Moin Hendik,
…
Nachdem ich sie dann irgendwie losbekommen habe und die Nacht
im Krankenhaus verbrachte (so ein Schlag ist ja nicht ohne-
sie behielten mich vorsorglich am EKG),
Stimmt, damit ist nicht zu spaßen!
Glückwunsch! Zum Zweiten Geburtstag!
habe ich mir die
Stehlampe heute nochmal genauer angesehen- und keinen Fehler
festgestellt.
An der Verteilersteckdose war auch nichts. Und
nun der Hammer: Die Schutzleiteranschlüsse der Steckdose
stehen unter schlappen 230V!! (gemessen gegen die Heizung)
„Das ist ja der Hammer!“ dachte ich, und rief meinen Vermieter
an. Der fühlte sich leider trotz meiner Schilderung in erster
Linie in seiner Feiertagsruhe gestört, versprach aber jmd.
vorbei zu schicken (menschlich voll daneben, hätte schließlich
mehr passieren können).
Wenn Du schon selber diese Meßung gemacht hast, kannst Du auch sicher stellen, das die betreffende Steckdose, bis zur Reperatur, nicht mehr benutzt wird.
Nun meine Fragen dazu:
Wie kann es eigentlich sein, dass die Lampe seit neun Monaten
unfallfrei funktionier? Bin ja nicht der Erste, der sie
angefasst hat.
An der Leuchte liegt es doch nicht, hast Du selbst geschrieben.
Ist diese Leuchte immer an der Steckdose angesteckt,
oder wurden dort auch andere Verbraucher benutzt?
Und 2.: Muss da nicht normalerweise die Sicherung
Nein, Sicherung löst dabei nicht aus.
bzw. der FI reagieren?
„Wenn“, RCD-Schalter(FI) richtig bemessen, angeschlossen ist und in Ordnung ist.
Da ist doch was größeres im Argen, oder?
Hast Du ja schon selber festgestellt.
(Sind FI-Schaltungen Bundesland-Abhängig?)
In Deutschland wird bei Neubauten und Modernisierungen, ein FI-Schalter mit einer Auslösestromdifferenz von 30 mA , vor allem für Stromkreise in Feuchträumen und im Außenbereich von der VDE verlangt.
Ich fühle mich jedenfalls nicht mehr ganz sicher beim Schalten
meiner Verbraucher, zumal an den Schutzleitern meiner
PC-Steckerleiste der Phasenprüfer ebenfalls leuchtet,
Vergiß den Phasenprüfer!
Da sind Lügendetektoren besser!
Lies mal die letzten beiden Absätze!
http://de.wikipedia.org/wiki/Phasenpr%C3%BCfer
mein Multimeter (0815 von Conrad) gegen die Heizung zeigt aber nur
2V.
Das mit den 2V kann stimmen.
Besorg Dir lieber einen zweipoligen Spannungsprüfer,
VDE-geprüft und zugelassen nach den aktuellen Normen EN 61243-3 und DIN VDE 0682, Teil 401.
z.B. hier:
http://www.order.conrad.com/cgi-perl/lshop.cgi?actio…
Nur damit kann zuverlässig solche Spannung gemessen werden.
Multimeter sind zu hochohmig am Eingang >1 MOhm.
Und nicht zuletzt: Wie sieht es rechtlich aus? Ist der
Vermieter verantwortlich, auch wenn keine Fahrlässigkeit
nachweisbar ist (kann ja auch vom Vormieter sein)?
Ja. http://www.tuv.com/de/elektro_tuev.html
Die Rechtslage:
Unwissenheit schützt vor Haftung nicht.
Ein Vermieter haftet auch dann für entstandene Schäden,
wenn er sich auf Unkenntnis der technischen Vorschriften
oder den Zustand der elektrischen Anlage beruft.
So will es das Gesetz.
Prüfung, Haftung und Beweislast des Vermieters bei Stromschäden
wurden schon in verschiedenen Gerichtsurteilen bestätigt.
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Beispiel:
- Vermieter trägt Verantwortung
Ein Urteil des OLG München (Az.: 3 U 5356/96)
enthält nicht nur interessante Ausführungen
zur Beweislastverteilung zwischen Vermieter und Mieter bei Brandschäden,
sondern auch zu den Wartungspflichten des Vermieters an seiner elektrischen Hausanlage.
http://www.e-check-info.de/de,03ec,03fb;gericht.html
Vielen Dank für Eure Kommentare,
Hendrik
mfg
W.