du z.~B. gerne haettest, dass von der obersten Linie einer Notenzeile ersten Linie der naechsten 2cm Abstand sind, dann weiss er, wie gross er sie skalieren muss. Den Deiner Meinung nach optimalen Abstand bestimmst Du mit Probedrucken der Noten zu Hause. Falls der Setzer keine Ahnung hat versucht er sich an Deine Vorgaben zu halten. Falls nicht wird er es (meinstens) besser machen.
Die Graphiken der Noten lieferst Du als Vektorgraphiken (PS, EPS, PDF o. ae.), dann kann der Setzer die beliebig gross oder klein skalieren ohne Pixelkloetzchen zu erzeugen. Kann das von Dir verwendete Programm das nicht, ist es ungeeignet. Du solltest es austauschen. Ist das nicht moeglich lieferst Du die Pixelgraphiken so gross wie moeglich. Was moeglich ist haengt unter anderem auch von den Transfermoeglichkeiten zu Setzer ab.
Huch? Ich dachte, Word ist so einfach, das erklärt sich
selbst?
Ich habe gerade mal ein Word da und an dem Problem gekaempft, dass ich einem Fragment gerne einfach sagen moechte, dass er jetzt eine Abbildung ist und alle weiteren Einstellungen sich gemaess den Formatvorgaben anpassen (ich kaempfe da schon laenger dran). Derzeit bin ich so weit, dass ich eine Graphik in einem Positionsrahmen hab (natuerlich weit davon entfernt auch nur annaehernd meinen Formatierungswuenschen zu entsprechen) und es mir ums Verrecken nicht gelingen will, den Textcursor aus dem Positionsrahmen zu bewegen, um nach dem Positionsrahmen Text einzugeben. Wahrscheinlich muss ich erst Graphik und Positionsrahmen (aus der Formatvorlage) entfernen um dann weiter arbeiten zu koennen. Intuitiv finde ich das nicht gerade.
Ich benutze Capella, aber das Programm setzt seine Beispiele
für den Programmaustausch leider entweder ins TIFF-Format
TIFF sind Pixelgraphiken und scheiden fuer professionellen Druck von vornherein aus.
Und auf Word bin ich aus den genannten Gründen der
Kompatibilität (Herausgeber) angewiesen.
Plain Text und Postscript ist fuer Druckerreien das „kompatibelste“ ueberhaupt.
Gruss vom Frank.