Stegleitung für Wechselschalter

In einer dünnen Gipsdielenwand führt UP eine dreiadrige Stegleitung (schwarz/schwarz/braun, ursprünglich fünfadrig) zu einem Wechselschalter, der 50 cm verlegt werden soll Um die richtige Farbmarkierung fortzuführen, müsste ich also ein 5-adriges Kabel legen, das aktuell nicht vorliegt.

Frage: Ist es erlaubt, einem dreiadrigen Stegkabel (schwarz/blau/gelbl-grün) drei schwarze Adern passender Länge zu entnehmen, die zum Wechselschalter geführt werden?

Wichtig: Ohne Putzabdeckung (Verlegung im oder unter Putz) ist Stegleitung nur in solchen Hohlräumen zulässig, wo ausschließlich nicht brennbare Baustoffe vorkommen.

Leitungen haben immer Basisisolierung und Zusatzisolierung. Einzeladern sind nur zulässig, wenn diese in einem geschlossenen Rohr eingezogen werden.

Man darf aber gerne eine Leitung nehmen, die dreiadrig ohne grün-gelbe Ader sind.
Diese haben an Stelle eines -J am Ende ein -O, also zum Beispiel NYIF-O 3x1,5mm² (kaum erhältlich) oder NYM-O 3x1,5mm² (letzteres würde ich empfehlen).
Stegleitung ist praktisch nicht durch Schrumpfmuffe o. Ä. verlängerbar, es empfiehlt sich also das Setzen einer kleinen Abzweigdose. Da diese vermutlich unzugänglich werden wird, sollten Steckklemmen (und keinesfalls Schraubklemmen) benutzt werden.

… und weil es so schön dazu passt, hier ein paar Fotos, was ich heute gefunden habe:


Man beachte den dunklen Fleck an der Tapete.

So sah es dahinter aus.


Und hier die gerösteten Adern. Es roch auch nicht sehr gut.

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“Do you really wann to hurt me?”

Hallo X_Strom,

ich habe Grund, mich wieder für deine hilfreiche Antwort zu bedanken. Vielleicht darf ich als “Bedenkenträger” gleich noch ein Anliegen loswerden: Der Elektriker des Vorbesitzers hat eine Menge Kabel, die vom Verteiler kommen, in einen engen Kanal aus Holz und Gipsfaser (3x11cm) gestopft, so dass alles dicht an dicht liegt. Gibt das keine Probleme? Hier die parallel laufenden Kabel:

-Kabel zwischen Hauptsicherung im Keller und Unterverteilung

-Herd 5x2,5mm

-Durchlauferhitzer 4x6mm

-Mikrowelle 3x2,5mm

-Geschirrspüler 3x2,5mm

-2 Stromkreise Licht 3x1,5mm

-3 Stromkreise zu Steckdosen à 3x1,5mm

-RCD Bad 3x1,5mm

Das Kanalvolumen wäre leicht zu verdreifachen. Ist das sinnvoll? Mit den Zaubersprüchen darf ich im Zusammenhang der Kabel anmerken: bên zi bêna, bluot zi bluoda :slight_smile:

Freundliche Grüße

Wolfgang

Lektüre:

Die Tabellen berücksichtigen nur Standardfälle.
Es gibt für so einen Kanal keine einfache Berechnung.
Beachte, dass zur Berechnung der Reduktion der Strombelastbarkeit durch Häufung solche Leitungen, die unter 30% der Nennbelastbarkeit belastet werden, unberücksichtigt bleiben.

Mithin bleiben nur vier zu berücksichtigende Leitungen. Die Mikrowelle kann man wegen nur mäßig hoher Belastung auch vernachlässigen.

Durchlauferhitzer, Herd und Spülmaschine ziehen die Volllast nur minuten- und nicht stundenlang.

Die dünnste Leitung zu verlegen, die überhaupt zulässig ist (1,5 mm²) - und diese dann mit der höchsten Stromstärke abzusichern, die für Steckdosenstromkreise zulässig ist (16 A); das ist selten sinnvoll, meisten dennoch erlaubt und aufgrund der Tatsache, dass diese 16 A praktisch nie fließen werden (und wenn doch, dann kurzzeitig) wird praktisch nichts passieren.
Andererseits verhindert nun keine Schutzvorrichtung, dass doch einmal jemand pro Stromkeis einen Heizlüfter mit 3,6 kW im Dauerbetrieb laufen lassen kann. Dann garantiere ich für nichts.

(Endlich mal jemand, dem mein Merseburger auffällt.)

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Hallo X_Strom,

danke wieder für die verständliche, erhellende und hilfreiche Antwort. Interessant auch, dass der “Standard” 16 A nicht unbedingt erforderlich ist.

Mich wiederum hat dein Merseburger gefreut.

Darum herzliche Grüße

Wolfgang