Hallo again,
wie ich ja schon sagte, lege ich Wert auf RS, habe aber selbst oft Probleme damit, bemühe mich Mal mehr, Mal weniger.
RS im Allgemeinen:
Ich erwarte nicht, dass man RS völlig außer acht lassen sollte.
Ich denke, man könnte/sollte eine zu starke Fixierung darauf einfach entschärfen. Abwägen, um welchen Bereich es sich handelt.
Von einem Journalisten, Sekretärinnen und Leuten, deren (Haupt)Aufgabe es ist, schriftliches zu verfassen, erwarte ich eine perfekte RS, obwohl dies sicher nicht einfach zu erfüllen ist.
Wichtiger erachte ich die sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Diese ist in sehr vielen, eigentlich allen Bereichen, äußerst wichtig. Kommunikation ist schwierig und birgt die meisten Fehlerquellen.
RS in Foren:
Sicher, Groß,- u. Kleinschreibung erleichtern das Lesen.
Wesentlich wichtiger für mich sind jedoch Übersichtlichkeit durch Absätze. Ein ewig langer Block „schreckt“ mich ab und ich brauche echte Überwindung, alles zu lesen. Es nervt mich ziemlich. Jedenfalls mehr, als RSfehler oder reine Kleinschreibung.
Obwohl ja erwiesen ist, dass tendenziell Anfangs- u. Endbuchstabe reichen, um einen Text zu verstehen, gibt es Fehler, bei denen nicht zu erkennen ist, was gemeint ist. Wer der Sprache einigermaßen mächtig ist, sollte sich auch Mühe geben, dies zu vermeiden. Wer dies nicht tut, den empfinde ich dennoch nicht als respektlos.
In einem Forum ist es wichtig verstanden zu werden, die Message rüber zu bringen. Ich nehme ja in meinem eigenen Interesse teil und gebe mir allein schon deshalb Mühe.
Das teilweise rumhacken auf RSfehlern hier im Forum, erachte ich als wesentlich respektloser. Es ist stellenweise sehr beleidigend, anmaßend, erniedrigend und manch einer stellt sich in meinen Augen damit ein Armutszeugnis aus. Es gibt aber auch sicher Beispiele, in denen ein (dezenter und nicht beleidigender) Hinweis auf falsch geschriebenes wichtig und richtig ist.
RS in Bewerbungen:
Klar, jeder weiß, oder sollte es zumindest wissen, dass in Bewerbungen korrekte RS ein Muss ist. Hier passen sich sicher auch die Meisten an. Und man muss sich auch anstrengen. Es ist in der Tat ein Indiz für Attribute wie Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt, Motivation etc…
Ja, Rs-Programme nehmen einem hier viel ab, zumindest das Nötigste. Nicht jeder hat aber im Bekanntenkreis jemanden, der ihm da kompetent helfen kann, oder ist im Umgang mit PC nicht geübt (ja ich weiß, es gibt auch öff. Stellen die einem helfen).
Ich möchte auch nicht dagegen argumentieren, dass RS als Kriterium herangezogen werden soll, sondern einfach in Frage stellen, ob es teilweise nicht zu restriktiv gehandhabt wird und es als grundsätzliches, oberstes Kriterium immer sinnvoll ist. Hier stelle ich eben auf die Berufsgruppe ab, und darauf, dass es eben sehr praktisch veranlagte Menschen gibt. Ein Mechaniker z.B. der die Materie verinnerlicht hat, kann innovative Ideen haben. Es gibt eben Menschen, die sehr begrenzte Fähigkeiten haben und hierin weit intelligentere Menschen toppen, da es ihnen im Blut liegt. Auch ein Ingenieur mit schlechter RS muss kein schlechter Ing. sein. Es gibt Professoren mit miserabler RS.
Heute braucht man natürlich vorwiegend vielseitige Arbeitskräfte. Andererseits gibt es massenhaft Fachidioten auf hohem Niveau. Mit einem hochqualifizierten Abschluss wird dies aber offensichtlich eher akzeptiert und anerkannt, als im Arbeiter- und Angestelltenbereich.
Ich denke hier vornehmlich an sog. „einfach gestrickte“ Leute. Oft hervorragende und motivierte Arbeitskräfte, wunderbare Menschen, die auf Grund ihrer mangelnden Ausdrucksfähigkeit oft für „dümmer“ gehalten werden, als sie sind. Ich begegnete in meiner Zeit als Therapeutin einigen solchen Menschen.
Als Personaler würde ich daher nur in bestimmten Berufsgruppen die RS als oberstes!! K.O. Kriterium anwenden. Wichtig sind in erster Linie Erfahrungen und Qualifikationen.
Gute Ausdrucksfähigkeit und vielleicht auch korrekte RS lassen auf ein gewisses Maß an „Intelligenz“ (schwer zu definieren) schließen.
Ich habe jedoch Menschen erlebt, ach konnten die toll reden, dabei waren sie null erfinderisch, überangepasste Ja-sager, unflexibel und festgefahren, kurzsichtig - Schönreder und Nachplappler eben -.
In einer Bewerbung hat man natürlich keine Zeit und nicht die Möglichkeit so etwas festzustellen. Auswahlkriterien müssen sein! Aber ist es wirklich zwingend, der RS diesen Stellenwert einzuräumen, dass sie als oberstes Kriterium angesetzt wird?
Ich fände es jedenfalls gut, wenn dies gesellschaftlich hinterfragt und entschärft würde.
Diphda, Probleme sich kurz zu fassen *g*