Startgeld und Ausschlußbranchen

Hallo,

für das Startgeld (oder eben Microkredit) gibt es bei Banken/Sparkassen sogenannte Ausschlußbranchen. Wer in einer solchen Branche sich selbstständig macht, hat dann so gut wie keine Chanche an das begehrte Investitionsgeld zu kommen. Leider finde ich nirgends irgendeinen Hinweis darauf, welche Branchen das sind. Das wird sich sicher von Bank zu Bank unterscheiden oder auch regional verschieden sein. Aber fragt man danach, dann bekommt man keine Antwort. Will man sich nun mit einer tollen Idee und dem entsprechenden Hintergrund selbstständig machen, so tut man dies ohne einen Hinweis darauf, das vielleicht bei etabliertem Geschäft eine weitere Investition mittels einem solchen Kredit unmöglich wird (Geschäftsausbau…). Da diese Ausschlußbranchen umfassend für so gut wie alle Kredite gelten, wird ein Ausweichen auf andere (ungünstigere) Kreditformen eigentlich unmöglich. Damit bleibt erst mal die Entwicklung des Unternehmens stecken.

Lösungen? Oder eher ein politisches Thema?

Gruß
André

Hallo Andre,

Leider finde ich nirgends irgendeinen Hinweis darauf, welche
Branchen das sind. Das wird sich sicher von Bank zu Bank
unterscheiden oder auch regional verschieden sein. Aber fragt
man danach, dann bekommt man keine Antwort. Will man sich nun
mit einer tollen Idee und dem entsprechenden Hintergrund
selbstständig machen, so tut man dies ohne einen Hinweis
darauf, das vielleicht bei etabliertem Geschäft eine weitere
Investition mittels einem solchen Kredit unmöglich wird
(Geschäftsausbau…).

Ich vermute, dass man bereits bei der Existenzgründung in diesen Ausschussbranchen Probleme bekommen wird, an Geld zu kommen.

In diesem Bereich müssten eigentlich Existenzgründungszentren oder auch -berater (staatlich gefördert) entsprechendes Wissen haben.

Man kann solche Probleme aber auch durch das Erstellen eines Businessplans reduzieren, in dem man bereits bei der Existenzgründung schildert, was man vorhat. Wenn diese Zahlen dann eingehalten werden und die (Folge-)Investition gut begründet werden kann, sehe ich eher weniger Probleme.

Viele Leute gehen aber einfach so zur Bank und meinen, die Banken hätten die Verpflichtung, ihr Vorhaben zu finanzieren.

Lösungen? Oder eher ein politisches Thema?

Eher ein kaufmännisches Thema. Die Banken sind in den letzten Jahren etwas auf die Schnauze gefallen (sicherlich auch nicht ganz unschuldig) und stehen jetzt „etwas bescheiden“ da. Die Definition von Ausschussbranchen soll der Risikominimierung dienen. Übrigens ist das Stichwort „Branche“ auch in Basel II enthalten.

Eine Hilfe könnte es evtl. sein, wenn Du Dein Vorhaben mit einem anerkannten Berater (-> Existenzgründerzentren, RKW) durchsprichst und er Dir schriftlich bestätigt, dass er der Ansicht ist, die Investition wäre relativ risikoarm.

Grüsse

Sven

P.S: Um was für eine Investition in welcher Branche soll es konkret gehen ?

Hallo Sven,

Ich vermute, dass man bereits bei der Existenzgründung in
diesen Ausschussbranchen Probleme bekommen wird, an Geld zu
kommen.

Die üblichen Sachen wie Überbrückungsgeld oder vielleicht auch ESF-Förderung sind problemlos zu bekommen. Außerdem sollten ja neben dem unten angesprochenen Businessplan auch fundierte Kenntnisse und ein wenig Eigenkapital vorliegen. Sonst hats eh keinen Sinn.

In diesem Bereich müssten eigentlich Existenzgründungszentren
oder auch -berater (staatlich gefördert) entsprechendes Wissen
haben.

Stimmt, aber das letzte Wort hat der Geldgeber. Schon mal bemerkt? Sechsstellige Summen gibt es leichter als Startgeld!

Lösungen? Oder eher ein politisches Thema?

Eher ein kaufmännisches Thema. Die Banken sind in den letzten
Jahren etwas auf die Schnauze gefallen (sicherlich auch nicht
ganz unschuldig) und stehen jetzt „etwas bescheiden“ da.

Und damit würgen diese den letzten Keim der neuen Unternehmer ab. Folge: Entweder geht in der Branche der Preis runter oder die Kleinen kaputt. Danach neuorientierung des Marktes und das Spiel geht von vorn los.

P.S: Um was für eine Investition in welcher Branche soll es
konkret gehen ?

Unwichtig. Ich habe das nur in letzter Zeit so festgestellt. Mein Dienstleistungsunternehmen läuft soweit, aber große Sprünge sind natürlich schwer drin. Geld bekommen heißt viel Arbeit (=Erfolg) mit Gewinn vorzuweisen, neue Aufträge gibts nur mit entsprechendem Manpower und Maschinen, ohne diese keine Aufträge und die Katze beißt sich in den Schwanz. So wars gemeint. Ich kann nicht fertige Aufträge der Bank zeigen, wenn die Finanzierung nicht sicher ist. Immer nur kleine Brötchen backen ist nicht mein Fall. Allerdings bin ich mit Sicherheit auch nicht größenwahnsinnig, ich kalkuliere schon real.

Daher auch mein Gedanke mit dem Hinweis auf ein politisches Thema. Wenn die Banken ein Problem haben, richtig einzuschätzen um ihre Fehler von früher zu revidieren, kann das nicht auf die Unternehmer abgewälzt werden. Oder kommt es so hin, das großer Einzelkreditumsatz eben viel lukrativer für die Bank ist, als sich mit „Kleinkram“ zu beschäftigen? So wirds wohl eher sein!

Gruß
André

Hi andre,

Ich vermute, dass man bereits bei der Existenzgründung in
diesen Ausschussbranchen Probleme bekommen wird, an Geld zu
kommen.

Die üblichen Sachen wie Überbrückungsgeld oder vielleicht auch
ESF-Förderung sind problemlos zu bekommen. Außerdem sollten ja
neben dem unten angesprochenen Businessplan auch fundierte
Kenntnisse und ein wenig Eigenkapital vorliegen. Sonst hats eh
keinen Sinn.

denk doch mal an die vielen Postings in diesem Brett, die den tollen Inhalt haben: Ich mach eienn computershop auf! Mein Konzept: Ich bin billiger als andere. Ich ignoriere, daß in meiner Stadt von 10 eröffneten bereits wieder 8 geschlossen haben.

Macht das die Ausschlusslisten nicht verständlich?

In diesem Bereich müssten eigentlich Existenzgründungszentren
oder auch -berater (staatlich gefördert) entsprechendes Wissen
haben.

Stimmt, aber das letzte Wort hat der Geldgeber. Schon mal
bemerkt? Sechsstellige Summen gibt es leichter als Startgeld!

Stammtischgerücht. Denn: viele vergessen, daß man Sicherheiten hinterlegen muss, es sei denn die Sicherheit kommt aus den bereits stattfindenden Erträgen. Und ein gut Stück EK muss aucha vorhanden sein (Basel II)

Lösungen? Oder eher ein politisches Thema?

Eher ein kaufmännisches Thema. Die Banken sind in den letzten
Jahren etwas auf die Schnauze gefallen (sicherlich auch nicht
ganz unschuldig) und stehen jetzt „etwas bescheiden“ da.

Und damit würgen diese den letzten Keim der neuen Unternehmer
ab. Folge: Entweder geht in der Branche der Preis runter oder
die Kleinen kaputt. Danach neuorientierung des Marktes und das
Spiel geht von vorn los.

Ich sehe es andersrum: viele werden davor bewahrt sich in Schulden zu stürzen. die von dir genannten „Kleinen“ sind ja nicht klein von natur aus, sondern weil sie kein Konzept, das falsche, kein Eigenkapital und keine Sicherheiten haben. Wenn eine Bank im Konzept erkennen kann, dass mit dem Vorhaben Geld verdient wird und ein Rücklauf des Kredites „möglich“ ist, so wird auch ein Un ternehmen aus der Streichliste kreditiert.

gruss

P: hatte nie geglaubt, daß ich mal Banken verteidige.

Daher auch mein Gedanke mit dem Hinweis auf ein politisches
Thema. Wenn die Banken ein Problem haben, richtig
einzuschätzen um ihre Fehler von früher zu revidieren, kann
das nicht auf die Unternehmer abgewälzt werden.

Genau die falsche Ansatzrichtung: Wäre bei den Unternehmen mehr Substanz und könnten diese als Forderer und nicht als Bittsteller auftreten, hätten die Banken auch keine andere Chance.

Siehe Schneider: Der sagte ganz einfach: Ich hab da ein 10 Mio-Projekt. Wenn ihr das nicht finanziert, dann ziehe ich mit meinem volumen von 1 Mrd. woanders hin.

gruss

Stimmt, aber das letzte Wort hat der Geldgeber. Schon mal
bemerkt? Sechsstellige Summen gibt es leichter als Startgeld!

Hi Sven,

hihi, der ist gut - sehe ich genauso ! Nach meinem Verständnis hat man es gerade als Dienstleister, der zur Aufnahme der Selbstständigkeit KEINE großartigen Investitionen tätigen muss, sondern die Förderkredite der KfW/DtA für Betriebsmittel in Anspruch nehmen möchte extremst schwer.

Wir haben uns nach den Bankgesprächen auch gedacht, daß es wohl einfacher wäre einen Baumaschinenverleih aufzumachen :wink:

Aber ganz generell : im Moment kann man wohl auf einer Goldmine sitzen, und die Bank leiht einem noch nicht mal Kleingeld für ´ne Schaufel ! *g

Grüße
Frank