Standartabweichung einer Einzelperson beim Testen

Hallo,

bei einer Testkonstruktion (Persönlichkeitsdimensionen aus mehreren Muttertests) habe ich nebenbei die Standartabweichung berechnet, die jede Person innerhalb einer zusammengehörenden Itemreihe hat. Also die Summe aller Abweichungen der Person zu ihrem eigenen Skalendurchschnittswert.
Diese habe ich dann noch für alle Skalen zusammengefasst. Hintergrund war eigentlich, dass ich Leute identifizieren wollte, die möglicherweise aufs Geratewohl ihre Kreuze gestreut haben (z.B. aus Verweigerung oder weil sie Analphabeten sein könnten). Jetzt finde ich es aber auch interessant, wenn das z.B. nur bei einer Skala vorkommt, z.B. wenn eine Person hier bei Extraversion total auffällt. Gibt es da schon Literatur drüber, ob solche Phänomene einen guten Ansatz für z.B. Gesprächsangebote bieten zu Bereichen, wo die Person scheinbar ihrer selbst nicht sicher ist, wie sie selbst ist?
Wird sowas überhaupt sonst erhoben bzw. berechnet und wie lauten die gängigen Stichworte zu diesen Phänomenen?

Wohlgemerkt, ich spreche nicht von der normalen Standartabweichung bei stichproben, sondern von den Schwankungen innerhalb einer Person.

Hallo Fellow,

im Prinzip gar keine schlechte Idee - und wenn es z.B. um Reaktionszeiten geht auch gängige Praxis zur Identifikation von Störungen innerhalb des ZNS.

Bei „Pen&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:aper“-Tests sehe ich aber folgendes Problem: die Standardabweichung innerhalb einer Skala und einer Person ist abhängig von der Punktezahl der Person auf der Skala. Bei jeweils höchster und niedrigster Punktzahl auf der Skala ist sie nämlich jeweils gleich Null - und dabei ist es in solchen Testungen gerade so, dass die höchten Scores doch etwas aussagen sollen.

Im Prinzip ist es also möglich, für jede Skalenpunktzahl exakt oder asymptotisch die Standardabweichung zu berechnen bzw. zu schätzen. Von daher eine leicht redundante Information. Zudem ist die SChwankung in einer Skala auch Testtheoretisch durchaus erwünscht - denn man möchte ja keine absolut homogene Skala mit Trennschärfen von z.B. 1.0 haben.

Vielmehr sollen die Items gar nicht zu sehr miteinander zusammen hängen - gerade bei Persönlichkeitsinventaren sind mittlere Trennschärfen Usus und durchaus nicht unerwünscht.

Aber wie gesagt, auf jeden Fall eine schöne Idee. Den MMPI-2 finde ich zwar so als Messinstrument furchtbar, aber an dem ist soviel rumgebastelt worden (er hat mind. 100 zusätzliche Skalen bekommen innerhalb der letzten 50 Jahre), da kann man sich schöne Anregungen holen, was aus einem Test herauszuholen ist.

Lieben Gruß
Patrick