Stellung der Frau im Menschenbild der RK-Kirche

Hier resultiert sogar eine gewisse Möglichkeit
Hallo Harald Zauner,

man kann sogar in diesem Punkt (bezüglich Tim und auch 1 Kor 14) noch einen Schritt weiter gehen.

1 Kor 11,5 statuiert, dass Frauen im Gottesdienst den Kopf zu bedecken haben, „wenn sie beten oder weissagen“.

Also wird ihnen immerhin das „Weissagen“ im Gottesdienst zugestanden. Was im Gegensatz dazu das „Lehren“ ist, muss angesichts der möglichen Übersetzungen nicht unklar bleiben, sondern es kann durchaus als zeitgebunden erscheinen: Paulus verbietet es in den konkreten Gemeinden konkreter Orte zu seiner konkreten Zeit, ohne dass genau geklärt wird, wie oder warum das zu anderen Zeiten an andern Orten zu handhaben ist. Es resultiert aus einer detaillierten Betrachtung dieser Bibelstellen miteinander, dass es durchaus offenbleiben kann, was Paulus für andere Zeiten und Orte vorsieht.

Die betreffenden Stellen dürften denn auch nicht der eigentliche Grund für das Männerpriestertum in der römisch-katholischen Kirche sein, selbst wenn es ihnen nicht widerspricht.

Gruss
Mike

Lieber Dahinden

da in unserem Thread absolute Werte kaum berührt werden,
scheint mir, wir streiten um ein leeres Konstrukt.

Hmmm… Für mich ist die absolute Gleichberechtigung aller Menschen das Fundament einer zukünftigen Weltordnung.
Es mag für dich gute Gründe geben, andere und damit für dich wichtigere Schwerpunkte zu setzen, für mich hingegen ist dies ein, wie du es nennst, absoluter Wert.

Nomenklatura

ist schon mal so relativ, dass es keine Erörterung hat, es
wäre denn die, dass jedem, der behauptet, zu dienen, aber
herrschen will, sowie jedem, der meint, der andere wolle
herrschen, obschon dieser dienen will, die Realität
vorzurechnen sei.

Wer hat den größten Nutzen von diesem System? Jeder von uns mag diese Frage auf verschiedene Art beantworten.

Stelle dir einen Staat vor, der von Frauen geleitet wird

Ersetz mal kurz Staat durch Familie, durch Kindergarten oder
durch Clique, und Du wirst auch in der Praxis durchaus
Beispiele finden. Ich habe solche mehrfach erlebt. Meistens
ist das in der Tat eine Zurücksetzung der Betroffenen, und ich
will das Problem auch keineswegs verharmlosen, selbst dann
nicht, wenn nicht immer nur diese Machtverteilung die
Gesellschaft interessierte.

Nein. Ich fürchte, du hast das Beispiel nicht verstanden oder ich habe mich unklar ausgedrückt. Es geht mir darum, das eine vermeintliche Elite sich selber den Machterhalt durch Deutungshoheit über den Sinn der eigenen Strukturen und Verhältnisse sichert.
Zitat G. Orwell (aus „Farm der Tiere“)
„Alle Tiere sind gleich, nur Schweine sind gleicher.“
(Das ist nicht beleidigend gemeint) Die Schweine in dem Roman ergreifen die Macht und …
Das führt jetzt zu weit.

philosophieren, was Relevanz ist

brauchen wir nicht, es ist durchaus legitim, das Problem
anzusprechen, damit es theoretisch eines ist. Jedoch habe ich
von Gemeindeleiterinnen gesprochen. Anscheinend kennst Du
diese Fälle wirklich nicht. Sie sind aber real,
hier in der Schweiz auch

Ich glaube dir, dass das so ist, keine Frage.

Fängst Du nun aber von

Bischöfen, Kardinälen, Päpsten

an, dann sollte Dir auch ins Auge springen, dass Du und ich
bei aller Männlichkeit trotzdem weder zu Bischofs-, Kardinals-
oder Papstamt gelangen und das aus vielerlei Gründen (nicht
nur fehlende Eigenschaft Amtspriestertum; auch tausende
Priester können das nicht werden).

Stimmt. Ich gebe zu, auch wenn ich Priester wäre, könnte ich nicht Papst werden. Weil mir dazu bestimmte Eigenschaften fehlen. Und?

Die Tatsache, dass Frauen nicht Papst werden können, lässt
vielleicht nicht nur solche Frauen kalt, die andere Interessen
haben, sondern auch solche, die das Papstamt schon ganz
abgesehen von seiner geschlechtsgebundenen Besetzung - - -
etwas genauer kennen!

So ganz verstehe ich dich nicht…
Berührt deine Erwiderung die Grundfrage, dass eine für diese Position geeignete Frau nicht Papst werden kann, weil sie eine Frau ist? Oder nicht?

Nichts ist so gewaltig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist

Hat irgendein schlauer Mensch mal gesagt; das Zitat wird mehreren zugeschrieben.

und gegen die ich mich auch nicht prinzipiell stelle, sofern
sie
-sachgerecht (in der Kirche?)
-nützlich und notwendig (in dieser Welt?)
-und gerecht ist.

Notwendig langt fürs Erste, zumindest bei mir.

Gerechtigkeit durch Emanzipation eines Geschlechtes ist mir
aber aus anderen Gründen suspekt. Wenn alle „Meiers“ von :den
„Müllers“ hundert und tausend Jahre unterdrückt würden,
nachher aber den „Meiers“ sogenannte Rechte (oft auch
Pflichten) per Gesetz angeheftet würden, nur weil sie Meier
heissen, dann wäre auch der dicke reiche Meier wieder mal
dabei.

Hat man denn die Wahl? Hat man sie wirklich?
Viele Grüße und Danke für deine Antwort.
Voltaire

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Hallo Voltaire
Zitat: Heißt das, dass unter gewissen Umständen die Gleichberechtigung aller Menschen aufgrund ihres Geschlechts institutionell aufgehoben werden darf? Zitat Ende.
Was soll man sagen, ich weiß es nicht
Zitat:stuck_out_tongue:salm 90: 10 Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre; und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es, und wir fliegen dahin.Zitat Ende Schlachter Bibel 2000
Voltaire, ich denke ein Mensch muß selbst entscheiden können ob er nachprüfen will was z.B. die Aussage in Joh.17:3 für ihn bedeuten könnte… Speedy two

Hallo Voltaire,

absolute Gleichberechtigung

ist selbst bei wohlwollender Interpretation wenig konkret. Gerechtigkeit heisst nach alter philosophischer Überzeugung „jedem das Seine“ und nicht etwa „jedem das Gleiche“; Gleichheit vor dem Gesetz mag ein hehrer Grundsatz sein, damit wenigstens von Staats wegen keine krassen Nachteile vererbt werden, aber es erwächst daraus immer Ungleichheit, und Gleichmachung durch Umverteilung lässt sich nicht verwirklichen, weil der Staat sonst totalitär wird. Was ist also die konkrete Lösung? Dass jemand Benachteiligten hilft. Siehe christliche Ethik.

von diesem System

von welchem? Vom dreistufigen Modell hier in der Schweiz (Kirche, Staat, Staatskirche)? Von eurem in Deutschland (Staat unterstützt die Kirche institutionell)? Von Frankreich (totale Trennung von Kirche und Staat)? Vom Vatikan (Kirche ist nahezu alles im Staat)? Vom Kommunismus (Gleichmachung)? Von etwas anderem?

Oder sprichst Du jetzt von der Tatsache, dass die Kirche hierarchisch aufgebaut ist? Dann kann ich Dir sagen, wer am meisten davon hat. Die künftigen Generationen. Weil die Kirche nicht zuletzt durch ihre hierarchischen Strukturen weiterexistiert und also auch in Zukunft für die Benachteiligten da sein kann.

eine für diese Position geeignete Frau

existiert deswegen nicht, weil das Papstamt damit überschätzt würde. Nehmen wir an, es kommt eine Frau, die ist in der Lage, die Botschaft Christi in der Welt noch viel weiter zu verbreiten, tiefer in den Herzen zu verankern und durch die Menschen mehr zu berücksichtigen. Eine solche Frau kann doch ihre ganze Kraft da entwickeln, wo sie steht.

weil sie eine Frau ist

kann sie unter anderem nicht Päpstin werden. Und ja, meine Bemerkung, dass sie es vielleicht deswegen nicht will, weil sie das Papstamt eben gerade gut kennt, hat damit zu tun.
Selbst wenn sie meint, die Welt zu verbessern, indem sie das Amt ausübt, wird sie wenigstens zuerst einmal die Last erkennen, die damit einhergeht.

Als politische Frage verstehe ich schliesslich Deine Schlussfrage

Hat man denn die Wahl

Selbstverständlich. Der Nutzen der allgemeinen Gleichmachung der Geschlechter ist auf das Ganze gesehen längst nicht erwiesen. Man mag zeitweise den Wirtschaftsaufschwung daraus herleiten oder dergleichen schöne theoretische Konstrukte mehr, die mögen dann alle etwas für sich haben, aber es werden auch gleichviele und gleichgrosse Nachteile zu entdecken sein (keine Kinder mehr usw.), die auch nicht von Pappe sind.

Versuche ich aber, sie als geistliche Frage in Bezug auf die Kirche zu verstehen, muss ich sagen:

Nein, man hat keine Wahl. Die Tradition ist nicht nur stark, sondern auch begründet: Die Priester spielen Christus gleichsam als Rollenträger. Dies ist ein sachliches Argument und somit hat man keine Wahl, es ausser Acht zu lassen.

Gruss
Mike

Werter François Marie,
nach meiner Wahrnehmung sind die bisherigen Antworten am eigentlichen Grund der von Dir angesprochenen „Benachteiligung von Frauen in Spitzenämtern“ vorbei gegangen. Es handelt sich dabei nicht primär um ein soziales oder institutionelles Problem, sondern ein theologisch-dogmatisches.

Ich ziehe mal die letzte Deiner drei Einzelfragen vor:

-Ist das von der katholischen Kirche vermittelte Frauenbild
frauenfeindlich oder wird es von Menschen, die Religion ablehnen,
als frauenfeindlich empfunden, weil sie die Argumente nicht
verstehen? Welche Argumente sind das?

Man muss sich hierzu das Verständnis der katholischen (und orthodoxen, anglikanischen …) Kirche der Priesterweihe (Ordinatio Sacerdotalis) verdeutlichen. Die Priesterweihe ist nach diesem Verständnis ein Sakrament (und zwar das einzige), das ausschließlich Männern vorbehalten ist. Eine Vielzahl von Ämtern (insbesondere die höheren) in der Kirche ist jedoch an den Empfang eben dieses Sakramentes gebunden. Für das Ministrantenamt braucht es natürlich diese Weihe nicht. Die Begründung des Ausschlusses von Frauen von diesem Sakrament beruht in erster Linie darauf, dass Jesus gemäß der Darstellung im Neuen Testament lediglich Männer zu Aposteln berief. Dies wurde zur unumstößlichen Norm erklärt - das katholische Amtspriestertum sieht sich in unmittelbarer Nachfolge der Apostel und ihres Auftrages, zu lehren sowie die Gemeinde zu leiten. Ihren höchsten Ausdruck findet diese herausgehobene Stellung in der eucharistischen Darbringung, in der der Geweihte stellvertretend für (den Mann) Jesus Christus handelt.

Neben diesem Männern vorbehaltenen Amtspriestertum gibt es das sog. prophetische Amt, das kein ‚Amt‘ im herkömmlichen Sinne ist, sondern auf einem durch den Heiligen Geist Einzelnen unmittelbar gegebenen Charisma (‚Gnadengabe‘, auch hier nicht im herkömmlichen Sinne zu verstehen) beruht. Der Unterschied zur Weihe ist im Wesentlichen der, dass dieses Charisma eben kein Sakrament ist und daher auch nicht der Vermittlung durch einen bereits sakramental Geweihten bedarf. Dies steht in engem Zusammenhang mit dem grundsätzlichen ‚Priestertum aller Getauften‘, das zur Grundlage des nicht-sakramentalen Verständnisses vom Amtspriestertum in den reformierten Kirchen wurde. Nicht-sakramental heisst folgerichtig auch nicht nur auf Männer beschränkt. Aufgabe dieses allgemeinen Priestertums ist die Glaubensverkündigung (Martyria, 'Zeugnis ablegen). Gottesdienst (Leiturgia) und die Spende von Sakramenten sind hingegen in der katholischen Kirche geweihten Männern - Amtspriestern - vorbehalten.

Historisch gesehen ist das prophetische Amt bzw. das Priestertum aller Getauften die ältere Institution, die im Zuge der Institutionalisierung, Zentralisierung und dogmatischen Vereinheitlichung der frühen Kirche zugunsten des Amtspriestertums zunehmend in den Hintergrund gedrängt und durch dieses kontrolliert wurde. Man kann es schönreden wie man will - natürlich beruht die Auffassung, dass das Sakrament der Priesterweihe Männern vorbehalten ist, weil auch Jesus ein Mann war und weil er ausschließlich männliche Apostel berufen haben soll, auf der tiefsitzenden Überzeugung einer spirituellen Minderwertigkeit bzw. Unwürdigkeit von Frauen, die sich in den von Dir genannten sozialen und institutionellen Formen auswirkt. Das man dies als „Gottes Plan“ rechtfertigt und von einer durch Jesus selbst begründeten „theologischen Anthropologie“ spricht, kann dies mE nicht verdecken.

Das Festhalten an dieser altehrwürdigen Tradition der geschlechtsspezifischen Diskriminierung wurde zuletzt 1994 in dem Apostolischen Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ von Johannes Paul II. (http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost…) bekräftigt. Dort und in der durch Papst Paul VI. veranlassten Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre „Inter Insigniores“ von 1976 (http://www.womenpriests.org/de/church/interlet.asp) lassen sich die wesentlichen Begründungen für die Haltung der katholischen Kirche nachlesen; diese Texte stellen maßgeblich die von Dir nachgefragte Stellung der Frau im Menschenbild der römisch-katholischen Kirche in mE hinreichender Deutlichkeit dar.

Was nun Deine anderen Einzelfragen angeht:

-Wie kann man die Nicht-Berücksichtigung von Frauen in allen
relevanten Ämtern eigentlich außertheologisch vor den Frauen
rechtfertigen (z. B. vor unserem demokratischen Menschenbild, das
fundamental auf Gleichberechtigung (nicht Gleichheit) in jeder
Beziehung fußt)?

Gar nicht, daher beschränkt man sich auf die theologische Rechtfertigung.

-Was ist aus der Sicht einer katholischen Frau so vorteilhaft an
dieser Kirche, dass das von der katholischen Kirche vermittelte
Frauenbild gegenüber diesen Vorteilen völlig sekundär ist?

Alle Religionen haben gewisse „Vorteile“ psychologischer Natur - für beide Geschlechter. Das gilt auch für das katholische Christentum. Dass die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen auch von letzteren jahrtausendelang als natur- und gottgegeben akzeptiert wurde, ist ja nichts Neues. Dass die katholische Kirche in Gesellschaften, wo dies zunehmend nicht mehr der Fall ist, rapide Mitglieder verliert, auch nicht. Auch nicht, dass in Gesellschaften, wo die katholische Kirche hingegen wächst (z.B. Südamerika), noch ein großer Nachholbedarf in Sachen Gleichstellung der Geschlechter besteht.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo Tychiades,

die Rede von

Überzeugung einer spirituellen Minderwertigkeit bzw. Unwürdigkeit
von Frauen

ist deswegen nicht schlüssig, weil das Priesteramt keine spirituelle Höherwertigkeit oder persönliche Würdigkeit der Träger bedeutet.

Die Ehre ist allein bei Christus, wer Ihn repräsentieren darf ist nicht weiter getauft als irgend ein anderer (oder „einE“ „anderE“).

Gruss
Mike

Hallo Mike

die Rede von

Überzeugung einer spirituellen Minderwertigkeit bzw. Unwürdigkeit
von Frauen

ist deswegen nicht schlüssig, weil das Priesteramt keine
spirituelle Höherwertigkeit oder persönliche Würdigkeit der
Träger bedeutet.

Sie ist deswegen schlüssig, weil geschlechtsspezifische Unterschiede gemacht werden,

wer Ihn repräsentieren darf

  • wer also einer solchen Repräsentation würdig ist und wer nicht. Und wer darüber hinaus qua Geschlechtszugehörigkeit grundsätzlich befähigt ist, als religöser Vermittler zwischen Gott und den Menschen zu fungieren und wer nicht. Männer ja, Frauen nein. Wenn man da nicht den Anspruch einer „spirituellen Höherwertigkeit“ des männlichen Geschlechts zu sehen vermag, dann muss man - entschuldige - schon recht blauäugig sein.

ist nicht weiter getauft als irgend ein anderer (oder „einE“
„anderE“).

Niemand hat solch einen Unsinn behauptet. Die Taufe ist ein Sakrament. Die Weihe ein anderes Sakrament. Das erste erhalten beide Geschlechter, das zweite nur Männer während es Frauen verweigert wird.

Gruß,
Ralf

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das Recht, gekreuzigt zu werden oder was?
Hallo Tychiades,

wer also einer solchen Repräsentation würdig ist

Nein!

Gruss
Mike

Zum Gruße,

Gleichheit vor dem Gesetz mag ein hehrer Grundsatz sein, damit
wenigstens von Staats wegen keine krassen Nachteile vererbt
werden, aber es erwächst daraus immer Ungleichheit, und
Gleichmachung durch Umverteilung lässt sich nicht
verwirklichen, weil der Staat sonst totalitär wird.

Den Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…

Was ist
also die konkrete Lösung? Dass jemand Benachteiligten hilft.
Siehe christliche Ethik.

Dazu braucht es keine christliche Ethik.
Hilfe für Benachteiligt und Notleidende gibt es auch in anderen Religionen und ebenfalls bei Atheisten.

von diesem System

von welchem? Vom dreistufigen Modell hier in der Schweiz
(Kirche, Staat, Staatskirche)? Von eurem in Deutschland (Staat
unterstützt die Kirche institutionell)? Von Frankreich (totale
Trennung von Kirche und Staat)? Vom Vatikan (Kirche ist nahezu
alles im Staat)? Vom Kommunismus (Gleichmachung)? Von etwas
anderem?

Kommunismus ist keine Gleichmachung.

Oder sprichst Du jetzt von der Tatsache, dass die Kirche
hierarchisch aufgebaut ist? Dann kann ich Dir sagen, wer am
meisten davon hat. Die künftigen Generationen. Weil die Kirche
nicht zuletzt durch ihre hierarchischen Strukturen
weiterexistiert und also auch in Zukunft für die
Benachteiligten da sein kann.

Na klar. Das ist der Grund.

eine für diese Position geeignete Frau

existiert deswegen nicht, weil das Papstamt damit überschätzt
würde.

Wie soll man das denn verstehen?

Nehmen wir an, es kommt eine Frau, die ist in der Lage,
die Botschaft Christi in der Welt noch viel weiter zu
verbreiten, tiefer in den Herzen zu verankern und durch die
Menschen mehr zu berücksichtigen. Eine solche Frau kann doch
ihre ganze Kraft da entwickeln, wo sie steht.

Klar. Oder eben als Päpstin.
Was du oben geschrieben hast, kann genauso für einen Mann gelten. Es ist nicht geschlechtsspezifisch.

weil sie eine Frau ist

kann sie unter anderem nicht Päpstin werden. Und ja, meine
Bemerkung, dass sie es vielleicht deswegen nicht will, weil
sie das Papstamt eben gerade gut kennt, hat damit zu tun.

Wie bitte?

Selbst wenn sie meint, die Welt zu verbessern, indem sie das
Amt ausübt, wird sie wenigstens zuerst einmal die Last
erkennen, die damit einhergeht.

Und?
Ist eine Frau zu schwach für diese Last?

Als politische Frage verstehe ich schliesslich Deine
Schlussfrage

Hat man denn die Wahl

Selbstverständlich. Der Nutzen der allgemeinen Gleichmachung
der Geschlechter ist auf das Ganze gesehen längst nicht
erwiesen.

Was hat denn Gleichberechtigung mit Gleichmachung zu tun?
Ich sage es dir: nichts.

Man mag zeitweise den Wirtschaftsaufschwung daraus
herleiten oder dergleichen schöne theoretische Konstrukte
mehr, die mögen dann alle etwas für sich haben, aber es werden
auch gleichviele und gleichgrosse Nachteile zu entdecken sein
(keine Kinder mehr usw.), die auch nicht von Pappe sind.

Sag mal, wovon redest du denn da eigentlich?

Versuche ich aber, sie als geistliche Frage in Bezug auf die
Kirche zu verstehen, muss ich sagen:

Nein, man hat keine Wahl. Die Tradition ist nicht nur stark,
sondern auch begründet: Die Priester spielen Christus
gleichsam als Rollenträger. Dies ist ein sachliches Argument
und somit hat man keine Wahl, es ausser Acht zu lassen.

Na ja, zu den Priestern möchte ich in Anbetracht gewisser Vorfälle lieber schweigen.

Im übrigen haben mich deine Argumente, wenn man sie so nennen kann oder will, nicht überzeugt. Vor vielleicht zweihundert Jahren oder mehr wäre das Ganze, auch in Hinblick auf die damals aktuelle Denkweise, möglicherweise akzeptabel gewesen.
Im 21. Jahrhundert hingegen kannst du damit keinen Blumentopf mehr gewinnen.

Und das finde ich gut.

Gruß TL

Lieber speedytwo

Zitat: Heißt das, dass unter gewissen Umständen die
Gleichberechtigung aller Menschen aufgrund ihres Geschlechts
institutionell aufgehoben werden darf? Zitat Ende.
Was soll man sagen, ich weiß es nicht

Respekt vor deiner Offenheit. Die Grundfrage bleibt für mich jedoch bestehen. Was nur hält Frauen in den Männerkirchen?
Mal rein hypothetisch gesprochen: Stell‘ dir mal vor, alle Frauen verließen die katholische Kirche mit dem Argument fehlender Chancengleichheit bei der Erlangung geistlicher Ämter.
Mit welchen Argumenten würde die Kirche versuchen, die Frauen in ihren Reihen zu halten? Das ist ungefähr das, was ich herausfinden möchte.

Zitat:stuck_out_tongue:salm 90: 10 Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn
es hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre; und worauf man stolz
ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es,
und wir fliegen dahin.Zitat Ende Schlachter Bibel 2000
Voltaire, ich denke ein Mensch muß selbst entscheiden können
ob er nachprüfen will was z.B. die Aussage in Joh.17:3 für ihn
bedeuten könnte… Speedy two

Ja, da hast du recht. Es ging und geht mir nicht darum, jemanden zu belehren, sondern zu lesen, das jemand (vorrangig Frauen) sorgsam abgewogen hat und zu der Erkenntnis kam:
Ja, Frauen haben keine Chance, in dieser Kirche eine hohe geistliche Position einzunehmen und das ist gut so, weil:

___________________________ Bitte hier den Grund eintragen.

Vielleicht habe ich ein wenig deutlich machen können, um was es mir geht.

Viele Grüße, vielen Dank
Voltaire

Servus,

es ist schon eine besondere Eigenschaft (character indelebilis), die Wandlung vollziehen zu können und zu dürfen.

Derer z.B. ein weitläufig Bekannter von mir, der sich zum Priesteramt berufen fühlte und dann im Studium, als er näher mit dessen Vorbereitung befasst war, bitter enttäuscht war, dass er es nicht ausüben kann, weil er als Kind seines Jahrgangs seine Hände an den Schultern trägt, somit keine Elevation vollziehen kann, nicht teilhaftig wird - nun, er ist ein engagierter Pastoralreferent geworden, aber non plus ultra.

Ob Jesus Christus selbst eine mit vor der Brust mit dem Kelch ein wenig erhobenen Händen gestisch angedeutete Elevation überzeugt hätte oder nicht, sei dahingestellt. Die Una Sancta hat dazu jedenfalls eine klare Meinung (an anderer Stelle musikalisch umgesetzt mit den Worten „Wir haben ein Gesetz!“).

Ach je, wie weit ist Pfingsten weggerückt!

In diesem Sinne

MM

Hallo Tengri Lethos,

Hilfe für Benachteiligt und Notleidende gibt es auch in anderen
Religionen und ebenfalls bei Atheisten

Das wäre doch die Perspektive unserer Zeit! Wenn sich die Weltanschauungen im echten Wettbewerb um gute Taten und im Einfallsreichtum des Helfens üben würden! Und wie wenig würde das Etikett „Atheismus“ oder „andere Religion“ dem schaden, wenn es echte und gelebte Praxis wäre!

Nur könnte ich die Abneigung gegen den Grundsatz, dass das christlich ist, nicht nachvollziehen. Aber wie gerne würde ich darauf verzichten.

Kommunismus ist keine Gleichmachung

wenn alles im Eigentum aller sein soll, oder meinetwegen wenn das Erbrecht völlig abgeschafft ist, oder falls Du lieber willst wenn der Staat die Menschen gleichschaltet, soll das nun keine Gleichmachung sein…mag sein, dass wir in andern Jahrhunderten denken, aber das heisst noch nichts. Wir kommen von anderen Sternen. Der Kommunismus ist übrigens in der Apostelgeschichte vorgezeichnet, allerdings gesellschaftlich eng begrenzt, und die Kirche weiss, dass sich das in grösseren Gebilden nicht durchhalten liess, denn die Kirche hat es erfahren.

Na klar. Das ist der Grund

ich meinte: nicht zuletzt ist die Hierarchie auch für die Fortführung zuständig, es ist also a u c h ein Grund, der in gewisser Weise zu würdigen ist. Ich diskutiere gerne darüber, in welcher und mit welchem Gewicht.

Wie soll man das denn verstehen

Man soll das Papstamt nicht als Verbindung einer Person mit einer Rolle, sondern als Verbindung vieler Personen mit vielen Rollen betrachten. Wer den Papst als Einzelperson betrachtet, kann ihn kaum verstehen. Wer ihn dagegen als Teil des Systems auffasst, hat schon einen starken Teil des Papsttums erfasst.

Es ist daher schon verzwickt, auf das Geschlecht einzelner Rollenträger einzugehen. Man müsste also (wie Voltaire von der Ausgangsfrage her folgerichtig argumentiert) vom Priestertum ausgehen.

Eine vernünftige Anschlussfrage wäre z. B. die, inwiefern die Laien in Verwaltungsfunktionen taugen oder inwiefern nicht.

Ist eine Frau zu schwach für diese Last

Jeder einzelne Mann sowie auch jede einzelne Frau ist zu schwach für diese Last. Ein Einzelpapst könnte sowenig bestehen wie auch eine Frau in diesem Amt. Es hat mit der sozialen Vernetzung zu tun. Das Männerpriestertum hat (ähnlich wie eine Theaterrolle, nur dass sie das ganze Leben prägt) zunächst Rekurs auf die Person Christi zu nehmen. (Wie gerne würde ich einmal die Carmen singen! Und doch lässt man mich nicht, weil ich ein Mann bin.)

Was hat denn Gleichberechtigung mit Gleichmachung zu tun

guck mal um Dich.

Sag mal, wovon redest du denn da eigentlich

vom Genderdiskurs. Er hat erstens schon aus obigem Grund (Persona Christi) keinen unmittelbaren Zugang zum Problem des Männerpriestertums. Ein mittelbarer Zugang wäre die Machtfrage (siehe mein Austausch mit Voltaire). Diese ist aber nicht nur auf weite Strecken lösbar, sondern zum Teil bleibt sie vielleicht besser ungelöst, wird denn etwa in der Christenheit nicht schon genug Allgemeinmenschliches verhandelt? Geht es nicht oft genug um den gewöhnlichen alltäglichen Futterneid, die gewöhnlichen Zänkereien darum, wer Zahnweh haben darf, Gekeife um Macht, Besitz, Kraft und Schönheit - also um Vergängliches? Sollten wir nicht schon deswegen die weltlichen Strukturen der Kirche möglichst auf sich beruhen lassen, solange eine Gemeinschaft einigermassen spürbar besteht?

Na ja, zu den Priestern möchte ich in Anbetracht gewisser Vorfälle
lieber schweigen

Da hätte ich eine Frage. Die Vorfälle sind praktisch samt und sonders im Jahr 2001 bereits bekannt gewesen, als Johannes-Paul II. auch die heute gültigen strengen Richtlinien zur Meldung an die Gesamtkirche und (man liest es seltsamerweise fast nirgends) zur völlig transparenten Zusammenarbeit mit weltlichen Behörden sowie zur Nulltoleranz einschlägiger Delikte erliess. Warum redet man ausgerechnet heute darüber und ausgerechnet mit so einer Medienkampagne, die ausgerechnet (wie schon 1985 und 1998) in den USA anfängt und die gleichen Fälle wie damals erneut aufrollt, dem Leser aber wie Neuigkeiten verkauft? Und ich könnte noch lange hier weiterfahren…

Blumentopf

muss hier auch keiner gewonnen werden. Es geht um das Erklären, warum; intelligent wäre es, allfällige Anschlussfragen zu stellen - wie versteht die Kirche und warum welche Begriffe ihrer Weltanschauung gerade so? Was davon ist eher individuell durch den Schreiber hier (in diesem Fall wohl mich) bestimmt? Was davon ist sakrosankt? In welchem Grade? Was ist zeitbedingt (vgl. meine Einlassung zu Harald Zauner unten bezüglich Paulus)? Usw.

Es ist doch nicht wegzudiskutieren, dass das Ganze auch politische Konsequenzen hat. Und gerade hier plädiere ich für Transparenz. Eher mauschelig bis intrigant erscheint mir dagegen die (eindeutig quantifizierbare) Motivation der gegenwärtigen Medienkampagne (einerseits zwar einfach, um niedere Instinkte anzusprechen, andererseits aber:smile: auch und gerade als politische Motivation.

Gruss
Mike

Hallo Martin May,

er ist ein engagierter Pastoralreferent geworden

trotz all seiner Zurücksetzung, die nämlich bei entsprechendem Studium und geistlicher Vorbereitung durchaus erfahrbar ist.

Und Du hast nicht die Courage, seiner Weltanschauung nur eine Spur von Achtung zu zollen oder seine Gemeinschaft auch wirklich als „Gemeinschaft“ begreifen zu wollen.

Wie soll das zusammengehen?

Gruss
Mike, seinerseits auch Pastoralassistent

1 „Gefällt mir“

Servus,

der Gemeinschaft schon: Im Sinn von Mt 18,20. Mit diesem Wort Jesu ist Kirche gestiftet worden. Und es darf wörtlich so stehen bleiben.

Schöne Grüße

MM

Zum Gruße,

Hilfe für Benachteiligt und Notleidende gibt es auch in anderen
Religionen und ebenfalls bei Atheisten

Das wäre doch die Perspektive unserer Zeit!

Wieso „wäre“? Die Christen haben keineswegs ein Monopol aufs „Gutsein“.

Um das hier aber abzukürzen: Du verrenkst dir für deinen Verein ja ziemlich das Hirn und das ist in deinem Kontext wohl auch irgendwie ok so.
Aber, wie schon einmal erwähnt, kann ich mit deiner Argumentationsweise absolut nichts anfangen, auch, weil die dahinter stehende Gedankenwelt mir völlig fremd ist, und bin hier somit nicht der richtige Gesprächspartner für dich.

Ich beende das also hier für meinen Teil.

Gruß TL

Augen auf

Wieso wäre

guck Dir mal die Realität an. Wenn so viel geholfen wird auf der Welt wie von den diversen Strömungen versprochen, dann schwelgen wir im Paradies.

Gruss
Mike

Wieso wäre

guck Dir mal die Realität an. Wenn so viel geholfen wird auf
der Welt wie von den diversen Strömungen versprochen, dann
schwelgen wir im Paradies.

Lass es. Darum ging es nicht und das weißt du auch.

So, das war’s nun aber wirklich von mir dazu.

Gruß TL

Vielen Dank…
… für die geopferte Zeit und die guten Beiträge.
Viele Grüße
Voltaire