Hallo,
in meiner neuen Wohnung (Altbau, späte 50er oder frühe 60er Jahre) ist im Wohnbereich ein roher Holzbalken an der Decke zu sehen. Von diesem Balken aus geht auch noch ein Stempel bis zum Fußboden, und auf dem Boden ist noch ein Stück, das im 90°-Winkel (also parallel zum Boden) abgeknickt ist.
Vor einiger Zeit wurde der Boden mit Laminat belegt, und am Boden hat man dieses Stück mit Fußleisten umrandet.
Mein Vormieter hat leider offensichtlich schludrig gearbeitet, denn der Balken an der Decke hat deutlich sichtbare weiße Farbspuren.
Ich habe keine Ahnung, um was für ein Holz es sich handelt. Tante Google hat mir verraten, dass als Bauholz meist Nadelholz eingesetzt wird - aber ob es das ist? Rötlich und ziemlich splissig ist es halt. Wenn da gar nix drauf kommt, ziehe ich mir ständig Splitter, das ist sicher.
Mein Problem: was fange ich jetzt damit an?
Da es mitten im Wohnbereich ist, sollte es vernünftig aussehen, und die Splittergefahr würde ich natürlich auch gerne reduzieren.
Die weiße Farbe muss runter, klar - aber wie? womit?
Und was dann? Eine Freundin meinte spontan: einfach überstreichen, mit Abtönfarbe ginge das sicher. Mir erscheint das nicht als die sinnvollste Lösung. Holz muss doch atmen und arbeiten, da kann ich es doch nicht mit Farbe zukleistern. Oder doch?
Sao trocken, wie es aussieht, hätte ich jetzt spontan zu Öl gegriffen. Aber wieviel Liter Öl will man denn in so einen Balken pumpen? Das sind ja doch etwas andere Dimensionen als ein paar IVAR-Regalbretter…
Und irgendwie weniger splittrig hätte ich es natürlich auch gerne.
Mein Vormieter hat das auf die ganz simple Art gemacht: Stoff drumrum gewickelt und mit Heftzwecken befestigt. Ist aber nicht so ganz mein Fall.
Und was will mir der Trockenriss in dem Teil auf dem Fußboden sagen? Der ist ziemlich breit, locker Fingerdicke. Offenbar ist er aber schon vor dem Verlegen des Laminats vorhanden gewesen, denn die um dieses Teil herum gelegten Fußleisten sind nicht irgendwie nach außen gedrückt, das sieht eigentlich alles ziemlich vernünftig aus.
Viele Fragen - habt Ihr Antworten? Oder Ideen, wonach ich suchen muss? Ich bin echt ratlos…
Bei mir in der Wohnung ist es genauso,
Fachwerk in der oberen Etage, und ich habe eine Wand herausgerissen.
Die Balken habe ich nach Begutachtung eines Zimmermannes teilweise entfernt,
aber 2 senkrechte mussten bleiben, damit mir die Bude nicht einfällt.
Die Balken wurden offensichtlich im Gatter geschnitten, aber die Ecken sind mit der Hand behauen worden.
Dreckig waren die auch, rauh, und ganz schön aufgespalten.
Ich habe dann einen kleinen Winkelschleifer genommen, mit so einen Stahldrahtbürstenaufsatz (Topfbürste) und habe die damit bearbeitet.
Das ging sehr gut und schnell. Das Holz ist glatt, ohne die Gefahr von Schiefern. Auch ist die Maserung schön sichtbar geworden.
Allerdings staubt das gewaltig.
Danach noch 2 x mit Holzlasur gestrichen,
sieht jetzt richtig fein aus.
Die Balken wurden offensichtlich im Gatter geschnitten, aber
die Ecken sind mit der Hand behauen worden.
Dreckig waren die auch, rauh, und ganz schön aufgespalten.
Klär mich kurz auf, bitte: was heißt „im Gatter geschnitten?“
Ich bin alles andere als Holzfachmann, sorry.
Ich habe dann einen kleinen Winkelschleifer genommen, mit so
einen Stahldrahtbürstenaufsatz (Topfbürste) und habe die damit
bearbeitet.
Das ging sehr gut und schnell. Das Holz ist glatt, ohne die
Gefahr von Schiefern. Auch ist die Maserung schön sichtbar
geworden.
Allerdings staubt das gewaltig.
Äh… Sowas ähnliches hatte ich befürchtet.
Gibt es vielleicht auch irgendeine Variante ohne Schleifen? Auf Schleifstaub in Wohnräumen habe ich so gar keine Lust, den kriegt man ja nie mehr wieder los.
Könnte man nicht theoretisch die Holzlasur (welche?) auch ohne vorheriges Schleifen anbringen? Angerauht ist die Oberfläche ja nun wirklich genug.
Klär mich kurz auf, bitte: was heißt „im Gatter geschnitten?“
Ich bin alles andere als Holzfachmann, sorry.
das macht Dich zu keinem schlechten Menschen
Im Gatter geschnitten bedeutet, daß das Holz mit einer sog. Gattersäge geschnitten wurde.
Gattersäge bedeutet, daß mehrere Sägeblätter parallel montiert sind und so Stämme oder dicke Balken in einem Arbeitsdurchgang gesägt werden können.
Im Gatter geschnitten bedeutet, daß das Holz mit einer sog.
Gattersäge geschnitten wurde.
Gattersäge bedeutet, daß mehrere Sägeblätter parallel montiert
sind und so Stämme oder dicke Balken in einem Arbeitsdurchgang
gesägt werden können.
Aha. Und wieder was gelernt. Danke!
Hat diese Art des Sägens denn irgendwelche Konsequenzen?
Muss man in einem solchen Fall beim Nachbearbeiten des Holzes irgendwas besonderes beachten? Also zum Beispiel, wenn man so einen dummen Balken mitten im Wohnbereich irgendwie ansehnlich gestalten will?
Hat diese Art des Sägens denn irgendwelche Konsequenzen?
nicht daß ich wüsste.
Muss man in einem solchen Fall beim Nachbearbeiten des Holzes
irgendwas besonderes beachten? Also zum Beispiel, wenn man so
einen dummen Balken mitten im Wohnbereich irgendwie ansehnlich
gestalten will?
Auch da fällt mir kein Unterschied zu ‚normalem‘ Holz ein. Es ist eben nur so gesägt worden.
was mache ich mit dem
dämlichen Balken, wenn ich nicht abschleifen will?
Auf Ideensuche,
bevor Du irgendwas mit dem Balken machst, solltest Du mit dem Vermieter sprechen, sonst kann es beim Auszug mehr als unangenehm werden, wenn er darauf besteht, daß der Ursprungszustand wieder hergestellt werden soll!
Gandalf
Was bin ich froh, daß ich ein eigenes Haus hab
bevor Du irgendwas mit dem Balken machst, solltest Du mit dem
Vermieter sprechen, sonst kann es beim Auszug mehr als
unangenehm werden, wenn er darauf besteht, daß der
Ursprungszustand wieder hergestellt werden soll!
Schon klar. Nur: ich kann den Vermieter schlecht fragen, ob ich xy mit dem Balken anstellen darf, wenn ich gar nicht weiß, was man anstellen könnte und was sinnvoll wäre. Darüber muss ich mir also vorher Gedanken machen.
Apropos Ursprungszustand: das müsste ja dann eigentlich auch für meinen Vormieter gelten, oder? Sprich: kann es sein, dass ich mir um die Entfernung der weißen Farbreste gar keine Sorgen machen muss, weil das sowieso sein Bier sein wird?
ich finde, dass solche Balken im Raum ein wunderschönes Gestaltungsmittel sind, die man unbedingt erhalten sollte (oder muss, wenns der Statik dient). Ohne Staub wird da aber nichts abgehen. Mann könnte die Balken zwar abschleifen, wobei der Schleifer mit eingebauter Absaugung arbeiten könnte, das wäre aber nur das zweitbeste Mittel. Ich würde mir ein Bürstmaschine leihen oder mit einer Kunstoffbürste auf Bohrmaschine den Balken abbürsten. Dadurch werden die weicheren Holzbestandteile reduziert und die Maserung des Holzes betont. Eine harte Bürste (Stahlbürste auf Winkelschleifer) würde ich nicht nehmen, denn diese erzeugt Riefen. Nach dem Bürsten sollte das Holz mit einem guten Holzschutzmittel - gibt es viele sehr gute im Fachhandel - behandelt werden.
Zur Art des Sägens: Auf welche Art das Holz gesägt wurde, ist nur für den Sägewerksbesitzer von Belang. Die Gattersäge ist die meist verbreitete Säge in den Sägewerken, danach dürfte die Blockbandsäge kommen. Wichtiger als die Art des Säges ist die Auswahl, wo der Schnitt gesetzt wird, denn das erfordert viele Erfahrung für die Eigenschaften des Holzes.
ich finde, dass solche Balken im Raum ein wunderschönes
Gestaltungsmittel sind, die man unbedingt erhalten sollte
(oder muss, wenns der Statik dient).
Da stimme ich Dir voll und ganz zu, das sehe ich genau so.
Ohne Staub wird da aber
nichts abgehen.
Ich hatte sowas befürchtet. Und das mit handwerklich unbegabtem Wesen! *seufz*
Dank an Euch jedenfalls für die ausführlichen Hinweise. Ich grübele mal ein wenig darüber. Zum Glück habe ich bis zur Schlüsselübergabe ja noch etwas Zeit. Sollten im Laufe der Renovierung noch weitere Fragen auftauchen, werde ich mich jedenfalls vertrauensvoll nochmal an Euch wenden.