Standardabweichung

Hey ihr Mathe-Genies,

ich hätte ja gern gewußt, wie hoch die Standardabweichung von Dreifachansätzen/-versuchen ist! Gibt’s da wirklich Richtlinien?

Vielen Dank!
D.

Moin,

ich hätte ja gern gewußt, wie hoch die Standardabweichung von
Dreifachansätzen/-versuchen ist!

Das hängt vom Versuch bzw. der Messung ab. Dafür gibt es keinen Richtwert.

Gibt’s da wirklich Richtlinien?

Nein, das schon ganz und garnicht.

Vielleicht ist dir besser zu helfen, wenn du etwas genauer beschreibst, was dein Problem ist, zB wie du auf soeine Frage bzw. Vermutung kommst.

Gruß
Jochen

Hallo Jochen,

bei dem Versuch ging es um die Aufstellung einer Standardkurve (…@chemie.bio…, da kann ich ja ausführlicher werden ;o) Bekannte Konzentrationen wurden im Photometer gemessen u dann im Diagramm Absorption gegen Konzentration aufgetragen. Die Photometerbestimmung wurde im Triplett gemacht. Jetzt will meine Professorin wissen, wie die Standardabweichung von Triplett-Analysen ist.

Ist das denn eine Frage, die man so gar nicht stellen kann? Ich würde sagen, dass es sich um eine Prozentangabe handeln müßte, aber vermutlich mit Angaben über das „confidence intervall“…

Vielen Dank!

Gruß,
D.

Hallo Saccharomyces :smile:,

Die SD berechnet sich wie üblich, es müssen halt nur mehr als 1 Meßwert vorliegen…

Allerdings gibt die ein Stichprobenumfang von 3 keine gute bzw. nur eine sehr, sehr grobe Schätzung für die zugunde liegende Variation der Messung.

Gut, jetzt hast du bei unterschiedlichen Konzentrationen gemessen. Die SD kann abhängig sein von der Konzentration. Dann kann man die SD auf den Mittelwert beziehen. Man bekommt so den Variationskoeffizient (CV). Die CVs verschiedener Konzentrationen lassen sich idR besser vergleichen als die SDs.

Beim Photometer gibt es zwei sich auf die Genauigkeit negativ auswirkende Einflüsse: Gemessen wird ja der Lichtdurchtritt (I), der geteilt wird durch die Lichtintensität ohne Absorption (Io), also I/Io (Achtung: A = -LOG(I/Io)). Wenn kaum absorbiert wird, ist I ungefähr gleich Io, der Quotient ist etwa 1 (A=-Log(1)=0). Ein relativer Fehler in der Bestimmung von I wirkt sich also umso stärker aus, je weniger konzentriert die Lösung ist. Wird sehr stark absorbiert, geht der Quotient gegen Null (A=-LOG(0)=inf). Ein absoluter Fehler bei der Bestimmung von I wirkt sich hier also umso stärker aus, je stärker absorbiert wird. Dazwischen gibt es für die Meßgenauigkeit ein Optimum. Dieses ist natürlich abh. vom Gerät, liegt aber in der gegend von 0.5.

In diesem Bereich sollten die CVs am kleinsten sein.

Ist das denn eine Frage, die man so gar nicht stellen kann?

Sicher kannst du die SD von Dreifachansätzen ausrechnen. Nun, die ursprüngliche Frage war ja: „Gibt’s da wirklich Richtlinien?“

Das ist nicht allgemeingültg zu beantworten. Nun gibt es aber zB für diverse Photometer technische Spezifikationen und vor allem Erfahrungswerte. Und mit diesen Werten lassen sich deine SDs natürlich vergleichen. Wenn du auf Gerät A im Mittel SDs von Dreifachansätzen mißt, die deutlich größer sind als die von Gerät B, dann mißt Gerät B wohl genauer. Um das statistisch zu beweisen, muß man jedoch die Varianz der Steuungen betrachten (daher muß man eben mehrere Dreifachansätze messen) und dann zB über einen t-Test beurteilen, ob die mittleren Streuungen signifikant unterschiedlich sind.

Ich würde sagen, dass es sich um eine Prozentangabe handeln
müßte,

Das wären die Variationskoeffizienten (CVs).

aber vermutlich mit Angaben über das „confidence
intervall“…

Das Konfidenzintervall ist das Intervall, indem mit gegebener Wahrscheinlichkeit (meist 95%) ein Messwert einer Probe liegt, deren (unbekannter) wahrer Wert dem Mittelwert entspricht.

Das berechnet sich, jenachdem, ob die SD bekannt ist oder nur anhand einer Stichprobe geschätzt wird, nach der Normalverteilung oder der t-Verteilung. Da schaust du am besten hier:

http://www.stochastik.rwth-aachen.de/~schwab/statist…

Für deine Regressionsgerade ließe sich dann noch der Standardfehler berechnen. Das ist der Fehler, den man macht, wenn man anhand der Standardkurve einen Absorptionswert in einem Konzentrationswert umrechnet.

Gruß
Jochen

Vielen Dank!

Gruß,
D.

Hi Jochen,

vielen vielen Dank für die ausführliche Erklärung!
Dann kann ich ja endlich anfangen mein Protokoll zu schreiben…hurra!
;o)

Mach’s gut!
D.

PS: Für Freunde bin ich einfach DIE Hefe ;o)