Sterbehilfe

…wird in NL seit Jahren geduldet und ist jetzt legalisiert.
Ich arbeite im med. Bereich und kenne diese Problematik.
Wenn man sieht, wieviel Leid und Qualen den Patienten und deren Angehörigen erspart bliebe.
Ein Problem ist u.a. der zu befürchtende Mißbrauch.
Und ich denke auch mal, wenn wir in D nicht unsere „Euthanasie“-Vergangenheit hätten, die noch v.a. den Älteren im Kopf steckt, könnte man diesem Thema auch etwas offener entgegentreten.
ich denke mal dasselbe Thema im Medizin-Brett würde ganz andere Stellungnahmen ergeben, aber da ich wie gesagt aus dem Krankenhausbereich komme, interessiert mich die ethische bzw. christliche Meinung.

hallo, Michl,
von der ethischen Seite sehe ich überhaupt keine Probleme. Es ist wesentlich menschlicher, dem Todkranken, der nur noch mit höchsten Dosen Morphium „existieren“ kann und eine Heilung nach augenblicklichem Stand der Medizin nicht möglich ist, Sterbehilfe zu gewährleisten, als ihn aus falsch verstandener Menschlichkeit in künstlich am Leben zu erhalten. Das wäre eher Sadismus.
Vom religiösen her sehe ich auch keine Probleme: die Götter der Religionen haben nicht gesagt: leide so lange wie möglich. Sie haben dem Kranken eine bestimmte Zeit gegeben, bis die Krankheit ihn tötet. Ist es nicht eher anders herum: einen Menschen mit künstlichen Mitteln länger leben und leiden zu lassen, als es die Natur (oder die Götter) vorgesehen hat? Verstößt der behandelnde Arzt nicht gegen das Gebot „Du sollst Deinen Mitmenschen nichts böses tun“?
Grüße
Raimund

…wird in NL seit Jahren geduldet und ist jetzt legalisiert.
Ich arbeite im med. Bereich und kenne diese Problematik.
Wenn man sieht, wieviel Leid und Qualen den Patienten und
deren Angehörigen erspart bliebe.

Tja, das scheint aber vielen Leuten völlig egal zu sein.

Ein Problem ist u.a. der zu befürchtende Mißbrauch.

Das Problem ist in jedem Fall gegeben. Ob man deswegen aber den
Menschen das Recht auf Selbstbestimmung nehmen darf?

Und ich denke auch mal, wenn wir in D nicht unsere
„Euthanasie“-Vergangenheit hätten, die noch v.a. den Älteren
im Kopf steckt, könnte man diesem Thema auch etwas offener
entgegentreten.

Das glaube ich eigentlich nicht? Die „Euthanasie“-Diskussion
wird meines Erachtens nicht so sehr von „den Älteren“ als
vielmehr von der Kirche herangezogen. Wobei ich (Nichtchrist) es
eigentlich als persönliche Beleidigung empfinde, wenn man
seitens der Kirche solche Verdächtigungen gegen mich vorbringt,
weil ich nicht grundsätzlich gegen aktive Sterbehilfe bin.

ich denke mal dasselbe Thema im Medizin-Brett würde ganz
andere Stellungnahmen ergeben, aber da ich wie gesagt aus dem
Krankenhausbereich komme, interessiert mich die ethische bzw.
christliche Meinung.

Ich denke, daß es einem Menschen erlaubt sein muß, über sein
eigenes Leben oder Nichtleben entscheiden zu dürfen.
Und allen empörten Christen sage ich nur: Ihr solltet euch
vielleicht mal überlegen, daß das, was ihr so dramatisch „Sünde“
nennt, in vielen anderen Religionen so nicht vorkommt, und die
„christliche“ Wahrheit nicht unbedingt die einzige seligmachende
ist.

Schöne Grüße,

Stephan Hübner

Es stimmt mich traurig, daß gerade die Kirche und christliche Gruppen so vehement gegen die Sterbehilfe votieren, auch in Deutschland. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum

Das Gesetz, so wie es in den Niederlande verabschiedet wurde, zeugt von sehr viel Nachdenken und Feingefühl. Als Christ bin ich der klaren Meinung, daß der Tod nicht das schlimmste ist, was einem passieren kann und in den Fällen, in denen die Sterbehilfe greift, kann er ohne Probleme als Erlösung angesehen werden.

Aber wie erwähnt, kann ich hier nicht für die Mehrheit der Christen sprechen (wenn man nach den Medienberichten geht), sondern weiss mich in einer Minderheitenposition.

Gruß
Thoams

Lieber Michl,
Leid soll erspart oder gelindert werden, das wird jeder wollen, der es mit einem anderen gut meint.
Aber wenn dafür die willentliche Abkürzung des Lebens immer normaler und akzeptierter wird, dann entsteht ein psychisches Gefälle: Ich bin todkrank - ich bin meinen Angehörigen eine Last - ich koste viel Geld - ich will sterben (die anderen wollen ja auch, dass ich sterben will).
Das darf nicht passieren!
Peter

Hallo Michl,

dem Beitrag von Peter finde ich ganz toll.
Trotzdem möchte ich dran erinnern, das es eine Patientenverfügung
gibt, um einige Mißstände in der heutigen Zeit von vornherein
auszuschalten.

http://www.patientenverfügung-homepage.de

Wenn ich klinisch tot bin, möchte ich nicht weiter behandelt werden usw.
diese Themen und andere kann ich im Vorhinein abstimmen und unterschreiben.
Wenn man sich öfters mit diesem Thema auseinander setzt, sollte man sich die
obengenannte Homepage mal anschauen.

Vorosterliche Grüße
Heiner

Ein Problem ist u.a. der zu befürchtende Mißbrauch.

Das Problem ist in jedem Fall gegeben. Ob man deswegen aber
den
Menschen das Recht auf Selbstbestimmung nehmen darf?

Bei Selbstmord entscheiden die Menschen ja auch für sich selbst - ist glaube ich nach der Rerligion auch Mord, dh. Sünde (du sollst nicht töten)

Das glaube ich eigentlich nicht? Die „Euthanasie“-Diskussion

wird meines Erachtens nicht so sehr von „den Älteren“ als

Damit meinte ich eigentlich eher das Politikerpotential im Bundestag

vielmehr von der Kirche herangezogen.

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Gefälle: Ich bin todkrank - ich bin meinen Angehörigen eine
Last - ich koste viel Geld - ich will sterben (die anderen
wollen ja auch, dass ich sterben will).
Das darf nicht passieren!

Da hast du Recht, das ist dann so wie im Film „Sinn des Lebens“: „Geben Sie ihre Alten in Zahlung“. Klingt etwas sarkastisch, würde aber dazu führen.

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Trotzdem möchte ich dran erinnern, das es eine

Patientenverfügung
gibt, um einige Mißstände in der heutigen Zeit von vornherein
auszuschalten.

Das wissen aber leider nur die wenigsten.

Wenn ich klinisch tot bin, möchte ich nicht weiter behandelt
werden usw.
diese Themen und andere kann ich im Vorhinein abstimmen und
unterschreiben.

Klinisch tot ist nicht gleich unheilbar im Endstadium oder Koma.

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Hallo Michl,

Bei Selbstmord entscheiden die Menschen ja auch für sich
selbst - ist glaube ich nach der Rerligion auch Mord, dh.
Sünde (du sollst nicht töten)

„Die Religion“ gibt es nicht, und es ist auch nicht so, daß alle
Religionen Sünde so definieren, wie z. B. die christliche
Kirche.

Schöne Grüße,

Stephan Hübner