Stellenwert?

Hallo an alle :smile:

Mit grossem Interesse habe ich die bisherigen Beiträge zu diesem umstrittenen Papier aus dem Vatikan gelesen, dessen vollständiger Titel lautet:

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE - ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN

Weiss jemand, was Erwägungen der Glaubenskongregation für einen kirchenrechtlichen Stellenwert haben? Irgendwie mag ich mich gar nicht gross über den Inhalt aufregen, weil er im Grunde genommen ja nichts Neues bringt und weil es doch bloss „Erwägungen“ und nicht einmal „Empfehlungen“ sind… Oder haben Erwägungen etwa doch etwas Verbindliches?
Mir gehts hier also nicht um den Inhalt, sondern nur um die Bedeutung einer „Erwägung der Glaubenskongregation“. Kennt sich da jemand aus?

Dank und Gruss
Renato

Hallo Renato,

wie verbindlich die ‚Erwägungen‘ der von Dir erwähnten Truppe sind, kann ich nicht beurteilen, aber wenn man bedenkt, daß die Glaubenskongregation die Nachfolgerin der mehr oder weniger heiligen Inquisition ist, kann dabei nichts Gutes rauskommen… Vermutlich werden Ratzinger & Co. demnächst danach schreien, daß schwule bzw. lesbische adoptionswillige Paare als Kindervergewaltiger auf dem Scheiterhaufen landen - keine Ahnung… Vielleicht folgt den ‚Erwägungen‘ etwas ähnliches wie ‚Der Hexenhammer‘ unter der Bezeichnung ‚Der Homosexuellenhammer‘, worauf diese wie z. B. im Dritten Reich verfolgt werden…

Ich weiß es wirklich nicht. Mir kommt jedenfalls der Morgenkaffee hoch, wenn ich den Scheiß lese.

Beste Grüße

Tessa

Fehlentwicklung
Hallo Homosexuelle,

danach schreien, daß schwule bzw. lesbische adoptionswillige
Paare als Kindervergewaltiger auf dem Scheiterhaufen landen -

Nicht zum erstenmal in diesem Faden kommt hier der Gedanke, daß die Homosexuellen einer Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt seien, die stetig schlimmer wird.

Mich würde mal interessieren, wie Ihr Homosexuellen zu dieser Meinung kommt, die doch so sehr dem Augenschein widerspricht.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Entschuldigt bitte…
Hallo Tessa
Hallo Wolfgang

Wie gesagt, ich möchte hier nicht über Inhalte diskutieren, sondern mehr über das Gefäss erfahren, das die Botschaft transportiert…

Danke
Renato

wollte ich ein neues posting auf machen, aber es passt auch ganz gut hier rein.

Hallo,
am Samstag wurde in den Nachichten berichtet das es in den USA jetzt einen Homosexuellen Bischof gibt.
Wie geht daß ??
meines wissens dürfen die doch gar keinen sex haben und es passt auch nicht zu dem was du geschrieben hast.
cu
schnorz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

am Samstag wurde in den Nachichten berichtet das es in den USA
jetzt einen Homosexuellen Bischof gibt.
Wie geht daß ??
meines wissens dürfen die doch gar keinen sex haben

man kann schwul sein ohne sex zu haben.
man kann auch hetero sein ohne sex zu haben. wo ist da das problem?? grade für einen bischof spielt die sexuelle orientierung ja eigentlich gar keine rolle, weil, wie du ja eben schon sagtest, die eh keinen sex haben.

datafox

Der Mann ist Anglikaner
…und kein Katholik!

MN

Hallo Renato,

keine ganz einfache Frage, das.

Zunächst mal ist festzuhalten, dass es sich bei den „Erwägungen“ um keine unfehlbare Lehre der Kirche handelt. In dem Dokument wird auch nichts derartiges behauptet.
Hätte die Glaubenskongragation etwas derartiges behauptet, so hätte sie sich auch eines schweren Amtsmissbrauchs schuldig gemacht. Nach der Kirchenkonstitution kann eine unfehlbare Lehräußerung nur zustande kommen wenn 1. der Papst „ex cathedra“ spricht bzw. ein ökumenisches Konzil definiert oder 2. Papst und Bischöfe weltweit in einer bestimmten Glaubens- oder Sittenlehre selbstverständlich übereinstimmen.
http://www.stjosef.at/konzil/LG.htm (Nr. 25)

Nach katholischer Lehre ist die oberste moralische Instanz das eigene, an der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche gebildete Gewissen. Der Christ muss seinem Gewissen selbst dort folgen, wo es ggf. objektiv irrt.
Die „Erwägungen“ sind eine lehramtliche Äußerung der Kirche, die der gläubige Christ in seiner Gewissensentscheidung zu berücksichtigen hat. Der Anspruch des Dokuments ist es, „allen Menschen, die sich für die Förderung und den Schutz des Gemeinwohls der Gesellschaft einsetzen“ einen Leitfaden für ihre Gewissensentscheidung in der speziellen Frage der staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften an die Hand zu geben. Nicht mehr und nicht weniger. Die individuelle Gewissensentscheidung kann sie dem gläubigen Christen nicht abnehmen.

Aus diesem Grund ist es letztlich egal, ob das Dokument nun „Erwägungen“, „Empfehlungen“ oder sonstwie überschrieben ist.

Grüße
Wolfgang

…und kein Katholik!

wußte ich nicht. ups.
im gesamten thread gings um die k. kirche.

datafox

Hallo Wolfgang

Herzlichen Dank für die aufschlussreiche Antwort!

Die „Erwägungen“ sind eine lehramtliche Äußerung der Kirche,
die der gläubige Christ in seiner Gewissensentscheidung zu
berücksichtigen hat.

Gibt es dafür eine Quellenangabe?

Danke und Gruss
Renato

…und kein Katholik!

wußte ich nicht. ups.
im gesamten thread gings um die k. kirche.

wußte ich auch nicht.
wenn der aber eh kein sex hat warum wird dann seine neigung so aufgeblasen??

grüße
schnorz

datafox

Richtigstellung
Der Mann ist Anglikaner

…und kein Katholik!

hatte ich geschrieben. Jetzt habe ich mich eben belehren lassen, dass sich die Anglikaner sehr wohl als katholisch betrachten, nämlich als „reformierte katholische Kirche“. Na, jedenfalls haben sie nichts mit Rom und der dortigen katholischen Kirche am Hut.

wußte ich auch nicht.
wenn der aber eh kein sex hat warum wird dann seine neigung so
aufgeblasen??

Der neue anglikanische Bischof von New Hampshire, Gene Robinson, war ganz „normal“ verheiratet und hatte mit seiner Ehefrau zwei Kinder. Für anglikanische Geistliche gibt es kein „Sexverbot“, den Zölibat kennt diese Kirche nicht.

Michael

Anglikanische Bischöfe…
Hallo,

Anglikanische Bischöfe können verheiratet sein oder auch nicht. Der Fall passt in eine schon länger währende Auseinandersetzung, ob die anglikanische Kirsche die Ehe zwischen Homosexuellen befürworten soll oder nicht. Die Ansichten darüber sind wohl sehr gespalten.

Dadurch, dass ein Homosexueller zum Bischof ernannt wurde, hat somit auch die Frage der Ehe von Homosexuellen neue Brisanz erhalten (Kann ein homosexueller Bischof auch heiraten, oder nur ein heterosexueller ?). Da andererseits die anglikanische Kirche Sexualität ebenfalls für in die Ehe gehörig betrachtet, entsteht hier eine Zwickmühle.

In diesem Zusammenhang ist die Frage der sexuellen Ausrichtung bedeutsamer als bei Religionsgemeinschaften, bei denen der Klerus eh kein Eheleben, und somit auch kein „offizielles“ sexuelles Leben hat.

Gruss
Marion

Richtigstellung
Hallo Michael

Für anglikanische Geistliche gibt es kein

„Sexverbot“, den Zölibat kennt diese Kirche nicht.

Ein Zölibat gibt es auch in der anglikanischen Kirche, nämlich für den gesamten monastischen Klerus. Es hat aber keine Auswirkungen auf die kirchliche Karriere.

Sprich: ein anglikanischer Bischof kann aus der monastischen Richtung kommen (und somit zölibatär leben), kann ganz einfach ledig sein (mit der Option heiraten zu können, wenn es ihm beliebt) oder verheiratet sein.

Das Zölibat steht dem anglikanischen Klerus somit als Option offen, nicht jedoch als Verpflichtung.

Gruss
Marion

Anglikaner und Rom
Die Anglikanische Kirche verbietet den Ordensleuten (wie anderen Mitgliedern auch) nicht, zölibatär zu leben, sie ermuntert aber niemanden dazu und erst recht fordert sie es nicht. So richtig?

Wo ich gerade dabei bin, innerhalb kürzester Zeit mein Wissen über die Anglikanische Kirche (die mich noch nie interessiert hat) zu vervielfältigen: ich habe weiter oben behauptet, die Anglikanische Kirche „habe mit Rom nichts am Hut“. Jetzt habe ich irgendwo eine Stelle gefunden, wo es um die Anerkennung des Papstes durch die Anglikanische Kirche geht:

The pope has been recognized as the overall authority in the Christian world by an Anglican and Roman Catholic commission that described him as a „gift to be received by all the churches.“

Ist das wahr? Der Papst ist der Chef, aber was er sagt, müssen wir Anglikaner nicht gutheißen? Ist das die Haltung der Anglikanischen Kirche zu Rom?

Fragt sich, Dich und alle Kundigen
Michael

Die Anglikanische Kirche verbietet den Ordensleuten (wie
anderen Mitgliedern auch) nicht, zölibatär zu leben, sie
ermuntert aber niemanden dazu und erst recht fordert sie es
nicht. So richtig?

Wo ich gerade dabei bin, innerhalb kürzester Zeit mein Wissen
über die Anglikanische Kirche (die mich noch nie interessiert
hat) zu vervielfältigen: ich habe weiter oben behauptet, die
Anglikanische Kirche „habe mit Rom nichts am Hut“. Jetzt habe
ich irgendwo eine Stelle gefunden, wo es um die Anerkennung
des Papstes durch die Anglikanische Kirche geht:

The pope has been recognized as the overall authority in the
Christian world by an Anglican and Roman Catholic commission
that described him as a „gift to be received by all the
churches.“

Ist das wahr? Der Papst ist der Chef, aber was er sagt, müssen
wir Anglikaner nicht gutheißen? Ist das die Haltung der
Anglikanischen Kirche zu Rom?

hm…ich kenn die Anglikanische Kirche nur von der Church of England, und da ist die Queen der Chef :smile:

Weiter Informationen auch zum Zölibat finden sich z.B. hier:
[http://www.stgeorges.de/Anglicanism/Was_ist_____Germ…](http://www.stgeorges.de/Anglicanism/Was_ist German_Text/was_ist_ german_text_.html)

Fragt sich, Dich und alle Kundigen

Für mich war die anglikanische Kirche immer so eine Art Mittelding. Viele der dortigen Rieten, Liturgie, das Innere der Kirchen etc. haben mit wesentlich mehr an den Katholizismus erinnert, als an den Protestantismus.

Aber so richtig knudig bin ich zu dem Thema auch nicht.
Gruss
marion

Nicht zum erstenmal in diesem Faden kommt hier der Gedanke,
daß die Homosexuellen einer Diskriminierung und Ausgrenzung
ausgesetzt seien, die stetig schlimmer wird.

Mich würde mal interessieren, wie Ihr Homosexuellen zu dieser
Meinung kommt, die doch so sehr dem Augenschein widerspricht.

Lieber Wolfgang oder Taro,

wenn Du die Frage in einem passenden Brett stellst, oder in diesem Brett einen Thread zum Thema und dessen religiösen Aspekten aufmachst, werden Dir sicherlich ein paar Homosexuelle (oder auch wissende Heterosexuelle) antworten.

Gruß,

Myriam

Hallo Renato!

Für mich hört/liest sich das so an, wie wenn die Religionsgemeinschaft in erwägung ziehen möchte es gesetzlich festzuhalten Homosexuelle anzuerkennen und das zu tollerieren das es Homosexuelle gibt. Einfach zu akzeptieren und gesetzlich anerkennen.Meinst hab ich recht?

Lg heiligeschrift

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Renato,

Die „Erwägungen“ sind eine lehramtliche Äußerung der Kirche,
die der gläubige Christ in seiner Gewissensentscheidung zu
berücksichtigen hat.

Gibt es dafür eine Quellenangabe?

Mehrere, z.B. den Katechismus der kath. Kirche.
http://www.intratext.com/IXT/DEU0035/_P8E.HTM

Grüße
Wolfgang