stationäre Psychotherapie neben dem Beruf

Hallo,

mein Vater benötigt dringend eine Psychotherapie. Er hat schon bei mehreren Therapeuten angefragt, wurde aber immer wieder mit langen Wartezeiten vertröstet. Außerdem glaube/befürchte ich, dass eine Therapie, die lediglich einmal die Woche stattfindet, für ihn nicht ausreichend ist.

Eine stationäre Therapie kann er allerdings nicht machen, weil er aus beruflichen Gründen verhindert ist (er ist selbstständig). Da ich aber glaube, dass nur eine intensive Therapie, in der er sich mit sich selbst auseinander setzt, helfen kann, hatte ich gehofft, dass es eine Möglichkeit gibt, solch eine Therapie auch neben dem Beruf zu machen.

Ich hoffe sehr, dass mir jemand helfen kann!

Hallo,

stationär bedeutet im Krankenhaus - und damit nicht neben dem Beruf (geht dabei ja auch darum eben den Alltag wie Job, Essen machen usw eben NICHT zu machen um sich auf sich zu konzentrieren).

Es gibt auch Tageskliniken - auch da ist es so, dass es nicht neben dem Beruf zu machen ist (und vor allem soll man das auch nicht, denn die Therapie in der Intensität ist Schwerstarbeit und schlicht zu viel um sie „nebenher“ zu machen, deshalb ja auch das klinische Setting).

Warum soll ambulant nicht gehen? Die Wartezeiten sind da sehr lang (teilweise Monate), evt. könnte er versuchen in einer nahegelegenen Institutsambulanz diese Wartezeit zu überbrücken (das sind Ambulanzen bei Psychiatrien oder Psychosomatischen Kliniken - in der Regel hat auch das nächste Krankenhaus eine Psychiatrie-Ambulanz die das anbietet).

Zusammen mit dem Therapeuten/Arzt kann er dann immer noch schauen ob ambulant möglich oder stationär nötig. Außerdem haben Ambulanzen in der Regel auch einen Sozialarbeiter, der mit ihm besprechen kann, wie er auch als Selbständiger einen stationären Aufenthalt finanziert bekommen kann.

Hängt auch ein Stück weit davon ab um was es jetzt geht.

viele Grüße
abira

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Wie würde das bei einer Institutsambulanz ablaufen? Kann er dort einfach hin fahren, um ein Gespräch zu führen oder würde er dort auch mehrere Termine bekommen?

Hallo,

es ist tatsächlich so, dass eine stationäre Therapie wesentlich effektiver ist, als eine ambulante Therapie, die einmal wöchentlich stattfindet.

In manchen Kliniken ist es möglich, tagklinisch dort zu sein, d.h. morgens hinzufahren, den Tag in der Klinik zu verbringen und am Therapieprogramm teilzunehmen und abends dann wieder nach Hause zu fahren.

Ich kann es gut verstehen, dass man in manchen Fällen beruflich nicht abkömmlich ist oder zumindest glaubt, es nicht zu sein. Denn was wäre denn, wenn ihr Vater nun einen Unfall hätte und dadurch nicht arbeiten könnte? Wer würde sich dann um sein Business kümmern?

Ich denke, dass es manchmal wichtig ist, sich eine Auszeit für die Gesundheit zu nehmen und dazu zähle ich die seelische Gesundheit genauso. Denn auch etwas, was die Seele belastet, kann sich so sehr auf den Körper auswirken, dass man ernsthaft krank wird und dann nicht mehr kann. Die Seele will auch gehört werden.

Wenn man ein solch schwerwiegendes Problem hat, dass man intensive Therapie braucht, dann ist es auch fraglich, in wie weit man nebenbei noch gut arbeiten kann. In einer Therapie ist man ja sehr mit sich beschäftigt und dafür braucht es auch Frei-Raum und nicht der Druck im Hintergrund, gleich wieder für die Arbeit funktionieren zu müssen. Deshalb halte ich stationäre Therapie und Arbeit gleichzeitig nicht für sehr sinnvoll.

Bzgl. der langen Wartezeiten bei ambulanten Therapeuten, könnte ihr Vater bei seiner Krankenkasse anfragen und sich eine Liste aller Therapeuten in seiner Nähe schicken lassen. Normalerweise gibt es fast immer jemanden, der auch schneller Termine hat. Und da könnte er dann anfragen, ob er anfangs zweimal die Woche kommen könnte.

Ich hoffe, meine Antwort hilft Ihnen etwas weiter. Falls Sie noch fragen haben, können Sie sich gerne noch mal an mich wenden. Allerdings werde ich erst nach dem Wochenende wieder am Rechner sein.

Freundliche Grüße
Hanna Siebenstein

Hallo!
Mir kommen bei Deiner Anfrage einige Gedanken/Fragen:
Will er auch selbst eine Psychotherapie machen oder meinen das nur/eher die Menschen um ihn herum? Psychotherapie bedeutet in der Regel: Was am Leben ändern. Kann das gelingen, wenn schon die Behandlung (gehen wir mal davon aus, dass eine stationäre Psychotherapie das Richtige ist) an der Arbeit scheitert? Generell sollte man bedenken, dass stationäre P. intensiver sein kann, auch die Chance bietet, mal aus der Lebenssituation rauszugehen(!), um Dinge in Ruhe neu zu betrachten, ambulante P. aber „näher am Leben“ stattfindet, es damit oft leichter macht, das in der P. gelernte gleich im Alltag umzusetzen. Stationäre P. und gleichzeitig Arbeiten ist also eigentlich ein Paradox.
Nach diesen Vorbemerkungen: Bei Anfragen bekommt man oft die Auskunft, alle Plätze seien voll. Da hilft oft nur, geduldig viele Therapeuten anzurufen. Hilfreich ist manchmal auch die Frage nach einem Erstgespräch; hat man dafür mal einen Termin, gelingt es oft leichter, als Patient angenommen zu werden. Und schließlich: Die Oberberg-Kliniken (an drei verschiedenen Orten in D) sind meiner Erfahrung nach sehr flexibel gegenüber den Bedürnissen von Patienten mit anspruchsvollen Jobs.
Viel Erfolg bei Deinen/Deines Vaters weiteren Bemühungen!
J

Hallo,

anrufen und einen Termin ausmachen (im Notfall hinfahren, dann aber mit Wartezeiten rechnen) - Anliegen vortragen und da kann man mehrere Termine ausmachen (je nach Auslastung der Ambulanz und Bedarf wöchentlich oder alle paar Wochen).

Die sind dazu da die Wartezeiten zu niedergelassenen Therapeuten zu überbrücken - wie jeden anderen normalen „Arzttermin“ behandeln - also eine Überweisung und Chipkarte mitbringen :smile:. Wenn nötig können die auch medikamentös unterstützen.

Gleichzeitig aber weiter bei niedergelassenen Therapeuten sich auf die Warteliste setzen lassen bzw Erstgespräche führen (man hat 5 probatorische Sitzungen, denn es muss auch zwischen Therapeut und Patient „passen“, sonst hat die Therapie keinen Sinn) und da dran bleiben - immer wieder mal nachfragen usw.

viele Grüße
Abira

Mein Vater ist schwer depressiv und nimmt kaum noch am Leben teil. Außerdem hat er eine Art Verfolgungswahn - er denkt, jeder Mensch auf der Welt wolle ihm etwas böses. Er sieht die Dinge nicht objektiv. Häufig habe ich das Gefühl, er lebt in seiner eigenen dunklen Welt.

Zusätzlich kommen noch finanzielle Probleme hinzu. Aus diesem Grund habe ich mich damals auch dazu entschlossen, neben meinem Studium arbeiten zu gehen, um meine Eltern finanziell zu entlasten.
Er hat dies aber völlig falsch interpretiert und sich über Monate hinweg in den Kopf gesetzt, ich müsse arbeiten, weil mein Freund nur zuhause rumsäße und ich ihn unterhalten müsste.

Er hat sich teilweise so in sich selbst zurück gezogen, dass er seinen Betrieb vollkommen vernächlässigt hat, sodass ich letztendlich seine Arbeit gemacht habe. Im Moment ist er dabei, alles vor die Wand zu fahren, wenn ich das so sagen darf!

Anfang diesen Jahren, als ich gemerkt habe, dass er mir und ganz besonders meinem Freund gegenüber immer seltsamer wurde, suchte ich das Gespräch. Das Ergebnis war, dass er nicht ein Wort gesprochen hat und mich und meinen Freund aus meiner eigenen Wohnung, die sich in meinem Elternhaus befand, herausgeworfen hat.

Versuche, ihm alles zu erklären, hat er blind abgewehrt. Auch ich habe ihm damals eine Therapie vorgeschlagen. Dieses Angebot hat er lächelnd abgelehnt.

Gestern habe ich dann mit meiner Mutter telefoniert und sie sagte mir, dass er jetzt an einem Punkt angekommen wäre, wo er eingesehen hat, dass er ohne fremde Hilfe nicht aus seinem Tief heraus kommt und seine Probleme nicht alleine bewältigen kann.

Für meinen Vater bedeutet dieser Entschluss, sich von jemand außenstehendem helfen zu lassen, einen riesen großen Fortschritt.
Da er aber dennoch ein extrem ablehnendes Verhalten gegenüber anderen Menschen zeigt, befürchte ich, dass eine ambulante Therapie nicht ausreicht, um sich einem fremden Menschen gegenüber zu öffnen.

Nach allem was ich hier lesen konnte, denke ich, dass eine Auszeit von seinem Umfeld und seiner Arbeit das richtige für ihn ist.

Die Wartezeiten bei Therapeuten sind häufig sehr lang.

Wenn Dein Vater allerdings bereit ist, als „Springer“ einzusteigen, also immer dann hinzugehen, wenn ein anderer Patient ausfällt, dann hat er eine Chance, sehr viel schneller dran zu kommen.

Eine Wochenstunde ist tatsächlich zu wenig - zumindest zu Beginn der Therapie sollten es mindestens drei Wochenstunden sein.

Letztlich liegt es aber an der Einschätzung des Therapeuten, wieviele Stunden es werden.

Hallo!
Danke für die ergänzenden Informationen! Ich will nur noch ergänzen: Möglicherweise ist bei einem solchen, anscheinend ernsteren, Krankheitsbild ja auch eine von vornherein vorgenommene Beschränkung auf „Psychotherapie“ nicht hilfreich. Will sagen: Eigentlich braucht Dein Vater vermutlich eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, wozu dann auch eine medikamentöse Therapie gehören würde.
Viele Grüße und alles Gute
j

Hallo, vielleicht wäre ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik eine Alternative im Rahmen einer Reha-Kur. Möglicherweise ist er bei seiner Krankenversicherung entsprechend versichert, auch für die Ausfallzeiten.

Zur Therapeutensuche ist es möglicherweise auch hilfreich, bei der Kassenärztlichen Vereinigung des Bundeslandes nachzufragen, ob es eine Koordinationsstelle für Psychotherapie gibt, die dann Therapeuten mit freien Therapieplätzen aufzeigen können. Außerdem bekommt man dort einen guten Überblick über die psychologischen Psychotherapeuten im Umkreis. Zur Überbrückung von Wartezeiten kann auch eine psychologische Beratungsstelle sehr hilfreich sein.
Ich hoffe, es findet sich eine gute Lösung

Hallo NanaBanana84,

tut mir leid, dass ich erst heute Zeit finde, Dir zu antworten.

Da ich nicht weiß, aus welchen Gründen Du der Meinung bist, dass Dein VAter eine Psychotherapie braucht, ist eine Antwort auch nicht ganz leicht. Ich versuche einfach mal, Dir verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen.

Da wäre einmal die ambulante Therapie bei einem Therapeuten seiner Wahl. Man muss unterscheiden zwischen kassenzugelassenen Therapeuten und heilkundlichen Therapeuten.
Erstere bezahlt die Krankenkasse. Die Wartezeiten auf einen Termin sind lang (wie ihr schon festgestellt habt), und die Therapeuten dürfen auch nur bestimmte zugelassene Therapieverfahren anwenden (Tiefenpsychologische Verfahren, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie). Sind alles erprobte Verfahren, die sich aber teilweise über einen langen Zeitraum hinziehen können (bei Psychoanalyse vielleicht sogar mehrere Jahre, auch bei mehreren Sitzungen pro Woche). Eine Kassentherapeut rechnet direkt mit der Krankenkasse ab und hat natürlich eine ärztliche bzw. gleichwertige Ausbildung genossen. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass er ein „guter“ Therapeut ist. Das allerwichtigste bei einer Psychotherapie ist ein absolutes Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Therapeut, die Chemie muss einfach stimmen, sonst wird das mit der Therapei nichts.
Wesentlich schneller bekommt man einen Termin bei einem heilkundlichen Therapeuten, der allerdings nur privat abrechnet. Wenn Dein Vater als Selbständiger privat versichert sein sollte, kann es sein, dass seine Kasse die Kosten übernimmt - vorher nachfragen. Ein heilkundlicher Therapeut hat freie Wahl zwischen allen möglichen Therapieverfahren - neben den schon genannten gibt es da eine ganze Unzahl von Methoden, auch Kurzzeittherapien sind z.T. sehr erfolgreich. Er wird als seriöser Therapeut Deinem Vater verschiedene Methoden anbieten und dann gemeinsam mit ihm das herausfinden, was am besten passt. Aber Vorsicht, auf diesem Markt tummelt sich allerhand, was sich Therapeut nennt, aber keiner ist. Auf jeden Fall den Nachweis über die abgelegte Heilpraktikerprüfung (Psychotherapie) verlangen, Ausbildungsnachweise, auch Mitgliedschaft in einem Verband wie VFP o.ä. sind von Vorteil. Und wie gesagt, die Chemie muss stimmen. Ein seriöser Therapeut wird immer zunächst auch ein kostenloses Erstgespräch anbieten, um dieses zu erkunden (die Chemie).

Eine stationäre Therapie kann entweder in einer Ganztagsklinik oder „Teilzeitklinik“ - meist Tageskliniken, aber es gibt auch Nachtkliniken)stattfinden. Das sind im Prinzip krankenhausähnliche Einrichtungen mit einer meist straffen Tagesstrukturierung. Aus der kann man sich auch nicht einfach ausklinken, wenn die Therapie erfolgreich sein soll. Da achten schon die Kassen drauf, dass der Betreffende auch mitarbeitet, denn schließlich ist so eine Therapie nicht billig und die Kassen möchten natürlich, dass das in den Versicherten investierte Geld auch was bringt. Bei privaten Kassen ist es manchmal noch schwieriger, kommt drauf an, ob so eine stationäre Psychotherapie auch mitversichert ist.

Eine Psychotherapie ist ganz allgemein nicht so ganz nebenbei zu erledigen, da sie ja Veränderungen der Persönlichkeit, der Verhaltens- und Denkmuster anstrebt. Man setzt sich da nicht nur eine Stunde lang hin und redet, sondern die Sitzungen wirken in der Person nach, und das kann schon anstrengend werden (auch für die Angehörigen etc). Sie erfordert das Mitwirken des ganzen Menschen, und vor allem muss der Betreffende diese Veränderungen auch selbst wollen, sonst kann man es gleich vergessen. Sollte Dein Vater nur deshalb zur Therapie gehen, weil Du der Meinung bist, er braucht es, dann kann er es auch sein lassen.
Eine stationäre Therapie, die ja noch viel intensiver ist als eine ambulante, macht man bestimmt nicht so neben dem Beruf her, das würde wohl auch wenig erfolgversprechend sein.

Nun möchte ich Dir und Deinem Vater das Allerbeste wünschen, dass ihm schnell geholfen werden kann. Hast Du noch Fragen, kannst Du mich gerne kontaktieren.

Alles Gute, Marlis

Hallo Nana, spontan fällt mir die Möglichkeit ein eine Teilstationäre Therapie zu suchen.In allen größeren Städten gibt es sog.Psychiatrische Tageskliniken.
Allgem.läuft es so ab,das man tgs.über dort an versch.Therapien teilnimmt,aber am nachmittag wieder nach Hause geht,Wo.enden auch Zuhause.Anfangs ist es,je nach Gesundheitszustand,natürlich so das man erstmal eine zeitlang ganztags dort ist.Aber wenn es der Zustand erlaubt,kann man auch nur std.weise dort sein.
Ich war selber mal in einer Tgs.klinik,mir hat es sehr gut geholfen,ein Hauptziel ist dort schnell wieder selbstständig zu werden,so das es dort gute Unterstützung gibt,ins Arbeitsleben wieder einzusteigen oder zu bleiben.
Dort wird einem auch geholfen einen ambulanten Therapieplatz zu finden.

Adressen,evtl.bei Krankenkassen,Ärzten(Psychiater)oder selber im Internet schlau machen.

Übrigens muß man sich nicht sofort festlegen ob man dort teilnimmt es gibt ein Vorgespräch und „Probetage“.

Ich hoffe ich konnte weiter helfen,
gute Besserung für Deinen Vater und mutig sich den Problemen zu stellen,da es leider heutzutage immer noch ein TabuThema ist,sich solche Hilfe zu Suchen.

Alles Gute
Anja Beerbaum

Weis nicht ob die Nachricht richtig ankommt,mache es gerade zum ersten mal!!!

Leider lässt sich diese Frage aus der Ferne so nicht beantworten - beantworten könnte sie nur ein Arzt/Therapeut vor Ort, der die Umgebung, die Situation und auch die Diagnose kennt. Es kommt dabei auf so viele Faktoren an, die alle berücksichtigt werden wollen. Vielleicht kannst Du Deinen Vater unterstützen, zunächst einen Arzt/Therapeuten zu finden, der ihm bei der Suche nach der richtigen Therapieform helfen kann. Wenn Ihr die Dringlichkeit klar macht, dann bin ich zuversichtlich, dass Ihr lange Wartezeiten umgehen könnt. Nicht aufgeben - Schritt für Schritt gehen.

Ich denke, auch die Entscheidung ob ambulante oder stationäre Behandlung sinnvoll und gut ist, wird sich mit den nächsten Schritten klären. Von der Möglichkeit einer stationären Therapie neben dem Beruf ist mir persönlich nichts bekannt - aber vielleicht kann Dir hier jemand anders weiterhelfen.

Alles Gute!!

Hallo,

aus der Ferne kann ich natürlich bei so wenig Informationen schlecht Ratschläge geben. Aber bei jeder Therapie stellt sich die Frage nach Kosten, Risiken und Nebenwirkungen. Bei einer Psychotherapie ist das genau so wie bei einem chirurgischen Problem, etwa einer Appendizitis. Wenn stationär operiert werden muss, sollte diese Behandlung auch dann durchgeführt werden, wenn damit beruflicher Ausfall verbunden ist. Schließlich gehrt es um die Gesundheit und letztlich auch um das Leben eines Menschen. Ich kenne ja die Diagnose Deines Vaters nicht, aber wenn er so krank ist, dass eine ambulante Therapie nicht ausreichend scheint und er auch nicht so lange warten kann, dann bleibt eben nur eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in einer Klinik.
Darüber hinaus bietet jede psychiatrische Klinik auch ambulante Sprechstunden in einer eigenen Institutsambulanz an, in der man sich diesbezüglich noch einmal genauer beraten lassen kann. Vielleicht könnte so ja auch die Wartezeit auf einen Therapieplatz überbrückt werden?

Ich hoffe, trotzdem hilfreich gewesen zu sein und wünsche alles Gute!

J.

Hallo NanaBanana84,

danke für die Anfrage. Wie ich feststellen konnte bist Du erst seit wenigen Tagen hier bei wer-weiss-was angemeldet. Eine Anfrage dieser Art empfehle ich Dir an Leute zu verschicken die sich als Experten ausgewiesen haben, also an Psychologen u. Psychologinnen.

Als „Interessierter“ habe ich folgenden Vorschläge an Dich und Deinem Vater:

  1. Sich bei der Krankenkasse beraten zu lassen wo er krankenversichert ist.

  2. Eine eMail an den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen mit Deiner Anfrage zu schicken. Verbands eMail über google zu finden.

  3. Meines ganz pers. Empfehlung an Dein Papa: Lieber jetzt eine freiwillige Auszeit aus dem Berufsleben nehmen und eine Reha in einer entsprechenden Klinik machen als später den Rest seines Lebens als Berufsunfähiger von einem Psychologen zum anderen gehen zu müssen und nie wieder richtig arbeiten zu können.

Alles gute und viel Erfolg.

Don

Hallo,

mein Vater benötigt dringend eine Psychotherapie. Er hat schon
bei mehreren Therapeuten angefragt, wurde aber immer wieder …

Hallo

ich bin psychotherapeutische Heilpraktikerin, daher mit dem Prozedere was die Krankenkassen angeht nicht so vertraut.
Ich kann allerdings aus Erfahrung sagen, das da meist nur viel Hartnäckigkeit und immer wieder nachfragen bei Therapeuten hilft. Manchmal hat auch der Hausarzt noch Ideen, an welche Stellen man sich wenden könnte. Auch Beratungsstellen können eventuell Lösungen aufzeigen.
Aus der Sicht einer freien Therapeutin möchte ich aber natürlich auch erzählen, das es viele gutausgebildete psychotherapeutische Heilpraktiker gibt und auch - je nach Wohnort - therapeutische Gruppen, die eventuell für den Übergang vielleicht auch dauerhaft helfen können.
Dies wird zwar nicht von der Krankenkasse getragen, hat aber den Vorteil das das Spektrum der therapeutischen Methoden hier größer ist, als bei Kassentherapeuten.

Vielleicht konnte ich ein wenig helfen
Viele Grüße

Hallo,

leider steht in deiner Mail nichts von den problemen deines vaters, so dass es schwer ist dir einen guten rat zu geben, bzw. wie dringlich die behandlung deines vaters ist.
In der Regel sind die wartezeiten bei erwachsenen ca 3 Monate, in der ambulanz einer klinik in notfällen sicher auch kürzer.
evtl sollte dein vater abklären wie er krankenversichert ist um bei einms tationären aufenthlat keinen finanziellen ausfall zu erleben.
Andererseits ist es auch so, dass psychische probleme meist schon längere zeit vorherrschend sind und auch nicht so schnell abklingen. Gerade bei einer ambulanten behandlung sollte man abwägen wie stabil momentan die situation ist, (z.b arbeit, ablauf des alltags) und dann auf jeden fall bei vielen threapeuten auf die warteliste setzten lassen, evtl auch nach einem klinikaufenthalt.
leider hat es aus urlaubsgründen etwas gedauert und ist recht dürftig, aber ich hoffe doch es hat etwas geholfen
freundliche grüße
anita gradl