Hallo.
Zunächst zur Erklärung der wichtigen Begriffe:
Wenn beim Basketball ein Korbwurf versucht wird, dieser sein Ziel verfehlt, aber ein Spieler den Ball wieder fängt (wodurch sich entweder eine neue Wurfchance ergibt oder ein weiterer Wurfversuch des Gegners verhindert wird und somit der Ballbesitz wechselt), dann heißt das „Rebound“. Diese Rebounds sind im Basketball eine praktisch genauso wichtige und ernstgenommene Statistik, wie die Anzahl der erzielten Körbe(!).
Fängt ein Verteidiger den Ball nach dem Fehlwurf handelt es sich um einen Defensiv-Rebound. Fängt ein Angreifer den Ball wieder, heißt das Offensiv-Rebound.
Defensiv-Rebounds (DRPG) sind deutlich häufiger als Offensiv-Rebounds (ORPG). Eine Statistik über eine vollständige Saison an der das deutlich werden müsste, gibt es hier (das PG steht für per game):
http://www.nba.com/statistics/player/Rebounds.jsp?le…
Man kann ungefähr von einem Verhältnis von ca. 3:1 für Defensiv-Rebounds : Offensiv-Rebounds ausgehen.
Die Frage ist jetzt: Wenn ein Spieler einen Offensiv-Rebound angelt, tut er damit mehr für die Mannschaft als mit einem Defensiv-Rebound oder ist beides gleich „effektiv“?
Eigentlich sollte man ja denken, dass beides absolut gleich effektiv ist, da es jeweils zu einem Wechsel des Ballbesitzes kommt.
Ich meine aber, dass die Zahl der Offensiv-Rebounds und Defensiv-Rebounds nur gleich wichtig ist, wenn man 2 Mannschaften (bezüglich ihrer Reboundstärke) miteinander vergleicht.
Vergleicht man zwei einzelne Spieler miteinander sind (m.M. nach) Offensiv-Rebounds effektiver für die Mannschaft als Defensiv-Rebounds.
Zu dieser vielleicht seltsam klingenden Behauptung komme ich, da ich der Meinung bin das man von Folgendem ausgehen kann:
Es gibt 5 Spieler. Bei einem Defensiv-Rebound kann man davon ausgehen, dass wenn der Spieler diesen Defensiv-Rebound nicht gekriegt hätte seine 4 Mitspieler noch eine sehr gute Chance gehabt hätten ebenfalls den Rebound zu holen (Die WSK hierfür müsste, denke ich, ganz grob die WSK für einen Defensiv-Rebound der betrachteten Mannschaft MINUS die WSK für einen Defensiv-Rebound des Spielers der ihn nicht gekriegt hat betragen. Das ist natürlich nur ein grober Richtwert, aber man kann schon eine ungefähre WSK ausrechnen denke ich.). Also z.B. (stark verallgemeinert) 75% - 75% * 1/5 oder auch 4/5 * 75%. Also 60%.
Bei einem Offensiv-Rebound muss man damit rechnen, dass, wenn der Spieler der den Offensiv-Rebound gekriegt hat, ihn NICHT gekriegt hätte, die WSK, dass einer seiner Mitspieler den Offensivrebound bekommen hätte, deutlich niedriger ist. Die GesamtWSK, dass ein Spieler einen solchen Offensiv-Rebound kriegt, beträgt ja gerade mal ca. 25%. Benutzt man hier dieselbe (total verallgemeinerte…ich weiß) Formel also 0,8 * 25% ist man bei 20%.
Natürlich sind diese Formeln total verallgemeinert und man kann so wohl nicht die tatsächliche WSK ausrechnen, aber das soll ja nur zur ungefähren Überlegung dienen. Der Punkt ist meiner Meinung nach, dass bei einem Defensiv-Rebound die WSK recht groß ist, dass ein anderer Mitspieler diesen Rebound ebenfalls hätte kriegen können. Beim Offensivrebound ist die WSK, dass ein Mitspieler diesen Offensiv-Rebound gekriegt hätte deutlich geringer.
Geh ich davon aus und das was ich oben geschrieben hab stimmt und vergleiche 2 Spieler miteinander komm ich z.B. auf folgendes Ergebnis:
Fall A) Ein Spieler holt 10 Defensiv-Rebounds und 0 Offensiv-Rebounds. Der Rest der Mannschaft holt 40 Defensivrebounds und 10 Offensivrebounds.
Fall B) Ein Spieler holt 0 Defensiv-Rebounds aber dafür 10 Offensiv-Rebounds.
Der Rest der Mannschaft holt nun aufgrund der 60% WSK von diesen 10 Defensiv-Rebounds die der Spieler NICHT gekriegt hat 6 Stück. Da er 10 Offensiv-Rebounds gekriegt hat, erhält der Rest der Mannschaft gegenüber Fall A) 20% mal 10 Offensiv-Rebounds = 2 Offensiv-Rebounds weniger.
Also hat die Mannschaft, wenn die anderen 4 Spieler in beiden Spielen absolut identisch spielen würden und es sich um einen Idealfall handeln würde, in Fall A) 60 Rebounds insgesamt in Fall B) 60+6-2=64 Rebounds.
Das würde bedeuten, dass ein Offensiv-Rebound eines Spielers gegenüber eines Defensivrebounds als höher/mannschaftsdienlicher einzustufen ist (wenn die Mannschaft im Defensivrebounden insgesamt deutlich besser ist - was eigentlich immer der Fall ist), auch wenn der Spieler in beiden Fällen gleich viele Rebounds (Offensiv+Defensiv zusammengezählt) hat.
Im Prinzip würde ich das auch irgendwie logisch finden, aber begehe ich dabei evtl. doch irgendeinen Denkfehler? Falls ja, welchen denn genau?
Danke…
Grüße
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