Standortverlagerung in Niedriglohnländer

Hi,

ich schreibe gerade einen Artikel über Standortverlagerung in Niedriglohnländer. Es geht darum, was für eine Standortverlagerung und was gegen eine Standortverlagerung spricht.
Könntet ihr mir die Pros und Contras die ihr kennt bitte in Stichworten kurz mitteilen, sodass ich das fehlende noch ergänzen kann? Ich wäre euch wirklich dankbar dafür.

Bis jetzt habe ich folgende Gesichstpunkte:

Pro:

  • Kostenersparnis
  • Markterschließung
  • Nähe zu Großkunden
  • Steuern, Abgabe & Subventionen
  • Verfügbarkeit von qualifiziertem personal (Speziell: IT Branche in Indien)
  • Koordinations-, Kommunikations-, Transportkosten Ersparnisse
  • Beweis der Internationalität
  • Ausnutzung Zeitverschiebung

Contra:

  • erhöhter Administrations- und Kommunikationsaufwand
  • interkulturelle Missverständnisse
  • Koordinationsprobleme
  • Sprachprobleme & Kulturelle Probleme
  • Steigende Abhängigkeit von externen Anbietern
  • Steigende Lohnkosten, die die eigentliche Einspareffekte aufheben (eher bei kleineren Unternehmen)

Vielen Dank für eure Hilfe

Gruß
Benny

Hallöchen,

  • erhöhter Administrations- und Kommunikationsaufwand
  • interkulturelle Missverständnisse
  • Koordinationsprobleme
  • Sprachprobleme & Kulturelle Probleme
  • Steigende Abhängigkeit von externen Anbietern
  • Steigende Lohnkosten, die die eigentliche Einspareffekte
    aufheben

Wechselkurs-/Inflationsrisiken
politische Risiken
Transferrisiken
rechtliche Risiken (unbekannter Rechtsraum, andere Rechtssicherheit, Benachteiligung vor Gericht ggü. einheimischen Gegnern
andere Streik-/Arbeitskultur
schlechtere Infrastruktur (Verkehr, leitungsgebunden und -ungebunden)

Gruß
Christian

Pro:

  • Kostenersparnis
  • Markterschließung
  • Nähe zu Großkunden
  • Steuern, Abgabe & Subventionen
  • Verfügbarkeit von qualifiziertem personal (Speziell: IT
    Branche in Indien)
  • Koordinations-, Kommunikations-, Transportkosten Ersparnisse
  • Beweis der Internationalität
  • Ausnutzung Zeitverschiebung

Zum Teil notwendiges Übel, da Invest staatlich vorgeschrieben
Möglichkeit zum flexiblen nutzen von versch. Währungsräumen (DollarEuro)
erleichterter Zukauf aus low cost Standorten, da man selber dort schon ist.

Contra:

  • erhöhter Administrations- und Kommunikationsaufwand
  • interkulturelle Missverständnisse
  • Koordinationsprobleme
  • Sprachprobleme & Kulturelle Probleme
  • Steigende Abhängigkeit von externen Anbietern
  • Steigende Lohnkosten, die die eigentliche Einspareffekte
    aufheben (eher bei kleineren Unternehmen)

geringe Mitarbeiterbindung, hohe Fluktuation
wenig Erfahrung der Mannschaft
hoher Kostenaufwand durch europ. „Hilfstruppe“
drohender Knowhow-Abfluss

Grüße
Jürgen

Hallöchen,

Pro:

  • Kostenersparnis

Ist relativ. Wie sagt man so schön: wenn die Maschinen €100,000,000 kosten und das Personal in Land X €10,000,000 pro Jahr, dann spart man im Billiglohnland Y höchstens 9% seiner Betriebskosten (Annahme: Lohnkosten = 0).

Dafür kriegen die heimischen Spezialisten und Manager fette Auslandszulagen und Reisekostenspesen in der Aufbauphase.
Die ersten Jahre des Aufbaus kosten teilweise signifikant mehr als einfach zu Hause weiterbasteln.

  • Markterschließung

Insbesondere Betreten wachsender Märkte und Schaffung von Markenbewußtsein im Zielland.

  • Steuern, Abgabe & Subventionen

Möglicherweise ungünstiger. Je nach Billiglohnland halten aber plötzlich ne Menge Beamter und Minister inoffiziell die Hand auf. Darüber darf zwar nicht gesprochen werden, aber es passiert auch.
Insbesondere führt es dazu, dass Unternehmen möglicherweise in Machenschaften verwickelt werden, aus denen sie nicht mehr rauskommen.

  • Verfügbarkeit von qualifiziertem personal (Speziell: IT Branche in Indien)

Mit äußerst hoher Fluktuationsrate und teilweise bei nahezu 0 liegender Loyalität.

  • Koordinations-, Kommunikations-, Transportkosten Ersparnisse

Insbesondere ist es billiger, die [Dingenser] von Kambodscha nach DE zu fliegen, als sie von Köln nach Aachen zu fahren?
Die Kosten genau dieser Aspekte sind oft so hoch, dass sie so manchen Business Case platzen lassen.

Contra:

  • erhöhter Administrations- und Kommunikationsaufwand

sowie Trainingsaufwand, Reiseaufwand, Logistik (bei physikalischen Produkten)

  • interkulturelle Missverständnisse
  • Koordinationsprobleme

Fällt mit unter Administration.

  • Sprachprobleme & Kulturelle Probleme

Ist Interkulturell.

  • Steigende Abhängigkeit von externen Anbietern
  • Steigende Lohnkosten, die die eigentliche Einspareffekte aufheben (eher bei kleineren Unternehmen)

Je nach Betrieb sind die Lohnkosten nur ein Bruchteil der Betriebskosten und damit ohnehin vernachlässigbar.

Ich hätte da noch:

Pro:

  • forcierte Innovation (d.h. man muss etwas Neues aufbauen und deswegen alte Paradigmen bewußt hinterfragen)
  • Möglicherweise höher motivierte MA (da für Billiglöhner ein hierzuländiger 1000€-Job bei dem AN sich sagt „Warum für das bisschen Kohle Rücken krumm machen“ dortzulande mit 300€ ein erstrebenswerter Topjob ist)
  • Flexibilitätsgewinn, da Billigländer im Normalfall weniger AN-Rechte haben, d.h. man kann auch mal Sonderschichten ohne Knatsch mit dem Betriebsrat bekommen.
  • „global Player“ werden: gibt dem Unternehmen viel mehr Macht.

Contra:

  • Verlust heimischen Images und somit heimischer Märkte, somit: verminderter politischer Rückhalt
    [- insbesondere AG, die sich die Rechtslage in den Billigländern zu Nutze machen haben in der Heimat ganz schnell so richtig versch…]
  • teils unkalkulierbares Sicherheitsrisiko bgzl. Betriebsinterna („Spionage“)
  • Einfuhrbeschränkungen/Zölle ins Heimatland
  • Viele Unternehmen in Billiglohnländern sind gut im Produzieren, jedoch schlecht in Innovation --> die Top-Innovatoren dort sind nicht billiger als hier!
  • Möglicherweise immenser Aufwand, technische Dokumentationen zu übersetzen!
  • Erhöhte Reaktionszeiten bei Problemen (wenn ich den Stahlträger in Dortmund bastle und der Kunde morgen in Münster ein Problem bemerkt, bastle ich in der Zeit noch 10 unbrauchbare Stahlträger - wenn die Dinger per Bahn aus Kasachstan kommen, laufen vielleicht 200 Träger vom Band bevor der Kunde merkt was los ist!)