Hallo Christian,
am 11/08 schriebst du im Forum unter dem Titel "gegenwärtige Finanzkrise folgenden Satz:
„…Ein weiteres Problem sind die steigenden Spreads, d.h. die Renditeaufschläge für Anleihen und andere Finanzinstrumente. Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse (sofern börsennotiert) bzw. fallende Werte.“
Ist es nicht genau umgekehrt, dass steigende Renditen steigende Kurse bedeuten? Könnstest du mir bitte diesen Zusammenhang kurz erklären?
Grüß dich
Martin
Hallo Martin,
„…Ein weiteres Problem sind die steigenden Spreads, d.h. die
Renditeaufschläge für Anleihen und andere Finanzinstrumente.
Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse (sofern
börsennotiert) bzw. fallende Werte.“
Ist es nicht genau umgekehrt, dass steigende Renditen
steigende Kurse bedeuten? Könnstest du mir bitte diesen
Zusammenhang kurz erklären?
für Aktien stimmt Deine Aussage, für Anleihen muß ich etwas ausholen. Bekanntermaßen erfolgt die Rückzahlung von Anleihen in der Regel zu 100%. Steigt das Risiko eines Papiers bei unverändertem Marktzinsniveau, wird es von Marktteilnehmern verkauft, wodurch der Kurs fällt.
Stand eine Anleihe vor dem Ereignis bei 100%, heißt das, daß es unter 100% notiert. Dadurch ergibt sich - neben der Verzinsung - eine zusätzliche Rendite durch den Unterschied zwischen Kaufkurs und Rückzahlungskurs. Das gilt natürlich nur für jemanden, der die Anleihe neu erwirbt. Wer das Papier im Bestand hat, verzeichnet einen Wertverlust, der u.U. in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen ist.
Gruß
Christian
Hallo Martin,
Wenn die Durchschnittszinsen steigen, fallen die Preise für Anleihen. Dabei sollten die Abschläge in der Regel umso größer sein, je länger die Anlage noch läuft.
Der Grund ist folgender:
Gehen wir davon aus, Du hast eine Rendite von 4% bei einem Kurs von 100 für ein Jahr.
Dann steigt die Durchschnittsrendite auf 5%. Wer kauft Dir dann Deine Anleihe für 100 ab? Keiner! Denn er bekommt ja jetzt eine andere Anleihe für 100, die ihm 5% bringt.
Folge: Du musst die Zinsdifferenz ausgleichen und zwar um ein Prozent: Also Dein Papier für 99 verkaufen.
Läuft Dein Papier länger (sagen wir mal 10 Jahre) bekämst Du am Ende bei 4% ca. 148 incl. aller Zinsen und Zinseszinsen. Bei 5% wären es ca. 163. Die Folge: Dein Papier fällt von 100 auf 85.
Das kann also ganz schön happig werden. Umgekehrt geht es aber genauso: Fallen die Renditen, steigen die Kurse.
Bei Aktien läuft das theoretisch anders:
So unterstützen fallende **(Real-)**Zinsen den Aktienmarkt, da die Unternehmen erstens billigere Kredite bekommen und damit Werte schaffen können und zweitens Aktien um so attraktiver werden, je weniger man für ein Vergleichsinvestment bekommt.
So die Theorie. Wie auch grad gesehen: Diskontsatzsenkung in USA = steigende Aktienkurse (zumindest kurzfristig).
Schöne Grüße, Bernhard
Hallo,
So unterstützen fallende **(Real-)**Zinsen den Aktienmarkt,
da die Unternehmen erstens billigere Kredite bekommen und
damit Werte schaffen können und zweitens Aktien um so
attraktiver werden, je weniger man für ein
Vergleichsinvestment bekommt.
So die Theorie. Wie auch grad gesehen: Diskontsatzsenkung in
USA = steigende Aktienkurse (zumindest kurzfristig).
der Grund dafür war aber ein dritter, nicht von Dir genannter Grund: Letztlich war es nur ein symbolischer Akt zur Beruhigung des Geldmarktes. Eines der vielen Nova dieser Krise.
Gruß
Christian
So die Theorie. Wie auch grad gesehen: Diskontsatzsenkung in
USA = steigende Aktienkurse (zumindest kurzfristig).
der Grund dafür war aber ein dritter, nicht von Dir genannter
Grund: Letztlich war es nur ein symbolischer Akt zur
Beruhigung des Geldmarktes. Eines der vielen Nova dieser
Krise.
Das ist klar, Psychologie und Erwartungshaltungen können diese theoretischen Ausführungen natürlich jederzeit über den Haufen werfen. Sowohl bei Renten als auch bei Aktien.
Grüße, Bernhard