Starthilfe für Diplomarbeit gesucht

Hallo,

bin mir nicht sicher, ob ich hier im richigen Forum bin, nachdem ich mir einige der Themen durchgelesen hab, aber ich hoffe, dass mir vielleicht jemand weiterhelfen kann.

Ich bin BWL-Studentin und schreibe ab April meine Diplomarbeit. Meine Spezialisierung ist „Personal und Organisation“ und hier werde ich auch meine Diplomarbeit schreiben. Das Thema ist auch schon festgelegt, aber so weit gefaßt, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. Es geht um unternehmensinterne Kommunikation und Verantwortung. Ich werde eine bereits abgeschlossene Mitarbeiterbefragung analysieren und soll herausfinden, warum die beiden Bereiche „Kommunikation“ und „Verantwortung“ so schlecht abgeschnitten haben.
Zum Thema Kommunikation hab ich schon viele Bücher gefunden, wobei viele sich entweder auf externe Kommunikation beziehen (paßt also nicht zu meinem Thema) oder die Grundlagen der Kommunikation allgemein (paßt nur indirekt zu meinem Thema) behandeln. Hab aber bisher keins, was sich direkt auf unternehmensinterne Kommunikation bezieht. Hat hier jemand einen heißen Tip?
Zum Thema Verantwortung habe ich noch gar keine Idee, wo ich anfangen soll zu suchen. Auch hier sind kreative Vorschläge willkommen…

Vielen Dank im Voraus,

Nadine

Zum Thema Verantwortung habe ich noch gar keine Idee, wo ich
anfangen soll zu suchen. Auch hier sind kreative Vorschläge
willkommen…

Analysiere doch mal dein Herangehen an deine Aufgabenstellung. Und dann siehst du wie schwierig es ist Menschen Verantwortung zu übertragen. sie sind sofort überfordert und haben keine Ideen. Da hilft auch nicht noch soviel kommunikation und Wissensmangament in unternehmen, wenn die Mitarbeiter selbst keine Ideen entwickeln sondern lediglich imstande sind Ideen von anderen herbeizuholen.

gruss

PS: Wenn du das nur als Angriff gegen deine Person siehst, hast du es nicht verstanden.
Wenn es dich zum Nachdeneken anregt, besteht Hoffnung, daß du das Thema deiner DA verstanden hast.

hi nadine

wegen der kommunikation helfen dir vielleicht solche wörter weiter:

integrierte information
betriebliche informationsvernetzung
mis (management-informationssystem)

gruss ricky

Kommunikation und Verantwortung
Hi !

Warum nicht einfach von den Großen lernen?

Sieh dir doch mal Banken oder Sozialversicherungen an.
Da gibt es für die Mitarbeiter meist neben den bekannten Angeboten von Intranet und internen Zeitschriften (in denen das Unternehmen meist strategische und taktische Ziele kommuniziert) auch solche Sachen wie Mitarbeitersport (knüpfen persönlicher Kontakte), Kantinen (unverfängliche Info-Austausch zwischen Mitarbeitern verschiedener Abteilungen), …
Kann jetzt nicht mehr genau sagen, wo ich das gelesen habe, aber vor einiger Zeit wurden die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, in der Untersucht wurde, wie sich der „Betriebs-Tratsch“ auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Und erstaunlicherweise wurde sogar dieser als positiv gewertet (natürlich muss das zeitlich im Rahmen bleiben).

Zu Verantwortung fallen mir irgendwie so Sachen ein, wie:

  • Verantwortung des Vorgesetzen für seine Mitarbeiter
  • Verantwortung der Mitarbeiter für ihre eigene Arbeit
  • Verantwortung des Mitarbeiters für die Arbeit der Abteilung
  • Verantwortung eines jeden Einzelnen für das Ergebnis des Unternehmens
  • Verantwortung des Unternehmens für sämtliche Mitarbeiter (von Carl Avery gibt es da aktuell das Buch „Global Exit“), in welchem er z.B. den Kapitalismus/die Marktwirtschaft als „den Ausverkauf der Menschlichkeit“ kritisiert (wer hat denn heutzutage noch Zeit, Lust und Geld, mal ins Theater zu gehen, Waldspziergänge zu machen, sich bei Krankheiten wirklich mal um seinen Körper zu kümmern,…). In diesem Bereich sind meines Wissens daher in letzter Zeit bei bestimmten Unternehmensbewertungen auch solche weichen Faktoren verwendet worden, wie:
  • soziales Engament,…
    Glaube auch gehört zu haben, dass es da sowohl auf EU-Ebene als auch auf globaler Ebene (OSZE?) Diskussionen darüber gibt, wie eine solche Verantwortung (weniger Ausbeutung von Mensch UND Natur) stärker in den Blickpunkt der Unternehmenslenker getragen werden kann.

BARUL76

Ansätze übertragen (nur Ideen)
Hallo, Nadine,

Ich werde eine bereits abgeschlossene Mitarbeiterbefragung
analysieren und soll herausfinden, warum die beiden Bereiche
„Kommunikation“ und „Verantwortung“ so schlecht abgeschnitten
haben.

Das heißt also, dass Du bereits ein bestimmtes Unternehmen betrachtest. Das Herausarbeiten der wesentlichen Punkte/ Ergebnisse zu Deinen Betrachtungsobjekten gehört sicherlich zur Basis Deiner DiplArb… Dann grundsätzliche Aspekt aus der Literatur z.B. als theoretische Untermauerung, hier sollten doch schon einigen „Do´s and Don´t s“ abzuleiten sein. Anhand dieser Liste das Ergebnis der Befragung abklopfen und schon hast Du ein Gerüst. (Hinweis: dass man bereits bei der Erstellung des Fragebogens Fehler machen kann, die dann Einfluß auf das Ergebnis haben können, weißt Du bestimmt. Auch der Fragebogen gehört zur Kommunikation.)

Zum Thema Kommunikation hab ich schon viele Bücher gefunden,
wobei viele sich entweder auf externe Kommunikation beziehen
(paßt also nicht zu meinem Thema) oder die Grundlagen der
Kommunikation allgemein (paßt nur indirekt zu meinem Thema)
behandeln.

Prima. Nun bin ich leider kein Kommunikationsspezialist, habe mich aber ein wenig mit dem Thema beschäftigt (aus persönlichem Interesse ;o) , weil bei uns im Unternehmen „Kommunikation“ sehr groß geschrieben wird - zumindest in Absichtserklärungen. Und genau deswegen hapert es bei uns in der Umsetzung bzw. im guten Ergebnis der Kommunikation (die beiden Damen, die das Thema interne Kommunikation bei uns betreuen sind wirklich fit und tun, was sie können, aber meist verlaufen sich die Anregungen für Kommunikation im Gewirr der Linienverantwortlichen). Lange Rede, kurzer Sinn: ich würde, wenn ich keine speziellen Bücher zur Internen Kommunikation finden kann, die Aussagen aus den Allgemeinen als Basis nehmen (natürlich nach Prüfung) und dann die allgemeinen Aussagen auf die Interne Kommunikation übertragen (z.B. Schulz von Thun, Ebenen der Kommunikation…was will Sender, und was kommt beim Empfänger an. Welche Erwartungen haben die Empfänger bzgl. Kommunikation an die Sender (Übereinstimmung?)?..Inhalt, Medium,usw. der Nachricht…)

Das Thema klingt spannend. Wenn der Fragebogen etwas taugt, dann kannst Du bestimmt mit viel Praxisbezug arbeiten. Kannst Du vielleicht mit den Leuten selbst mal sprechen, um bei Auffälligkeiten die Gründe für das negative Urteil zu hinterfragen? Oder auch mit den Erstellern des Fragebogens „was wollten Sie mit dieser Frage eigentlich erheben?“.

Das Thema „Verantwortung“ kann ich nicht so recht eingrenzen. Wenn es um allgemeine Delegierung oder Übernahme von Verantwortung geht würde ich evtl. auch mal einen Blick bei Sprenger „Prinzip Selbstverantwortung“ oder Malik „Führen, leisten, leben“ reinwerfen, die Ansätze finde ich als Denkanstoß ganz interessant, ergänzen i.m.A. die klassische Managementliteratur (aber auch Geschmacksache). Wenn es konkret um die Verantwortung für einen speziellen Sachverhalt geht kommt es im Einzelfall darauf an…

Leider kein „heißer Tipp“, aber vielleicht ein paar Anregungen.

Gruß und viel Glück,
Andreas.

Hallo Nadine,
meine Diplomarbeit (Grundthema war die Dialektik von Praxis und Erkenntnis) liegt zwar schon viele Jahre zurück, doch ich hatte am Anfang ein ähnliches Problem. Ein brietes Thema, viele Ideen und Emotionen dazu, viel Literatur - aber doch keine greifbare Idee, wie ich denn anfangen soll. Geholfen hat mir damals, erstmal die ganzen Bücher, Statistiken und Befragungen beiseite zu lassen und raus zu gehen, zu sehen und zu erleben, was mit den Menschen passiert. Sie sind Dein Hauptuntersuchungsgegenstand. Versuche herauszufinden, mit welchen Erwartungshaltungen (darin spielt auch die Bereitschaft zu Übernahme von Verantwortungen eine große Rolle)diese Menschen Ihre Arbeit begonnen haben. Vergleiche dies mit dem jetzigen Zustand und Du wirst die einzelnen persönlichen Entwicklungen nachvollziehen können, warum sich eine solche Kluft ergeben hat. Erst dann besinne Dich wieder auf die Befragungen und die Fachliteratur und versuche das, was Du vom realen Leben der befragten Menschen erfahren hast, mit der Theorie zu vereinbaren. Ich war einige Jahre Personalrat eines Unternehmens im öffentlichen Dienst mit über 100 Mitarbeitern. Es gab viele Untersuchungen vergangener Jahre darüber, warum die meisten Mitarbeiter halt nur das machen wofür sie lt. Arbeitsvertrag verpflichtet sind und sonst keine Verantwortung übernehmen. Diese Untersuchungen waren i.d.R. ausgefüllte Fragebögen und haben unterm Strich keine Erkenntnisse gebracht. Erst ausführliche persönliche Gespräche haben gezeigt, wo das Problem begraben liegt. Dannach war das Lesen der Fragebögen nicht vertane Arbeit sondern sogar eine spannende Angelegenheit, weil ich wusste, wie die Antworten zustande kamen.
Ich hab Dir zwar nicht mit konkreten Literaturvorschlägen helfen können, vielleicht hat´s Dir aber trotzdem etwas gebracht.
Grüße aus dem Hohenloher Land von Jörg

Hallo Nadine,
eien Buchtipp gibt’s auf jeden Fall - das ist zwar nicht hochwissenschaftlich, bietet aber einige Ansätze aus der Praxis. Für den Einstieg in das Thema bestimmt ganz gut!

Dieter Herbst - Das professionelle 1x1 der Internen Kommunikation.

Aus dem Vorwort: „Nur wer mitdenkt, kann mitentscheiden, nur wer mitentscheiden kann, fühlt sich verantwortlich, nur wer sich verantwortlich fühlt, leistet gute Arbeit.“

Kanns nur empfehlen.

Falls Du noch mehr Literatur brauchst, mail mir doch… Hab meine Bachelorthesis auch über interne Kommunikation geschrieben, vielleicht findet sich da noch das eine oder andere gute Buch.

Gruß und viel Erfolg
von Yvi
(die sich mit Grauen an ihre Master Thesis-Anfangszeit erinnert, in der alles soooo schwammig war - halt durch!)

Ich wollte an der Stelle einfach mal ein großes DANKESCHÖN an alle aussprechen, die auf meinen Artiekl geantwortet haben. Ich denke, es war die eine oder andere interesssante Anregung dabei. Auch denjenigen Dank, die mir Mut im allgemeinen zugesprochen haben, es tut gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin/war, der es so geht…

Frohe Ostern noch! :o)

Nadine