Stationen Napoleons III

Hallo!

Ich möchte mich für ein Stipendium für eine Reise durch Frankreich auf den Spuren Napoleons III. bewerben.

Mich würde hierzu interessieren, in welchen Orten Napoleon III. nacheinander gelebt hat oder sich kurzzeitig aufhielt (nach Möglichkeit mit genauen Daten). Je genauer desto besser (Stadtviertel, Straße, Haus…). Zusätzlich noch, was in Paris (und dem Rest Frankreichs) er beeinflusst hat (Stadtbild sternförmig, Parks…)

Einiges weiß ich schon, es wäre nett, wenn jemand Ergänzungen weiß:
1808, 20.4. geb. in Paris (evtl. in welcher Kirche getauft?)
ab 1815 Exil in der Schweiz (wo?) und in Deutschland (wo?)
1836, 30.10. Straßburg: Putschversuch
1840, 6.8. Boulogne: Putschversuch - Haft
1846 Flucht aus Festung Ham nach London
1848 Rückkehr nach Frankreich (Paris?)
1851, 2.12. Staatsstreich (Paris?)
1852, 2.12. Kaiser der Franzosen (wo fand die Krönung statt?)
1856 Pariser Kongress
1870/71 Deutsch-Fr. Krieg (war er währenddessen in Paris?oder
in Sedan?)
1870, 8.9. Kapitulation in Sedan

  • pr. Gefangenschaft: Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel
  • Entlassung 1871, 9.3.
    dann nach Chislehurst bei London
    dort Tod 1873, 9.1.
    bestattet im Mausoleum zu Farnborough (Grafschaft Hampshire)

verheiratet seit 1853 mit Eugénie (Hochzeit wo?evtl. Kirche?)- Sohn Eugène Louis Napoleon Bonaparte (wo und wann geboren?)

Vielen Dank schon mal,
Liebe Grüße, Mariella

Manchmal frage ich mich …
… ob man heutzutage noch weiss, was ein Buch ist.

Ich möchte mich für ein Stipendium für eine Reise durch
Frankreich auf den Spuren Napoleons III. bewerben.

Für eine ernsthafte Bewerbung würde ich mir mal eine der ausführlichen Biographien anschauen. Da findest du sicher auch Antworten auf deine Fragen

in welchen Orten Napoleon
III. nacheinander gelebt hat oder sich kurzzeitig aufhielt
(nach Möglichkeit mit genauen Daten). Je genauer desto besser
(Stadtviertel, Straße, Haus…). Zusätzlich noch, was in Paris
(und dem Rest Frankreichs) er beeinflusst hat (Stadtbild
sternförmig, Parks…)

Soll ich dir verraten, wie du eine Biographie findest?

Bernhard

Hallo !

Reicht das?

  1. N. III., Kaiser der Franzosen, gewöhnlich Louis N. genannt, geb. 20. April 1808 im Palais Royal in Paris, gest. 9. Jan. 1873, dritter Sohn Ludwig Bonapartes, Königs von Holland, und der Hortense Beauharnais, Stieftochter Napoleons I., begleitete nach dem zweiten Sturz des Kaiserreichs seine Mutter in die Verbannung nach Augsburg, wo er das Gymnasium besuchte, dann nach Arenenberg im Thurgau, beteiligte sich 1831 mit seinem ältern Bruder, Napoleon Louis, der am 17. März 1831 an den Masern starb, an dem mißlungenen Aufstandsversuch Menottis in der Romagna, lebte mehrere Jahre in Zurückgezogenheit auf Arenenberg und trat als Hauptmann der Artillerie in die Schweizer Miliz ein; er veröffentlichte damals: »Considérations politiques et militaires sur la Suisse« und »Manuel sur l’artillerie«. Durch den Tod des Herzogs von Reichstadt (1832) wurde er das anerkannte Haupt der Napoleonischen Dynastie und entwickelte das Ideal des kaiserlichen Regierungssystems in den »Rêveries politiques«. Bei dem Versuche, sich in Straßburg zum Staatsoberhaupt ausrufen zu lassen, ward er in der Finkmattkaserne 30. Okt. 1836 verhaftet und nach Amerika verbannt. Auf die Nachricht von der Krankheit seiner Mutter kehrte er 1837 nach Europa zurück und lebte auf Arenenberg, bis die französische Regierung von der Schweiz seine Ausweisung verlangte. Er kam ihr zuvor, indem er sich nach London begab, wo er in den »Idées Napoléoniennes« (1839) nochmals sein politisches Glaubensbekenntnis entwickelte, das aus den Taten und noch mehr aus den heuchlerischen Phrasen seines Oheims geschickt zusammengestellt ist. Als Ludwig Philipp 1840 durch die Abholung der Leiche Napoleons I. nach Frankreich dem N.-Kultus selbst eine Huldigung darbrachte, glaubte N. die günstige Zeit für eine neue Schilderhebung für gekommen und landete, nachdem er eine Anzahl hochgestellter Generale gewonnen, an der französischen Küste bei Boulogne und versuchte 6. Okt. 1840 in diese Stadt einzudringen, wurde aber, da sich niemand für ihn erklärte, auf der Flucht verhaftet. Die Pairskammer verurteilte ihn zu lebenslänglicher Hast in der Festung Ham; hier lebte er in Gesellschaft eines Mitschuldigen, Conneau, fünf Jahre in milder Haft. Als Maurer verkleidet (angeblich unter dem Namen Badinguet, der ihm als Spottname verblieb) entfloh er von Ham 25. Mai 1846 nach England.
    Nach der Februarrevolution ward er mehrfach zum Deputierten gewählt und erschien im September 1848 in der Nationalversammlung Er beobachtete eine kluge Zurückhaltung, ließ aber gleichzeitig die Masse des Volkes, in dessen Augen sein Name ihm einen Nimbus gab, für sich bearbeiten. So kam es, daß er bei der Präsidentenwahl 10. Dez. 1848: 51/2 Mill. Stimmen gegen 11/2 Mill. für Cavaignac erhielt; am 20. Dez. leistete er den Eid auf die Verfassung der Republik. Während die Vertreter der Nation ihre Zeit in erbittertem Parteikampf vergeudeten, füllte N. Heer und Beamtenstand mit seinen Anhängern und gewann den Klerus durch die Unterstützung des Papstes gegen die römischen Republikaner (1849) sowie den Bürgerstand durch die Aussicht auf einen dauernden Frieden unter einer starken Regierung. Der Gesetzgebenden Versammlung gegenüber, mit der er bald in Konflikt geriet, trat er als der Erwählte der Nation auf, und als sie sich weigerte, seine Wiederwahl durch eine Revision der Verfassung zu ermöglichen (19. Juli 1851), die Verfügung über die Truppen beanspruchte und eine dritte Gehaltserhöhung Napoleons abschlug, setzte er in der Nacht vom 1. auf den 2. Dez. 1851 den seit langem im geheimen vorbereiteten Staatsstreich ins Werk: die Führer des Parlaments wurden verhaftet und verbannt, ein republikanischer Aufstandsversuch in den Straßen von Paris durch schonungsloses Einschreiten der Truppen im Keim erstickt. Von der Volksvertretung appellierte N. an das souveräne Volk selbst, das durch die Wahl Napoleons zum Präsidenten auf zehn Jahre mit 71/2 Mill. Stimmen (20. Dez.) die Errichtung einer Militärdiktatur billigte; die neue Verfassung vom 14. Jan. 1852 gab dem Volk das Recht des Plebiszits in besondern Fällen, der Volksvertretung (Senat und Gesetzgebendem Körper) nur das der Beratung, dem Staatsoberhaupt eine sonst unumschränkte Gewalt. Am 7. Nov. 1852 erklärte der Senat die Wiederherstellung des Kaiserreichs für den Willen der Nation, die das Senatskonsult am 22. mit über 7,800,000 Stimmen bestätigte. Am 2. Dez. 1852 wurde N. III. als Kaiser der Franzosen proklamiert. Von den europäischen Mächten wurde N. bald anerkannt, eine Heirat mit einer Prinzessin aus fürstlichem Haus kam aber nicht zustande. N. vermählte sich daher 29. Jan. 1853 mit einer Spanierin, Eugenie (s. d.), Gräfin von Teba, die ihm 16. März 1856 einen Erben, den kaiserlichen Prinzen (s. S. 421 f.), gebar.
    N. strebte vor allem danach, durch Kriegsruhm die französische Nation zu blenden und sich das Verdienst zu erwerben, Frankreich das Übergewicht in Europa wiederzuerringen. Hierzu diente ihm die Beteiligung am Krimkrieg; die Kämpfe vor Sebastopol befriedigten den Ehrgeiz der Armee, die Niederlage Rußlands befreite das liberale Europa von dem Druck, den der despotische Zar Nikolaus ausgeübt hatte, England und Österreich waren Frankreichs Bundesgenossen, und auf dem Pariser Kongreß 1856 waren die Gesandten sämtlicher Großmächte um den Kaiser versammelt, der durch Großmut auf Kosten seiner Verbündeten Rußland für sich gewann. Das Attentat des Italieners Orsini (14. Jan. 1858), das ebenso wie die vorhergegangenen der Italiener Pianori (28. April 1855) und Bellamare (8. Sept. 1855) scheiterte, bezeichnete einen Wendepunkt in der kaiserlichen Politik. Seiner doktrinären Neigung folgend, erklärte N. jetzt die Befreiung der unterdrückten Völker für das Ziel der französischen Politik. Nachdem er sich mit Cavour in Plombières verständigt und das Bündnis und eine Familienverbindung mit Sardinien geschlossen, zog er mit diesem 1859 gegen die österreichische Herrschaft in Italien zu Felde, siegte bei Magenta und Solferino, entzog sich weitern Verwickelungen durch den Frieden von Villafranca (11. Juli) und erwarb Savoyen und Nizza (1860). Er schien jetzt auf der Höhe seiner Macht zu stehen; die mächtigsten Reiche des Kontinents hatte er gedemütigt, und alle Welt lauschte gespannt seinen Worten. Um den Klerus zu gewinnen, mußte er sich jedoch der vollständigen Einigung Italiens widersetzen und 1867 bei Mentana sogar mit den Waffen zugunsten des Papstes einschreiten, wodurch er die Dankbarkeit der Italiener verscherzte. Die Bundesgenossenschaft, die N. beim Staatsstreich sich aufgeladen, die der Abenteurer und Glücksritter, deren Frivolität und zynische Geldgier ihn schon durch verschiedene Börsenschwindeleien kompromittiert hatten, verleitete ihn 1862 zu der verhängnisvollen mexikanischen Expedition, mit der er das nebelhafte Ziel einer französischen Protektion über die lateinische Rasse auch in der Neuen Welt verband. Aber seine Berechnungen erwiesen sich als trügerisch: die Eroberung Mexikos und die Errichtung eines Vasallenthrons waren nicht so leicht, wie er gedacht, und als die Vereinigten Staaten von Nordamerika nach Beendigung ihres Bürgerkrieges gegen die französische Intervention Protest erhoben, mußte N. Mexiko räumen und seinen Schützling, Kaiser Maximilian, preisgeben (1867), nachdem das Unternehmen an direkten Kosten der Armee und an Anleihen für das mexikanische Kaiserreich ungeheure Geldsummen verschlungen hatte und die Armeevorräte aufgebraucht worden waren. Daher mußte sich N. gefallen lassen, daß Rußland seine Intervention zugunsten Polens, England seinen Vorschlag eines allgemeinen Kongresses in Paris ablehnte (1863), und konnte 1866 nach dem glänzenden Sieg Preußens über Österreich dem Sieger nicht Einhalt gebieten und Kompensationen am Rhein für Frankreich erzwingen, wie die öffentliche Meinung verlangte; nicht einmal Luxemburg gelang es ihm 1867 zu erwerben.
    Diese Mißerfolge minderten Napoleons Ansehen rasch. Seine Haltung war von da ab unsicher und schwankend, wozu auch sein schmerzhaftes Steinleiden beitrug. Einerseits schmiedete er unaufhörlich Pläne, um durch territoriale Erwerbungen die Eroberungsgier der Nation zu befriedigen, zu welchem Zweck er die Armee durch Niel reorganisieren und mit dem Chassepotgewehr ausrüsten ließ sowie einen Dreibund (mit Italien und Österreich) gegen Preußen anstrebte; anderseits machte er Zugeständnisse in der innern Politik, indem er dem Gesetzgebenden Körper 1860 das Interpellationsrecht, 1867 die Adreßdebatte zurückgab und 1869 ihm Budgetrecht, Verantwortlichkeit der Minister u.a. zugestand. Das am 2. Jan. 1870 berufene Ministerium Ollivier sollte Frankreich zu einem konstitutionellen Staat umbilden. Bei dem Plebiszit, dem dieser Reformplan 8. Mai 1870 unterworfen ward, wurden 11/2 Mill. Nein abgegeben; diese verhältnismäßig hohe Zahl zeigte, daß die Zugeständnisse zu spät gekommen waren, daß man sie ebensowenig würdigte wie das Verdienst, das sich N. durch den Handelsvertrag mit England (1860) erworben. Unter dem Eindruck der Mißstimmung der Nation ließ sich N. 1870 wider seinen Willen von dem leidenschaftlichen und beschränkten Minister des Äußern, Gramont, sowie von der Hofpartei, den Klerikalen und Reaktionären zum Krieg mit Preußen drängen (s. Deutsch-französischer Krieg). Aber sein Mangel an Vertrauen zu sich selbst und seine Krankheit raubten ihm den letzten Rest von Energie und Tatkraft in der Führung der Armee, deren Oberbefehl er schon 12. Aug. niederlegte. Der Tag von Sedan (1. Sept.) besiegelte sein Schicksal. Nachdem »es ihm nicht gelungen, den Tod zu finden«, gab er sich kriegsgefangen, wagte aber nicht die Verantwortung für Friedensverhandlungen zu übernehmen. Noch am 2. Sept. reiste er nach dem ihm angewiesenen Aufenthalt, Schloß Wilhelmshöhe, ab und begab sich nach Abschluß des Präliminarfriedens und nach seiner Absetzung durch die Nationalversammlung (1. März) zu seiner Familie nach Chislehurst in England, wo er an den Folgen einer Steinoperation starb.
    N. hatte in seinem Äußern wenig vom Bonaparteschen Familientypus; auch sein Phlegma, seine träumerische Apathie wiesen auf andern als korsischen Ursprung hin. Von Natur war er sanft und wohlwollend, seinen Freunden und Dienern treu und dankbar; seine geistige Begabung war nicht unbedeutend, wenn auch nicht schöpferisch. Seine Kenntnisse waren vielseitig, doch neigte er zum Doktrinarismus. Sein Verhängnis war sein Prätendententum; die Schuld des Staatsstreiches lastete schwer auf ihm, und sein Regierungssystem mußte an dem unversöhnbaren Widerspruch zwischen Despotismus und Volkssouveränität scheitern. Indes Italien hat ihm ein dankbares Andenken bewahrt und 1879 in Mailand ein Standbild errichtet. In jüngster Zeit zieht auch in Frankreich sein Andenken Vorteil aus dem Wiedererwachen des N.-Kultus. Napoleons Werke erschienen gesammelt als »OEuvres de Napoléon III« in 5 Bänden (Par. 1854-69; deutsch von Richard, Leipz. 1857-58, 4 Bde.). Kleinere Schriften sind: »Politique de la Franceen Algérie« (1865); »Carte de la situation militaireen Europe« (1868); »Titres de la dynastie Napoléonienne« (1868); »Progrès de la France sous le gouvernement impérial« (1869); »Forces militaires de la France« (1872). Sein Hauptwerk ist die »Histoire de Jules César« (1865-66, 2 Bde.; deutsch, Wien 1865-66), deren zweiter Band wegen der gründlichen Studien über den gallischen Krieg wertvoll ist. Nach seinem Tod erschienen: »OEuvres posthumes; autographes inédits de N. IIIen exil« (1873).
    [Lexikon: Napoleon. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), S. 136486 (vgl. Meyer Bd. 14, S. 420 ff.)]

mfgConrad

dir vielen Dank für die ausführliche Antwort!owt.

und dir…
… vielen Dank für den sarkastischen Kommentar!
ICH frage mich manchmal, warum manche Leute ihre kostbare Zeit dafür opfern, solch hilfreiche Kommentare zu verfassen - ist ihnen langweilig?
Trotzdem einen freundlichen Gruß, Mariella