seit Oktober sind wir standesamtlich verheiratet. Unsere Kirchliche Trauung war für April/Mai 2003 geplant, da dann meine Frau ihr Examen hinter sich hat. Wir leben noch nicht zusammen und wollten ursprünglich auch erst nach unserer Kirchlichen Trauung zusammenziehen.
Nun hat sich aus finanziellen, beruflichen und terminlichen Gründen unsere Lage so verändert, dass es uns sinnvoller erscheint, die Kirchliche Trauung auf Oktober 2003 zu verschieben, zumal wir das Sakrament der Ehe ernst nehmen und uns wirklich gut darauf vorbereiten wollen. Die Zeit zwischen standesamtlicher und Kirchlicher Trauung ist für uns eine Zeit der intensiven Vorbereitung auf unsere Ehe.
Aus den o.g. Gründen ergibt sich für uns nun ein Problem: Da meine Frau wahrscheinlich nach ihrem Studium umziehen muss, wäre es für uns beide sinnvoll, bereits wenige Monate vor unserer Kirchlichen Trauung zusammenzuziehen.
Da wir wissen, dass das aus katholischer Sicht nicht so ganz okay ist und das auch nachvollziehen können, fragen wir uns, ob es denn akzeptabel ist, wenn wir von vornherein (zumindest bis zur Trauung) grundsätzlich in getrennten Zimmern schlafen. Es kommt ja auch sowieso weniger darauf an, ob man unter einem Dach wohnt, sondern doch eher, wie man sich dort benimmt, oder?
Da wir wissen, dass das aus katholischer Sicht nicht so ganz
okay ist und das auch nachvollziehen können, fragen wir uns,
ob es denn akzeptabel ist, wenn wir von vornherein (zumindest
bis zur Trauung) grundsätzlich in getrennten Zimmern schlafen.
Es kommt ja auch sowieso weniger darauf an, ob man unter einem
Dach wohnt, sondern doch eher, wie man sich dort benimmt,
oder?
Ich bin zwar Protestantin, aber ich fände das völlig ok.
Es gibt ja auch andere Formen des zusammenlebens von Männern und Frauen in einem Haushalt, die ok sind. Z.B. Brüder und Schwestern, die oft noch im Erwachsenenalter bei den Eltern wohnen. Wenn ihr getrennte Zimmer haben wollt bis ihr vor Gott auch die Ehe geschlossen habt, dann sehe ich da keine Konflikte mit irgendwas.
Soviel ich weiß, verbietet die katholische Kirche auch nur den außerehelichen Geschlechtsverkehr und nicht das Zusammenleben in einem Haushalt. Ich kenne auch ein Paar (katholisch-evangelisch), die das so praktiziert haben.
Allerhöchstens könnte es euch schwer fallen, die Distanz zu wahren.
So, das ist meine Meinung als nicht-katholische Christin.
ich bin nicht katholisch, aber auch christlich - protestantisch - erzogen worden. Ich denke, es ist kein Problem, wenn ihr zusammenwohnt. Nur miteinander schlafen dürft ihr nicht. Soweit ich weiß, ist nur der voreheliche Verkehr verboten. Mein Vorschlag wäre, dass ihr es als Wohngemeinschaft anseht und euch entsprechend verhaltet.
Wegen der Umzieherei müsste eigentlich auch die standesamtliche Eheschließung als Argument reichen - immerhin seid ihr, rechtlich gesehen, verheiratet und müsst von den Behörden deshalb als Ehepaar behandelt werden.
Ich finde es gut, dass ihr das so ernst nehmt und wünsche euch alles Gute.
also meine Frau und ich sind beide gläubige Protestanten. Ich verstehe erhlich gesagt nicht, warum die katholische Kirche so ein Brimborium um die kirchliche Trauung macht. Für mich ist ganz klar das standesamtliche Datum maßgeblich (steht ja auch auf jeder Urkunde). Die kirchliche Trauung, die mir auch wichtig ist, war bei uns neun Tage später. Für mich war das wie ein zusätzlicher, offizieller Segen. Ich bin der Überzeugung, dass das auch Gott so sieht, denn wir leben nun mal „in der Welt“ mit all ihren Vorschriften und Gepflogenheiten und noch nicht im Himmel. Wenn Ihr also rechtlich und höchst offiziell verheiratet seid, wo ist da das Problem? Sorr, aber der vatikanische Absolutheitsanspruch ist mir sehr suspekt.
Zunaechst bin ich der Ansicht, dass man sich auch scheiden kann. Und zwar scheiden lassen kann in allen folgenden drei Punkten, siehe unten. In einem Punkt kann man es selbst ohne Staat und Religion tun. Wo ich Monogamie als erstrebenswert betrachte.
Es gibt imho drei Hochzeiten.
ad 1
Eine staatliche, weil der Staat es als weltliche Macht so will. Als Nachweis fuer den Status in weltlichen Belangen.
ad 2
Eine religioese Hochzeit. Mit quasi dem „offiziellen Segen“ der jeweiligen Religion oder Religionsausrichtung. Der kirchliche oder der priesterliche Segen in Eurem Fall ist nach meinem Verstaendniss aber nicht zwingend(irgendwann „schon“ erforderlich, aber nicht zwingend im Sinne des Wortes!) oder gar goettlich. Vorsicht, meine Meinung.
ad 3
Heiligen tut Ihr Euch zuerst und allein. Mit Eurem Entschluss zusammen zu leben und mit Eurer Liebe fuer einander habt Ihr Euch im religioesen Sinne bereits geheiligt. Der eigentliche Akt, oder auch huebsch ausgedrueckt das „Beieinanderliegen“, kann man in diesem Sinne vor Gott, aus religioeser Ansicht heraus, als Hochzeit betrachten. Was ich sagen will, dies ist bereits eine Hochzeit und es ist nach meiner Ansicht die eigentliche Hochzeit. Die staatliche und religioese Trauungen sind nur und nur offizielle Bestaetigungen in meinen Augen. Wenn Ihr religioes seit, so ist es meine Ansicht, dass Ihr erst oder schon, je nachdem, vor Gott heiratet mit dem Vollzug der Ehe. In diesem Sinne koennte man heiraten und trotzdem immer ab dem Zeitpunkt oder sogar Zeit seines Lebens monogam gelebt haben und die religioesen und staatlichen Trauungen spaeter vollziehen. Aber halt! Das ist nur meine Ansicht und ich halte Euer Vorhaben fuer ehrenwert, auch wenn ich selbst nie so leben wuerde. Lasst Euch bloss nicht von mir auf abwegige Ideen bringen.
Ihr wisst, es wird schwierig werden den noetigen Abstand zu wahren in einer gemeinsamen Wohnung.
für die Kirche mag das frühere Zusammenziehen ohne vorehelichen Verkehr ja ok sein, ob das für euch und eure Beziehung ok ist, weiß ich jedoch nicht. Ich persönlich stelle es mir sehr schwierig vor, mit meinem Liebsten zusammenzuziehen und bis zum Tag X einen auf „Kumpel“ zu machen - und ab dem Tag X auf einmal wieder ein Liebespaar und Ehepaar zu sein. Überlegt euch das gut…das erste Mal zusammenziehen, miteinander den Alltag kennen zu lernen, ist schon Prüfung genug. Da die Balance zu finden stelle ich mir für eure Idee sehr schwer vor.
Viel Glück bei der Entscheidung und dem gemeinsamen Lebensweg wünscht
ganz einfach: Bei den Katholiken ist (im Gegensatz zum protestantischen Ehebegriff) die Ehe ein Sakrament, sie wird also erst durch den Segen der Kirche gültig geschlossen.
da es bei uns sich recht ähnlich verhält, gelten vielleicht auch die gleichen Ableitungen. So ist bei uns ein Zusammenleben vor der Ehe auch nicht gestatten. Das geht sogar so weit, dass einen Monat vor der Ehe man in getrennte Wohnungen ziehen müsste, wenn man doch schon zusammenlebte (WG oder ähnliches).
Vielleicht kann aber wegen finanzieller Einbussung erleichtert werden, dazu würde ich dann aber einen Rabbiner fragen. Warum wendet ihr euch also nicht an einen Priester?
Ansonsten würde ich nicht einfach in eine Wohnung ziehen, selbst wenn ihr in getrennten Zimmern schlaft (lebt?), denn zumindest ich bin kein Heiliger. Es würde mich einfach ablenken. Aber bei uns ist es ja auch verboten alleine mit einer Frau in einer Wohnung zu sein, wenn man nicht verwandt ist.
Hallo Hubert,
sehr zu loben,dass Ihr Euch darüber überhaupt Gedanken macht
und „vor Gott“ richtig handeln wollt.Genau darauf kommt es auch an.
Die Frage ist deshalb auch,welche Verfahrensweise ist vor Gott
richtig,und nicht die Sicht „irgendeiner“ Religion.Aus dem,was
ich aus der Bibel weis,ist jemand vor Gott verheiratet,der Standesamtlich verheiratet ist.Leider sagt die eine Religion was
anderes als die Andere.Durch die Standesamtliche Trauung ist die
biblische Anforderung erfüllt.Nur kommt bei Euch hinzu,dass Ihr
als Katholiken die katholische Ansicht vor Augen habt.
Hier spielt das eigene Gewissen eine Rolle.Man müsste also die Frage klären,ist die katholische Ansicht,dass man kirchlich getraut sein muss,auch die Biblische,also die göttliche Ansicht.
Ich selbst bin zu der Überzeugung gekommen,vor Gott ist man verheiratet,wenn man Standesamtlich verheiratet ist,wie ich es bin.
Gruss Gerhard
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Die Frage ist deshalb auch,welche Verfahrensweise ist vor Gott
richtig,und nicht die Sicht „irgendeiner“ Religion.Aus dem,was
ich aus der Bibel weis,ist jemand vor Gott verheiratet,der
Standesamtlich verheiratet ist.
aus dem, was ich aus der Bibel weiss, gab es damals gar keine Standesämter.
Eine Ehe ist vor Gott richtig, wenn sie vor Gott geschlossen wird. Also ein Versprechen der Eheleute vor Gott als Zeugen. Dabei wird natürlich auch Gottes Segen erbeten.
über den religiösen aspekt werde ich nichts sagen, weil du ja eine katholische expertenmeinung hören willst, und die kann ich nicht anbieten. es hat keinen sinn über irgendwas anderes zu reden, was dich gar nicht interessiert.
daher nur ein gedanke zur praxis. nehmen wir mal an, es wäre in ordnung wenn ihr zusammenzieht und für einige monate in getrennten zimmern wohnt (vielleicht fragt ihr „den priester eures vertrauens“?). ich stell mir das mal vor…
ihr liebt euch bzw. seid wahrscheinlich total verliebt.
ihr seid euch täglich nahe, benutzt dasselbe bad usw.
ihr habt (nehme ich an) vorher noch nie miteinander geschlafen.
die technische funktionsweises eures körpers und eurer seele ist normal, sprich, ihr zieht euch stark sexuell an.
aber ihr dürft nicht.
das stelle ich mir grausam vor, wenn es über monate (!) so dahingeht. schuldgefühle sind vorprogrammiert, denn unterdrücken läßt sich das gefühl nicht. und schuldgefühle und gefühlsunterdrückung sind wohl das allerletzte, das ein mensch in zusammenhang mit der liebe haben sollte! daher mein rat: zieht erst dann zusammen, wenn ihr alles tun dürft und sogar tun sollt. alles andere halte ich für gefährlich für die seelische gesundheit.
Das ist eine Frage…
der Fantasie! Meien Frau und ich haben das auch so praktiziert, da wir auch gerne katholisch sind. Tja, ihr lieben Leute: Sexualität ist halt mehr als Sex! Da gibt es eben noch gaaaanz viele kuschelige, zärtliche, hocherotische Möglichkeiten, die man in aller Ruhe ausprobieren und auskosten darf. Unsere langjährige Ehe lebt noch heute von all den kleinen zärtlichen Entdeckungsreisen, die wir uns damals schenken durften.
Daher: Nur Mut! Der Weg lohnt sich! Gemäß dem Motto: Vorfreude ist die beste Freude!
ja eben. das ist ja das problem. naja ich kann da nur von mir sprechen: ICH könnte sowas nicht durchhalten. aber wenn es doch klappt und beide so wollen, ist das natürlich in ordnung. hauptsache beide halten zusammen!
Hallo Hubert,
ich weiß, dass Du das nun nicht hören willst. Ich möchte Deine Überzeugung auch nicht abwerten.
Ich bin gläubiger Christ. Ich halte es aber nicht für sinnvoll jungfreulich zu heiraten. Ich finde es gut, wenn man sich füreinander aufhebt, und nicht mit jedem Partner schläft. Man sollte allerdings vor der Ehe wissen, ob man in diesem Punkt auch zusammen paßt. Das ist sehr wichtig für eine Ehe. Die Menschen sind sehr verschieden. Und im Punkt Sex erst recht. Was für den einen schön ist, kann für den anderen doof sein. Wenn man dann sehr gläubig ist, und man bei seiner Liebsten keine körperliche Befriedigung findet, wird der Frust groß, und dann…
Was soll dann geschehen. Willst Du dann auf körperliche Erfüllung verzichten? Erwartest Du von Ihr, dass sie dan darauf verzichtet? Sex ist wirklich nur ein Aspekt der Ehe, aber einer, den man nicht durch Freunde kompensieren kann. Wenn man Hobies nicht teilt, kann man dies mit Freunden machen. Beim Sex geht das nur schwer.
Ich will nicht mit Dir über Moral und Glauben diskutieren. Ich finde es fair und verantwortungsvoll, wenn man auch diese Ebene vorher prüft, um zu wissen für wen man sich entscheidet.
Oder seid Ihr so gläubig, dass Ihr nur miteinander schlafen werdet, um ein Kind zu zeugen, und sonst nicht?
Dann würde ich meine Bedenken zurück ziehen.
Ein paar Vorabinfos vorweg, damit sich meine Antwort einsortieren läßt… Ich bin katholisch, ich bin verheiratet - seit anderthalb Jahren standesamtlich, seit einem halben kirchlich… Mein Mann ist evangelisch.
Und nochwas vorab: Hubert, ich will Dir und Deiner Frau nichts aufschwatzen und auch nicht Euren Glauben ausreden. Ich denke, es gibt Menschen, die sich wirklich bis zur kirchlichen Trauung für einander aufbewahren und das auch leben können.
Ich könnte es nicht - naja, hätte es nicht gekonnt.
Und beim Gespräch mit dem katholischen Pfarrer vor der kirchlichen Trauung (denn ich brauchte ja die Genehmigung, einen evangelischen Mann heiraten zu dürfen, da ich wollte, dass auch meine Kirche diese Ehe anerkennt) kam in keiner Sekunde Kritik daran auf, daß wir bereits seit einem Jahr verheiratet sind, länger zusammenleben und ob wir bereits Sex hatten stand auch nicht zur Debatte…
Ich denke also, daß sich die Amtskirche da von der gelebten durchaus unterscheidet und daß das gut ist so…
Ich würde mein Fazit da also anders ziehen: Fühlt Ihr Euch bereits verheiratet? Du sprichst immerhin von Deiner Frau…
Mir fällt dazu noch das Beispiel von Freunden von uns ein: Er ist (evangelischer) Christ, sie Atheistin aus Überzeugung. Beide haben also nur standesamtlich geheiratet. Aber ich bin mir sicher, daß Gott bei dieser Eheschließung anwesend war und den beiden seinen Segen gegeben hat. Genauso wie ich überzeugt bin, daß Gott auch unserer standesamtlichen Trauung beigewohnt hat - und daß wir seinen Segen bereits hatten, als wir zusammenlebten, als wir uns gefunden haben…
Ich würde also sagen: Lebt so, wie Ihr es vor Eurem Gott verantworten könnt…