Er ruft eben an und erzählt uns, dass er ausgezogen ist.
Seit 1/2 Jahr sind wir (von beiden gemeinsam) eingeweiht.
Jetzt meine Fragen:
Stecken die Kinder das alles so weg, wie er behauptet?
Hallo zusammen,
wie jetzt, er ist einfach so mal eben ausgezogen, ohne Vorwarnung gegenüber den Kindern?
Dann dürfte das dicke Ende noch kommen, denn dann wäre es jetzt für gute Tipps eigentlich schon zu spät. Damit Kinder eine solche Situation möglichst gut bewältigen können, muss man die Sache schon im Vorfeld richtig anpacken, und das heißt: Aktive und offene Kommunikation mit den Kindern!
Wenn eine Trennung unausweichlich wird, kommt es im Vorfeld üblicherweise zu Streitigkeiten zwischen den Eltern und diese bekommen die Kinder selbstverständlich mit, ob man dies will bzw. glaubt oder nicht. Und da muss dann auch die Kommunikation gegenüber den Kindern sofort ansetzen, wenn klar ist, dass die Eltern sich trennen werden. D.h. klar machen, dass es unüberwindbare Probleme gibt (altersgerecht die passende Detailebene zu finden ist nicht einfach), dass die Kinder hieran nicht schuld sind, dass sich beide Elternteile weiterhin gleichermaßen um die Kinder kümmern wollen und sie lieb haben, der Entschluss zur Trennung aber von den Kindern nicht beeinflussbar ist.
Und dann die Kinder in die einzelnen Schritte der Trennung (altersgerecht) offen mit einbinden. D.h. Papa packt nicht einfach plötzlich seine Sachen und ist weg, wenn die Kinder von der Schule kommen, sondern man sagt mit ausreichender Vorwarnung, dass Papa sich eine andere Wohnung suchen wird, diese gefunden hat, die Kinder ihn dort in Zukunft besuchen werden (ggf. diese schon mal gemeinsam besichtigen) und dann zu einem bestimmten Termin auszieht, vorher die Sachen packen wird, … Man schleppt die Kinder nicht plötzlich zu einem Gerichtstermin oder erzählt ihnen, dass die Eltern jetzt geschieden sind, sondern erklärt ihnen altersgerecht den Ablauf den Verfahrens.
Und noch viel wichtiger: Man bereitet die Kinder darauf vor, dass im Freundeskreis Gerüchte entstehen, böse Dinge passieren können, … und fragt immer mal wieder nach, ob sich dies verwirklicht hat, und spricht - um dem gleich vorab zu begegnen - möglichst frühzeitig auch mit Freunden und Bekannten und insbesondere auch den Eltern der besten Freunde der Kinder über das Thema.
Und dann sollte man natürlich zusehen, dass die räumliche Trennung nicht unbedingt von heute auf morgen so Knall auf Fall eine komplett neue Situation herbeiführt, sondern man sich möglichst verständigt, dass im Anfang der Partner noch möglichst viel mit in der ehelichen Wohnung ist (ich weiß, ist ganz schwer, wenn der verbliebene Ehepartner schon einen neuen Partner hat und mit dem jetzt möglichst schnell möglichst viel Zeit verbringen will, aber für die Kinder unglaublich hilfreich) und dies dann über einen Zeitraum einiger Wochen erst bis zur getroffenen Umgangsregelung führt.
Sollten diese Chancen hier vertan worden sein, muss sich der ausgezogene Papa jetzt auf massive Probleme bei den Kindern und insbesondere auf das Verhältnis zwischen ihm und den Kindern gefasst machen.
Gruß vom Wiz