Starke Schlafstörungen

Hallo,

ich habe seit einigen Jahren ziemlich starke Schlafstörungen und mit der Zeit werden sie immer schlimmer. Einschlafstörungen hatte ich eigentlich schon mit 12 oder so, aber lange nicht so stark wie ich sie mittlerweile habe.
Durchschlafstörungen habe ich so gut wie gar nicht, aber das Einschlafen und das Aufstehen ist eine richtige Qual:

Meistens liege ich 3-4 Stunden wach, bis ich entweder irgendwann einschlafe oder wieder aufstehe und mir irgendwie die Zeit vertreibe, bis ich einschlafen kann. Ich grüble auch nicht groß herum, es ist eher eine Mischung aus Warten auf das Einschlafen und Traumbildern, die kurz entstehen und gleich wieder abbrechen. Ich gehe da auch mittlerweile relativ locker heran, ohne mich verrückt zu machen, dass ich einschlafen müsse.
Das Ganze geschieht aber mehr in Blöcken: Mal kann ich für 2 oder 3 Nächte schnell einschlafen (ca. 30 Minuten), dann wiederum tagelang gar nicht oder nur schwer.

Aufstehen ist noch katastrophaler: Ich bin im Grunde darauf angewiesen, dass mich jemand weckt, weil mein Hirn Wecker komplett ignoriert. Es kommt nicht selten vor, dass ich irgendwann von selber aufwache und beim Gucken auf die Uhr sehe, dass der Wecker 5 Stunden lang durchgeklingelt hat. Auch wenn jemand versucht, mich zu wecken, merke ich ungefähr die ersten 20-40 Minuten gar nichts davon und danach bin ich in einer Art Schlafstarre; d.h. ich bekomme dann zwar alles mehr oder weniger mit, aber ich bin die nächsten 5-15 Minuten komplett bewegungsunfähig. Meistens schlafe ich darauf wieder ein und irgendwann nach 5-10 Wiederholungen oder so bin ich dann wach.

Was kann das für Ursachen haben?
Ich habe schon etliche Sache ausprobiert:

  • Baldrian, Johanniskraut, usw

  • Bier

  • körperlich auspowern

  • bis abends wachhalten, um wieder in den Schlafrhythmus hereinzukommen, worauf ich aber nicht mehr einschlafen kann - mein Schlafrhythmus verschiebt sich ständig

  • Schlaftabletten (Zopiclon, Tetrazepam, Diazepam, Bromazepam) „laugen“ mich zwar irgendwie aus, bringen aber zum Einschlafen kaum etwas

  • Sedativa (Opipramol, Mirtazapin, Doxepin, Chlorprothixen) auch nicht wirklich

  • Autogenes Training / Selbsthypnose

  • Psychotherapie, 1 Jahr

  • etc…

Das Komische an der Sache ist, dass es im Urlaub nicht anders ist. Es liegt also anscheinend nicht daran, ob ich vor dem Einschlafen am Computer bin etc. Das Schlaflabor hat eine Apnoe ausgeschlossen. Seelisch belastet mich auch nichts. Nachdem jetzt der ganze Abi-Stress durch ist, hat sich auch nichts geändert. Mein Blutbild ist auch super.
Es muss doch irgendeine Ursache haben?! Kann es sein, dass bei mir irgendwelche Rezeptoren im Hirn durchgeschmort sind? Das würde zumindest erklären, warum Benzodiazepine nicht wirken. Ich kann total übermüdet sein - einschlafen tue ich davon nicht… Irgendwann ist so ein Punkt gekommen, wo ich irgendwie merke, dass ich schlafen kann und dann funktioniert es meistens auch.
Meistens bin ich etwa 20 Stunden wach, bevor ich schlafen kann und schlafe dann, ohne geweckt zu werden, zwischen 5 und 21 Stunden durch. Maximale Zeit, die ich ohne Schlaf wach war: 67 Stunden.

Ich hoffe, dass irgendjemand einen Rat hat, zumal die Ärzte bei mir auch total im Dunkeln tappen.

LG

Ach ja, ich bin 22.

Hallo,

führst du ein Schlaftagebuch? Vielleicht fällt dir dann doch mal auf, an was es liegen könnte.

Dazu würde ich es mit allerstricktester Schlafhygiene http://www.google.de/search?q=schlafhygiene&ie=utf-8… versuchen.

Vielleicht auch mal mit einer Schlafsschule: http://www.medbo.de/549.0.html

Grüße
miamei

Hi

Mich würde mal interessieren ob die im Schlaflabor abnorme Schlafrhythmen festgestellt haben. Hast du mit so einer Elektrodenmütze geschlafen?
War da wirklich ALLES in Ordnung?

Grüße

Karana

Hi Karana,

das lief über so ein 7-Kanalgerät, das ich mir zu Hause umgebunden habe. Es hat dann über Nacht Sauerstoffsättigung im Blut, Atmung, Blutdruck, Lage (Rücken, Links, Rechts…) usw. aufgezeichnet. Habe das dann am nächsten Tag wieder hingebracht, damit die das auswerten konnten. Ist aber nichts Auffälliges bei heraus gekommen.

LG

Hi Miamei,

ein Schlaftagebuch habe ich noch nicht geführt, wäre vielleicht mal ein Ansatz. Ich habe aber mal geguckt, ob es Mondphasen oder Temperatur zusammenhängt und daran scheint es nicht zu liegen.
Seiten wie schlafgestoert.de und so ein Buch über Schlafhygiene, das ich mir mal von einem Bekannten ausgeliehen hatte, habe ich schon durch…
Dein Tipp mit der Schlafschule hat mich auf ein weiteres Schlafmedizinisches Zentrum hier in der Umgebung gebracht, danke :smile: Da werde ich mich die Tage mal anmelden.

LG

das lief über so ein 7-Kanalgerät, das ich mir zu Hause
umgebunden habe. Es hat dann über Nacht Sauerstoffsättigung im
Blut, Atmung, Blutdruck, Lage (Rücken, Links, Rechts…) usw.
aufgezeichnet.

Hi

Du musst nochmal richtig ins Schlaflabor mit EEG-Aufzeichnung. Dann kann man herausbekommen ob bei dir die Schlafphasen (REM-Schlaf, Tiefschlaf etc.) gestört sind.

Grüße

Karana

Hallo,

wenn ich mal etwas dazu sagen kann; es hört sich ganz danach an, dass ein Schlafmediziner oder Somnologe sich mit dem Thema beschäftigen sollte. Wir empfehlen, ein Schlafmedizinische Zentrum aufzusuchen (z.B. bei uns in Köln, das SMZ Köln-Merheim > Lungenklinik

Hallo,

ja, ich finde es auch ein Unding, dass man dann einfach so abgewimmelt wird - ohne eine weitere Adresse o.ä… Meine Psychiaterin, bei der ich bezüglich der Schlafstörungen „in Behandlung“ bin (Sedativa ausprobieren und mehr nicht…), hat da auch nochmal hinterhertelefoniert, aber die waren wohl der Meinung, dass sie da nichts weiter machen könnten. Wie auch immer… Wenn die mir nicht helfen wollen, laufe ich da auch nicht hinterher.
Köln ist leider etwas weit weg, deswegen versuche ich es erstmal in meiner näheren Umgebung. Ich bin gestern auf ein Schlafmedizinisches Zentrum in der Nähe gestoßen und hoffe mal, dass es hier ein paar Fachleute gibt, deren Horizont auch über Schnarchen und Apnoe hinausgeht…

LG Nico

Moin Nico,
wenn du dich (nochmals) in einem Schlaflabor vorstellst, solltest du auch darauf drängen, dass dein Chronotyp bestimmt wird.
Es kann nämlich auch sein, dass deine Probleme von einem stark abweichenden Biologischen Rhythmus ( nicht Biorhythmus!) herrühren.
Sollte das der Fall sein ist eine ‚Behandlung‘ mit Sedativa oder Psychotherapie nicht sehr erfolgversprechend.
Vielleicht ist, neben einem normalen Schlaflabor, auch die Vorstellung in einem Chronobiologischen Centrum, wie beispielsweise in München für dich interessant.
Erfolg…lux