Habe mal eine Frage an die wissenschaftlichen Psychologen hier: Ich erstelle im Moment einen Vortrag über eine Studie in der Kindheitsbelastungen mit später auftretenden Erkrankungen in Beziehung gesetzt werden. In dieser Studie wird folgende Formulierung verwendet:
„Bei Anwendung der statistischen Methode der Populations-Risiko-Verteilung ergab sich, daß zwischen einem Drittel und 80% aller Suicidversuche auf die psychosozialen Belastungsfaktoren in der Kindheit zurückzuführen waren.“
Meine Frage: Wer kann mir diese statistische Methode der Populations-Risiko-Verteilung so erklären daß ich sie verstehe. (habe wenig statistisches Verständnis).
…im Voraus Danke nashorn
…oder sollte ich diese Frage lieber im Mathematikbrett stellen?
Hallo,
die einzige Verwendung des Begriffs „Populations-Risiko-Verteilung“, die ich gefunde habe, ist diese:
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEE….
Dabei gibt Stangl eine englischsprachige Beschreibung der Adverse Childhood Experience Studie wieder (http://xnet.kp.org/permanentejournal/winter02/goldto…). In dieser wurde das „population attributable risk“ analysiert. Diese hat Stangl offenbar schlecht übersetzt. Ein üblicher deutscher Begriff ist „attributables Risiko“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als der Vergleich der Anzahl der Betroffenen, die einen bestimmten Risikofaktor (z. B. psychosoziale Belastungsfaktoren in der
Kindheit) ausgesetzt waren, mit denen, welche diese Risikofaktoren nicht aufweisen. In Deinem Beispiel ist das absolute attributable Risko die Differenz der Suizidrate von Menschen, die in ihrer Kindheit psychosozialen Belastungen ausgesetzt waren, und der Suizidrate der Personen, die diesen Belastungen nicht ausgesetzt waren.
Da ich die Studie selbst nicht kenne, weiß ich nicht, ob die Autoren z. B. andere Risikofaktoren herausgerechnet haben. Dies geht aus der Beschreibung, die Stangl zitiert nicht hervor. Es lohnt sich also die Originalarbeit zu lesen.
Viel Erfolg bei Deinem Vortrag,
Falk