Starsinn beim Hund

Hallo,

seit kurzem hat unser Hund einen Starsinn entwickelt, der nervt.

Collie, 10 j. alt, Rüde.

Da er in der Nähe unseres Hauses gegen Rüden sehr zickig werden kann, muss ich ihn in der Nähe an die Leine nehmen, nur, er legt sich dann hin und ich habe einen „nassen Sack Zement“ an der Leine.

Wenn ich ihn wieder los mache kommt er wieder mit Richtung nach Hause, nur das Risiko ist verdammt groß.

Er versteht sich seit dem Welpenalter mit zwei Hunden nicht, die direkt an unserem Haus vorbeigehen, wir vermeiden es immer, dass wir uns begegnen, aber immer läßt es sich nicht vermeiden, bislang ging es, mit der Leine.

Hat jemand einen Tipp was ich machen kann.

Bin für Tipps dankbar.

Gruß Volker

Hallo Volker,

das kenn ich. Und unser Tierarzt hat gesagt, das ist wie bei den Menschen: Die Starrsinnigen werden uralt.

Manchmal bleibt er einfach stehen - auch mitten auf dem Zebrastreifen - und ist nicht mehr vorwärts sondern nur zum Rückweg zu bewegen.

Ich hab mir vorgenommen, ihn nächstes Mal einfach aufzuheben und umzudrehen (rechter Arm unter die Brust, mit dem linken Arm das Hinterteil umfangen) was ja bei einem English Setter mit 24 kg kein Problem sein dürfte ;-
aber mit Leckerlis zeigt er sich einsichtig.

Gruß
J.

Hallo Volker

Ich arbeite zur Zeit mit Eseln und bin darum mit nervendem Starrsinn
äusserst vertraut :wink:.
Was bei den Grautieren (aber meiner Erfahrung nach auch bei Hunden)
gar nicht wirkt ist, dass man sich bei einer solchen Gelegenheit vor
sie hinstellt, an der Leine zieht und ihnen gut zuredet, bzw sie,
nach geraumer Zeit, anbrüllt. Die Tierchen fühlen sich so in ihrer
Weigerung ernst genommen und bestätigt (Herrchen bleibt vor mir
stehen, da muss es ja ein unglaubliches Hinternis geben, ich bleib
besser mal noch etwas länger so stehen).
Was meiner Erfahrung nach wirkt, ist, nicht von vorne an der Leine zu
ziehen, sondern das Tier von der Seite her am Halsband bzw am Körper
zu führen/stossen/schieben. Dazu so tun, als ob das gar nichts
besonderes wäre. Eventuell im Kreis laufen, und so Schwung zum
Weitergehen holen.
Wenn das zum ersten Mal geklappt hat, würde ich den Hund
überschwänglich loben und ihm etwas zu essen geben. Aber erst, wenn
ihr euer Hinternis hinter euch habt.

Viel Glück dir! *g
Nina

Hallo,
das kenn ich auch. Mein Dackel (11) kann das auch gut. Wenn ich in die „falsche“ Richtung will, setzt sie sich hin und das wars dann. Was ich schon alles versucht habe… Wenn ich mich auf den Boden hocke, ganz streng „hierhin“ sage und ganz viel Glück habe, dann kommt sie manchmal. Selbst mit Leckerchen ernte ich aber meist nur beleidigte Blicke, und wenns ihr zu lange dauert dreht sie mir eben den Rücken zu und legt sich ein bißchen hin, sehr zur Belustigung der Nachbarn.
Wenn das stimmt was Jakob sagt, wird sie mindestens 30 Jahre alt:smile:
Ok, das hilft dir wahrscheinlich nicht viel weiter, aber vielleicht kommen ja noch andere brauchbare Tipps. Würde mich auch interessieren.
Grüsse von Rala

Hallo Volker
Die klassische Dreigarnitur, die bei Erwerb des Hundes stets mitgekauft werden sollte, als da sind:
Leine
Maulkorb
Hundepeitsche
wird in letzter Zeit zuweilen auf Kosten seines wichtigsten Teiles, der
-Hundepeitsche-
sträflich vernachlässigt.
Die Hundepeitsche ist also nach wie vor das wichtigste Intrument dieses klassischen Intrumentariums.
Sofortige Anschaffung derselben wird darum dringend empfohlen!
Wir hatten in den 50er Jahren für unseren Boxerhund eine sehr schöne. Es reichte meist, ihm diese zu zeigen, gleichsam vor Augen zu halten. Er schnüffelte dann ehrfurchtsvoll mit angelegten Ohren daran und zog sich diskret zurück.
Gruß,
Branden

Hallo Branden!

Ich empfehle dringendst auch etwas, und zwar Dir:

Tierschutzgesetz §1

zu lesen.

http://bundesrecht.juris.de/tierschg/

Bei solchen Äusserungen ausnahmsweise mal ohne Grüsse,
Bine

MOD: bitte nicht provozieren lassen! owT

Hallo,

erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten, es ist gut, dass man nicht jede Empfehlung annehmen muss.

Es ist seit ca. 2 Wochen, dass er so starrsinnig ist.

Im Park genügt es einfach weiter zu gehen, aber wie gesagt, in der Nähe unseres Hauses kann ich es nicht riskieren.

Also ich bin noch auf weitere Tipps gespannt, weiss aber auch, dass ich bestimmten Hinweisen nicht nachgehen werde.

Gruß Volker

kenne das
hallo,
meine Lotte hat das auch manchmal. Sie will dann partout nicht raus. Macht sich steif, stemmt sich mit ihren 30 Kilos in den Boden.
Ich habe das dann beim Tierdoc zunächst prüfen lassen, ob es gesundheitlich ist, bzw ob sie Schmerzen haben könnte…

Nachdem der Arzt sagte sie wäre gesund, habe ich sie einfach wenn sie nicht wollte hochgehoben und zur Tür getragen und ohne Gewalt „gezwungen“ mitzugehen. Es funzt auch gut, wie schon hier angeregt wenn man ans Halsband packt, anstatt an der Leine zu ziehen. Worte helfen da kaum. An der Leine ziehen hat auch noch den Nachteil, das der Hund es als Kommunikationsform verstehen kann und es selber anwendet.

Der Hund muss begreifen: „eyyy mein Frauchen/Herrchen sagt wann man wohin geht, und wenn sie/er sagt es ist oki, dann vertraue ich darauf das weder Gefahr noch Unbill besteht“

Dies sollte ohne jegliche Gewalt, aber konsequent gezeigt werden.
Bindungsübungen können da helfen, per Blickkontakt. Man nimmt z.B. Leckerlis in die Hand (zeigt sie vorher dem Hund) und hält die geschlossene Hand dann vor die Brust. Erst wenn der Hund nicht auf die Hand sondern in die Augen schaut, bekommt er sie. Und Lob! So lernt der Hund einen zunächst anzuschauen und abzuwarten … Ich habe meiner Lotte damit sogar die Hasenjagd abgewöhnen können, und viele Ängste. Sie schaut zunächst mich an, und fragt quasi: ist das oki?

Lange Rede kurzer Sinn: der Hund hat nicht zu entscheiden ob er weitergehen mag oder nicht. Du bist der Rudelführer. Dein Hund muss dir blind vertrauen. Und wenn Du sagst wir gehen jetzt hierher, dann hat der Hund zu begreifen das es oki ist, weil du der Chef bist.

Es grüßt
Sabine

Klasse geschrieben…
… genauso und nicht anders funktioniert es, Sabine! Dafür gibts 'n Leckerli ähem… Lob und *. :wink:))

Grüße
Renee

Danke
Hallo,

ich danke euch für eure Tipps, nur mein Hund will noch nicht so recht was damit anfangen.

gesundheitlich ist, bzw ob sie Schmerzen haben könnte…

Haben wir auch überprüft.

schon hier angeregt wenn man ans Halsband packt, anstatt an

Interessiert ihn nicht, er bleibt liegen.

Bindungsübungen können da helfen, per Blickkontakt. Man nimmt
z.B. Leckerlis in die Hand (zeigt sie vorher dem Hund) und

Ist leider nur doof, dass Rocky keine Leckerlies nimmt!

Hasenjagd abgewöhnen können, und viele Ängste. Sie schaut

Na gut, Jagdtrieb hat er absolut nicht, das ist richtig erfreulich.

Lange Rede kurzer Sinn: der Hund hat nicht zu entscheiden ob
er weitergehen mag oder nicht. Du bist der Rudelführer. Dein
Hund muss dir blind vertrauen. Und wenn Du sagst wir gehen
jetzt hierher, dann hat der Hund zu begreifen das es oki ist,
weil du der Chef bist.

Das Vertrauen ist nicht das Problem, ich bin das Alpha-Tier. Rocky würde mich kaum verteidigen, sondern sich hinter mir verstecken, da ich ihn mal im Welpenalter vor einem Beißer gerettet habe.

Da er einen Unfall als Welpe hatte, der von den TÄ nicht gründlich genug behandelt wurde und es ca. 5 J. gedauert hat, bis ein Knochensplitter im Ellenbogengelenk erkannt wurde, muss ich Rücksicht nehmen, wenn er nicht laufen will, dass ist natürlich schwierig.

Gruß Volker