Hallo Tengri Lethos,
Hilfe für Benachteiligt und Notleidende gibt es auch in anderen
Religionen und ebenfalls bei Atheisten
Das wäre doch die Perspektive unserer Zeit! Wenn sich die Weltanschauungen im echten Wettbewerb um gute Taten und im Einfallsreichtum des Helfens üben würden! Und wie wenig würde das Etikett „Atheismus“ oder „andere Religion“ dem schaden, wenn es echte und gelebte Praxis wäre!
Nur könnte ich die Abneigung gegen den Grundsatz, dass das christlich ist, nicht nachvollziehen. Aber wie gerne würde ich darauf verzichten.
Kommunismus ist keine Gleichmachung
wenn alles im Eigentum aller sein soll, oder meinetwegen wenn das Erbrecht völlig abgeschafft ist, oder falls Du lieber willst wenn der Staat die Menschen gleichschaltet, soll das nun keine Gleichmachung sein…mag sein, dass wir in andern Jahrhunderten denken, aber das heisst noch nichts. Wir kommen von anderen Sternen. Der Kommunismus ist übrigens in der Apostelgeschichte vorgezeichnet, allerdings gesellschaftlich eng begrenzt, und die Kirche weiss, dass sich das in grösseren Gebilden nicht durchhalten liess, denn die Kirche hat es erfahren.
Na klar. Das ist der Grund
ich meinte: nicht zuletzt ist die Hierarchie auch für die Fortführung zuständig, es ist also a u c h ein Grund, der in gewisser Weise zu würdigen ist. Ich diskutiere gerne darüber, in welcher und mit welchem Gewicht.
Wie soll man das denn verstehen
Man soll das Papstamt nicht als Verbindung einer Person mit einer Rolle, sondern als Verbindung vieler Personen mit vielen Rollen betrachten. Wer den Papst als Einzelperson betrachtet, kann ihn kaum verstehen. Wer ihn dagegen als Teil des Systems auffasst, hat schon einen starken Teil des Papsttums erfasst.
Es ist daher schon verzwickt, auf das Geschlecht einzelner Rollenträger einzugehen. Man müsste also (wie Voltaire von der Ausgangsfrage her folgerichtig argumentiert) vom Priestertum ausgehen.
Eine vernünftige Anschlussfrage wäre z. B. die, inwiefern die Laien in Verwaltungsfunktionen taugen oder inwiefern nicht.
Ist eine Frau zu schwach für diese Last
Jeder einzelne Mann sowie auch jede einzelne Frau ist zu schwach für diese Last. Ein Einzelpapst könnte sowenig bestehen wie auch eine Frau in diesem Amt. Es hat mit der sozialen Vernetzung zu tun. Das Männerpriestertum hat (ähnlich wie eine Theaterrolle, nur dass sie das ganze Leben prägt) zunächst Rekurs auf die Person Christi zu nehmen. (Wie gerne würde ich einmal die Carmen singen! Und doch lässt man mich nicht, weil ich ein Mann bin.)
Was hat denn Gleichberechtigung mit Gleichmachung zu tun
guck mal um Dich.
Sag mal, wovon redest du denn da eigentlich
vom Genderdiskurs. Er hat erstens schon aus obigem Grund (Persona Christi) keinen unmittelbaren Zugang zum Problem des Männerpriestertums. Ein mittelbarer Zugang wäre die Machtfrage (siehe mein Austausch mit Voltaire). Diese ist aber nicht nur auf weite Strecken lösbar, sondern zum Teil bleibt sie vielleicht besser ungelöst, wird denn etwa in der Christenheit nicht schon genug Allgemeinmenschliches verhandelt? Geht es nicht oft genug um den gewöhnlichen alltäglichen Futterneid, die gewöhnlichen Zänkereien darum, wer Zahnweh haben darf, Gekeife um Macht, Besitz, Kraft und Schönheit - also um Vergängliches? Sollten wir nicht schon deswegen die weltlichen Strukturen der Kirche möglichst auf sich beruhen lassen, solange eine Gemeinschaft einigermassen spürbar besteht?
Na ja, zu den Priestern möchte ich in Anbetracht gewisser Vorfälle
lieber schweigen
Da hätte ich eine Frage. Die Vorfälle sind praktisch samt und sonders im Jahr 2001 bereits bekannt gewesen, als Johannes-Paul II. auch die heute gültigen strengen Richtlinien zur Meldung an die Gesamtkirche und (man liest es seltsamerweise fast nirgends) zur völlig transparenten Zusammenarbeit mit weltlichen Behörden sowie zur Nulltoleranz einschlägiger Delikte erliess. Warum redet man ausgerechnet heute darüber und ausgerechnet mit so einer Medienkampagne, die ausgerechnet (wie schon 1985 und 1998) in den USA anfängt und die gleichen Fälle wie damals erneut aufrollt, dem Leser aber wie Neuigkeiten verkauft? Und ich könnte noch lange hier weiterfahren…
Blumentopf
muss hier auch keiner gewonnen werden. Es geht um das Erklären, warum; intelligent wäre es, allfällige Anschlussfragen zu stellen - wie versteht die Kirche und warum welche Begriffe ihrer Weltanschauung gerade so? Was davon ist eher individuell durch den Schreiber hier (in diesem Fall wohl mich) bestimmt? Was davon ist sakrosankt? In welchem Grade? Was ist zeitbedingt (vgl. meine Einlassung zu Harald Zauner unten bezüglich Paulus)? Usw.
Es ist doch nicht wegzudiskutieren, dass das Ganze auch politische Konsequenzen hat. Und gerade hier plädiere ich für Transparenz. Eher mauschelig bis intrigant erscheint mir dagegen die (eindeutig quantifizierbare) Motivation der gegenwärtigen Medienkampagne (einerseits zwar einfach, um niedere Instinkte anzusprechen, andererseits aber:smile: auch und gerade als politische Motivation.
Gruss
Mike