Steihhaus mit Holz verkleiden?

Hallo,

unsere Nachbarn möchten ihr Haus mit Holz verkleiden. Nun ist die Frage wie man da am Besten vorgeht…

Das Haus ist ein Einfamilienhaus mit Teilkeller, etwa 100 Jahre alt.

Es ist aus roten Ziegelsteinen gemauert und verputzt.

Um die Heizkosten zu senken soll nun Dämmung und Verkleidung her und Holz ist dabei der Favorit.

Aufgrund des geringen Dachüberstands (das Dach wurde vor einigen Jahren saniert und gedämmt) stellt sich nun die Frage wieviel Dämmung aufgebracht werden kann und muß.

Es sind nur etwa 10cm Spielraum…

Das Dämmmaterial sollte ‚atmungsaktiv‘ sein und möglichst dünn sein und trotzdem Wirkung zeigen.
Zudem ist eine Luftschicht geplant und schließlich eine Holzlattung aus Lärchenholz.

Welche Dämmung erfüllt diese Kriterien?
Muß überhaupt Material eingebracht werden oder genügen Luftschicht und Holzlattung?
Was macht man bei den Fensterlaibungen? Die Fenster sollen möglichst erhalten bleiben…
Wieviel Sinn macht eine so ‚dünne‘ Dämmung überhaupt?

Die Dämmung des Hauses soll in Eigenarbeit erfolgen, daher scheidet die Beauftragung einer Fachfirma aus.

Für passende Antworten oder Links zum Thema schon mal vielen Dank im Voraus.

Es grüßt
Yvisa

Moin,

Es sind nur etwa 10cm Spielraum…

Das Dämmmaterial sollte ‚atmungsaktiv‘ sein und möglichst dünn
sein und trotzdem Wirkung zeigen.
Zudem ist eine Luftschicht geplant und schließlich eine
Holzlattung aus Lärchenholz.

ähm, wie soll das gehen?
Allein die Holzverkleidung kommt auf knapp 5 cm
Brettdicke 20 mm und drunter eine Lattung mit 24er Latten
solls eine Stülpverschalung werden, kommennoch mal 20 mm dazu, also rund 5,5 cm

Da bleibt für die Isolierung kaum noch was übrig, zumindestens keine vernünftige Isolierung.

Gandalf

Moin,

Es sind nur etwa 10cm Spielraum…

ähm, wie soll das gehen?

Genau deshalb frage ich ja an dieser Stelle, ob es überhaupt in irgendeiner Form gehen könnte.
Und ob hier jemand einen entsprechenden Dämmstoff (vielleicht 2cm?) kennt?

Und ,falls es mit zusätzlicher Dämmung nicht geht, ob eine Verkleidung nur
mit Luftschicht und Holz schon eine Wirkung erzielen würde.

Es grüßt
Yvisa

Moin
Vakuum-Platten haben in relation zur Dicke die beste Wärmedämmung. Das ist aber vermutlich auch das teuerste Dämmaterial.
Grüße Helmut

Hallo!

So dünn (2 cm) ist nur der modernste und teuerste Dämmstoff,die Vakuum-Isolierpaneele.
Aber die kann man niemals selbst verlegen,weil die nicht zugeschnitten werden kann(kann schon,ist dann aber hin!).
Die werden passend hergestellt,bezw. man muss ein Verlegemuster mit Standardmaßen der Paneele einhalten.
Deshalb wird das im Bestandsbau nicht angewandt !

Das ist HiTech,damit sind selbst die üblichen Baufirmen,die sonst Dämmungen anbringen, überfordert. Die Vakuum-Paneele steckt in verschweißten Alufolienbeuteln drin,die Hülle darf nicht beschädigt werden,dann kommt Luft rein und die Dämmwirkung ist gleich Null (und niemand merkt es,außer eine Thermokamera).

Es dämmt zwar auch eine Luftschicht(stehende Luft!),aber das kann man bei der Vorsatzschale aus Holz nicht hinbekommen.

Als man das Dach neu machte,hätte man an die nötige oder zukünftige Fassadendämmung denken müssen und einen breiteren Dachüberstand machen lassen sollen. Sparrenköpfe aufdoppeln und länger überstehen lassen,evtl. einen „Knick“ in Traufnähe einbauen und etwas anheben.

Man sollte sich den Jetztzustand an Dämmwert der Fassade mal berechnen lassen und was man wie verbessern könnte.

Es gäbe ja auch zuverlässige Innendämmungen,die für gute Werte dünner sind als wenn man sie außen anbrächte.
Dann wäre man außen frei und kann die gewünschte Holzfassade auf Lattengerüst aufbringen.
Und bei Innendämmung können die Fenster im Prinzip bleiben,aber die sollten natürlich auch bedacht werden,wenn nicht auf gutem Isolierstand.

MfG
duck313

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Hallo duck,

vielen Dank für diese ausführliche Antwort.

Das Dach wurde von den Vorbesitzern erneuert, die leider an eine Fassadendämmung
nicht gedacht haben, sondern das Haus nach erfolgter Dachsanierung verkauften.

Um bessere Wärmedämmung zu erzielen wurden inzwischen neue Fenster (1,3 Ug) eingesetzt - darum sollten diese auch bleiben.

Es sind 10 cm Platz, eigentlich war die Idee : 40 mm Steinwolle, dann Folie, dann 30 mm Luft und dann 20mm Holzverblendung.

Nur bringt das überhaupt etwas?
Oder ist der Wärmedämmwert dann zu gering und es wäre rausgeworfenes Geld?

Kann man solch eine Außendämmung evtl. kombinieren mit einer zusätzlichen Innendämmung?

Und wie die Fensterlaibungen von außen mit Holz verkleiden ohne neue Fenster einsetzen zu müssen?

Oder wäre dann an den Fensterlaibungen der Wärmeverlust weiterhin groß?

Es grüßt
Yvisa

Hallo Yvisa,
für mich stellt sich immer die Frage, warum man dämmen will.
Falls es nur um die Einsparung beim Heizen geht, rechnet sich das meiner Meinung nach nicht. Bei mir steht einer Investition von 22000 € eine Einsparung von ca 800 €/Monat gegenüber.
Da vorher das Haus komplett unisoliert war, hat sich allerdings auch das Wohnklima besonders im Winter deutlich verbessert. Von daher war die Investition insgesamt sinnvoll. In guter Lage verbessert sich natürlich auch der Wert der Immobilie. Wenn die Lage schlecht ist, bekommt man die Investition in die Dämmung nie wieder herein. Von daher für jede Lösung erst mal spitz rechnen. Bei meiner Vorbereitung habe ich immer wieder erlebt, dass die Berechnungen für die möglichen Einsparungen von falschen Vorraussetzungen ausgingen. So wurde fast immer „übersehen“, dass das Warmwasser auch durch die Zentralheizung erhitzt wurde und das vor der Berechnung der Einsparung nicht herausgerechnet.

Gruß
Vincenz

Hallo Vincenz,

vielen Dank für deine Antwort.

Bei mir steht einer Investition von 22000 € eine Einsparung von ca 800 €/Monat gegenüber.

Du sparst 800 € im Monat??

Das Haus, um das es geht, ist ja bisher komplett ungedämmt.

Fenster, Türen und Dach wurden ja bereits erneuert.
Eine neue Gasheizung ist ebenfalls vorhanden.

Die Fassade des Hauses muß ohnehin neu gemacht werden, da der vorhandene Putz
rissig ist und an manchen Stellen auch bereits abfällt.

Durch Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe (durch uns ;o)) sollten die Kosten bei unter 10000 € liegen.

Eine Verbesserung des Wohnklimas wäre schon mal ein wünschenswertes Ziel.
Zudem sind die Außenwände bisher so kalt, das sich auch schon mal kleine Schimmelecken bilden :o(

Daher muß noch immer verhältnismäßig viel geheizt werden.
Gerade hier in Schleswig-Holstein sind Herbst, Winter und Frühjahr ja sehr feucht und kühl…

Durch die Verblendung sollen die Wände wärmer werden, das Mauerwerk vor Feuchtigkeit
geschützt und somit Heizkosten gespart werden.

Falls eine Dämmung mit dünnem Material (40 mm Steinwolle?) aber keine meßbare Wärmedämmung bringt,
dann soll eben aus Kostengründen gern darauf verzichtete werden.

Daher meine Frage ob man nun ein dünnes oder sehr dünnes (falls möglich) Dämmmaterial einbringen soll
oder ob die Holzverkleidung samt Hinterlüftung auch ohne zusätzliche Dämmung
den gleichen Erfolg zeigen würde.

Es grüßt
Yvisa

Hallo Yvisa

Bei mir steht einer Investition von 22000 € eine Einsparung von ca 800 €/Monat gegenüber.

Du sparst 800 € im Monat??

OK, da habe ich übertrieben. Es sind natürlich nur 800 €/Jahr. Daher mein Hinweis, dass sich Wärmedämmung nicht unbedingt rechnet. Bei mir eine Amortisationszeit von ca 30 Jahren, da leider komplett Kreditfinanziert.

Das Haus, um das es geht, ist ja bisher komplett ungedämmt.

War bei mir genauso, nicht einmal Aussenputz vorhanden.

Die Fassade des Hauses muß ohnehin neu gemacht werden, da der
vorhandene Putz
rissig ist und an manchen Stellen auch bereits abfällt.

Durch Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe (durch uns ;o))
sollten die Kosten bei unter 10000 € liegen.

Mit ca 10000 € Material kann man hinkommen. Allerdings nicht, wenn man alles superdünn benötigt.

[…gelöscht…]
Um Deine angestrebten Ziele zu erreichen, hilft Dir nur ein kompetenter Berater vor Ort. Alles andere ist Glaskugel gucken und raten.
Mit einer Gesamtplanung für das ganze Gebäude kannst Du dann fundierte Entscheidungen treffen. Die vorgenannten Investitionen (Fenster, Heizung) hast Du hoffentlich nicht ohne ein Gesamtkonzept als Einzelmaßnahme realisiert?
Wenn ein Gesamtkonzept vorliegt, sind evtl. auch Fördermöglichkeiten über die KfW oder andere möglich. Auch das sollte der Bauexperte wissen.

Es grüßt
Yvisa

Es grüßt ebenso
Vincenz

Moin,

Bei mir eine Amortisationszeit von ca 30 Jahren, da
leider komplett Kreditfinanziert.

sind da die steigenden Energiekosten mit eingerechnet?!
Wenn man bedenkt, wie die sich in den letzten 15 Jahren entwickelt haben…

Gandalf

Hallo Gandalf,
die steigenden Kosten habe ich nicht eingerechnet.
Ich wollte nur der Schönrechnerei der Verkäufer etwas entgegensetzen.
Ich bin sicher, dass die Einsparung während der Kreditlaufzeit die Höhe der Raten nicht mehr erreicht. Da mein Haus auch in einer Gegend steht, in der niemand unbedingt wohnen möchte, habe ich auch keine Wertsteigerung für das Haus.
Meine Lebenserwartung ist vielleicht so hoch, dass ich die Amortisation der Dämmung noch erlebe.
Was ich ausdrücken wollte war folgendes:
Bei einer Renovierung/Sanierung gibt es viele einzelne Bereiche, die sehr viel Geld kosten können. Wer da mit schön gerechneten Zahlen agiert, entscheidet möglicherweise mindestens ungeschickt. Daher jeden Bereich prüfen, was einem ausser Geld noch wertvoll ist und danach abwägen. Aber vorher verlässliche Zahlen ermitteln! Dazu gerne mehrere Experten befragen und wenn nötig auch mal bezahlen. Bei mir waren jedenfalls Beratungshonorare jedesmal das Geld wert.
Gruß
Vincenz

Hallo Vincenz,

Durch Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe (durch uns ;o))
sollten die Kosten bei unter 10000 € liegen.

Mit ca 10000 € Material kann man hinkommen. Allerdings nicht,
wenn man alles superdünn benötigt.

Wie gesagt, es wäre nicht superdünn, sondern wohlmöglich 40mm Steinwolle…

[…gelöscht…]

???

Um Deine angestrebten Ziele zu erreichen, hilft Dir nur ein
kompetenter Berater vor Ort. Alles andere ist Glaskugel gucken
und raten.

Ob eine von mir beschriebene Dämmung überhaupt eine Wirkung zeigen würde, ist Glaskugel gucken?

Mit einer Gesamtplanung für das ganze Gebäude kannst Du dann
fundierte Entscheidungen treffen.

Ich treffe gar keine Entscheidungen ich wollte nur fachkundigen Rat.
Das Haus gehört meinen Nachbarn und die sind unschlüssig…

Die vorgenannten
Investitionen (Fenster, Heizung) hast Du hoffentlich nicht
ohne ein Gesamtkonzept als Einzelmaßnahme realisiert?

Wie gesagt, ich habe gar nichts realisiert.
Da die Sanierungen von unterschiedlichen Besitzern und auch in einem Zeitraum von
ca. 8 Jahren durchgeführt wurden, ist kein Gesamtkonzept vorhanden.

Wenn ein Gesamtkonzept vorliegt, sind evtl. auch
Fördermöglichkeiten über die KfW oder andere möglich. Auch das
sollte der Bauexperte wissen

Es wird keine Finanzierung benötigt.

Leider passen die meisten deiner Anmerkungen nicht zu den von mir gestellten Fragen und sind für mich daher wenig hilfreich.
Trotzdem vielen Dank für den Versuch uns zu helfen.

Es grüßt
Yvisa